14.12.2017
Autor/in: Stefanie Möller
Mitteilung Nr.: 2017033

Die Universität wächst: Neue Gebäude und eine eigene Bahnstation

Während der Veranstaltung in der Mensa (von links) Kanzler Martin Mehrtens, Konrektorin Eva-Maria Feichtner, Konrektor Thomas Hoffmeister, Konrektor Andreas Breiter, Rektor Bernd Scholz-Reiter, Kristina Logemann, Leiterin der Pressestelle

Bei Punsch und weihnachtlichem Gebäck hat das Rektorat vor kurzem Einblicke in seine Arbeit des letzten halben Jahres gegeben. Rund 60 Interessierte waren zur traditionellen Veranstaltung „Das Rektorat informiert“ in die Mensa gekommen.

Uni-Kanzler Dr. Martin Mehrtens konnte angesichts der herrschenden Raumnot mit besonders schönen Nachrichten aufwarten: Für das neue Biologie-Gebäude stehe demnächst der Spatenstich an. Dieses werde über eine moderne Forschungsinfrastruktur und ausreichend Lehrlabore verfügen und soll bis 2020 fertiggestellt sein. In dem Zuge könne dann das Gebäude NW2 saniert und ebenfalls besser ausgestattet werden. Geplant ist weiter, rückwärtig zum Boulevard ein neues Veranstaltungsgebäude mit Hörsälen, Seminar- und Büroräumen und Kommunikationszonen sowie Platz für einen neuen Fachbereich zu errichten. Damit die Universität und der Technologieparkt noch besser erreichbar sind, ist ein Haltepunkt der Regionalbahn an der Universität geplant.

Jetzt sieben Sonderforschungsbereiche

Rektor Professor Bernd Scholz-Reiter verkündete zwei Erfolgsmeldungen aus der Produktionstechnik und den Sozialwissenschaften: An der Universität Bremen gibt es jetzt sieben Sonderforschungsbereiche (SFB) – und damit so viel parallel laufende SFBs wie nie zuvor. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verlängerte jüngst den transregionalen Sonderforschungsbereich „Funktionsorientierte Fertigung auf der Basis charakteristischer Prozesssignaturen“ und bewilligte den neuen SFB „Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik“, der am 1. Januar 2018 startet und in den ersten vier Jahren rund elf Millionen Euro erhält.  Mit Blick auf den Verlust des Exzellenztitels betonte er: „Die Forschung an der Universität ist auch ohne diesen Titel sehr gut aufgestellt. Wir haben immer wieder Erfolge zu verzeichnen, wie man an den jüngsten Meldungen sieht. Nicht nur bei den Sonderforschungsbereichen, sondern auch bei den Auszeichnungen von Einzelwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sind wir sehr gut dabei.

Strategieprozess geht dem Abschluss entgegen

Als weiteren Punkt sprach der Rektor den laufenden Strategieprozess an und wies darauf hin, dass in der nächsten Sitzung des Akademischen Senats am 13. Dezember noch einmal Gelegenheit für alle sei, sich in die Diskussion des Entwurfs für die Gesamtstrategie 2018-2028 einzubringen, bevor sie bald verabschiedet werden soll.

Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses

Der Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Professor Andreas Breiter, berichtete, dass die Bewerbung im sogenannten Nachwuchspakt erfolgreich verlaufe, so dass zum Anfang des Jahres sieben neue Juniorprofessuren ausgeschrieben werden können. Auch auf europäischer Ebene, wo ein besonders harter Wettbewerb herrscht, sei die Universität erfolgreich, da hier jüngst zwei Wissenschaftler Grants des European Research Council gewonnen haben. Weiteres Thema war der Transfer Audit: Er habe ergeben, dass die Universität hier viel selbstbewusster werden kann, da sie viel Positives vorzuweisen habe. Die Kooperation mit Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie mit Politik und Verwaltung könne weiter verstärkt werden. Dies fließt in die neue Transferstrategie ein, die gerade erarbeitet wird.

Forschendes Lernen

Für den Konrektor für Lehre und Studium, Professor Thomas Hoffmeister, standen die Programmevaluationen nach der Systemakkreditierung und das forschende Lernen im Vordergrund. Insbesondere lobte er die intensive Beteiligung von Lehrenden und Studierenden an diesem Entwicklungsvorhaben. Auch die Internationalisierung schreite voran durch zwei neue englischsprachige Masterstudiengänge im Bereich Raumfahrt und weitere in den Sprach- und Medienwissenschaften. Dann ging er auf die Entwicklung der Studierendenzahlen ein. Zwar seien diese im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig, aber langfristig würden sie trotz demografischen Wandels durch die Internationalisierung wieder steigen. Stärkere Anstrengungen im Studiengangsmarketing seien aber notwendig und bereits in Planung.

Für einen internationalen und vielfältigen Campus

Als neue Konrektorin für Internationalität und Diversität stellte sich Professorin Eva-Maria Feichtner vor. Sie schilderte ihre Anliegen, ein tragfähiges Netz an internationalen Kooperationen zu unterhalten und mehr internationales Flair auf den Campus zu bringen. Auch das Engagement für mehr Vielfalt läge ihr besonders am Herzen, wobei diese Vielfalt auch in den unterschiedlichen Forschungskulturen und breit gefächerten Lehr- und Lernformen ihren Ausdruck fände. Sie freue sich besonders, dass die Uni im kommenden März Gastgeber der nächsten Generalversammlung des Young European Research Universities Network (YERUN) sein werde.

Diskussion mit Universitätsangehörigen

Aus den Reihen der Universitätsangehörigen kam die Frage zum Stellenwert der Geisteswissenschaften im Gegensatz zum naturwissenschaftlichen Profil. Hier verneinte Scholz-Reiter eine Kluft zwischen diesen Fächerbereichen und verwies auf eine seiner Meinung nach relativ homogen verlaufende Entwicklung der Studienfächer. Hoffmeister verwies auf einen geplanten Masterstudiengang Philosophie. Weitere Fragen drehten sich unter anderen um die Bedeutung von Deutsch als Zugangsvoraussetzung für internationale Studiengänge und das Verhältnis der im Bologna-Prozess definierten Ziele Employability versus Citizenship zueinander.