In einem Bereich der technischen Dienstleistung der Universität Bremen wurde im Rahmen einer Informationsveranstaltung über Gesundheitsförderung die eigene teilweise als stressig empfundene Arbeitssituation sowie belastende Bedingungen ihrer Mitarbeiter/innen von den anwesenden Vorgesetzten und Führungskräften angesprochen.
Der anwesende Dezernent hat seine Mitarbeiter/innen darin bestärkt, gesundheitliche Belastungen der Arbeit zu benennen. Er hat ihnen die Möglichkeit gegeben, die eigene Arbeitssituation in Bezug auf gesundheitliche Auswirkungen anzusehen, Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen, auszuprobieren und wenn sie sich bewährt haben, zu übernehmen. Unterschieden nach den Arbeitsanforderungen und daraus resultierenden Belastungen, bildeten sich zwei Gruppen. Diese Gruppen haben in mehreren, zweistündigen, von der Gesundheitsförderung moderierten Treffen, gemeinsam mit ihren Vorgesetzten und dem Dezernenten ihre spezifischen Themen bearbeitet.
Bearbeitete Themen und Ergebnisse sind:
auf die Tagesordnung von Dienstbesprechungen kamen die Punkte:
Für die beteiligten verschiedenen Vorgesetzten und Führungsebenen waren die moderierten Gruppengespräche mit dem Fokus Gesundheit eine neue Erfahrung. Neben "harten" Belastungsfaktoren durch die Arbeitsaufgabe und die Technik sind viele "weiche" Faktoren wie Information, Kommunikation und Kooperation als Stressquellen mit gesundheitlicher Auswirkung in das Bewusstsein gerückt.
Die Teilnehmer/innen haben sich neue Handlungs- und Einflussmöglichkeiten erschlossen. Die Mittagspause ist wieder zur Erholung da. Ein Anfang für die gesündere Gestaltung der Arbeit ist gemacht. - Fortsetzung folgt.
Die zeitliche Lage von Lehrveranstaltungen ist universitätsweit aufeinander abgestimmt. Damit soll erreicht werden, dass möglichst viele Fächerkombinationen überschneidungsfrei studiert werden können. Dieses positive Ziel hat in der Umsetzung unerwünschte Nebenwirkungen gehabt.
Für ein naturwissenschaftliches Fach bedeutete es: Praktikum im Sommersemester donnerstags von 15 bis 20 Uhr. Das Betreuungspersonal musste anschließend noch aufräumen und kam nicht vor 21-22 Uhr nach Hause. Am nächsten Morgen ging es um 8 Uhr weiter mit den Vorbereitungen für die nächste Veranstaltung. Probleme, die daraus entstanden, waren überlange Arbeitszeiten, dadurch verursachte Fehlbelastungen der Beschäftigten und Probleme bei der Wahrnehmung privater und familiärer Verpflichtungen. Den Studierenden wurde abverlangt, morgens um 8 Uhr in der Vorlesung zu sein und abends um 18 Uhr im Praktikum immer noch voll leistungsfähig mitzumachen. Auf Dauer geht das nicht gut. Die Gesundheit leidet, das Miteinander leidet, die Qualität der Arbeit leidet.
Das Problem wurde im Fachbereich erörtert. Beteiligt waren die betroffene Hochschullehrerin, das betroffene technische und wissenschaftliche Personal, der Dekan, der Studiendekan, Vertreter des Referats Studium und Lehre und die Gesundheitsförderung. Ein erster Kompromiss wurde erarbeitet. Er sah ein Abweichen von der uniweiten Veranstaltungsplanung vor. Das Problem wurde auch mit den Studiendekanen anderer Fachbereiche erörtert. Jetzt ist um 19-20 Uhr Feierabend. Die Arbeitstage sind immer noch lang und anstrengend, aber immerhin zwei Stunden kürzer geworden. Zwar brachte das Vorziehen der Veranstaltung für einige Studierende im Zweifach-Bachelor Probleme mit sich, aber diese konnten weitgehend gelöst werden, da es als Alternative noch eine weitere Kursparallele am Freitag gab. Die überschneidungsfreie Studierbarkeit der Fächer bleibt erhalten. Die Neuregelung ist damit ein Gewinn für Alle.
Ein Verwaltungsmitarbeiter hat über lange Zeit den schmerzenden Rücken, mal unten, mal mehr in den Schultern, ignoriert. Einschränkungen in der Beweglichkeit und dauerhafte Schmerzen wollte er nun aber doch nicht akzeptieren.
Mit Unterstützung von seinem Hausarzt und der Krankengymnastin hat er seine Beweglichkeit wieder verbessert, die Schmerzen sind nur noch selten da.
Außerdem hat er zusammen mit der Gesundheitsförderung seine Arbeitssituation genau angesehen und eine Menge getan:
Zunächst hat er sein Zimmer, Regale und Schreibtisch aufgeräumt, alte Unterlagen weggeworfen, teilweise ins Archiv gebracht und so Platz geschaffen. Dann kam der Mülleimer an die Zimmertür. Zum Wegwerfen muss er jetzt aufstehen und drei Schritte gehen. Das Telefon steht im Regal. Beim Telefonieren kann er aufstehen und aus dem Fenster schauen. Das entspannt die Augen. Jeden Morgen macht er sich einen Plan für den Tag. Klar, es kommt immer mal etwas dazwischen. Aber gerade für Aufgaben, die viele Stunden bewegungsarme PC-Arbeiten bedeuten, organisiert er sich jede Stunde Unterbrechungen, z. B. durch kopieren, telefonieren, Kaffee trinken, Post holen, Altpapier wegbringen, Unterlagen zu Kolleginnen bringen.
Zunächst hatte er Sorge, ob seine Arbeitsleistung dadurch sinken würde. Das könnte er sich bei dem aktuellen Arbeitsvolumen nicht leisten. Diese Befürchtung hat sich als unbegründet erwiesen. Die gute Idee, die passende Formulierung, die Prioritäten fallen ihm häufig in diesen Unterbrechungszeiten ein. Und mit seiner Vorgesetzten hat er verabredet, einmal die Woche verbindlich früh Feierabend zu machen, damit er bei seinem Sportkurs regelmäßig teilnehmen kann.
Und jetzt sagt er: "Mir geht's heute viel besser. Das hätte ich auch früher haben können."