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Gesundheitsförderliche Universitätskultur

Die Entwicklung zu einer gesundheitsförderlichen Universitätskultur wird unterstützt durch die Ver­folgung der fünf Handlungsfelder der graphischen Darstellung auf der Grundlage der durchzufüh­renden Analyse der Gesundheitssituation in der Universität. Diese Handlungsfelder sind gemäß der Ottawa-Charta gewählt worden.

grafische Aufbereitung des Rahmenkonzepts

1. Gesundheitsförderliche universitäre Gesamtpolitik entwickeln

Die Dienstvereinbarung zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement im bremischen Öf­fentlichen Dienst bietet die Grundlage für die Ausgestaltung des BGM an der Universität. Die Universität hat mit der Einrichtung von Arbeitsstrukturen (Plenum und Lenkungskreis Gesundheit, Koordination) Rahmenbedingungen zur Integration von Gesundheitsförderung in die universitäre Gesamtpolitik geschaffen.

Die aktuellen Leitziele und Führungsgrundsätze enthalten Aspekte mit gesundheitlicher Bedeutung, jedoch nicht spezifische Hinweise auf Gesundheitsförderung und die gesundheitsbezogene Verantwortung der Universität gegen­über ihren Mitgliedern und der Gesellschaft.

Die Aktivitäten im Umweltmanagement, im Audit Familie und Beruf sowie Verfahrensregelungen, z.B. zum Eingliederungsmanagement und Konfliktmanagement tragen zu einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik bei.

Bei Diskussionen im Plenum wurde die Frage aufgeworfen, wie bisherige Regelungen und Verfahren besser umgesetzt werden können (z.B. Eingliederungsmanagement) und ob wei­tere Strategien wie ein gesundheitsbezogenes Verbesserungsmanagement eingeführt werden können.

2. Gesundheitsförderliche Lebenswelt Universität schaffen

Zu diesem Handlungsfeld sind in den bisherigen Diskussionen im Plenum die Arbeitsbedingun­gen angesprochen worden. Konkret genannt wurden:

  • die bauliche Situation von Gebäuden und Verkehrswegen,
  • Arbeitsplatzgestaltung und –ausstattung,
  • die Arbeitsorganisation und –zeit,
  • Barrierefreiheit,
  • Gesunder Campus (z.B. Ernährungsangebo­te, Ruhezonen, Hochschulsport).

Während die bauliche Situation im Aufgaben­bereich des Baudezernats liegt, werden Ar­beitsplatzgestaltung und –ausstattung sowie Arbeitsorganisation und –zeit von verschiedenen Akteuren (z.B. Dez. 2+5, Interessenvertretungen, Veranstaltungsplanung, Vorgesetzten und Mit­arbeiterInnen) gestaltet und gegenseitig beein­flusst.

Das Zusammenwirken der verschiedenen Fakto­ren ist teilweise komplex. Für einzelne Akteure in den Organisationseinheiten der Universität ist der eigene Anteil zu gesunden Arbeitsbedingun­gen und die Wechselwirkungen nicht unbedingt ersichtlich.

Mögliche Entwicklungen können auf die Sensibilisierung der Akteure für ihre eigenen Einfluss­möglichkeiten für Gesundheitsförderung und das Aufgreifen der Idee des gesundheitsbezoge­nen Verbesserungsmanagements zielen.

3. Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen

Die bisherigen Aktivitäten haben sich aus der Initiative von Beschäftigten und/oder ihren Inte­ressenvertretungen entwickelt.

Bei der Organisation und Durchführung über­nimmt der Hochschulsport eine wichtige Rolle. Der Verein für Hochschulsport (VfH) unterstützt Betriebssportgruppen, bietet spezielle Kurse für Beschäftigte und organisiert in Kooperation mit der Frauenbeauftragten Kinderfreizeiten.

Ideen für Gesundheitstage und Aktionstage, die Teilnahme an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ und Betriebsausflüge sind von Beschäf­tigten an den Personalrat und die Frauenbeauf­tragte heran getragen worden. Sie haben diese Ideen aufgegriffen und Teilweise selbst organi­siert und durchgeführt.

Seit Anfang 2008 nimmt die Koordinatorin Ide­en der Beschäftigten auf und unterstützt die Durchführung. Die Universitätsleitung fördert all diese Aktivitäten durch die teilweise Freistel­lung in der Arbeitszeit, finanzielle Mittel und ermöglicht die Durchführung.

Für eine Weiterentwicklung auf Grundlage der Handlungsprinzipien gilt es zu klären, welche Personen und Gruppen mit bisherigen Aktivitä­ten erreicht werden, welche nicht, und was die Gründe dafür sind. Ergebnisse aus Fokusgrup­pen können dazu Hinweise geben.

4. Kompetenzen vermitteln und unterstützen

Beschäftigte können verschiedene Angebote zur Kompetenzerweiterung nutzen. Weitere Ange­bote können bei gemeldetem Bedarf gemacht werden.

Zu nennen sind in der Universität die Angebote der Einrichtungen aus dem Beratungsfaltblatt. Darüber hinaus kann das Programm des Aus- und Fortbildungszentrum der Senatorin für Finanzen genutzt werden.

Zurzeit in Vorbereitung sind Angebote zur Unterstützung von Vorgesetzten für gesun­de Führungsarbeit und die Einführung eines EDV-gestützten Arbeits-, Gesundheit,- und Umweltschutzmanagement-Systems (AGU). Beides bedarf in den Jahren 2010/2011 weiterer gemeinsamer Anstrengung und Unterstützung im Aufbau und in der Integration.

Gesundheit als Querschnittsthema, vergleichbar den Strategien von Gender Mainstreaming und Diversity, kann in andere Angebote integriert werden, und es können spezifische Angebote zur Stärkung und Weiterentwicklung von Ge­sundheitskompetenz (z.B. Umgang mit Stress und Konflikten, gesunde Pause, Gesundheit und Führung) entwickelt werden.

5. Gesundheitsdienstleistungen in der Universität neu orientieren

Das ganzheitliche Verständnis von Gesundheit und Gesundheitsförderung  erfor­dert ein Weiterentwickeln des bisherigen Selbst­verständnisses und bisheriger Arbeitsweisen.

Die Zusammenarbeit der MitarbeiterInnen aus ADE, Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit, Gesundheitsförderung, Hochschulsport, Per­sonaldezernat, Personalentwicklung, Suchtberatung, Sozialberatung, Personalrat, Frauen­beauftragter und Schwerbehindertenvertretung untereinander und mit der Leitung, den De­zernaten, Referaten, Fachbereichen und allen anderen Einheiten, hat sich bisher stark auf die Bearbeitung von Problemen, Mängeln, Gefahren und Risiken konzentriert. Sie ist zu erweitern um die Perspektive der Stärkung gesundheitli­cher Ressourcen der Universität, der einzelnen Organisationseinheiten und der Menschen. Ziel ist es abteilungsübergreifend zu kooperieren um die Organisationseinheiten und ihre Mitglie­der dabei zu unterstützen, ihre eigenen gesundheitlichen Kompetenzen zu stärken und mehr Einflussmöglichkeiten über ihre gesundheitsbezogenen Belange wahrzunehmen.

Aufgabe der Universitätsleitung mit ihren Steu­ergremien ist es, dieses Mehr an Einfluss zu ermöglichen und zu unterstützen.

Fach- und Beratungsstellen mit gesundheitli­cher Bedeutung arbeiten im Plenum Gesundheit zusammen. Im Jahr 2009 erfolgte eine organi­satorische Änderung im Arbeitsschutz, und es wurde eine Kooperation mit dem Team Geon zur Suchtberatung eingegangen.

Aktuelle Aufgabe für die Universität ist es:

  • die Aufgabenverteilung und Kooperationen in diesem Bereich für die Mitglieder der Universität transparent zu gestalten,
  • über die Beratungs- und Fachstellen und ihre Aufgaben zu informieren,
  • vorhandene Kooperationsbeziehungen wei­terzuentwickeln und zu erweitern,
  • angemessene Verfahrensweisen und Hilfs­mittel (wie das AGU-System oder Verfah­rensregelungen für Büromöbelausstattung) zu entwickeln um allen Beschäftigten mehr Einflussmöglichkeiten auf die eigenen gesundheitsbezogenen Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.

Analyse der Gesundheitssituation an der Universität

Um den bisherigen Stand des Gesundheitsmanage­ments systematisch zu evaluieren und weiterzu­entwickeln sind die Analyse der Gesundheitssitua­tion und die Erstellung eines Gesundheitsberichts unabdingbar. Mehr zum Gesundheitsbericht hier.