Maßnahmen im Rahmen des audit familiengerechte hochschule

Aktuelle Maßnahmen im Rahmen des audit familiengerechte hochschule

Im Frühjahr 2013 wurde der Maßnahmenkatalog für die nächste Phase des audit familiengerechte hochschule erstellt, welcher sich auf die Schwerpunkt "Information und Kommunikation" und "Führungshandeln" konzentriert, aber auch die anderen Handlungsfelder beachtet. Der Maßnahmenkatalog wird in der Zeit von 2013 bis 2016 umgesetzt werden.
 Einige der aktuellen Maßnahmen möchten wir Ihnen kurz vorstellen, damit Sie sich einen Eindruck davon machen können, welche weiteren Veränderungen an der Universität Bremen auf dem Weg zu einer familiengerechteren Hochschule stattfinden werden.

Einerseits ist es geplant, die Information und Kommunikation zu intensivieren, sodass alle Universitätsangehörigen gut über das Thema Familie im Kontext der Hochschule informiert sind und auch diejenigen, welche nicht betroffen sind, die Möglichkeit haben, die Relevanz des Themas zu erkennen. Dazu gehört, neben der zu intensivierenden Öffentlichkeitsarbeit, auch die Einrichtung eines Familienbüros in zentraler Lage am Boulevard, in welchem Universitätsangehörige Unterstützung und Beratung finden können. 

Um das Thema Familie mehr in den Blickpunkt zu rücken und den Kindern der Studierenden und Beschäftigten die Möglichkeit geben, sich auf dem Campus kindgerecht zu beschäftigen, wird im Campuspark eine multifunktionelle Spielfläche entstehen - diese wird bewusst nicht nur auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sein, sondern attraktiv für alle Universitätsangehörigen gestaltet werden, sodass sie auch von Erwachsenen genutzt werden kann und somit auch eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zwischen verschiedenen Gruppen bietet. 

Außerdem plant die Universität Bremen, im Rahmen des audit das Thema "Pflege" mehr in den Blickpunkt zu rücken, denn Studierende und Beschäftigte, die Angehörige pflegen, sind eine ebenso relevante Zielgruppe im Rahmen einer familiengerechten Hochschule wie Eltern-Kind-Familien. 

Bereits umgesetzte Maßnahmen für die Zielgruppe der Beschäftigten

Auch für die Beschäftigten der Universität Bremen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Aufgabe, die zu Problemen führen kann, weswegen im Rahmen des audit familiengerechte hochschule etliche Maßnahmen umgesetzt wurden, die diese erleichtern sollen. 
Als besonder problematisch erweisen sich immer wieder die langen Sommerferien, grade für die Eltern von Schulkindern, sodass diese die Möglichkeit haben, ihre Kinder für die Ferienfreizeiten der Universität Bremen anzumelden und somit die Betreuung zu sichern. 
Außerdem wurde die Flexibilisierung der Arbeitszeiten umgesetzt, was bedeutet, dass diese, im Rahmen des vertraglich Möglichen, so individuell wie nötig gehandhabt werden können, sodass Familien- und Arbeitsleben sich besser vereinbaren lassen. 

Da auch Beschäftigte ihre Kinder von Zeit zu Zeit mit an den Arbeitsplatz bringen müssen, profitieren sie von der familienfreundlichen Gestaltung des Campus im Rahmen des audit, sodass bspw. Spielzeugkisten zur Verfügung stehen, mit denen der Nachwuchs sich beschäftigen kann. 

Im Rahmen des Auditierungsprozesses haben die Verantwortlichen über einen Zeitraum von 1,5 Jahren Gespräche mit den Dekan_innen der Fachbereiche zum Thema "familiengerechtes Führungshandeln" geführt und die Ergebnisse in der Broschüre "Gut führen. Für eine familienfreundliche Universität" festgehalten. Die Broschüre und dazugehörige Öffentlichkeitsmaterialien weisen auf die Relevanz des Themas familiengerechtes Führungshandeln an der Universität Bremen hin und werden zusätzlich über moderierte Veranstaltungen an die betroffenen Führungskräfte vermittelt. Einen Einblick in die Ergebnisse erhalten Sie, wenn Sie sich das Plakat [PDF] (1.7 MB), die Broschüre [PDF] (7.9 MB) und eine Präsentation [PDF] (555 KB) anschauen.

Bereits umgesetzte Maßnahmen für die Zielgruppe der Studierenden

Um die Situation Studierender mit Familie weiter zu verbessern, wurden im Rahmen des audit familiengerechte hochschule bereits zahlreiche Maßnahmen an der Universität Bremen umgesetzt. Einige davon möchten wir Ihnen hier vorstellen, damit Sie sich ein Bild von den Prozessen, die durch das audit in Gang gesetzt werden, machen können.

Eine gesicherte und ausreichende Kinderbetreuung ist entscheidend dafür, dass Studierende mit Familie ihr Studium möglichst komplikationslos absolvieren können. Die Bedürfnisse Studierender mit Kindern entsprechen jedoch nicht immer denen, die andere Eltern an Betreuungseinrichtungen stellen - so ist es möglich, dass nur ein geringer Umfang der Betreuung gewünscht wird, um mit einem kleinen Kind einzelne Seminare besuchen zu können, oder es zeichnet sich ein durch die vorgegebenen Veranstaltungszeiten ein Betreuungsbedarf ab, der von den institutionellen Einrichtungen nur schwerlich befriedigt werden kann. Um den Studierenden die Möglichkeit zu bieten, ihre Kinder auch in solchen Situationen gut betreut zu wissen, wurden die Betreuungsangebote am Campus in den letzten Jahren ausgebaut.
Die kostenlose Kinderbetreuung für Studierende am Boulevard, die Unikrümel, wurden im Rahmen des audit umgesetzt. Ausgangspunkt war das Konzept des Geo-Kinderzimmers, welches als sehr hilfreich empfunden wurde. Engagierte Studierende nutzten die Möglichkeit, als das alte KiTa-Gebäude am Boulevard durch den Umzug der Uni-KiTa frei wurde, um dort eine ähnliche Betreuungseinrichtungen aufzubauen. Fachlich und finanziell wurden sie und die heutige Leitung dabei im Rahmen des audit familiengerechte Hochschule unterstützt, sodass die Unikrümel heute allen Studierenden mit Kindern eine kostenlose Betreuung für bis zu neun Stunden in der Woche anbieten können und so einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Studium an der Universität Bremen leisten.

Um die Belange der Studierenden mit Familie zu vertreten, gründete sich 2007 die AG "familienfreundliches Studium" und besteht seitdem im Rahmen des audits familiengerechte Hochschule. 
Die AG hat in den vergangenen sechs Jahren eine wichtige Funktion erlangt, wenn es darum geht, die Studienbedingungen für Studierende mit Familie zu verbessern und führt regelmäßig Gespräche mit den relevanten Stellen, um auf die Belange Studierender mit Kindern aufmerksam zu machen. Neben Gesprächen mit den Studien- und Praxisbüros der einzelnen Fachbereiche bedeutet dies auch, dass die AG den Kontakt zu den Dekanaten pflegt, und sich mit der Konrektorin für Studium und Lehre austauscht, um mit dieser mögliche Veränderungen zu diskutieren.
Neben diesen Aufgaben steht die AG auch als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn sich Probleme durch die Vereinbarkeit von Studium und Familie ergeben und berät Studierende. In diesem Rahmen hat die AG familienfreundliches Studium im Jahr 2012 Ordner [PDF] (294 KB) mit den wichtigsten Informationen zu allen familienrelevanten Themen erstellt und diese sowohl anderen beratenden Stellen an der Universität zur Verfügung gestellt, als auch allen Studierenden zugänglich gemacht. 
Außerdem ist die AG eng mit den Betreuungseinrichtungen am Campus vernetzt und bietet, teilweise auch gemeinsam mit den Einrichtungen, regelmäßig Treffen für Studierende mit Familie an, die sich einer wachsenden Beliebtheit erfreuen und auch dazu dienen, Familie auf dem Campus in den Blickpunkt zu rücken, sodass im Sommersemester 2013 erstmals ein Kinderfest auf dem Campus stattfand. 

Damit die Studierender der Universität Bremen eine zentrale Anlaufstelle haben, wurde im Rahmen des audit familiengerechte hochschule ein Familienservicebüro für Studierende direkt am Boulevard eingerichtet und im Januar 2014 eröffnet. 
Die Einrichtung steht allen Studierenden offen, die Fragen zum Thema Familie und Studium haben und wird von der AG Familienfreundliches Studium betrieben - es handelt sich somit um ein Angebot von Studierenden für Studierenden. Die Erfahrungen der ersten Monate zeigen bereits, dass das Angebot sehr gut angenommen wird und die Studierenden die Möglichkeit schätzen, Beratungen unkompliziert und ohne die Notwendigkeit einer Terminvereinbarung wahrnehmen zu können.