Weiterbildung: Universität und Schulen

Kinder und Erwachsene im Hörsaal.
© Harald Rehling / Universität BremenBei der Kinder-Uni gibt es Wissenschaft zum Anfassen. Organisatorin Gisela Gründl (re.) freut sich über die große Nachfrage.

Ein lebendiger Austausch

Auf dem Campus der Universität sind nahezu täglich Schülergruppen unterwegs. Sie besuchen Labore und experimentieren in Chemie, Physik, Biologie oder den Geowissenschaften. Andere nutzen die Sommerakademie, um in die spannende Welt der Wissenschaft einzutauchen. Hochbegabte beginnen sogar ein Frühstudium, während sie sich in der Schule noch aufs Abitur vorbereiten. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler frühzeitig für die Wissenschaft interessieren“, sagt Gisela Gründl. Sie ist in der Akademie für Weiterbildung zuständig für die Kooperation Universität  – Schule. „Im Mittelpunkt stehen dabei die MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.“

Angebote sehr beliebt

So haben sich im Laufe der Jahre unter der Verantwortung der Konrektoren für Lehre und Studium stabile Beziehungen zu Schulen und Lehrkräften etabliert. Die Angebote der engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Uni und einigen Instituten im Technologiepark sind außerordentlich beliebt: Die Labore sind ausgebucht, die Tickets für Veranstaltungen schnell ausverkauft. Und es sind keine schillernden Eintagsfliegen, sondern nachhaltige Programme, in denen viel Arbeit steckt. Beispiel: Oberstufenprofile in den MINT-Fächern. Gemeinsam mit der Oberschule Findorff und dem Schulzentrum Rübekamp haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Chemie und der Physik die beiden Oberstufenprofile „Nachhaltige Chemie“ und „Nachhaltige Technologie“ entwickelt. „Die Profile sind gut nachgefragt“, sagt Gisela Gründl, „Schüler wählen ihre weiterführende Schule sogar danach aus“. Die „Nachhaltige Technologie" wird außerdem von der Firma Siemens unterstützt. Drei Jahre lang kommen die Teilnehmer dann in jeder Schulwoche einen Tag in die Labore der Universität. Ein Höhepunkt ist die feierliche Übergabe der Abiturzeugnisse durch den Konrektor für Lehre und Studium.

Kinder-Uni: „Ein richtig großes Event“

Die Kinder-Uni gibt es, seit Bremen 2005 Stadt der Wissenschaft wurde. Dass sie mal ein solcher Renner werden würde, hätte Gisela Gründl selbst nicht gedacht. „Die 400 Labortickets sind innerhalb von zwei Stunden ausverkauft“, sagt sie. Auch 1200 Plätze für Vorlesungen seien ganz schnell weg. „Ein richtig großes Event“, nennt Gisela Gründl die Kinder-Uni inzwischen. Mädchen und Jungen von acht bis 13 Jahren sind dann drei Tage in den Osterferien auf dem Campus. Auch an die Eltern ist gedacht. Für sie werden Vorlesungen und Führungen organisiert. Speziell an Hochbegabte aus Bremen und dem Umland richtet sich die Sommerakademie. Eine Woche in den Sommerferien haben  Schüler der gymnasialen Oberstufe die Möglichkeit in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern Themen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Medizinische Bildgebung, Medienpädagogik, Technomathematik, Sensortechnik oder Quantenphysik zu erforschen. „Wir werben damit ganz gezielt für ein Studium in Bremen.“ Das hochrangige Angebot hat sich via Internet rasch herumgesprochen. „Es melden sich sogar Schülerinnen und Schüler aus dem Ruhrgebiet oder aus Bayreuth an“, sagt Gisela Gründl.

Beliebter außerschulischer Lernort

Die Universität hat sich als außerschulischer Lernort etabliert. Organisiert werden die praktischen Übungen und Experimente in den Laboren gemeinsam mit Studierenden. „Sie sind eine ganz wichtige Stütze“, sagt Gisela Gründl. Viele Lehramtsstudierende knüpfen dabei gute Kontakte zu Schulen und erweitern ihre didaktischen Kompetenzen im Umgang mit Schülern außerhalb der regulären Praktika. „Es ist für sie ganz leicht, einen Referendariatsplatz zu finden“, nennt sie einen positiven Nebeneffekt. Auch an die Lehrkräfte ist gedacht. In Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Schule werden hochrangige Fortbildungen angeboten. Ob es sich um den Einsatz von Medien im Unterricht handelt, um Fremdsprachenvermittlung oder die Frage „Wie Lernen gelingt“ – das Interesse ist groß. Die vielgestaltige Kooperation zwischen Universität und Schulen schreibt seit Jahren Erfolgsgeschichte.

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