Weiterbildung zu Migration und Geflüchteten

Blick in ein Seminar, Teilnehmer sitzen im Kreis
© Harald RehlingIm Kurs „Refugee Assistance“ lernen die Teilnehmenden, wie sie professionell mit Geflüchteten umgehen.

Neuer Kurs: Wie arbeite ich sensibel mit Geflüchteten?

Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen spiegeln sich in den neuesten Angeboten der Akademie für Weiterbildung wider: Internationalität ist das Stichwort, das über den Kursen steht. Refugee Assistance, Deutsch für Ingenieurinnen und Ingenieure und Deutsch als Fremdsprache für die Erwachsenenbildung sind die Inhalte. Und das Interesse ist riesengroß.

Im Weiterbildungskurs „Refugee Assistance“ wollen sich all jene professionalisieren, die ein gemeinsames Motiv eint: Sie helfen mit ihrer sozialen Arbeit geflüchteten Menschen. So wie Luciana Onel, die in Spanien Sozialpädagogik studiert hat. Die 30-Jährige arbeitet bei einem Träger in Hamburg als Sozialpädagogin und betreut dort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. „Alle Probleme, die uns bei der täglichen Arbeit begegnen, werden hier im Kurs gut reflektiert“, lobt sie. Die Seminare machen Spaß, an diesem Freitagnachmittag stehen eine Kulturforscherübung und das Planspiel X-Mas-Party auf dem Stundenplan.

Praxiscoaching und Leitfaden erstellen

Programmkoordinator Ronny Krämer von der Akademie für Weiterbildung freut sich, dass das Angebot durch das Engagement des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaft zustande kam. Das Curriculum entstand „in Lichtgeschwindigkeit“, sagt er. Gemeinsam mit den Arbeitsbereichen „Interkulturelle Bildung“ und „Bildungsinstitutionen/-verläufe und Migration“ wurden die akademischen Inhalte vereinbart. Wesentlicher Bestandteil sind praxisorientierte Aufgaben. So erstellen die Teilnehmenden zum Beispiel einen Leitfaden, der auflistet, was in welcher Abfolge bei der Ankunft eines Flüchtlings zu beachten ist. Das Programm wird im Rahmen des Bundesprojektes „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ veranstaltet und wurde gemeinsam mit dem Bremer IQ-Landesnetzwerk initiiert. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und den Europäischen Sozialfonds (ESF). „Das Besondere an unserem Angebot“, so Krämer, „ist die Verbindung von praxisorientiertem Lernen und wissenschaftlichem Anspruch.“

Großes Interesse bei den Teilnehmenden

Das große Interesse, das die verfügbaren 20 Studienplätze weit übertrifft, zeigt den hohen Bedarf in diesem Bereich. So ist es auch bei dem Kurs „Deutsch für Ingenieurinnen und Ingenieure“. Der Kurs wendet sich an Ingenieure, die im Ausland einen entsprechenden Hochschulabschluss erworben haben und sich nun in Deutschland in den beruflichen Alltag integrieren möchten. „Mit diesem Angebot verbinden wir fachliche und sprachliche Qualifizierung“, betont Krämer. „Die meisten Interessenten kommen aus Syrien, aus Russland und aus anderen osteuropäischen Ländern.“

Erfolgreiche Kooperation

Auch das dritte neue Angebot ist das Ergebnis der erfolgreichen Kooperation mit dem Projekt „Integration durch Qualifizierung (IQ)“. Der Kurs „Deutsch als Fremdsprache für die Erwachsenenbildung“ (DaF) soll den wachsenden Bedarf an qualifizierten Lehrenden für Deutschkurse decken. Mit Unterstützung des Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaften entwickelte die Akademie ein Angebot, mit dem die Teilnehmenden die Didaktik und Methodik des DaF-Unterrichts erlernen und eine Zulassung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge für die Lehrtätigkeit in Integrationskursen erhalten können.