Wie die Lehrerbildung sich weiter entwickelt

Zwei Personen stehen vor einer Leinwand
© Universität Bremen"Wir wollen die Kooperation zwischen der Universität, den Schulen und dem Landesinstitut für Schule stärken." - Professorin Maria und Professor Andreas Klee, Leiter des Projekts "FIT-Forschungswerkstatt integriert"
Frau spricht in Kamera
© Universität Bremen„Das Projekt ‚e-Portfolio‘ soll die Ausbildungsanteile stärker miteinander vernetzen.“ - Projektleiterin Professorin Anne Levin
Mann lächelt in Kamera, Schüler sind im Hintergrund zu sehen
© Universität Bremen"Unser Ziel ist es, eine neue Kultur der Kooperation zwischen Schule und Universität zu schaffen." - Professor Till-Sebastian Idel, Leiter der Studien-Praxis-Projekte
Frau steht an einem Tisch
© Harald Rehling / Universität Bremen„Im Teilprojekt ‚Spotlights Lehre‘ werden innovative Lehrkonzepte gefördert.“ - Professorin Angelika Bikner-Ahsbahs, Leiterin „Spotlights Lehre“

Das Uni-Projekt „Schnittstellen gestalten“

Experten sind sich einig: An deutschen Hochschulen sollte in der Lehrerbildung mehr vernetztes Wissen vermittelt werden. Zentrale Schnittstellen zwischen den beteiligten Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und Erziehungswissenschaften sollten sich stärker aufeinander beziehen. Gleiches gilt für Theorie und  Praxis. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Lehrerbildung der Universität Bremen darin, diese Ziele zu erreichen. Im Rahmen der Förderung „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ finanziert das BMBF das Bremer Projekt „Schnittstellen gestalten“ mit knapp 2,7 Millionen Euro. Unter der Leitung des Zentrums für  Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZfLB) wird es bis 2019 in vier Teilprojekten umgesetzt. Gleichzeitig entsteht ein Leitbild für die Lehrerbildung.

Teilprojekt 1: Netzwerke stärken

Damit Lehrerinnen und Lehrer im Land Bremen eine gute Aus- und Weiterbildung erhalten, arbeiten Universität, Landesinstitut für Schule (LIS) und bremische Schulen in einem großen Netzwerk zusammen. Das erste Teilprojekt „FIT-Forschungswerkstatt integriert“ stärkt diese Kooperationen und baut sie weiter aus. Exemplarisch soll dies zunächst am Beispiel der Fächer Biologie, Politik und Englisch geschehen. Für jedes Fach hat sich hierfür ein dreiköpfiges Team aus Universität, LIS und Schule gebildet. Der Fokus liegt zunächst auf dem forschenden Lernen. Es wird geprüft, inwieweit dieser Aspekt in den drei Fächern im Studium, im anschließenden Referendariat und in der Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern vorkommt. Begleitend dazu gibt es ein praxisbezogenes Online-Kursangebot mit dem Titel „Research in Education“. Als Web-Angebot der Universität Bremen soll es Studierenden, Lehrenden, Referendaren sowie Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung stehen.
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Teilprojekt 2: Interdisziplinäre Reflexion

Lehramtsstudierende dokumentieren ihre Beobachtungen, Erfahrungen und Aufgaben aus den Praxisphasen bislang in voneinander unabhängigen Portfolios. Durch die fehlende Vernetzung können Studierende jedoch häufig keine inhaltlichen Bezüge zwischen den Fachdidaktiken und Erziehungswissenschaften herstellen. Ziel des zweiten Teilprojekts „e-Portfolio“ ist es, dass Studierende zukünftig an nur einem digitalen Reflexionsportfolio arbeiten. Bis 2019 wollen die Fachdidaktiken und Erziehungswissenschaften entsprechende Aufgabenformate entwickeln. Die technische Umsetzung übernimmt das Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) der Uni Bremen.
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Teilprojekt 3: Studien-Praxis-Projekte

Im Fokus des Teilprojekts 3 stehen die engere Verzahnung von Theorie und Praxis und die Förderung der Reflexionsfähigkeit von Studierenden. In sogenannten Studien-Praxis-Projekten (SPPs) können sich Schulen mit ihren Fragen und Problemen an die Uni wenden. Themen können etwa Unterrichtsmaterialien, Schulentwicklungsprozesse oder Fördermaßnahmen sein. Masterstudierende setzen sich in einem begleitenden Seminar damit theoretisch auseinander und gehen zu zweit in die Schulen, um gemeinsam mit den Lehrkräften Lösungen zu erarbeiten. Ihre Ergebnisse können sie für ihre Masterarbeit nutzen. Den Schulen liefern die Projekte konkrete Lösungsansätze für den Schulalltag. Die SPPs werden durch Dissertationen wissenschaftlich begleitet.
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Teilprojekt 4: Innovative Lehrkonzepte

Ziel des Teilprojekts 4 „Spotlights Lehre“ ist die Entwicklung innovativer Lehrkonzepte. Dafür wurden zwei hochschuldidaktische Entwicklungsprojekte mit Promotionsstellen ausgestattet. So kommt das eine Projekt der bildungspolitischen Forderung nach, die Vielfalt des Englischen als Weltsprache im Unterricht zu vermitteln. Neben dem britischen und amerikanischen Englisch sollen auch nationale Ausprägungen anderer Länder mit einbezogen werden, in denen Englisch sogenannte Zweitsprache ist. Beispiele sind ehemalige britische Kolonien. Im Seminar werden Lehramtsstudierende für den zeitgemäßen Umgang mit dieser Vielfalt ausgebildet. Sie entwickeln Unterrichtskonzepte und setzen sie in Schulen um. Das zweite innovative Lehrkonzept ist in der Mathematik angesiedelt. „Spotlight-Y“ soll die Lehramtsstudierenden auf den Übergang von der Universität in die Schule vorbereiten.
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