07.04.2015
Autor/in: Angelika Rockel
Mitteilung Nr.: 91

„Paranoia“: Ein Thriller aus einem vergessenen Land

10. April 2015: Lesung und Gespräch mit dem weißrussischen Autor Viktor Martinowitsch

Nr. 091 / 7. April 2015 RO

Weißrussland – amtlich Belarus – ein Land, in dem das Belarussische als unterdrückte Sprache der Opposition gilt. Westliche Kritiker bezeichnen das Land gern als „letzte Diktatur Europas“. Weißrussland hat aber in den vergangenen Jahren eine erstaunlich lebendige Literaturszene hervorgebracht, die mittlerweile auch ihren Weg ins Deutsche findet. Der Autor Viktor Martinowitsch ist am 10. April 2015 mit seinem in Belarus verbotenen Roman „Paranoia“ in Bremen zu Gast. Er erzählt einen hochspannenden politischen Thriller und eine tragische Geschichte von Liebe und Verrat. Dabei wirft er nicht zuletzt ein Schlaglicht auf die Mechanismen eines totalitären Staates dreißig Jahre nach 1984. Um 20 Uhr lesen der Autor und sein Übersetzer Thomas Weiler in der Villa Ichon aus dem Thriller der Öffentlichkeit vor. Martinowitsch ist auf Einladung der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen in der Hansestadt. An der Veranstaltung beteiligt sind der EXIL-Pen, das Literaturkontor Bremen, der German Marshall Fund sowie der Kesselman-Verlag, Bremen. Der Abend bietet Gelegenheit zum Austausch über die gegenwärtige Literatur- und Kunstszene in Belarus. Im Anschluss wird zu einem kleinen Umtrunk geladen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Zum Inhalt des Buches

Ein totalitäres Regime im Osten Europas. Der junge Schriftsteller Anatoli lebt relativ unbehelligt – bis die geheimnisvolle Jelisaweta in sein Leben tritt, mit der er eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Doch plötzlich ist Jelisaweta spurlos verschwunden und Anatoli wird vom allmächtigen Geheimdienst zum Gespräch gebeten. Einige Verhöre später löst sich die Grenze zwischen vermeintlicher Realität und Geheimdienstprosa auf. Die Paranoia schlägt zu.

Zum Autor

Der Autor, Viktor Martinowitsch, 1977 in Belarus geboren, studierte Journalistik in Minsk und lehrt heute Politikwissenschaften an der Europäischen Humanistischen Universität in Vilnius. Martinowitsch machte als russischsprachiger Autor mit seiner Erzählung „Tabu“ und besonders mit dem Roman „Paranoia“ von sich reden. 2012 erhielt er den Maksim-Bahdanovic-Preis. Seine Räuberpistole „Sphagnum“ stand auf der Liste für den russischen National Bestseller Prize 2013.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Prof. Dr. Magdalena Waligórska
Telefon: 0421 218- 67 360
E-Mail: magdalena.waligorskanoSpam@uni-bremen.de
www.forschungsstelle.uni-bremen.de/