
Im Frühjahr 2008 begannen Bremer Schülerinnen und Schüler mit der Unterstützung des ZeDis und angehenden Politiklehrern der Universität Bremen eine interdisziplinäre Spurensuche: in ihren Ortsteilen erforschten sie die Präsenz und Bedeutung von Graffiti. Über diese von der Robert-Bosch-Stiftung besonders geförderte Zusammenarbeit von Schule und Universität berichteten mehrere Bremer Zeitungen.
"Vor allem sogenannte Wort-Graffiti auf ihre politische oder auch soziale Aussagekraft hin zu untersuchen" und so "Jugendliche für gesellschaftliche Zusammenhänge zu sensibilisieren" war das Ziel der Denkwerkinitiative "Kommunikation im Raum". "Mit Digitalkameras ausgerüstet haben rund 90 Schüler (…) ihre Umgebung genauer unter die Lupe genommen und vor allem Wort-Graffiti fotografisch festgehalten" (Weserkurier vom 18.04.2008). Sie ergänzten ihre Fotos durch Notizen zur Umgebung und zum Zustand des Gebäudes, um so bei der Auswertung ihrer Ergebnisse auch Aussagen über die soziale Bedeutung der Graffiti treffen zu können. "Mit Hilfe der Graffiti könne man Schülern zum Beispiel anschaulich erklären, welche sozialen Milieus in einzelnen Stadtteilen existierten und wie diese entstünden", zitiert der Weser Kurier vom 18.04.2008 den Politikwissenschaftler und Leiter der Denkwerkinitiative Andreas Klee. Darüber hinaus zeigen die Untersuchungen, dass es "Zusammenhänge zwischen den Graffiti selbst und Ortsteildaten wie etwa dem Durchschnittseinkommen- und alter oder lokalen Wahlergebnissen gibt", frei nach dem Motto "Sag mir, welche Sprüche an der Wand stehen und ich sag Dir, wer hier wohnt!" (Vgl. Stadtteilkurier Walle 25.02.2008).
"Das Graffiti-Projekt biete Anknüpfungspunkte aus dem Alltag von jungen Menschen und mache dennoch politische und gesellschaftliche Zusammenhänge transparent", so Andreas Klee (Weserkurier vom 18.04.2008). Die Lehramtsstudenten der Universität Bremen konnten innerhalb des Projektes durch die Begleitung der Schüler und "zwei Wochenstunden projektbezogenen Unterricht in den Schulen" praktische Erfahrungen sammeln und die Schüler bereits an das wissenschaftliche Arbeiten an der Universität heranführen (Weserkurier vom 18.04.2008). Graffiti als eine Form politischer Kommunikation zu begreifen, die vor allem von Jugendlichen genutzt wird um ihrer Meinung zum politischen Geschehen Ausdruck zu verleihen, ist ein wichtiges Ergebnis des Projektes. Insgesamt konnte so die Begeisterung der Schüler für die Arbeit eines Sozialwissenschaftler geweckt und ein Beitrag zum fruchtbaren Austausch zwischen Universität und Schule geleistet werden (Vgl. Stadtteilkurier Walle 25.02.2008).