Themengruppe "Anonymität im Umbruch"

Kulturelle und soziale Implikationen von Anonymität im Umbruch

Eine der grundlegenden kulturellen Formationen der Moderne, unsere Praktiken wie Vorstellungen von Anonymität, durchläuft seit jüngster Zeit einen tiefgreifenden Wandel. Ausgelöst wird dieser Wandel nicht zuletzt durch neue Medien-, Informations-, Identifikations- und Überwachungstechnologien. Obwohl die damit verbundenen Fragen in der Öffentlichkeit breit diskutiert werden, liegen noch wenig empirisch fundierte und theoretisch anspruchsvolle Forschungsarbeiten zu den sozialen und kulturellen Dynamiken, Chancen und Problematiken von Anonymität in unterschiedlichen Feldern der Gegenwartskultur vor: Wie funktionieren Anonymitätsregimes und verwandte Praktiken und Strategien der Nicht-Identifizierbarkeit und der Nicht-Zurückverfolgbarkeit im Alltag? Wie werden sie an den Schnittstellen von Technologie, Infrastruktur, Politik, Recht und sozialer Praxis gegenwärtig neu ausgehandelt? Welche Widersprüche sind konstitutiv für Anonymitäts-Regime im Umbruch? Und wie lassen sich Strategien des Aushandelns und Neu-Verhandelns von Anonymität in der Gegenwartsliteratur und in den Alltagspraktiken unterschiedlicher Akteure untersuchen?

Die Themengruppe verbindet Promotionsprojekte in den Geistes-, Sozial- und Medienwissenschaften miteinander, die zu Anonymität in zeitgenössischen, hybrid verschränkten Online-Offline-Welten und in ganz unterschiedlichen Wirklichkeitsfeldern (Stadt, Migration und Illegalisierung, soziale Netzwerke, Samenbanken und Medizin, Big Data) forschen. Untersucht wird, wie Anonymität praktiziert, erhalten und verändert wird, wofür sie „produktiv“ ist  und wie sie sich auf zentrale Aspekte des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens auswirkt: auf die Formierung von Konzepten der Person und von Sozialität und Kollektivität, auf Rechte, soziale Normen und Vorstellungen von Citizenship, Sharing, Zugang, Integration und Eigentum sowie  auf Diskurse um Verantwortlichkeit und Verantwortbarkeit. Die Themengruppe arbeitet eng mit den Drittmittel geförderten Forschungsprojekten „Reconfiguring Anonymity: Reciprocity, Identifiabiltiy and Accountability in Transformation“ (VW-Schlüsselthemenprojekt; Leistung: Prof. Dr. Michi Knecht) und dem Fokusprojekt Entzauberte Städte. Urbaner Raum und Migration in der französischsprachigen Gegenwartsliteratur (Leitung: Dr. Karen Struve und Prof. Dr. Gisela Febel) sowie dem Reconfiguring Anonymity Research Network (http://reconfiguring-anonymity.net/)  zusammen. Sprecherinnen sind derzeit Michi Knecht und Karen Struve.

 

 

Titel der

Themengruppe

Sprecher_Innen der Themengruppe

Mitglieder der Themengruppe

Promovierende der Themengruppe

Start

Kulturelle und soziale Implikationen von Anonymität im Umbruch

Prof. Dr. Michi Knecht, FB 9

Dr. Karen Struve, FB 10

Prof. Dr. Gisela Febel, FB 10

Prof. Dr. Götz Bachmann, Leuphana Universität Lüneburg

Dr. Andreas Bruckmann, Leuphana Universität Lüneburg

Dr. Eirini Papadaki, International Bremen Trac Postdoc

Michael Wuppermann

Amelie Baumann

N.N.

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1.8.15