Forschung: Interview mit dem neuen Konrektor

Mann spricht
© Harald Rehling / Universität BremenProfessor Andreas Breiter, Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
Mann faltet die Hände
© Harald Rehling / Universität Bremen"Wichtig ist, dass wir den Weg in Richtung Exzellenzbewerbung gemeinsam weitergehen."
Mann spricht
© Harald Rehling / Universität Bremen"Ich finde es wichtig, dass wir unsere eigene Lehre regelmäßig hinterfragen und evaluieren, um sie weiterzuentwickeln."
Man spricht
© Harald Rehling / Universität Bremen"Bereits zu Beginn meiner Amtszeit bin ich beeindruckt, was diese große Organisation alles auf die Beine stellt."

„Mich reizt es, diese Uni weiter zu entwickeln“

Seit dem 1. November 2015 ist Professor Andreas Breiter neuer Konrektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Bremen. Die Jahrbuchredaktion fragte den Informatiker und Soziologen, welche Akzente er setzen will und was ihn an seiner neuen Aufgabe reizt.

Herr Breiter, die Universität Bremen ist eine forschungsstarke Exzellenzuniversität. Blicken wir zwei Jahre in die Zukunft. Welche neuen Impulse wollen Sie bis dahin als Konrektor geben?

Andreas Breiter: Wichtig ist, dass wir den Weg in Richtung Exzellenzbewerbung 2016/2017 gemeinsam weitergehen. Eine Stärke dieser Universität ist die Interdisziplinarität. Darauf sollten wir setzen und sie weiterhin zwischen unseren Fächern fördern – im Studium, in unseren Graduiertenschulen und in der Forschung. Alle Disziplinen sollten dabei auf Augenhöhe kooperieren. Das zu fördern ist für mich aufgrund meiner eigenen Forschungsbiografie eine Herzensangelegenheit. Zudem ist die Uni Bremen mit zahlreichen renommierten außeruniversitären Einrichtungen vernetzt. Viele davon, wie etwa Max-Planck-, Leibniz- und Helmholz-Institute befinden sich auf dem Campus. Diese Stärke sollten wir nach außen noch sichtbarer machen und einen gemeinsamen Geist schaffen.

Ein Dauerthema ist der wissenschaftliche Nachwuchs. Wie werden Sie sich hier als Konrektor einbringen?

Ich selbst bin ja ein Stück weit ein Eigengewächs der Uni. Vom Doktoranden bis zur Juniorprofessur habe ich fast alle Statusgruppen durchlaufen. Dadurch kenne ich die Problematik, sich im Rahmen befristeter Verträge zu qualifizieren. Bei der Förderung der Doktorandinnen und Doktoranden befinden wir uns mit unserem Promotionszentrum ProUB und dessen Aktivitäten, die meine Vorgänger angestoßen haben, auf einem guten Weg. Ähnliche Ansätze und Strukturen brauchen wir für die Post-Doc.-Phase. Diese Menschen befinden sich zum Teil schon in der Familienplanung. Sie benötigen mehr Sicherheit. Hier müssen wir gemeinsam mit dem Land Bremen und der Personalentwicklung an rechtlich praktikablen Lösungen arbeiten. Zudem sollten wir Postdocs auch Qualifizierungsmöglichkeiten für ein Berufsleben außerhalb der Uni bieten. Schließlich ist das Ziel nicht immer die Professur.

Ihr Herz schlägt nicht nur für die Forschung. Sie sind auch ein leidenschaftlicher Hochschullehrer. Wie wollen Sie in Ihrem Amt Impulse für das „Forschende Lernen“ setzen?

Es ist wichtig, dass Studierende möglichst früh in der Forschung eingebunden sind. Und ich freue mich, diesen Bereich gemeinsam mit meinem Kollegen Professor Thomas Hoffmeister, Konrektor für Lehre und Studium, weiterzuentwickeln. „Forschendes Lernen“ hat aber noch mehr Facetten – zum Beispiel, wie man Lehre durch Forschung verbessert. Wir haben Bildungswissenschaftler an dieser Uni, deren Erkenntnisse wir hierfür sicherlich gut nutzen können. Ein weiterer Aspekt ist das forschende Lehren. Ich finde es wichtig, dass wir unsere eigene Lehre regelmäßig hinterfragen und evaluieren, um sie weiterzuentwickeln.

Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe als Konrektor?

Ich möchte die Universität insgesamt mehr kennen lernen und mitgestalten. Bereits zu Beginn meiner Amtszeit bin ich beeindruckt, was diese große Organisation alles auf die Beine stellt  – von der Verwaltung über die Forschung bis zur Lehre. Mich reizt es, so eine Organisation gemeinsam im Team weiter zu entwickeln. Da bin ich im Tiefsten meines Inneren Organisationssoziologe. Wahrscheinlich werde ich mich zwischenzeitlich auch selbst beforschen. Als Wahlbremer habe ich zudem eine extrem enge Beziehung zu dieser Uni, der schönen Stadt und zu Werder Bremen. Wenn ich etwas dazu beitragen kann, diese Universität ein Stück weiter zu entwickeln, fände ich das großartig.

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