Eindrucksvoll belegt die Fotoausstellung die Präsenz von Professorinnen in verschiedenen Wissenschaftsfeldern. Schon an der Gründung der Universität Bremen war eine Frau maßgeblich mit ihren Ideen beteiligt: Grete Henry-Hermann (1901-1983).
Sie arbeitete als Mathematikerin, Physikerin, Philosophin und Pädagogin, die bei Emmy Noether in Göttingen promovierte und in regem wissenschaftlichen Austausch mit Werner Heisenberg, Leonard Nelson und anderen WissenschaflterInnen ihrer Zeit stand. Bis zu ihrem Gang ins Exil hielt sie während des Nationalsozialismus philosophische Kurse ab und publizierte intensiv in NS-kritischen Kontexten. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland 1947 wirkte sie am Aufbau der Pädagogischen Hochschule in Bremen mit und war dort zehn Jahre als Professorin für Physik und Philosophie tätig. Daneben engagierte sie sich in der Bildungspolitik von SPD und Gewerkschaften.
Die Zahlen sind bekannt: Das Verhältnis von Studentinnen und Studenten zu Beginn des Studiums zeigt sich ausgewogen, der Frauenanteil liegt sogar leicht höher. Ähnliche Verhältnisse setzen sich bei den Absolvierenden fort.
Klare Einbrüche erfolgen in den gehobenen Karriereverläufen. In den Führungspositionen „Rektorat und Dekanate“ in der Uni Bremen wird 2011 ein Frauenanteil von immerhin 26 Prozent ermittelt werden. Verglichen mit einer angestrebten Frauenquote von mindestens 40 Prozent bleibt hier noch viel zu tun!
Im Bundesvergleich mit anderen Hochschulen mit Blick auf Frauenanteile im Wissenschaftsbereich schneidet die Uni Bremen hingegen sehr gut ab.
Diesen und weiteren Fragen geht ein gegenwärtig laufendes Forschungsprojekt nach:
„Wissenschaftlerinnen und Frauenbewegung an der Bremer Universität in den ersten 20 Jahren ihres Bestehens“.
Geleitet wird es von der Arbeitsstelle Chancengleichheit in Kooperation mit Sigrid Dauks, Leiterin Zentralarchiv der Universität Bremen und Dr. Eva Schock-Quinteros, Historikerin, Universität Bremen.
Die Ergebnisse werden im April 2013, auf diesen Seiten veröffentlicht!