Interkulturelles Training

Portrait einer Frau mit langen braunen Haaren
© Universität BremenBritta Ehrig: Hat von dem Interkulturellen Zertifikat profitiert.

„Das Zertifikat hat mich mutig gemacht“

An der Uni Bremen können Studierende ein „Zertifikat für Interkulturelle Kompetenz“ erwerben. Doch was bringt es ihnen? Viel, sagt die Lehramtsstudentin Britta Ehrig. Es half ihr dabei, sich für ein Stipendium am US-Dickinson College zu qualifizieren.

Frau Ehrig, Sie sind für zehn Monate am Dickinson College in den USA – eine international renommierte Partnerhochschule der Universität Bremen. Hat Ihnen das Zertifikat des International Office (IO) da die Türen geöffnet?

Ehrig: Auf jeden Fall. Ich habe dadurch überhaupt erst den Mut gefasst, mich für ein Stipendium zu bewerben. Denn durch das Zertifikat-Programm habe ich gelernt, ganz selbstverständlich auf Englisch zu kommunizieren. Ich bewege mich selbstsicherer in interkulturellen Gruppen.

Wie hat das Programm Sie dabei unterstützt?

Ich denke, entscheidend war, dass ich nicht nur Sprachkurse belegen konnte. Das Zertifikat fordert auch, dass man sich auf interkultureller Ebene engagiert – zum Beispiel kann man ausländische Studierende betreuen oder internationale Veranstaltungen der Uni mitorganisieren. Dadurch wurde Englischreden für mich selbstverständlich. Das alles hat mein Selbstvertrauen gestärkt, um mich in einer fremden Sprache auszudrücken und mich für das Stipendium zu bewerben. Letztlich hatte ich auch den Eindruck, dass ich bei der Auswahlkommission mit dem Zertifikat Pluspunkte sammeln konnte.

Zu dem Zertifikat gehört auch ein interkulturelles Training. Was kann man sich darunter vorstellen?

Hier spricht man zum Beispiel über Themen wie den berühmten Kulturschock oder über Probleme und Missverständnisse, die durch kulturelle Unterschiede entstehen können. Dadurch nehme ich solche Dinge jetzt viel bewusster und reflektierter wahr.

Wie haben Sie von dem Zertifikat erfahren?

Über das Tandem-Programm „Study-Buddy“ des IO  – frei übersetzt könnte man es „Studierkumpel“ nennen. Ich habe dadurch eine Studentin aus Estland eine Zeit lang betreut. Das war spannend. Denn mit Osteuropa hatte ich mich bis dahin noch gar nicht befasst. Zunächst musste ich googeln, wo das genau liegt (lacht). In unserer Tandemzeit habe ich ihr dann nicht nur an der Uni geholfen und sie beim Deutschlernen unterstützt. Wir haben auch zusammen estnischen Apfelkuchen gebacken und sie hat eine Zeit lang in meiner WG gewohnt. Dadurch haben wir viel über unsere beiden Kulturen und Sprachen gelernt.

Ein Zertifikat für alle Bremer Studierenden

Das International Office (IO) der Universität Bremen bietet das „Zertifikat für Interkulturelle Kompetenz“ seit dem Wintersemester 2011/12 für alle Bremer Studierenden an. Sie können es erwerben, indem sie an einem interkulturellen Training des IO teilnehmen und sich auf interkultureller Ebene engagieren – zum Beispiel durch Auslandaufenthalte oder Weiterbildungsveranstaltungen aus dem universitären Angebot. Durch die Module erlernen die Studierenden Methoden und Werkzeuge für eine interkulturelle Kommunikation und werden dabei von einem speziellen Team des IO begleitet. Die Module können dabei in beliebig vielen Semestern innerhalb der Studienzeit absolviert werden.

Mehr Informationen gibt es hier