Externe Kooperationen

Gruppenbild mit zwei Frauen und einem Mann vor einer Tafel.
© Tom Kleiner / Universität BremenSie kennen und schätzen sich: die MPI-Direktoin Professorin Nicole Dubilier, Professorin Karin Lochte (Direktorin des AWI) und MARUM-Direktor Professor Michael Schulz (v.l.).
Zwei Männer und eine Frau schauen sich einen Bohrkern an.
© Volker Diekamp / MARUMIm MARUM befindet sich eines von weltweit drei Bohrkernlagern. Jedes Jahr kommen Forschende aus aller Welt nach Bremen, um die Proben zu untersuchen und sich auszutauschen.
Foto eines Gebäudes.
© Volker Diekamp / MARUMDas MARUM auf dem Uni-Campus.

Einzigartig

Sie haben nicht nur das gemeinsame Ziel, die Ozeane zu erforschen. Nicole Dubilier, Karin Lochte und Michael Schulz verbindet eine Kooperation, die von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägt ist. Alle leiten ein renommiertes Institut: Professor Schulz ist Direktor des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) an der Uni Bremen, Professorin Dubilier ist Direktorin des nur wenige Meter entfernte Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie  (MPI) und Professorin Lochte ist Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Beim Mindmapping für das Jahrbuch zum Thema Kooperation diskutierten, hinterfragten und ergänzten sie sich, wie es nur Menschen tun, die sich gut kennen und schätzen.

Bottom-up und top-down

Am Ende der halbstündigen Aktion waren für die Drei vor allem zwei Begriffe von zentraler Bedeutung. Sie nannten sie bottom-up und top-down. „Wichtig ist, dass Kooperationen aus eigener Motivation der Forscherinnen und Forscher heraus entstehen“, erläuterte AWI-Direktorin Lochte – also bottom-up. Aber auch Leitung und Politik müssten Kooperationen initiieren und fördern, um einen Standort strategisch weiter zu entwickeln – top-down.

Große Vielfalt an Disziplinen

Beides existiert in Bremen im Bereich der Meereswissenschaften. So haben sich hier über die Jahre geballtes wissenschaftliches Know-how und eine extrem große Vielfalt an Disziplinen an einem Standort angesammelt. An der Universität, den angrenzenden außeruniversitären Einrichtungen im Campusbereich und der Region arbeiten Ozeanographen und Umweltphysiker, Marine Geowissenschaftler, Meeresbiologen und -chemiker sowie sogenannte Modellierer eng zusammen. Auch Rechts-, Sozial- und Geisteswissenschaften unterstützen die Meeresforschungen mit ihrem Wissen. Meeres-, Polar- und Klimaforschung ist ein Wissenschaftsschwerpunkt der Universität Bremen, den sie strategisch fördert.

Kurze Wege

„So viel unterschiedliche Expertise an einem Standort ist in den Meereswissenschaften deutschlandweit einmalig und weltweit nur an sehr wenigen Standorten realisiert“, sagt MARUM-Direktor Michael Schulz. Deshalb wollte MPI-Direktorin Nicole Dubilier auch unbedingt nach Bremen. Besondere Bedeutung hat für die Wissenschaftlerin dabei die Kooperation mit dem Exzellenzcluster am MARUM. „Dadurch kann ich meine Forschungen erweitern“, sagt die Wissenschaftlerin, die 2012 den renommierten Leibniz-Preis erhalten hat. Von „unschätzbarem Wert“ sind für Dubilier auch die kurzen Wege an der Uni Bremen, um zum Beispiel eine gemeinsame „Ausfahrt“ – also Schiffsexpedition – zu planen. „Räumliche Nähe schlägt jede E-Mail oder Videokonferenz“, sagt sie.

Ressourcen gemeinsam nutzen

Auf so einer Ausfahrt erforschen alle Beteiligten das Meer und seine Bewohner – die Geowissenschaftler am MARUM die Gesteinsformationen, die Mikrobiologen am MPI seine kleinsten Lebewesen, wie Bakterien und Würmer, die Ozeanographen vom AWI die Meeresströmungen oder das Meereis. Das Netzwerk ergänzt sich durch weitere Partner, wie das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) an der Uni Bremen, die Jacobs University in Bremen Nord, das Forschungsinstitut Senckenberg in Wilhelmshaven, das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven und die Universität Oldenburg. Für ihre Forschungen nutzen die Bremer Meereswissenschaftler gemeinsame Ressourcen. „Die großen Unterwasserfahrzeuge und komplexen Laborgeräte sind teuer, da ist es von Vorteil, sich zu vernetzen“, so Schulz. Das MARUM, das Teil  der Universität Bremen ist, spielt dabei eine zentrale Rolle. Es betreibt eine Flotte von Unterwasserfahrzeugen und Meeresbodenbohrgeräten. So kann zum Beispiel der Tauchroboter QUEST mehrere tausend Meter tief tauchen und Proben vom Meeresboden nehmen. Zudem gibt es hier in Bremen eines von weltweit drei Bohrkernlagern, in dem vorwiegend Bohrkerne aus dem gesamten Atlantik lagern. Jedes Jahr kommen Forscherinnen und Forscher aus aller Welt an das MARUM, um sie zu untersuchen und sich auszutauschen.

Erfolg ist anziehend

Diese Ballung von Know-how und Ressourcen zieht nicht nur Forscher und Nachwuchswissenschaftler an, sondern auch Studierende. Sie profitieren von der exzellenten Forschung, der vielfältigen Expertise und der bereits sehr gut etablierten Kooperationskultur des Bremer Standorts. Einrichtungen wie das MPI oder das AWI haben Kooperationsprofessoren mit der Universität Bremen. Nicole Dubilier und Karin Lochte sind zwei von ihnen. Hinzu kommen so genannte Brückengruppen, in denen Juniorprofessoren oder hoch qualifizierte Post-Docs Nachwuchsgruppen leiten. Die Meeresforschungseinrichtungen in der Region kooperieren auch in der Graduiertenausbildung  sehr gut. Internationale Kollegs wurden an allen größeren Einrichtungen eingerichtet. „Diese ergänzen sich inhaltlich sehr gut und es besteht ein enger Austausch, um die Ausbildung stetig weiter zu entwickeln“, sagt Lochte.

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Ein Video über das MARUM der Universität Bremen (nur auf Englisch).

Nur ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation

Meeres-, Polar und Klimaforschung ist ein Wissenschaftsschwerpunkt der Universität Bremen und ein gutes Beispiel dafür, wie erfolgreich die Uni mit außeruniversitären Einrichtungen kooperiert. Getragen wird der Wissenschaftsschwerpunkt vom MARUM, das seit 2001 als DFG-Forschungszentrum und seit 2007 als Cluster im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert wird. Renommierte außeruniversitäre Einrichtungen haben sich im Land Bremen angesiedelt und kooperieren eng mit dem MARUM.

Informationen zu weiteren Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Region

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