Evaluation

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Im Rahmen des audit familiengerechte hochschule werden für jede dreijährige Laufzeit diverse Ziele und Maßnahmen in einer Zielvereinbarung formuliert, die dann im Projektverlauf umgesetzt werden. Verschiedene  statusübergreifende Arbeitsgruppen (Lenkungskreis Gender Mainstreaming, AG Familienfreundliches Studium, Audit- Workshop) entwickeln und beraten familiengerechte Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Studium und Beruf mit Familienaufgaben. Ein Ziel der Vereinbarung von 2013-2016 lautet „Evaluation der familienfreundlichen Hochschulkultur durch eine Stichprobenerhebung“.

Auf der Grundlage der in den neun Jahren entwickelten Zielvereinbarungen und der initiierten Umsetzung der verabredeten Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Studium und Beruf mit Familienaufgaben soll die Wirkung und Nachhaltigkeit der initiierten Maßnahmen evaluiert werden. Die Evaluation wurde von fortgeschrittenen Studierenden aus dem Masterstudiengang Soziologie unter der fachlichen Beratung der Soziologieprofessorin Frau Dr. Betina Hollstein durchgeführt. Für die Untersuchung stand ein Zeitfenster von insgesamt sechs Monaten zur Verfügung, dies beinhaltete die Konzepterstellung, das Fragebogendesign, die Erhebung (Anschreiben an die Zielgruppen plus Durchführung der Interviews) sowie die Berichterstellung. Aufgrund der begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen wurden für die Evaluation drei Gruppen untersucht: Studierende, Promovierende und Professor*innen,  mit Familienaufgaben. Für den Bericht wurden aus jeder Gruppe jeweils drei Interviews nach definierten Kriterien ausgewählt und analysiert. Überraschend war, dass angesichts der kleinen Untersuchungskohorte wertvolle Erkenntnisse aus den Aussagen der Interviewten gewonnen werden konnten, die eine gute Grundlage für die Umsetzung der aktuell geltenden Zielvereinbarung (2016-2019) bieten.

Die Evaluationsergebnisse zeigen die unterschiedlichen Perspektiven und Grenzerfahrungen der Studierenden, Promovierenden und Professor*innen mit Familienaufgaben. Alle Statusgruppen wünschen sich eine transparentere und intensivere Kommunikation und Information über bestehende Angebote in der Universität Bremen zur Unterstützung der besseren Vereinbarkeit von Studium und Beruf mit Familienaufgaben. Häufig wird  der Wunsch nach mehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten auf dem Campus genannt. Informationen für Studierende mit zu pflegenden Angehörigen werden derzeit vermisst. Die Kritikpunkte und Anregungen aus den Interviews sind in die neue Zielvereinbarung eingeflossen und werden in den kommenden drei Jahren bearbeitet. Neben den Verbesserungsvorschlägen berichten alle Befragten auch von positiven Erfahrungen: alle weisen auf  eine hohes Verständnis für mehr Familiengerechtigkeit und vielfältige Unterstützungen durch Lehrende, Kolleg*innen und Vorgesetzte hin.

Die Evaluation vermittelt einen tiefen Einblick in die Situation von Universitätsangehörigen mit Familienaufgaben und gibt Auskünfte über passende Angebote, die die Vereinbarkeit von Studium/Arbeit und Familienaufgaben erleichtern können.