Lehre & Studium

Mann lächelt
© Harald Rehling/Universität BremenKonrektor Professor Thomas Hoffmeister.

„Studierende zu begeistern und ihre Neugierde zu wecken liegt mir am Herzen“

Seit Oktober 2014 ist Professor Thomas Hoffmeister neuer Konrektor für Lehre und Studium an der Universität Bremen. Im Interview erzählt der Hochschullehrer der Biologie, warum er das „Forschende Lernen“ für den richtigen Weg hält, um Lehre und Studium zu verbessern und wie die Uni das Bund-Länder-Programm "Qualitätspakt Lehre" dafür einsetzt.

Herr Hoffmeister, eines Ihrer Ziele ist es, das „Forschende Lernen“ im Studium weiter zu stärken. Warum?

Ich bin Biologe und leidenschaftlicher Hochschullehrer. Studierende in der Lehre zu begeistern und ihre Neugierde zu wecken liegt mir am Herzen. „Forschendes Lernen“ tut genau das und ist ein viel nachhaltigerer Prozess, als reines auswendig lernen. Wie wichtig Neugierde für Lernerfolg ist, belegen auch Forschungsergebnisse, die kürzlich in einer der führenden neurowissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht wurden. Ich finde, das ist eine große Motivation für alle, „Forschendes Lernen“ in unseren Studiengängen weiter zu etablieren. Auch bin ich mir sicher, dass Studierende dadurch zufriedener sind, weil sie sich bereits zu Beginn ihres Studiums mehr einbringen können. Wir Lehrenden gewinnen mehr Freiräume, weil wir mit der heterogener werdenden Studierendenschaft individueller arbeiten können. Ich bin begeistert über das Engagement vieler Lehrender unserer Uni, „Forschendes Lernen“ umzusetzen. Damit tragen sie entscheidend zur Persönlichkeitsentwicklung ihrer Studierenden bei. Sie ermöglichen ihnen, frühzeitig eine forschende und hinterfragende Haltung einzunehmen.

Die Uni wird bis 2016 vom Bund-Länder-Programm "Qualitätspakt Lehre" mit ihrem Projekt ForstA – Forschend studieren von Anfang an – mit insgesamt neun Millionen Euro gefördert. Wie setzt sie es konkret um?

Wir haben uns mit den Fachbereichen überlegt, mit welchen Angeboten wir den Studierenden den Einstieg ins Studium erleichtern können. Herausgekommen sind vier Säulen: Mit der Septemberakademie wollen wir die Studierenden bereits vor dem Studium projektorientiert an ihre Fachinhalte heranführen und Spaß und Neugierde wecken. Zu Studienbeginn bieten einige Fachbereiche auch begleitende Tutorien an. Im Bachelor fördern wir Lehrmodule, die „Forschendes Lernen“ einsetzen. Die Angebote im General Studies-Bereich werden weiter entwickelt und neu strukturiert, so dass vor allem eigenverantwortliches, forschendes Studieren unterstützt wird. Auch fördern wir mit ForstA die Bildung von Studiengemeinschaften und Schreibwerkstätten, um die Studierenden in ihrer Abschlussphase zu unterstützen.

Was sind die nächsten Schritte?

Dieses Jahr werden wir Projekte finanzieren, die „Forschendes Lernen“ in ganzen Studiengängen umsetzen. Diese Projekte dienen uns als Experimentierfeld für die nächste Antragsphase des Qualitätspakts Lehre.

Auch für die Exzellenzinitiative soll es eine weitere Förderphase geben, in der die Lehre eine größere Rolle spielen soll.

Hier wird es vor allem darum gehen, wie wir Lehre und Forschung zusammen bringen. Und was wäre da besser als „Forschendes Lernen“? Ich denke, da sind wir schon auf einem guten Weg.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in Ihrem Amt?

Trotz der geringen finanziellen Grundausstattung der Uni wollen wir Studium und Lehre weiter verbessern. Hierfür werde ich mich einsetzen und alles dafür tun, dass uns das gelingt. Dafür müssen wir alle an dieser Universität mitnehmen – Professorinnen und Professoren, den Mittelbau und die Studierenden. Wir sollten alle das Gefühl haben, dass es sich lohnt, gemeinsam etwas für diese Uni zu tun, um weiter zu kommen. Das hat in der Exzellenzinitiative wunderbar geklappt. Ich habe ein großes Wir-Gefühl wahrgenommen. Es gab eine Aufbruchstimmung Großes zu erreichen, trotz des finanziellen Mangels. Ich hoffe, das gelingt uns weiterhin.

Was motiviert Sie?

In meiner gesamten Hochschulkarriere habe ich mich stets dafür eingesetzt, Studieren zu einem besseren Erlebnis zu machen. Das möchte ich auch als Konrektor umsetzen. Zudem gefällt mir die Uni Bremen extrem gut und ich bin sehr froh hier zu sein. Wir haben eine andere Governance-Struktur als viele andere Universitäten. Mir gefällt die Art und Weise, wie das hier umgesetzt wird. Die oft beschriebenen flachen Hierarchien ermöglichen es, sich einzubringen. Diese Uni ist eine Reformuniversität und immer wieder dabei, sich neu zu erfinden, neue Wege zu gehen und nach vorne zu schauen. Es macht mir große Freude, daran teilzuhaben.

Informationen zu ForstA gibt hier

Den Start ins Studium erleichtern: Ein Film zur Septemberakademie von 2014