
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland. Ihre Kernaufgabe ist die wettbewerbliche Auswahl der besten Forschungsvorhaben von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und Forschungsinstituten und deren Finanzierung. Alle Anträge werden von ehrenamtlich tätigen Gutachterinnen und Gutachtern nach ausschließlich wissenschaftlichen Kriterien beurteilt.
Die DFG fördert sowohl die Einzelforschung im sogenannten Normalverfahren, in besonderer Weise den wissenschaftlichen Nachwuchs, aber auch die Verbundforschung in koordinierten Programmen. Die wichtigsten DFG-finanzierten Forschungsverbünde an der Universität Bremen sind im folgenden dargestellt.
Das MARUM entschlüsselt mit modernsten Methoden und eingebunden in internationale Projekte die Rolle des Ozeans im System Erde – insbesondere im Hinblick auf den globalen Wandel. Es erfasst die Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer und liefert Beiträge für eine nachhaltige Nutzung der Ozeane. Das MARUM umfasst das DFG-Forschungszentrum und den Exzellenzcluster „Der Ozean im System Erde“. Zur Website
SFB 597: Staatlichkeit im Wandel
Gemeinsamer Gegenstand der Forschungsarbeit ist die Frage, ob und in welcher Weise sich der klassische Nationalstaat in den letzten 30 Jahren unter dem Druck von Globalisierung oder Liberalisierung verändert hat. Getragen von der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen, liegt der Forschungsschwerpunkt im politikwissenschaftlichen Bereich, interdisziplinär kombiniert mit rechtswissenschaftlichen, soziologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektiven. Zur Website
SFB 747: Mikrokaltumformen – Prozesse, Charakterisierung, Optimierung
Das zentrale Anliegen dieses Sonderforschungsbereiches ist die Bereitstellung von Prozessen und Methoden für die umformtechnische Herstellung metallischer Mikrokomponenten, wobei die für den Umformprozess von der Werkstoffentwicklung bis hin zur Bauteilprüfung wesentlichen Aspekte einbezogen werden sollen. Das Forschungsprogramm stellt den Sonderforschungsbereich auf eine breite Basis von der Werkstoffentwicklung über die Prozesse und deren Optimierung bis hin zu planerischen Aspekten der mikroumformtechnischen Fertigung. Zur Website
TR 4: Prozessketten zur Replikation komplexer Optikkomponenten
Dieser transregionale Sonderforschungsbereich an der Universität Bremen, der RWTH Aachen und der Oklahoma State University in Stillwater, USA, widmet sich der Entwicklung wissenschaftlicher Grundlagen zur kostengünstigen Herstellung von optischen Bauelementen mit komplexen Geometrien. Zur Website
TR 8: Raumkognition - Schließen, Handeln, Interagieren
Der Sonderforschungsbereich/Transregio an der Universität Bremen und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hat am 1. Januar 2003 seine Arbeit aufgenommen. Im SFB/TR 8 werden kognitive Agenten in räumlichen Umgebungen untersucht. Dabei ist eines der Hauptthemen das Assistieren beim Lösen räumlicher Aufgaben, wie z.B. dem räumlichen Schlussfolgern, dem Navigieren und dem Verstehen von Handlungen im Raum. Darüber hinaus wird die Kommunikation über räumliche Umgebungen im Zusammenhang mit Assistenzaufgaben untersucht. Zur Website
SFB 186: Statuspassagen und Risikolagen im Lebensverlauf: Institutionelle Steuerung und individuelle Handlungsstrategien (1988-2001)
SFB 261: Der Südatlantik im Spätquartär: Rekonstruktion von Stoffhaushalt und Stromsystemen (1989-2001)
SFB 372: Sprühkompaktieren (1994-2004); anschließend fortgesetzt in TFB 58: Transferbereich Supreme Materials: Sprühkompaktierte Materialien in der Anwendung (2005-2008)
SFB 517: Neuronale Grundlagen kognitiver Leistungen – Neurokognition (1996-2004), gemeinsam mit der Universität Oldenburg
SFB 570: Distortion Engineering – Verzugsbeherrschung in der Fertigung (2001-2011)
SFB 637: Selbststeuerung logistischer Prozesse - Ein Paradigmenwechsel und seine Grenzen (2004-2012)
Für die folgenden SPPs hat die Universität Bremen die Sprecherfunktion inne. Wissenschaftler der Universität Bremen beteiligen sich an 19 weiteren SPPs.
SPP 1243: Quantum transport at the molecular scale
Molekularelektronik - also Mikroelektronik, bei der die einzelnen Bauelemente atomare Wechselwirkungen in Molekülen ausnutzen - wird gemeinhin als der chancenreichste Kandidat für die Nachfolge silikonbasierter Technologien gesehen. Das Schwerpunktprogramm widmet sich einer bislang unzureichend geklärten Grundvoraussetzung für die Ausnutzung dieser Technologien, nämlich der Frage, wie elektrischer Strom überhaupt innerhalb eines Moleküls fließt. Zur Website
SPP 1266: Integrierte Analyse zwischeneiszeitlicher Klimadynamik (Interdynamik)
Beim Schwerpunktprogramm „Integrierte Analyse zwischeneiszeitlicher Klimadynamik“ stehen quantitative Untersuchungen des Paläoklimas im Vordergrund. Das Forschungsziel des Programms ist ein erweitertes Verständnis von Klimadynamiken, um so zu einer Verbessung zukünftiger Klimaprognosen beizutragen. Hierzu werden verschiedene Klimaarchive (terrestrische, marine und Eisbohrkerne) nicht isoliert, sondern miteinander verknüpft ausgewertet. Zur Website
SPP 1292: Survey Methodology
Das Schwerpunktprogramm „Survey Methodology“, dessen zweite Programmphase im Frührjahr 2010 angelaufen ist, untersucht Umfragen als eine zentrale Methode der empirischen Sozialforschung. Trotz ihrer weiten Verbreitung sind Surveys - wie andere wissenschaftliche Methoden auch - nicht fehlerfrei. Das Ziel des Schwerpunktprogramms ist es, die Methode der Befragung weiterzuentwickeln und ihre Fehleranfälligkeit zu verringern. Zur Website
SPP 1423: Prozess-Spray: Herstellen funktionaler Feststoffpartikeln in Sprühverfahren
Im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Prozess-Spray“ werden Sprühverfahren für Feststoffe untersucht. Im Vordergrund stehen hierbei nicht nur die Anforderungen, die ein Pulver erfüllen muss, sondern die Entwicklung geeigneter Ausbringungsmethoden. Die entwickelten prozessintegrierten Zerstäubungsverfahren sollen dann zur Anwendung gebracht werden. Zur Website
SPP 1505: Mediatisierte Welten: Kommunikation im medialen und gesellschaftlichen Wandel
Im Vordergrund des Schwerpunktprogramms „Mediatisierte Welten: Kommunikation im medialen und gesellschaftlichen Wandel“ steht Mediatisierung, verstanden als die zunehmende Prägung von Gesellschaft und Kultur durch Medienkommunikation. Die gesellschaftlichen Praktiken in verschiedenen Handlungsfeldern wie Öffentlichkeit und Politik, aber auch im gesellschaftlichen Alltag, sind untrennbar mit Medien verknüpft. Die Konsequenzen dieser Mediatisierung für das Zusammenleben der Menschen zu untersuchen, ist das zentrale Ziel des Programms. Zur Website
Das frühere Schwerpunktprogramm 1161: „Beziehungs- und Familienpanel (pairfam – Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics)“ wird inzwischen als Langfristvorhaben durch die DFG gefördert. Es beinhaltet eine repräsentative, multidisziplinäre Längsschnittstudie zur Erforschung der partnerschaftlichen und familialen Lebensformen in der Bundesrepublik Deutschland. Zur Website
Forschergruppe 1224: Bauweisen für CFK-Aluminium-Übergangsstrukturen im Leichtbau
Die seit 2010 geförderte Forschergruppe „Bauweisen für CFK-Aluminium-Übergangsstrukturen im Leichtbau“ untersucht neue Möglichkeiten, Werkstoffe aus Aluminium und Kohlenstofffasern zu verbinden. Dies ist insbesondere im Leichtbau von großer Bedeutung, etwa für den Bau von Flugzeugen. Zur Website
Forschergruppe 736: The Precambrian-Cambrian Biosphere (R)evolution: Insights from Chinese Microcontinents
FOR 736 bildet den deutschen Teil einer deutsch-chinesischen binationalen Forschergruppe, die seit 2008 durch die DFG und die NSFC (National Natural Science Foundation of China) gefördert wird. Der Forschungsschwerpunkt liegt in der Rekonstruktion der globalen biogeochemischen Kreisläufe im Präkambrium-Kambrium und der Identifikation von Umweltfaktoren als Katalysatoren für die Radiation der Metazoa.
Beteiligung der Universität Bremen: Prof. Simone Kasemann mit dem Projekt „Reconstruction of Ediacaran to Early Cambrian ocean pH and weathering conditions“ Zur Webseite
Forschergruppe 1095: Stratospheric Change and its Role for Climate Prediction
Ziel der Forschungsgruppe SHARP ist es, sowohl unser Verständnis über den globalen Klimawandel als auch die der Genauigkeit von Klimawandelprognosen zu verbessern. Erforscht wird welche Bedeutung die Stratosphäre für Klimaveränderungen hat, insbesondere in Wechselwirkung mit der Troposphäre. SHARP sucht Antworten zu der Frage: Wie wird die Stratosphäre auf Klimawandel reagieren, und wie werden Veränderungen in der Stratosphäre das troposphärische Klima und Wetter beeinflussen?
Beteiligung der Universität Bremen: Prof. John Burrows mit zwei Projekten:
1) SHARP OFC I and II: How is the evolution of stratospheric ozone affected by climate change, and how strong is the feedback?
2) SHARP WV I and II: How is the stratospheric water vapour affected by climate change, and which processes are responsible?
Zur Website
Forschergruppe 1616: Dynamics and Interactions of Semiconductor Nanowires for Optoelectronics
FOR 1616 ist eine die beiden Projektbereiche „Photonic“ sowie „Electronic“ verbindende Forschergruppe.
Beteiligung der Universtität Bremen: Prof. Jürgen Gutowski mit dem Projekt „Ultrafast dynamics of light-matter-coupling processes in functionalized semiconductor nanorod structures“ und Prof. Thomas Frauenheim mit dem Projekt „Surface modification and doping of nanowires from density-functional theory calculations“ Zur Website
Forschergruppe 1539: Europäische Vergesellschaftungsprozesse. Horizontale Europäisierung zwischen nationalstaatlicher und globaler Vergesellschaftung
Die Forschergruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, zur Konsolidierung der soziologischen Europaforschung beizutragen. In der Forschergruppe werden anhand von sieben Einzelprojekten unterschiedliche Felder der horizontalen Europäisierung untersucht.
Beteiligung der Universität Bremen: Prof. Steffen Mau mit dem Projekt „Professionalisierung von EU-Expertise“ Zur Webseite
Reinhart Koselleck-Projekte stehen für mehr Freiraum für besonders innovative und im positiven Sinne risikobehaftete Forschung. Durch besondere wissenschaftliche Leistung ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern soll die Möglichkeit eröffnet werden, in hohem Maße innovative und im positiven Sinne risikobehaftete Projekte durchzuführen. Für die Dauer von fünf Jahren werden Mittel zwischen 500.000 und 1,25 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.
„Rechnerarchitekturen und eingebettete Systeme“ – Prof. Dr. Drechsler
Im modernen Schaltkreis- und Systementwurf wird in Eingebetteten Systemen zunehmend die gemeinsame Modellierung von Hardware und (Hardware-naher) Software betrachtet. Die schon seit mehreren Jahrzehnten ständig wachsende Komplexität – gemäß Moore’s Law – hat zu Systemen geführt, die aus mehreren hundert Millionen Komponenten bestehen. Eine weitere Steigerung der Entwurfsproduktivität ist nur durch vermehrte Wiederverwendung oder den Entwurf auf höheren Abstraktionsebenen möglich. Daher werden die Entwürfe mittlerweile nicht mehr auf Register-Transfer Ebene (RT-Ebene) sondern zunehmend auf der Systemebene (engl.: electronic system level (ESL)) beschrieben. Dabei rückt die Sicherstellung der Korrektheit der Systeme zunehmend in den Vordergrund. Bisher existiert hierfür aber noch keine durchgängige Methodik. Im Rahmen des Projektes soll ein solcher durchgängiger ESL-Verifikationsansatz entwickelt werden, welcher neben den entsprechenden Verifikationsmethoden auch Verfahren zur automatischen Generierung von Eigenschaften sowie zur Überprüfung der Vollständigkeit selbiger enthält. Die überprüften ESL-Eigenschaften sollen sich zudem mit den Eigenschaften auf niedrigeren Abstraktionsebenen (z.B. auf RT-Ebene) in Beziehung setzen lassen, so dass die Korrektheit von der initialen Systembeschreibung bis hin zur Logikebene sichergestellt werden kann. Zur Website
„Entwicklung mineralölfreier Kühlschmierstoffe aus den Bestandteile von Mikroorganismen“ – Prof. Dr.-Ing. habil. Dr.-Ing. Brinksmeier
Das Vorhaben beschäftigt sich mit der Entwicklung von Kühlschmierstoffen, welche auf Komponenten basieren, die aus mikrobiologischen Prozessen stammen. Kühlschmierstoffe (KSS) dienen in spanenden und umformen Prozessen u.a. zur Schmierung der Kontaktzone zwischen Werkstück und Werkzeug, zur Abfuhr der in den Bearbeitungsprozessen entstehenden Wärme sowie zur Spanabfuhr. Der Großteil der heutigen KSS ist mineralölbasiert, so dass eine Substituierung der gegenwärtig eingesetzten Substanzen ein hohes Potential zur Ressourcenschonung aufweist. In diesem Vorhaben werden KSS entwickelt, bei denen die einzelnen Funktionen konventioneller KSS durch Mikroorganismen oder deren Produkte übernommen werden. Viele Bakterienarten sind in der Lage, Äquivalente zu den in KSS verwendeten Substanzen zu synthetisieren, diese in ihren Zellen anzureichern sowie in ihre Umwelt, d.h. in den angesetzten KSS, abzugeben. Dazu zählen Fette, Fettsäuren, Wachse, Biotenside sowie schwefel- und phosphorhaltige Zellbestandteile. In dem Vorhaben sollen Organismen mit den entsprechenden Eigenschaften wissenschaftlich identifiziert, ihr Potenzial für die Verwendung in der Fertigungstechnik in Versuchen belegt und zur Anwendung gebracht werden. Zur Website
„Experimentelle Untersuchungen zur Kopplung von Reaktionsumsatz und Permeabilität in Wechselwirkungen zwischen Wasser und Gestein“ – Prof. Dr. Bach
In neuartigen Experimenten soll untersucht werden, wie wasserdurchlässige Gesteine mit heißen Wässern reagieren und wie diese Reaktionen wiederum die Durchlässigkeit des Gesteins beeinflussen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen die Modellierung von Vorgängen verbessern, die im Stoffhaushalt der Erde wie auch in der Beurteilung und Nutzung von Georessourcen (Lagerstätten, Geothermie) eine entscheidende Rolle spielen. Zur Website
An der Universität Bremen werden derzeit sechs Emmy-Noether-Nachwuchsgruppen durch die DFG gefördert.
Ein nationales und drei internationale Graduiertenkollegs werden zurzeit an der Universität Bremen durch die DFG gefördert.
Die Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) und das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) werden in Exzellenzinitiative dargestellt.