Klimaschutzkonzept für die Universität Bremen

Ausgangssituation und Zielsetzung


Viele Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland wollen aufgrund ihrer Eigenschaft als Forschungs- und Bildungseinrichtung eine besondere Rolle bei der Erreichung der nationalen und internationalen Klimaschutzziele übernehmen. Dieses hat für viele Hochschulen auch Profilbildungscharakter. Das Erschließen von realen Einsparungspotentialen im Energieverbrauch hat vor dem Hintergrund steigender Energiepreise auch einen nicht unerheblichen finanziellen Effekt.

Die Universität will, auf den bisherigen Maßnahmen aufbauend und den konkreten Anforderungen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit für die Erstellung von Klimaschutzkonzepten folgend, ein auf die Organisation Hochschule angepasstes Klimaschutzkonzept erstellen. Hierfür hat die Universität Bremen Fördermittel erhalten und mit HIS-Hochschulentwicklung (HIS-HE) einen externen Berater mit der Projektsteuerung und Aufgaben der Projektdurchführung beauftragt, der über vielfältige Erfahrungen im Bereich der hochschulspezifischen Beratung in diesem Bereich verfügt.

Projektinhalte


(1)    Energie- und CO2-Bilanz
Energie- und CO2-Bilanzen erfassen die Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen in allen klimarelevanten Bereichen und gliedern sie nach Verursachern und Energieträgern. Sie setzt die Ermittlung und Kenntnis der hochschulinternen Energieflüsse voraus und soll reproduzierbar erstellt werden. Für die Universität Bremen wird eine detaillierte fortschreibbare Bilanz der Energieverbräuche erstellt. Hierzu wird die aktuelle Zählerarchitektur der Liegenschaften der Universität Bremen überprüft. Die CO2-Bilanzierung umfasst eine Analyse von Energiebezug, Energieerzeugung und Energienutzung, dieses möglichst gebäudebezogen. Darüber hinaus sind die Bereiche Mobilität, Beschaffung und Medienversorgung Bestandteil der Betrachtung.

Die Tiefe der Analyse der Themen richtet sich nach den an der Universität verfügbaren Daten bzw. der möglichen Unterstützung durch die Universität im Rahmen von Datenerhebungen. Eine Klärung des Umfangs erfolgt im Rahmen der Projektabstimmung. HIS-HE verfügt über ein geeignetes Instrumentarium für die Erstellung von Energie- und CO2-Bilanzen.

(2)    Potentialanalyse
Die Potentialanalyse ermittelt die kurz- und mittelfristig technisch und wirtschaftlich umsetzbaren Einsparpotentiale sowie die Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz in den betrachteten Bereichen und zur Nutzung erneuerbarer Energien. Im Rahmen der Zielfestlegung wird ein Basis-Referenzszenario erstellt, das die Entwicklung der CO2-Emissionen ohne weitere Klimaschutzanstrengungen beschreibt. Diesem wird ein Klimaschutzszenario gegenüber gestellt, das eine maximale mögliche Umsetzung der Klimaschutzpolitik voraussetzt. Für die Szenarien sind die für die Universität relevanten Rahmenbedingungen (Sanierungszyklen, Erweiterungen und geplante Baumaßnahmen, Energiekosten, Studierendenprognosen etc.) zu berücksichtigen. Die Festlegung der endgültigen Reduktions- bzw. Einsparziele orientiert sich an den Möglichkeiten, die sich aufgrund der Abstimmung mit den Beteiligten ergeben.

(3)    Beteiligung der Akteure
Für die erfolgreiche Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes ist das aktive Einbinden der relevanten Akteure erforderlich, denn Akzeptanz und Identifikation sind wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung eines Klimaschutzkonzepts. Daher ist es im Projekt bereits frühzeitig vorgesehen, die betroffenen Verwaltungseinheiten, Fachbereiche, Studierenden, „externe“ Einrichtungen an der Universität (z. B. An-Institute) und externe Partner (z. B. Energielieferanten) sowie ggf. Interessenverbände (z. B. Umweltverbände) einzubinden. Der Grad der Einbindung ist in Abhängigkeit vom Einfluss auf mögliche Einsparungspotentiale von der Bedeutung der Einrichtungen für die Universität sowie der Bereitschaft zur Beteiligung zu entscheiden. Durch die intensive Befassung mit EMAS ist bereits eine strukturelle Vernetzung vorhanden. Zusammen mit den aktiv Beteiligten wird ein gemeinsames Leitbild hinsichtlich klimarelevanten Agierens entwickelt. Hierbei wird auf bereits existierende Vorgaben zurückgegriffen.

(4)    Maßnahmenkatalog
Der Maßnahmenkatalog wird eine Übersicht über die wichtigsten bereits durchgeführten Klimaschutzmaßnahmen und deren Wirkungen sowie über neue kurz- und mittelfristig mögliche Klimaschutzmaßnahmen enthalten. Für die ermittelten Maßnahmen wird eine Kurzdarstellung mit den folgenden Inhalten erarbeitet:

  • Angaben zum erwarteten Energieverbrauchs-, Energiekosten- und CO2-Minderungspotential
  • Zeitraum für die Durchführung
  • Akteure, Verantwortliche und Zielgruppe
  • Priorität der Maßnahme
  • Handlungsschritte und Erfolgsindikatoren
  • Abschätzungen zu Effekten nach außen durch die vorgeschlagenen Maßnahmen

(5)    Controlling-Konzept
In einem Controlling-Konzept werden die Rahmenbedingungen für die Erfassung und Auswertung der Verbräuche und CO2-Emissionen und für die Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele entwickelt. Das Controlling-Konzept umfasst auch Aussagen zum Personalbedarf, zu notwendigen Investitionen, Zeitplänen mit Arbeitsschritten und Festlegungen zu Datenerfassung und -auswertung und hat hier eine enge Bindung an den Maßnahmenkatalog.

Für das Controlling-Konzept sind Kennzahlen unerlässlich, die die gewünschte zielorientierte Steuerung ermöglichen. Welche Daten steuerungsrelevant sind, wird im Gesamtkonzept beschrieben. Wesentlich ist es, den erforderlichen Datenfluss in der Universität sicherzustellen.

(6)    Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit
Um die im Konzept erarbeiteten Maßnahmen während ihrer Umsetzung hochschulintern bekannt zu machen und die dauerhafte Wirkung des partizipativen Prozesses zu steigern, werden praktische Vorschläge zur Öffentlichkeitsarbeit in der Phase der Konzeptumsetzung bereits bei der Konzepterstellung erarbeitet. Dieses Konzept beginnt mit der gemeinsamen Erarbeitung eines Leitbildes, schließt an bereits vorhandene hochschulinterne Maßnahmen an und will den Gesamtprozess weiter verstetigen. Hierbei wird eine zielgruppenspezifische Ansprache angestrebt. Das Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit fokussiert auch auf hochschulexterne Akteure.

Beteiligte Akteure


Zur effizienten Bearbeitung des Klimaschutzkonzeptes werden die relevanten Akteure an der Universität Bremen mit einbezogen. Diese kommen im Wesentlichen aus dem Dezernat 4 „Technischer Betrieb und Bauangelegenheiten“. Die Unterstützung des Fachpersonals aus der Hochschulverwaltung ist eine Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung des Projektes; dabei ist zu honorieren, dass viele Tätigkeiten hierzu noch neben dem Alltagsgeschäft zu erledigen sind. Das Wissen dieses Personenkreises über Fakten und Abläufe sowie über Erfahrungen aus der Vergangenheit ist allerdings zentrale Grundlagen für ein gut basiertes und erfolgversprechendes Klimaschutzkonzept.

Die im Rahmen des Projektes erforderlichen Gespräche, Recherchen und Workshops sowie die Dokumentation der Ergebnisse werden von der HIS-HE durchgeführt. Eine Projektgruppe koordiniert die Tätigkeiten. Alle beteiligten Akteure werden zu einem Workshop eingeladen, auf dem der Hochschulleitung die Ergebnisse vorgestellt werden.

Zeitplanung


Das Projekt hat im Januar 2014 begonnen; Projektabschluss ist für Dezember 2014 vorgesehen.