Beirat

Im Beirat des Forschungszentrums Nachhaltigkeit sind Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Forschung, Politik und Wirtschaft vertreten. Der Beirat hat die Aufgabe, die Arbeit des Forschungszentrums beratend zu begleiten.

Beiratsmitglieder sind

Prof. Dr. Christoph Görg (Vorsitzender)
Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink, Universität Frankfurt
Prof. Dr. Karl-Michael Brunner, Wirtschaftsuniversität Wien
Dr. Rita Kellner-Stoll, Kellner & Stoll-Stiftung Bremen
Prof. Dr. Jürgen Oßenbrügge, Universität Hamburg
Prof. Dr. Helga Weisz, Potsdam-Institut für Klimaforschung


Auszug aus der Gründungserklärung des Beirats
Nachhaltigkeit ist das Wort für die Möglichkeit dauerhaften Zusammenlebens - in einer enger, wärmer und an Naturressourcen ärmer werdenden Welt. Im Gegensatz zu nachhaltigen Gesellschaften der Vergangenheit besteht die heutige Aufgabe darin, Nachhaltigkeit unter den Bedingungen freier Gesellschaften zu erreichen. Nicht anders als bei den Schlüsselbegriffen der Physik und anderer Grundlagenwissenschaften ist die zutreffende Umschreibung von Nachhaltigkeit das Ergebnis eines längeren wissenschaftlichen Klärungsprozesses.

Auf internationaler Ebene haben führende Hochschulen der Nachhaltigkeit besondere Bedeutung eingeräumt und entsprechende Kooperationen begründet, so etwa das Massachusetts Insitute of Technology (MIT), die Universität Tokio und die ETH Zürich in ihrer Alliance for Global Sustainability (AGS). Die Finanzmärkte haben das zusätzliche Wachstumspotential nachhaltig operierender Unternehmen erkannt. Seit Mitte der neunziger Jahre gibt es Anlagefonds, die ausschließlich in derartige Unternehmen investieren und seit 1999 vertreibt Dow Jones einen eigenen Sustainability Index, der den zentralen Kapitalmarktindex MSCI seither hinter sich lässt.

Das artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit, 1989 als Zentrale Wissenschaftliche Einrichtung an der Universität gegründet, hat sich in den vergangenen Jahren in einem bemerkenswerten Akt institutioneller Restrukturierung als Forschungszentrum Nachhaltigkeit neu positioniert. Interdisziplinär strukturiert, bündelt es heute Kompetenzen in der Umweltsoziologie und -politik, der Technikbewertung und Technologiepolitik, der betriebswirtschaftlichen und arbeitswissenschaftlichen Nachhaltigkeitsforschung sowie der Genderforschung. In der Vergangenheit war interdisziplinäre Forschung meist so organisiert, dass disziplinär arbeitende Forscher sich informell koordiniert haben. Im Rahmen voranschreitender Professionalisierung verengt sich diese Praxis auf kleinere ad-hoc-Kooperationen, während bei substantielleren Projekten Planung, Steuerung und Auswertung durch zentrale Projektorganisationen erfolgen, die über das erforderliche spezielle Know-how verfügen und es längerfristig sichern. Flankierend gehören dazu entsprechende Lehrangebote, um den wissenschaftlichen Nachwuchs für die Mitarbeit zu gewinnen.

In diesem Sinne sieht der Beirat im Aufbau des Kompetenzzentrums Nachhaltigkeit der Universität Bremen einen zeitgemäßen Kompetenzverbund für professionelle Nachhaltigkeitsforschung, einschließlich der erforderlichen speziellen Lehrangebote etwa in Form des Moduls „Sustainability Studies“. Die übergreifende programmatische Ausrichtung auf Resilienz, Salutogenese und Systemstabilität ist überzeugend. Zu den Stärken gehört weiter die thematische Fokussierung, die eine Fortführung der bisherigen erfolgreichen Drittmitteleinwerbung auf hohem Niveau verspricht. Insgesamt konstatiert der Beirat eine beeindruckende Aufbauleistung.