18.11.2010
Autor/in: Scholz
Mitteilung Nr.: 351

DFG verlängert drei Sonderforschungsbereiche der Uni Bremen

33 Millionen Euro Drittmittel für Informatik, Sozial- und Ingenieurwissenschaften

Nr. 351 / 18. November 2010

Außergewöhnlich gute Nachrichten für die Universität Bremen und eine eindeutige Bestätigung für die exzellente Leistungsfähigkeit Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die vierjährige Weiterförderung von drei Sonderforschungsbereichen der Universität Bremen beschlossen. Es sind der SFB/TR 8 „Raumkognition: Schließen – Handeln – Interagieren“ (Informatik) in Kooperation mit der Uni Freiburg, der SFB 747 „Mikrokaltumformen - Prozesse, Charakterisierung, Optimierung“ (Ingenieurwissenschaften) und der SFB 597 „Staatlichkeit im Wandel“ (Sozialwissenschaften), an dem auch die Jacobs University Bremen und die Universität Oldenburg beteiligt sind. Das Gesamtvolumen der vierjährigen Anschlussfinanzierung beläuft sich für die drei SFB auf insgesamt 33 Millionen Euro. Mit diesen Entscheidungen folgt der wichtigste Drittmittelgeber in Deutschland den Empfehlungen unabhängiger wissenschaftlicher Gutachtergremien, die sich bei Begehungen vor Ort von den hervorragenden Leistungen dieser Bremer Sonderforschungsbereiche überzeugt haben. Insgesamt laufen an der Uni Bremen derzeit sechs Sonderforschungsbereiche.


SFB „Raumkognition“


Nach erneuter erfolgreicher Begutachtung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird der Sonderforschungsbereich SFB/TR 8 „Raumkognition: Schließen – Handeln – Interagieren“ (Spatial Cognition) bis 2014 für eine dritte Phase gefördert. Insgesamt werden hierfür Fördermittel in Höhe von rund 10,5 Millionen Euro bereitgestellt, mit denen die Forschungsarbeit von insgesamt 17 Projekten finanziert wird.

Der interdisziplinäre Sonderforschungsbereich „Raumkognition“ wird seit 2003 von DFG gefördert und ist an den Universitäten Bremen und Freiburg angesiedelt. Hier gehen insgesamt über 70 Informatiker, Psychologen und Sprachwissenschaftler den Fragen nach, wie Menschen und Roboter Wissen über ihre räumliche Umgebung erwerben und verarbeiten, wie sie sich in ihrem Umfeld zurechtfinden und wie sie Informationen über ihre Umgebung austauschen können.

Weitere Informationen: www.sfbtr8.uni-bremen.de

SFB „Mikrokaltumformen“
Die Forschungsarbeiten des ingenieurwissenschaftlichen Sonderforschungsbereichs 747 „Mikrokaltumformen - Prozesse, Charakterisierung, Optimierung“ der Universität Bremen werden in den nächsten vier Jahren ebenfalls mit ca. 10,5 Millionen Euro Jahren weitergefördert. Der SFB hat das Ziel, die Methoden für die Herstellung kleiner metallischer Bauteile bereitzustellen, die eine kostengünstige Fertigung ermöglichen. Die Bauteile sind so groß wie ein Reiskorn und für einwandfreie Funktionalität ist in der Produktion eine Genauigkeit von eintausendstel Millimeter erforderlich und das 1 Million mal pro Tag. Um hierfür die Grundlagen zu schaffen, forschen rund 70 Wissenschaftler aus den Fachbereichen Produktionstechnik, Physik/Elektrotechnik und Mathematik/Informatik die kommenden vier Jahre.

Neben den ingenieur- und naturwissenschaftlichen Projekten des SFB 747 arbeitet das Öffentlichkeitsprojekt „mikromal“ mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern an der Bekanntmachung der Forschung des Sonderforschungsbereichs Mikrokaltumformen und betreibt aktive und intensive Nachwuchsbetreuung. Die Förderung dieses neuartigen und bisher einzigartigen Projekts wurde im Vergleich zur ersten Phase verdoppelt und die Deutsche Forschungsgemeinschaft honoriert damit den wichtigen Ansatz. Initiator und Sprecher Professor Frank Vollertsen sieht in der DFG-Entscheidung auch eine Bestätigung für die Qualität der ingenieurwissenschaftlichen Forschung und die Erfolge der interdisziplinären Zusammenarbeit auf dem Bremer Campus.

Weitere Informationen: www.sfb747.uni-bremen.de

SFB „Staatlichkeit im Wandel“
Weitere zwölf Millionen Euro zusätzliches Geld erhält der Sonderforschungsbereich „Staatlichkeit im Wandel“. Die Universität Bremen hat erneut von den Gutachtern der Deutschen Forschungsgemeinschaft exzellente sozialwissenschaftliche Forschungsleistungen bestätigt bekommen. Er ist damit der erste Sonderforschungsbereich mit politikwissenschaftlichem Schwerpunkt in der Geschichte, der überhaupt auf die volle mögliche Finanzierungszeit von zwölf Jahren kommt. Jetzt haben mehr als 50 junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Bremen, der Jacobs University und der Universität Oldenburg weitere vier Jahre die Möglichkeit, an höchst aktuellen Forschungsfragen zu Wandlungen des Staates und den Auswirkungen auf die Bevölkerung zu arbeiten.

Globalisierung, Privatisierung, Liberalisierung, Individualisierung: seit rund drei Jahrzehnten gerät der klassische demokratische Rechts- und Wohlfahrtsstaat unter erheblichen Druck. Standortwettbewerb, Strukturwandel, Anpassungszwänge und auch Krisen sind einige der Folgen. Seit 2003 untersuchen Politikwissenschaftler, Soziologen, Rechts-, Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaftler an den Bremer Universitäten die Auswirkungen dieser Wandlungsprozesse auf den Staat. Ging es in den ersten vier Jahren der Arbeit darum, diese Wandlungsprozesse in Art und Umfang zu bestimmen, so stand die zweite Förderperiode im Zeichen der Frage, wie diese Wandlungsprozesse sich erklären lassen. Die nun bewilligte letzte Arbeitsphase von 2011 bis 2014 wird sich der Frage widmen, ob und in welcher Form dieser Wandel Auswirkungen auf Qualität und Umfang jener öffentlichen Güter hatte, die bis vor einigen Jahren ausschließlich vom Nationalstaat bereitgestellt worden sind. Haben Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie oder Wohlfahrt in der westlichen Welt abgenommen? Hat sich deren Qualität verschlechtert?

Weitere Informationen: www.sfb597.uni-bremen.de