Studium "Digitale Medien"

Drei Männer und eine Frau stehen an einem interatktiven Tisch.
© Harald Rehling / Uni BremenDie drei Studierenden Jan Küster, Andrea Koenemann und Jaime Maldonado (v.l.) probieren mit Prof. Andreas Breiter den Prototyp ihres interaktiven Tisches aus.
Interaktiver Tisch zeigt Bilder zur Lokalisierung von Schmerzen.
© Harald Rehling / Uni BremenDie Oberfläche des interaktiven Tisches funktioniert wie ein Touchpad.
Interaktiver Tisch mit Bildern und Symbolen zur Lokalisierung von Schmerzen.
© Harald Rehling / Uni BremenBesonders bei Verständigungsschwierigkeiten ein wertvoller Helfer.

Weltoffen und ungewöhnlich

Die Universität Bremen setzt in der Lehre zunehmend auf Internationalisierung. Immer mehr Studierende gehen für ein Semester ins Ausland oder kommen aus anderen Kulturen, um hier zu studieren. Ein Beispiel ist der Studiengang „Digitale Medien“, der in Kooperation mit der Hochschule für Künste Bremen (HfK) angeboten wird.

Hier geht es nicht nur sehr international zu. Ungewöhnlich – aber typisch für die Uni Bremen – ist die Verknüpfung von Informatik und gesellschaftlichen Themen. Dass man sich hier auch mit interkulturellen Fragen auseinandersetzt, zeigt ein Projekt von 13 Masterstudierenden.

"Oft ist es nicht einfach, die richtigen Worte zu finden“

Wer in einem fremden Land schon mal wegen Schmerzen beim Arzt war, kennt das Problem: Auf einmal muss man in einer anderen Sprache schildern, wo und wie es weh tut: ist der Schmerz stechend, pulsierend – oder eher pochend? „Oft ist es nicht einfach, die richtigen Worte zu finden“, sagt Jaime Maldonado. Der Kolumbianer kam 2011 nach Bremen, um seinen Master im englischsprachigen Studiengang „Digital Media“ zu absolvieren.

Arzt-Patienten-Kommunikation verbessern

Im Rahmen eines Projekts erhielten er und zwölf andere internationale Studierende die Aufgabe, ein digitales Medium zu entwickeln, das die Arzt-Patienten-Kommunikation verbessert. „Da die meisten von uns aus einem anderen Land stammen, kamen wir schon bald auf Kommunikationsprobleme, die auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse beim Arzt entstehen“, sagt er. Ihre Idee: ein interaktiver, multilingualer Tisch für Patienten. Die Oberfläche funktioniert wie ein Touchpad, auf dem man mit Hilfe von Bildern und Symbolen seine Schmerzen besser beschreiben kann.

"Rückmeldungen waren sehr positiv“

„Trommelnder Schmerz“ ist beispielsweise mit einer Trommel visualisiert. In den nächsten Monaten schreinerten und programmierten die Studierenden einen Prototyp, den sie nicht nur mit Kommilitonen an der Uni testeten und dafür extra ein Wartezimmer gestalteten. Auch in einer Bremer Arztpraxis durften sie den Tisch aufstellen. „Die Rückmeldungen waren sehr positiv“, sagt Jaime Maldonado. Die Patienten wurden sich dadurch über ihre Schmerzen bewusster und gingen vorbereiteter in das Gespräch mit dem Arzt. Mittlerweile haben sich aus dem Projekt mehrere Forschungsprojekte entwickelt. Auch auf internationalen Tagungen wurde der interaktive Tisch bereits vorgestellt.

Ausgezeichnete Projekte

„Das Projekt zeigt, wie vielseitig unser Studiengang ist“, sagt Professor Andreas Breiter, der selbst Informatik und Soziologie studiert hat. Denn wichtig ist nicht nur, die Grundlagen im Programmieren und Gestalten zu lernen, um zum Beispiel Computerspiele oder Roboter zu entwickeln. Die Wissenschaftler fordern die Studierenden auf, sich intensiv mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Ihre Projekte wurden zum Teil ausgezeichnet. So etwa die Idee eines israelischen Studenten, dessen Vater an Alzheimer erkrankt war. Unter der Leitung  von Professor Rainer Malaka entwickelten er und seine Kommilitonen das Computerspiel „WuppDi“ für Parkinsonkranke, das 2012 mit dem Preis „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet wurde.

Auslandssemester im Bachelor Pflicht

International ist es in dem Studium von Anfang an: Bereits im Bachelor ist ein Auslandssemester für die Studierenden Pflicht. Die Partneruniversitäten sind weltweit verstreut. Für den englischsprachigen Master kommen die meisten Studierenden aus dem Ausland nach Bremen – so wie Jaime Maldonado: „Der internationale Kontext in Kombination mit den praxisbezogenen Inhalten aus Informatik, Kunst und Gesellschaft ist einmalig“, sagt er.

Website "Digitale Medien"

Informationen zum Studienangebot der Universität Bremen gibt es in der Datenbank Studium