Personalentwicklung

Porträt einer lächelnden Frau.
© Fotostudio FreistilWirtschaftsprofessorin Jutta Günther.
Portrait einer lächelnden Frau
© Harald Rehling/Universität BremenJuniorprofessorin Emily King aus dem Fachbereich Mathematik/Informatik.

„Die Uni Bremen ist weiter als viele andere Wissenschaftsorte“

Sie vertreten Fächer, in denen es noch wenige Frauen gibt: die Wirtschaftswissenschaftlerin Jutta Günther und die Mathematikerin Emily King. Professorin Jutta Günther arbeitete als Abteilungsleiterin und im Vorstand mehrere Jahre in Halle in einem der deutschlandweit sechs großen Leibniz-Institute  für Wirtschaftsforschung. Die Juniorprofessorin Emily King aus den USA war als Kind durch ihre Mathematikbegeisterung schon eine Exotin. Beide Hochschullehrerinnen hat die Uni Bremen im Rahmen ihrer Gleichstellungsförderprogramme im Jahr 2014 berufen. Was sie noch gemeinsam haben: Beide wollen Frauen für ihr Fach begeistern und ermutigen, in der Wissenschaft Karriere zu machen. Das fängt bei den Studentinnen an: „Wenn wir sie nicht fördern, werden wir nie mehr gemischte Teams in leitenden Positionen haben“, ist Günther überzeugt.

Zukunftskonzept der Exzellenzinitiative fördert Frauen

Die Professorin war bereits in mehreren wissenschaftlichen Einrichtungen und Universitäten tätig. „Bei der Gleichstellungsförderung ist die Uni Bremen weiter als viele andere Wissenschaftsorte“, sagt die 47-Jährige. Zum Beispiel fördere sie Frauen auch im Zukunftskonzept der Exzellenzinitiative mit einem speziellen Professorinnen-Programm. Darüber ist Emily King eingestellt worden. Auch Jutta Günther wurde über ein Professorinnen-Programm berufen – und zwar des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Auch im wissenschaftlichen Mittelbau fördert die Uni die Gleichstellung: Für Nachwuchswissenschaftlerinnen gibt es spezielle Angebote. Familienfreundlichkeit ist für die Uni Bremen schon lange eine Selbstverständlichkeit.

Rollenverständnis muss sich ändern

Doch helfen die besten Angebote nicht, wenn sich das Rollenverständnis in der Gesellschaft nicht ändert. Beispiel Kinderbetreuung: „Wir sollten noch mehr Verständnis dafür entwickeln, dass Kinderbetreuung nicht nur Frauensache ist“, sagt Günther. Ihrer Erfahrung nach würden Frauen in ihrem wissenschaftlichen Karriereweg noch oft ausgebremst. „Meist reduzieren sie ihre Arbeitszeit in solchen Lebensphasen und nicht die Männer.“

„Frauen müssen oft besser sein als Männer"

Ein Ungleichgewicht sieht die Mathematikerin Emily King auch im MINT-Bereich (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik): „Frauen müssen oft besser sein als Männer, um sich zu behaupten“, sagt sie. Der 32-Jährigen ist es ein wichtiges Anliegen, Mädchen und Frauen für MINT-Fächer zu begeistern und stark zu machen. Schon als Studentin gab sie in den USA Schülerinnen aus armen Stadtteilen Nachhilfe. Auch engagierte King sich in entsprechenden Netzwerken. Als Doktorandin gründete sie an ihrer damaligen Uni einen Verein für Nachwuchswissenschaftlerinnen, um sich auszutauschen und zu vernetzen. An der Uni Bremen will die Mathematikerin auch aktiv werden und die Angebote in MINT für Frauen und Mädchen unterstützen.

Lesen Sie zu diesem Thema hier auch ein Interview mit Professorin Jutta Günther.

Gleichstellungsförderung an der Uni Bremen

Frauen in der Wissenschaft zu fördern ist seit langem ein Leitziel der Universität Bremen. Dazu zählen insbesondere die Karrierewege im wissenschaftlichen Mittelbau. Die Arbeit trägt Früchte: So liegen die Frauenanteile am hauptberuflichen wissenschaftlichen Personal mittlerweile bei 37 Prozent, der Anteil der Professorinnen ist zurzeit mit 26 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt (21 Prozent). Mehr Informationen gibt es hier .