09.08.2017
Autor/in: Karla Götz
Mitteilung Nr.: 2017056

Informatica Feminale: Senatorin dankt für „Kultur des Ermutigens“

Sprachen die Grußworte (von links) Veronika Oechtering, Senatorin Prof. Eva Quante-Brandt, Unirektor Prof. Bernd Scholz-Reiter

„Die Informatica Feminale ist seit ihrer Gründung ein erfolgreiches Projekt von Frauen für Frauen“, lobte Wissenschaftssenatorin Professorin Eva Quante-Brandt in ihren Grußworten zum 20-jährigen Bestehen des Sommerstudiums an der Universität Bremen. Mehr als 50 Teilnehmerinnen, Dozentinnen und Mitbegründerinnen waren ins Mehrzweckhochhaus auf den Campus gekommen, um zwei Jahrzehnte dieses besonderen Informatikstudiums zu feiern.

„Rollenvorbilder schaffen“

Wie konstant die Anziehungskraft des Angebotes sei, dokumentiere die Zahl von jährlich mehr als 200 Teilnehmerinnen, so Quante-Brandt weiter. Informatik als biographische Entscheidung helfe, Rollenvorbilder für den MINT-Bereich zu schaffen. Noch immer studierten zu wenige Frauen dieses Fach. Bundesweit gebe es nur 20 Prozent Studierende in diesem Bereich. „An der Universität Bremen waren es vor zehn Jahren 10,7 Prozent Frauen, die sich für ein Informatikstudium entschieden, heute sind es immerhin 20 Prozent“, rechnete die Senatorin vor. „Da ist noch Luft nach oben.“ Sie dankte dem Organisationsteam und den Dozentinnen für „die Kultur des Aktivierens und Ermutigens.“ Eine wichtige Frage sei auch für sie persönlich, wie man in den Strukturen von Wissenschaft Geschlechtergerechtigkeit erzeugen könne.

220 Frauen aus 12 Ländern

Mit Blick in den überwiegend weiblich gefüllten Saal gestand Rektor Professor Bernd Scholz-Reiter: „Heute bekomme ich zum ersten Mal eine vage Vorstellung davon, wie man sich als Frau in einer Maschinenbauvorlesung fühlt“ und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. In diesem Jahr seien 220 Frauen aus 12 Ländern an die Universität Bremen gekommen. „Gesellschaftliche Verantwortung ist uns wichtig und wir setzen uns für Geschlechtergerechtigkeit ein“, betonte der Unirektor. Ein Indiz sei der Erfolg im Professorinnenprogramm des Bundes. Im Bundesdurchschnitt seien 24 Prozent der Professoren weiblich, in Bremen immerhin 29 Prozent. „Wir sind stolz auf die Informatica Feminale, wissen aber auch, dass es noch viel zu tun gibt“, so Scholz-Reiter.

Dank an Unterstützer

Im Mittelpunkt des Festakts stand vor allem eine Frau: Veronika Oechtering, wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums Frauen in Naturwissenschaft und Technik und Gründerin des Sommerstudiums. Nachdem die Senatorin und der Rektor ihre Arbeit gewürdigt hatten, dankte sie ihrerseits den Mitgründerinnen der Informatica Feminale. Einen besonderen Applaus erhielt Hans-Jörg Kreowski. Er sei vor 20 Jahren Sprecher im Fachbereich Mathematik/Informatik gewesen und habe sie engagiert gefördert, so Oechtering. Herausragend und unverzichtbar sei auch die Unterstützung der studentischen Mitarbeiterinnen, vom Team des Kompetenzzentrums, des Fachbereichs mit Technik und Verwaltung, des Veranstaltungsbüros, des Finanzdezernats, der Poststelle und des Pförtners. „Ohne ihn kämen wir hier am Wochenende nicht rein.“ Veronika Oechtering endete mit einer besonders schönen Geburtstagsgeschichte. Teilnehmerin Hiba Oueslati aus Nordafrika sei genau so alt wie die Veranstaltung. „Zu ihrem Geburtstag hat sie von ihren Eltern in Tunesien eine Reise nach Bremen geschenkt bekommen, um an der Informatica Feminale teilnehmen zu können.“