21.04.2017
Autor/in: Karla Götz
Mitteilung Nr.: 2017030

Forscherteam veröffentlicht neue Studie zur Korallenbleiche

Claudia Pogoreutz und Nils Rädecker bei der experimentellen Arbeit.

Korallenbleiche wurde bisher vor allem im Zusammenhang mit der Meereserwärmung beschrieben. Ein internationales Forscherteam hat jetzt mit einer Studie am Roten Meer nachgewiesen, dass Stickstoff fixierende Bakterien ebenfalls dazu beitragen können. Diese Bakterien sind die natürlichen Mitbewohner tropischer Korallen. Die Studie hat Christian Wild, Professor für Marine Ökologie an der Universität Bremen, gemeinsam mit Professor Christian Voolstra von der King Abdullah University of Science and Technology (KAUST), Saudi Arabien, geleitet.

Artikel in „Global Change Biology“

Sie wird nun in der renommierten internationalen Fachzeitschrift „Global Change Biology“ publiziert, in der Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels veröffentlicht werden. Dr. Claudia Pogoreutz und Nils Rädecker sind die Erstautoren der Publikation. Sie haben ihre Doktor- und Masterarbeiten an der Universität Bremen abgeschlossen und sind inzwischen an der KAUST als Wissenschaftler tätig.

Team „füttert“ Stickstoff-Fixierer

Studien haben bereits gezeigt, dass nicht nur die Ozeanerwärmung, sondern auch erhöhte Nährstoffbelastung die Korallenbleiche auslösen kann. Vor allem Stickstoffverbindungen können die Effekte der Ozeanerwärmung auf die Gesundheit der Koralle verschlimmern. Stickstoff gelangt nicht nur durch menschliche Abwässer in das Korallenriff, sondern wird dort auch von Stickstoff fixierenden Bakterien direkt hergestellt. Das Team hat durch „Füttern“ der Stickstofffixierer gezeigt, dass die Bleiche völlig unabhängig von der Wassertemperatur ausgelöst werden kann.