Neue Ideen unterstützen

Oberfläche eines digitalen Tisches.
© Harald Rehling / Uni BremenDie Oberfläche des interaktiven Tisches der Creative Unit "„Kommunikative Figurationen“.
Zwei Männer betrachten die Oberfläche eines digitalen Tisches.
© Harald Rehling / Universität BremenDen interaktiven Tisch entwickelten die kolumbianischen Studenten Simón Algorta (re.) von der Uni Bremen und Marcel Vesga (Hochschule für Künste).
Schiff mit Fahnen geschmückt.
© Harald Rehling / Uni BremenDas Ausstellungsschiff MS Wissenschaft machte in Bremen im Jahr 2014 fest.

Kreativer Freiraum für neue Forschungsthemen

Sie erhalten ein Höchstmaß an Freiräumen für ihre wissenschaftliche Kreativität: die Creative Units (CU) der Universität Bremen. Dank des Zukunftskonzepts haben sechs solcher interdisziplinärer Forschergruppen ihre Arbeit aufnehmen können. Mit dem Format will die Uni neue Ideen unterstützen. Hier arbeiten Forschende an neuen Fragestellungen zu gesellschaftlichen Themen. Als Förderung erhält jede Gruppe für drei Jahre insgesamt rund 750.000 Euro.

Wissenschaft spielerisch erfahren

In der CU „Kommunikative Figurationen“ geht es zum Beispiel um den digitalen Wandel unserer Gesellschaft. Was die Forschenden am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) zusammen mit Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern genau machen, konnte man 2014 fast spielerisch erfahren. Ein von ihnen entwickelter interaktiver Tisch tourte auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft quer durch Deutschland und Österreich und war danach auch im Bremer Haus der Wissenschaft zu sehen. Auf Tour geschickt hatten es das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Initiative „Wissenschaft im Dialog“. Denn 2014 stand das Wissenschaftsjahr unter dem Motto: „Die Digitale Gesellschaft".

Kooperation mit Hamburger Universität

Auf unterhaltsame Weise erfuhr man über Videos, Audios, Bilder und kurze, verständliche Textbeiträge, worum es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Kommunikations-, Medien-, Geschichts- Erziehungs-, Politik-, Religionswissenschaften, der Soziologie und der Informatik in ihren elf Teilprojekten geht. Dabei kooperiert die Creative Unit mit der Universität Hamburg. „Das besondere ist, dass wir nicht mehr einzelne Medien wie Apps oder Mobiltelefone betrachten, sondern untersuchen, in welchem Verhältnis diese zueinander stehen und wie sich unsere Gesellschaft mit dem Zusammenkommen dieser verschiedenen Medien ändert“, sagt Professor Andreas Hepp. Die Beantwortung dieser komplexen Fragen treibt den Wissenschaftler an.  „Dazu möchte ich einen wissenschaftlichen Beitrag leisten. Das geht nur im Team“, so Hepp. In einem kurzen Video erklärt der Kommunikations- und Medienwissenschaftler, welche Rolle die digitalen Medien in der Stadt spielen. Wie verändert sich das Gemeinschaftsleben zum Beispiel in Vereinen wie Werder Bremen? Andere Forschende untersuchen ihre Bedeutung in Schulen, Religionen oder wie sich die Anwesenheit im Bundestag durch digitale Medien verändert.

„Unsere Studien beziehen sich zunächst auf Deutschland, danach wollen wir kulturvergleichend forschen“, so Hepp. Ein umfangreiches Projekt, das auch nach der Förderung im Rahmen des Zukunftskonzepts der Exzellenzinitiative weiter laufen soll.

Zwei Studierende haben interaktiven Tisch konzipiert

Den interaktiven Tisch für die Ausstellungen auf der MS Wissenschaft und im Bremer Haus der Wissenschaft entwickelten übrigens zwei kolumbianische Studierende des internationalen Studiengangs Digital Media gemeinsam mit dem Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib) – einem An-Institut der Uni Bremen. Mit viel Herzblut haben der DAAD-Preisträger 2014 Simón Algorta vom Fachbereich Mathematik/Informatik sowie Marcel Vesga von der Hochschule für Künste die Inhalte programmiert und den 42-Zoll-Monitor mit Bremer Symbolen wie etwa den Stadtmusikanten gestaltet. Unterstützt wurden sie dabei von Jan Broer und Sebastian Kubitschko vom ifib.

Neugierig geworden?

Website der CU „Kommunikative Figurationen“  

Die sechs Creative Units auf einen Blick (M5)

Film über eine weitere Creative Unit „Homo Debilis“ bei Youtube  

Portrait eines Mannes
© Harald Rehling / Universität Bremen

„Alle Creative Units sind äußerst innovativ“

2014 hat die Uni Bremen die letzten beiden Creative Units (CU) ausgewählt. Der Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Professor Kurosch Rezwan, war im Auswahlverfahren involviert.

Herr, Rezwan, die sechs Creative Units haben ihre Arbeit aufgenommen. Sind Sie mit der Auswahl zufrieden?

Rezwan: Ja, sehr! Alle Creative Units sind äußerst innovativ und interdisziplinär. Die Themenvielfalt ist groß: Die Forschenden arbeiten an Sehprothesen, entwickeln mit Bremer Schulen Methoden, wie man im Fachunterricht mit der zunehmenden Heterogenität von Schülerinnen und Schülern adäquat umgeht, erforschen den digitalen Wandel unserer Gesellschaft und entwickeln Verfahren, mit denen Chirurgen gezielt Informationen während einer Operation erhalten können. Sie ergründen das Beziehungsgeflecht zwischen Kolonialismus und Sprache und analysieren „Behinderung” und „Nichtbehinderung” im historischen Kontext.

Das Bewerbungsverfahren war aufwändig: die Antragsteller der Creative Units durften ihre Projekte einem internationalen Fachpublikum präsentierten. Die Kosten für die Workshops und Symposien hat die Uni aus dem Zukunftskonzept bezahlt. Ein großzügiges Angebot.

Uns ist bewusst, wieviel Arbeit und Zeit in solchen Bewerbungen steckten. Deshalb wollten wir, dass die Bewerberinnen und Bewerber von den Kontakten und dem Austausch für ihre weiteren exzellenten Forschungsarbeiten profitieren. Die Symposien und Workshops haben für eine hohe internationale Sichtbarkeit der Bremer Forschung gesorgt. Internationale Gäste waren über unser innovatives Förderformat begeistert. Ich habe mit Freude vernommen, dass auch viele, die keine CU-Förderung erhalten haben, weiter zusammen forschen wollen. Was kann man sich als Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs mehr wünschen?