Kooperationen mit der Wirtschaft

Drei Männer stehen vor einer Tafel und schauen in die Kamera.
© Tom Kleiner GfGTrafen sich zum Mindmapping fürs Jahrbuch (v.l.): André Walter (Airbus Bremen) und die Geschäftsführer von team neusta Bremen, Carsten Meyer-Heder und Dirk Schwampe.
Mann zeigt auf Monitor
© Harald Rehling / Universität BremenVasily Ploshikhin, Inhaber der Airbus-Stiftungsprofessur, erforscht hoch moderne 3D-Druckverfahren für metallische Bauteile.
Industriehalle mit Mensch und Roboter
© Pierre Kirisci / BIBAWie kann man die Sicherheit zwischen Mensch und Roboter in der Industrieproduktion erhöhen? Daran arbeiten Forschende der Uni Bremen und neusta-Mitarbeiter im Projekt „InSA“.

Am Puls der Forschung

Es sind Beispiele für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Die Uni Bremen kooperiert seit Jahren mit dem internationalen Flugzeughersteller Airbus und dem Bremer Softwareunternehmen team neusta. Von den Firmenchefs wollte das Jahrbuchteam bei einem gemeinsamen Treffen wissen, was für sie das Wesen einer Kooperation ist. „Man kann den tollsten Vertrag machen – wenn Sympathie und Vertrauen fehlen, erreicht man seine Ziele nicht“, war eines ihrer Fazite. Die wichtigsten Aspekte hielten die drei Männer an der Tafel fest. Dabei ergänzten sie sich nicht nur inhaltlich. Der Zweimetermann Carsten Meyer-Heder (neusta) beschrieb den oberen Teil der Tafel, sein Firmenpartner Dirk Schwampe und der Leiter des Airbus-Standorts Bremen Dr. André Walter den Rest.

„Die Zeit an der Uni war wichtig für meinen weiteren Berufsweg“

Walter hat einen sehr persönlichen Bezug zur Uni Bremen. „Ich verbinde mit ihr eine tolle, lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte und die wichtig für meinen weiteren Berufsweg war“, sagt der 49-Jährige. Am Institut für Werkstofftechnik hat der Airbus-Bremen-Chef gearbeitet und promoviert, bevor ihn Airbus Ende 2006 in die Wirtschaft holte. „Drehen, Fräsen, Bohren und Schleifen – das ist meine Leidenschaft.“

Uni-Forschung ergänzt die Arbeit von Airbus

Die Kooperation zwischen der Universität und Airbus umfasst mehrere Bereiche, die sich gegenseitig ergänzen und für Airbus und die Uni von großer Bedeutung sind. Eine der Kernkompetenzen des Bremer Airbus-Standorts, die Entwicklung neuer Materialien und Prozesse für die Luftfahrt, wird durch die Forschungen der Universität und vielen außeruniversitären Instituten ideal ergänzt.

Stiftungsprofessur und Forschungszentrum EcoMaT

So gibt es seit 2009 eine Airbus-Stiftungsprofessur an der Uni. „Wir erforschen hoch moderne 3D-Druckverfahren für metallische Bauteile und unterstützen Airbus bei der Einführung dieser neuen Technologie in die reale Produktion“, sagt der Inhaber der Professur, Vasily Ploshikhin. „Unsere Ergebnisse sind nicht nur für die Luft- und Raumfahrt von Bedeutung, sondern auch für Bereiche, wie die Medizintechnik und die Automobilindustrie“. Auch Studierende profitieren von der Kooperation, indem sie in der Uni und im Airbus-Werk anwendungsorientierte Themen bearbeiten. Die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen soll ab 2017 in dem neuen Forschungszentrum EcoMaT weitergehen, das bei Airbus am Flughafen entsteht und von der Wirtschaftsförderung Bremen unterstützt wird. Im EcoMaT werden Forscher der Uni mit außeruniversitären Instituten und Airbus neue Technologien im Leichtbau entwickeln.

Uni und Industrie profitieren voneinander

„Meine Einblicke in die Universität und bei Airbus haben mir gezeigt, welchen großen gegenseitigen Nutzen Kooperationen zwischen Universität und Industrie haben“, so Walter. In einer Zeit, in der eine Neuentwicklung die andere jagt, komme kein Unternehmen mehr ohne solche Kooperationen aus, wenn es seinen Finger am Puls der aktuellen Forschung haben will. Unter den rund 2.400 Mitarbeitern von Airbus arbeiten auch viele Uni-Absolventen. „Nicht zuletzt ich selbst“, so Walter lachend.

Forschungsprojekte mit team neusta

Hoch qualifizierte Absolventen braucht auch das Bremer Unternehmen team neusta. Der Softwareentwickler in der Überseestadt ist breit aufgestellt und beschäftigt rund 700 Mitarbeiter. „Viele davon finden wir an der Uni Bremen“, sagen die Geschäftsführer Dirk Schwampe und Carsten Meyer-Heder, „das ist klasse“. Den wohl prominentesten Zugang erhielt das Unternehmen über die Praxisbörse der Uni: Der Absolvent Henning Ziegler wurde 2015 in einem  bundesweiten Wettbewerb zu einem der „besten Hacker“ Deutschlands gekürt. IT-Sicherheitsexperten wie er sind in Zeiten zunehmender mobiler Vernetzung, die Sicherheitslücken mit sich bringt, gefragt. Zudem macht neusta Forschungsprojekte mit der Uni und betreibt mit ihr die Uni-Ausgründung „mobile solutions“. Im Projekt „InSA“ werden zum Beispiel für den industriellen Bereich Softwarelösungen für eine effektive Zusammenarbeit von Mensch und Roboter in der Produktion entwickelt. Die Tests erfolgen an der Uni im Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA). Industriepartner sind ThyssenKrupp System Engineering GmbH in Bremen-Nord und Hubert Schmitz in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen).  

Berater im Rector`s Circle

team neusta ist mit der Uni Bremen auch über andere Bereiche verbunden. Die Firma fördert zum Beispiel den Alumni-Verein und unterstützt Studierende mit dem Deutschlandstipendium. neusta-Chef Carsten Meyer-Heder ist zudem im Rector`s Circle. Dabei handelt es sich um ein beratendes Gremium aus Alumni und Freunden der Uni, die sich auch als Botschafter in der Öffentlichkeit einsetzen.

Mehrzweckhochhaus mit Banner und Falltum
© Harald Rehling / Universität BremenDie Universität Bremen kooperiert mit zahlreichen regionalen und internationalen Unternehmen.

Bremens wichtigster Wirtschaftsfaktor in der Wissenschaft

Die Universität Bremen ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor in der Wissenschaft im Land Bremen. Sie kooperiert mit zahlreichen regionalen und internationalen Unternehmen und ist Bildungsstätte für junge Fach- und Führungskräfte, die sich für ihr Berufsleben qualifizieren. Ihre exzellente Forschung ermöglicht Kooperationen, Wissens- und Technologietransfer und umfassende Angebote in der wissenschaftlichen Weiterbildung.

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