In Bremen gibt es eine Vielzahl von Beratungsstellen, die für pflegende Angehörige von Interesse sind. Hier ein kleiner Ausschnitt des breiten Angebots von Pflegestützpunkten, Pflegeberatung, Angehörigenberatung, Rechtsberatung, Gesundheitsberatung, Wohnberatung und Selbsthilfegruppen.
In Bremen gibt es zwei Pflegestützpunkte (in Bremerhaven einen weiteren). Pflegestützpunkte haben die Aufgabe von Pflege Betroffene und deren Angehörige neutral zu Pflegeleistungen und Pflegeeinrichtungen zu informieren. Dieses Angebot ist kostenlos. In Bremen finden Sie die Pflegestützpunkte in der Berliner Freiheit (Neue Vahr), Tel. 0421 696242-0 und im Einkaufszentrum Haven Höövt (Bremen Nord), Tel. 0421 696241-0. In Bremerhaven in der Bürgermeister-Smidt-Straße 29-31, Tel. 0471 309779-0.
Die Pflegeversicherung bietet eine kostenlose Pflegeberatung an. Die examinierten PflegeberaterInnen sind flächendeckend in ganz Deutschland tätig. Über das Pflegetelefon können Termine vereinbart werden. Die Telefonnummer für Bremen lautet: 04152/88 88 914.
Darüber hinaus wird Pflegeberatung von Dienstleistungszentren, Krankenkassen und Pflegediensten angeboten.
Pflegeberatungen geben z.B. Unterstützung bei der Beantragung von Pflegeleistungen, bei der Durchsetzung von Ansprüchen und bei der Wahl der für den Einzelfall angemessenen Unterstützungsangebote. Sie beraten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen auch zu folgenden Themen:
Das Beratungs- und Pflegenetzwerk Weser bietet umfassende Beratung rund um das Thema Pflege an. Weitere Informationen zum Beratungs- und Pflegenetzwerk Weser erhalten Sie hier.
Speziell zum Thema Demenz berät Sie in Bremen die Demenz Informations- und Koordinationsstelle (DIKS). Weitere Informationen zur DIKS finden sie hier.
In Bremen gibt es auch zwei Einrichtungen, die sich unabhängige Patientenberatung nennen. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland - UPD gGmbH agiert nach folgender Leitlinie: „Die Unabhängigkeit der Beratung ist Voraussetzung, um die Eigenverantwortung von Patientinnen und Patienten zu stärken. Unsere Beratung unterliegt keinen inhaltlichen Vorgaben von Dritten wie z.B. Krankenkassen oder Ärztinnen und Ärzten; im Zentrum stehen die Fragen und Probleme der Ratsuchenden." Die Unabhängige Patientenberatung Bremen ist eine Einrichtung des Vereins "Unabhängige Patientenberatung Bremen e.V.", zu dem u.a. der Magistrat der Seestadt Bremerhaven, die Ärztekammer Bremen, der Gesundheitssenator des Landes Bremen, die Krankenhausgesellschaft im Land Bremen, die Bremer Krankenkassen, die Zahnärztekammer und die Psychotherapeutenkammer Bremen und Einzelmitglieder gehören.
In Bremen gibt es im Gegensatz zu anderen Bundesländern keinen Berechtigungsschein für die Beratungshilfe gemäß § 14 BerHG (Beratungshilfegesetz). Das bedeutet, dass das Amtsgericht keine kostenlose Rechtsberatung für Bürger/innen mit geringem Einkommen anbietet. Eine entsprechende Beratung ist jedoch bei der Arbeitnehmerkammer und dem Bremischen Anwaltsverein möglich.
Die Arbeitnehmerkammer Bremen bietet Bürger/innen mit Wohnsitz im Lande Bremen und einem entsprechend niedrigem Einkommen eine öffentliche Rechtsberatung an.
Der Bremische Anwaltsverein bietet in den Amtsgerichten Bremen, Bremen-Blumenthal und Bremerhaven eine kostenlose anwaltliche Rechtsberatung an. Voraussetzungen für die Inanspruchnahme sind ein geringes Einkommen, ein Wohnsitz im Lande Bremen und keine vorangegangene anwaltliche Beratung in derselben Angelegenheit.
Der Sozialverband VdK berät und hilft speziell in sozialrechtlichen Angelegenheiten und vertritt Mitglieder bis hin zum Bundessozialgericht in den folgenden Bereichen:
Selbstverständlich beraten auch Anwälte und Notare in allen rechtlichen Fragen.
Das Gesundheitsamt Bremen berät und informiert in erster Linie, um die gesundheitliche Eigenverantwortung und Selbsthilfe zu stärken. Dabei bietet das Amt allen Ratsuchenden Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Hilfen und einer besseren Orientierung im Gesundheitswesen.
Besonders für ältere, pflegebedürftige und behinderte Menschen ist ein barrierefreier Wohnraum notwendig, um Bewegungsfreiheit zu schaffen und damit ein selbständigeres und selbstbestimmtes Leben in gewohnter Umgebung zu ermöglichen. Zum Thema barrierefreies Wohnen (z.B. Wohnungsanpassung, Bauen) bieten die gemeinnützigen Vereine kom.fort e.V. und SelbstBestimmt Leben e.V.
Bei gesundheitlichen und sozialen Problemen kann der Erfahrungsaustausch mit anderen Menschen, die einen ähnlichen Hintergrund haben, sehr hilfreich sein. In einer Selbsthilfegruppe finden Betroffene immer ein offenes Ohr, Unterstützung, Beratung und Begleitung. Selbsthilfegruppen gibt es nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen und Kinder.
Es gibt in Bremen über 500 Selbsthilfegruppen mit unterschiedlichsten Themen. Der Verein Netzwerk Selbsthilfe Bremen-Nordniedersachsen e.V. hilft und berät bei der Suche nach dem richtigen Hilfsangebot, der richtigen Gruppe oder bei der Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe. Im Internet bietet der Verein eine Datenbank, den so genannten Selbsthilfe Wegweiser. Dort kann man sich einen Überblick über die bestehenden Selbsthilfegruppen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich im Bundesland Bremen verschaffen. Die Datenbank bietet Informationen zu einzelnen Gruppen und Kontaktadressen.Darüber hinaus ist das Gesundheitsamt Bremen Anlaufstelle für Vermittlung von Selbsthilfegruppen. Dort ist auch eine Stichwortliste von Selbsthilfegruppen erhältlich.
Stand: 11/2012