Deutschlandstipendium

Bremen und das Saarland vergeben die meisten Deutschlandstipendien

2014 gab es für die Universität erfreuliche Nachrichten: Laut eines Länderchecks des Stifterverbandes  vergeben Bremen und das Saarland relativ zu ihrer Studierendenzahl die meisten Deutschlandstipendien. Laut der Studie hängt der Erfolg stark davon ab, wie engagiert und ideenreich die Hochschulen das Förderinstrument kreativ gestalten. Hier ist die Uni Bremen auf einem guten Weg. Seit Beginn des Programms 2011 hat sie über 462 Stipendien vergeben. Wie vielschichtig Stipendiaten und Förderer von dem Programm profitieren, zeigen diese Beispiele:

Mann und Frau im Labor
© Uni BremenKim Ungande machte ein Praktikum bei Dr. Norbert Weis im Bremer Umweltinstitut. (Foto: Uni Bremen)

Win-Win-Situation

Als Kim Ungnade sich für ein Deutschlandstipendium bewarb, ging es der damals 18-Jährigen aus Osterholz-Tenever nur um die finanzielle Förderung ihres Chemiestudiums. Was sie damals noch nicht wusste: Das zusätzliche Angebot an Workshops und Exkursionen erweiterte ihren Horizont. Das Stipendium eröffnete der Studentin auch Kontakte in die Praxis: Beim Empfang der neuen Stipendiaten lernte sie den Chef des Bremer Umweltinstituts (BUI) kennen und machte dort ein Praktikum. Dr. Norbert Weis ist Förderer des Deutschlandstipendiums. Den Empfang nutzt er, um für sein Institut engagierte Studierende für Praktika und Studienarbeiten zu finden. Somit ist das Deutschlandstipendium für Förderer und Stipendiaten eine Win-Win-Situation.

Portrait eines jungen Mannes
© Uni BremenDer BWL-Student Devrim Yilmaz hat sich für ein Studium in Harvard qualifiziert. (Foto: Uni Bremen)

Von Gröpelingen nach Harvard

Der BWL-Student Devrim Yilmaz aus Gröpelingen hat sich mit Hilfe des Deutschlandstipendiums als einer von zwei Studenten in Deutschland für das „Santander Universities – Babson Entrepreneurship Program for Students“ qualifiziert. Dabei handelt es sich um eine hochkarätige internationale Sommerschule am privaten Babson College in Boston (USA). Aufmerksam auf die Sommerschule wurde Devrim Yilmaz durch die Begleitförderung im Rahmen des Deutschlandstipendiums der Uni Bremen. Dadurch wurde der herausragende Student ermutigt sich zu bewerben. Devrim Yilmaz hatte neben seiner Studienleistung vor allem durch seine persönliche Motivation und sein ehrenamtliches Engagement überzeugt. Mittlerweile ist er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und hat sich für ein Studium in Harvard qualifiziert.

Großteil stammt aus Nichtakademikerhaushalten

Das Deutschlandstipendium ist ein Programm des Bundes, das seit 2011 existiert. Mit einem Beitrag von 1.800 Euro im Jahr können Förderer Studierenden ein Jahresstipendium von 3.600 Euro ermöglichen. Die andere Hälfte wird vom Bund getragen. Für die Studierenden gelten als Förderkriterien nicht nur gute Noten. An der Uni Bremen liegt der Fokus vor allem auf sozialem und gesellschaftlichem Engagement sowie auf persönlichen Umständen wie zum Beispiel die Betreuung von Kindern oder Familienangehörigen. Knapp 60 Prozent der Stipendiatinnen und Stipendiaten hier engagieren sich ehrenamtlich neben dem Studium, über 60 Prozent kommen aus einem Nichtakademikerhaushalt und gut 27 Prozent haben einen Migrationshintergrund.

Auch Stipendiaten ermöglichten Stipendium

Auch 2014 beteiligten sich zahlreiche Unternehmen, Stiftungen, Vereine, Verbände und Privatpersonen. Jeweils zehn oder mehr Stipendien kommen von der Santander Bank, der Dr. Heinz-Horst-Deichmann-Stiftung, der Gerda-Weßler-Stiftung und dem Rotary-Distrikt 1850 Bremen/Weser-Ems. Bemerkenswert: Auch die Stipendiatinnen und Stipendiaten haben zusammengelegt, um ebenfalls ein Stipendium im Förderjahr 2014 bereitzustellen.

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