Die Uni & ihre Partner

Mann unterhält sich mit zwei Frauen.
© Universität BremenAnnette Lang (li.) und Professorin Carmelita Görg von der Uni Bremen freuen sich über die gute Zusammenarbeit mit Don Bruce von der kanadischen Guelph University.

„Die Chemie muss stimmen“

Die Universität Bremen kooperiert weltweilt mit rund 600 Hochschulen. Einen wichtigen Stellenwert haben die strategischen Partner in den USA und Kanada, China, Indien, der Türkei und dem südlichen Afrika. Doch wann ist eine Hochschule ein strategischer Partner und welche Kriterien muss sie erfüllen? Das erläutern die Leiterin des International Office, Dr. Annette Lang, und Professorin Carmelita Görg am Beispiel der University of Guelph in Kanada. Görg hat als Beauftragte der Uni-Leitung von 2010 bis 2013 die internationalen Beziehungen zu Nordamerika koordiniert.

Warum pflegt die Uni Bremen den Kontakt mit internationalen Partnerhochschulen?

Lang: Lehre und Forschung leben vom internationalen Austausch. Mit Partnerhochschulen ist eine längerfristige und gegenseitig bereichernde Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen möglich. Studierende können dadurch Auslandssemester einfacher realisieren, Wissenschaftler ihre internationalen Kontakte für ihre Forschungen pflegen und ausbauen. Und schließlich ermöglichen wir dadurch auch Verwaltungsmitarbeitern, Erfahrungen an unseren Partneruniversitäten zu sammeln.

Welche Bedeutung haben die strategischen Partner?

Lang: Hier kooperiert die Uni nicht nur mit einzelnen Fächern. Bei einer strategischen Partnerschaft findet ein Austausch zwischen mehreren Fachbereichen in Forschung, Lehre und Verwaltung statt. Diese Vielfalt stellt die Basis für ein internationales Netzwerk dar und ermöglicht gewinnbringende Synergien.

Welche Kriterien muss eine Hochschule dafür erfüllen?

Lang: Ihre Strukturen, Forschungsinhalte und Studienangebote sollten gut zu uns passen, so dass Studierende und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen ein Interesse an einem Austausch und einer Zusammenarbeit haben. Wichtig ist auch eine ähnliche Geisteshaltung. Die Chemie muss stimmen.

Ihre internationalen Partner finden Sie über die  Kontakte der Wissenschaftler. Die Vorarbeit entsteht also in den Fachbereichen.

Lang: Ja, denn umgekehrt macht es wenig Sinn. Wenn Kooperationen nur von der Uni-Zentrale aus geschlossen werden, gelingt es selten, diese Zusammenarbeit mit Leben zu füllen. Wenn wir aber feststellen, dass in verschiedenen Fachbereichen bereits eine gute Zusammenarbeit existiert, kommt eine Uni als strategischer Partner in Frage. Dann können wir die Aktivitäten bündeln und die Kooperation nachhaltig ausbauen.

Görg: Dabei ist es wichtig, alle Ebenen einzubeziehen: Studierende, Dekane, Professoren, Doktoranden und die Leitungsebene, Ein gutes Beispiel, wie so eine strategische Partnerschaft entsteht, ist die University of Guelph in Kanada. Hier gibt es seit 2012 einen regen Austausch.

Wie begann diese Kooperation?

Görg: Über unseren Anglistikprofessor Norbert Schaffeld. Bei unseren Besuchen der  University of Guelph zeigte sich, dass auch sie großes Interesse hatte, die Zusammenarbeit auszubauen, so dass sich die Entwicklung einer strategischen Partnerschaft anbot. Mittlerweile kooperieren nicht nur Sprach- und Literaturwissenschaftler. Auch die Biologen, Informatiker, Umweltphysiker und Sozialwissenschaftler bauen Kontakte auf. Zudem strahlt die Partnerschaft zu anderen Bremer Universitäten aus, wie etwa der Hochschule für Künste (HfK). Durch die University of Guelph haben wir wiederum Kontakte zu ihren benachbarten Unis aufgebaut, wie etwa der University of Waterloo. Diese strategische Partnerschaft hat viel Dynamik.