Im Rahmen des Promotionsprogramms ProfaS werden durch das ZeDiS zwei Forschungsvorhaben verantwortet. PropoS untersucht Prozesse der politikdidaktischen Strukturierung von Unterricht bei (angehenden) Lehrer/-innen und in verschiedenen Phasen der Lehrerbildung und Professionalisierung. Die Vorhaben führen damit Forschungsstränge zusammen, die bislang weitgehend unverbunden nebeneinander stehen, u.a. Forschungen zu Subjektiven Überzeugungen, zu Pedagogical Content Knowledge (PCK), zu Modellen der Unterrichtsgestaltung und zur Bedeutung von Lernerperspektiven im Unterricht. Durch eine strukturelle Umsetzung in einem Netzwerk aus Experten aller Phasen der Lehrerbildung ermöglichen die durchgeführten Forschungsvorhaben die unmittelbare "Übersetzung" von Erkenntnissen in die Praxis des Unterrichts und in die Lehrerbildung. Eine Internationalisierung der Forschung zur Lehrerbildung ist dabei strukturell verankert. Die PropoS Forschungsprojekte werden von Prof. Dr. Andreas Klee geleitet, der auch als Lehrender im Promotionsprogramms ProfaS engagiert ist.
Medienkompetenz als Politik lernen (Sonja Borski)
Das Internet wird insbesondere seit Etablierung des „Web 2.0“ als Möglichkeit demokratischer Teilhabe verstanden. Dabei wird die regulierende Kraft von Staaten in diesem Politikfeld oft unterschätzt. In der Politischen Bildung sind beide Dimensionen des Themas relevant: Zum einen wirkt das Internet als unmittelbarer Erfahrungsraum der Lernenden motivierend und kann durch Aufbereitung der politischen Dimension des Themas das Handeln politischer Institutionen exemplarisch transparent machen. Zum anderen trägt eine Erweiterung des Medienkompetenzbegriffs zur Demokratiekompetenz der Lernenden bei. Das Dissertationsvorhaben soll klären, wie das Konzept Medienkompetenz in der politischen Bildung anschlussfähig gemacht werden kann und wie Medienkompetenz von Lehrerinnen und Lehrern aufgefasst wird, um zu konzeptionellen Überlegungen für die Lehreraus- und -weiterbildung zu kommen.
Herrschaftsvorstellungen im Wandel – Bedeutung subjektiver Herrschaftsvorstellungen von Politiklehrerinnen und Politiklehrern für die Strukturierung politischer Lehr- und Lernprozesse (Felix Fenske)
Lange Zeit galten Nationalstaaten als die zentralen Manifestationen politischer Herrschaft. Mit der zunehmenden Bedeutung supra- und internationaler Regime weicht diese exponierte Stellung allerdings immer mehr auf. Spiegelt sich dieser Prozess auch in den Herrschaftsvorstellungen von Politiklehrerinnen und Politiklehren wider und welche Auswirkungen haben die individuellen Vorstellungen von politischer Herrschaft auf die Strukturierung von politischem Unterricht?