Internationale Kooperationen

Zwei Frauen lächeln in die Kamera vor einer Tafel.
© Tom Kleiner / Universität BremenAnnette Lang, Leiterin des International Office der Uni Bremen (li.) und Janine Ludwig, Akademische Direktorin beim William G. and Elke Durden Dickinson-Programm in Bremen.
Gruppenbild mit zwei Frauen und zwei Männern auf roten Stühlen
© Harald Rehling / Universität BremenRote Dickinson-Stühle auf dem Campus (von links): Konrektorin Yasemin Karakaşoğlu, Nancy Roseman, Präsidentin des Dickinson Colleges, Wilfried Müller, ehemaliger Rektor der Uni Bremen und (stehend) Christoph Sodemann, Alumni-Netzwerk.
Bild mit einer Frau und einem Mann
© Harald Rehling / Universität BremenDie Studierenden Madison Alley vom Dickinson College und Daniel Kolbeck sind Freunde geworden.

„Wir verändern Leben. Jeden Tag“

„Um eine Kooperation mit Leben zu erfüllen, müssen sich Menschen verantwortlich fühlen und sich mit Leib und Seele dahinterklemmen. Sonst besteht sie nur auf dem Papier.“ Das sagt Janine Ludwig, Akademische Direktorin beim William G. and Elke Durden Dickinson-Programm in Bremen. Sie vermittelt den Austausch und betreut Studierende aus dem Dickinson College aus Pennsylvania auf dem Bremer Campus. „Kooperationen sind Beziehungsarbeit. Sie erfordern Geduld und Flexibilität“, ergänzt Annette Lang, Chefin des International Office der Universität Bremen und Fachfrau für Kooperationen. Beide wissen, dass Positionen immer wieder neu zu überdenken sind. „Planen, verwerfen, neu planen, machen“, schreiben sie beim gemeinsamen Nachdenken an die Tafel.

Zusammenarbeit mit Dickinson College besonders

Die Universität Bremen hat knapp 600 Kooperationspartner weltweit. Doch die Zusammenarbeit mit dem Dickinson College in Carlisle im US-Bundesstaat Pennsylvania ist etwas ganz Besonderes. „Aus unserer Kooperation ist eine Freundschaft geworden“, bringt es Nancy A. Roseman, Präsidentin der altehrwürdigen Bildungseinrichtung, auf den Punkt. Im Juni 2015 wurden auf dem Bremer Campus 30 Jahre gut funktionierende Partnerschaft mit hochrangigen Gästen aus Carlisle, Alumni und aktuellen Austauschstudierenden gefeiert.

Gefühl, unter Freunden zu sein

„Wenn ich in zwei Monaten wieder nach Hause fahre, dann bin ich traurig“, sagt Madison Alley. Die 21-Jährige studiert ein Semester lang an der Uni Bremen Wirtschaftsmanagement und Ökonomie und verbessert ihre Deutschkenntnisse. „Von Anfang an hatte ich das Gefühl, unter Freunden zu sein.“ Das liegt auch an Daniel Kolbeck. Die beiden haben sich kennengelernt, als der angehende Wirtschaftsingenieur am Dickinson College studierte. „In einer Marketing-Vorlesung habe ich Madison überredet, nach Bremen zu kommen.“ Daniel empfing sie auf dem Bremer Flughafen, stellte ihr seinen Freundeskreis, Stadt und Umgebung vor. Was Madison an der Bremer Uni besonders gut gefällt, ist das forschende Studieren. So engagiert sie sich zusätzlich in einem Forschungsprojekt im Studiengang Public Health. „Bei uns sind wir kleine Studiengruppen und alle haben exakt dasselbe Programm“, sagt sie. Mit 2.300 Studierenden sei das College überschaubar.

Für den ersten Austauschstudenten, Matthias Ziegfeld, heute Konrektor an einer Grundschule in Berlin Neukölln, war das Studienjahr 1984/85 eine Zeit, die ihn geprägt hat. Gern erzählt er Anekdotisches. Als Deutscher hatte er eine Lederhose im Gepäck und wurde im Soccer-Team „Beckenbauer“ genannt. „Besonders verwundert waren meine Eltern, als sie vom College einen Brief erhielten, in dem ihnen mein Leistungsstand mitgeteilt wurde“, lacht er. Damals war Ziegfeld immerhin 24 und mit Freundin und zwei kleinen Kindern in Pennsylvania.

Drei Jahrzehnte Kooperation

In drei Jahrzehnten Kooperation haben mehr als 350 Studierende von beiden Seiten des Atlantiks wertvolle akademische und kulturelle Erfahrungen sammeln können. Neben dem studentischen Austausch gibt es Verbindungen der Lehrenden wie Sommerprogramme, wechselseitige Gastaufenthalte und öffentliche Vorlesungen hochrangiger Wissenschaftler des Colleges in Bremen. Im Jubiläumsjahr sprach Vizepräsidentin Joyce Bylander in der Stadtwaage über Diversität an Hochschulen. Und Unirektor Bernd Scholz-Reiter unterzeichnete gemeinsam mit Nancy A. Roseman eine neue, weiterführende Vereinbarung.

Warum diese Partnerschaft so bedeutend ist? Altrektor Wilfried Müller verweist auf die Gründungsgeschichte. „Die Kooperation mit dem renommierten amerikanischen College war für die damals noch strittige Bremer Uni die erste internationale Wertschätzung“, sagt er. „Ich habe den Eindruck, die Menschen mögen sich sehr und sind bei aller Unterschiedlichkeit irgendwie gleich gestrickt“, sagt Müller. „We transform lives. Every day“, nennt Nancy A. Roseman das verbindende Element der beiden akademischen Institutionen.

BIld mit Mann und Frau.
© Harald Rehling / Universität BremenFreuen sich über die gute Kooperation: Die Präsidentin des Dickinson Colleges Nancy A. Roseman und Uni-Rektor Bernd Scholz-Reiter unterzeichnen im Juni 2015 eine neue, weiterführende Vereinbarung.

Willkommenskultur an der Uni Bremen

Internationale Wissenschaftler und Studierende sind an der Uni Bremen nicht auf sich gestellt. Unter dem Dach des International Office ist das Welcome Centre die zentrale Beratungsstelle für sie und ihre Familien. Ob Wohnungssuche, Kitaplatz oder Sprachkurs – das Team kümmert sich um alle Alltagsfragen. Es betreut akademische Gäste aus mehr als 50 Ländern. Internationale Studierende werden vom Netzwerk „kompass“ willkommen geheißen. Das Besondere ist die intensive Verbindung der studentischen Communities mit dem International Office als zentrale Akteure der Willkommenskultur.

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