Härtefallantrag - Bewerbung um einen Studienplatz

Was ist ein Härtefallantrag?

Ein Härtefallantrag kann zusätzlich zu der Bewerbung um einen Studienplatz eingereicht werden, wenn besondere Gründe vorliegen, weshalb diese Person zum nächstmöglichen Zeitpunkt und ohne Beachtung sonstiger Auswahlkriterien wie Durchschnittsnote oder Wartezeit diesen Studienplatz erhalten soll.

Dabei müssen so schwerwiegende Gründe vorliegen, dass unzumutbar wäre, auf die Zulassung zu warten. Für besondere Härtefälle sind im Land Bremen 5% der Studienplätze reserviert (Abweichend von dieser Regelung stehen im Master BWL nur 3% zur Verfügung).

Der Härtefallantrag wird mit der Bewerbung um einen Studienplatz über das Online-Portal beim Sekretariat für Studierende eingereicht.

Das notwendige Formular befindet sich somit bei den Bewerbungsunterlagen im Online-Portal.

Zusätzlich ist eine formlose schriftliche Begründung erforderlich, aus der verständlich hervorgeht, wieso eine sofortige Zulassung zum Studium an dieser Universität notwendig ist. In jedem Fall ist auch eine ärztliche Bescheinigung beizufügen und gegebenenfalls eine Kopie des Schwerbehindertenausweises.

Dadurch, dass die Härtefallquote auf 5% der Studienplätze begrenzt ist, führt nicht jeder Antrag zwangsläufig zum Erfolg. Der hängt auch davon ab, wie viele Härtefallanträge insgesamt eingehen, und wie gravierend die geltend gemachten Härten der anderen Bewerberinnen und Bewerber zu bewerten sind.

Da der Antrag aber zusätzlich zu der Bewerbung gestellt wird, wird man aus dem normalen Bewerbungsverfahren nicht ausgeschlossen und kann auch darüber einen Studienplatz erhalten.

Wichtig: Auch bei einem Härtefallantrag müssen die generellen Studienvoraussetzungen eines Studienganges erfüllt sein. Bei Bachelorstudiengängen sind dies die Hochschulzugangsberechtigung und ggf. zusätzliche Aufnahmekriterien (Sprachniveaus, Praktika, Musikaufnahmeprüfung o.a.) und in Masterstudiengängen die in der jeweiligen Aufnahmeordnung definierten Zulassungskriterien.

Wer kann einen Härtefallantrag stellen?

Als besondere Härten können schwerwiegende gesundheitliche, familiäre oder soziale Gründe gelten.

Ein  Härtefallantrag muss nur bei der Bewerbung auf ein zulassungsbeschränktes Fach gestellt werden, bei freien Fächern ist die Zuteilung eines Studienplatzes ohnehin möglich.

Der Nachweis einer Behinderung oder chronischen Erkrankung allein reicht für einen solchen Antrag nicht aus.

Gründe für einen Härtefallantrag

Besondere gesundheitliche Gründe

Diese besonderen gesundheitlichen Gründe rechtfertigen eine sofortige Zulassung zum Studium:

Der Bewerber/die Bewerberin

• leidet an einer Krankheit mit Tendenz zur Verschlimmerung, die ihn/sie mit hoher Wahrscheinlichkeit außerstande setzen wird, die Belastungen des Studiums im gewählten Studiengange durchzustehen.

• ist durch eine Krankheit behindert. Eine berufliche Rehabilitation kann nur durch eine sofortige Zulassung zum Studium sichergestellt werden, weil auf Grund der Behinderung eine sinnvolle Überbrückung der Wartezeit nicht möglich ist.

• ist wegen der Beeinträchtigung auf ein enges Berufsfeld beschränkt. Das angestrebte Studium lässt eine erfolgreiche berufliche Teilhabe erwarten.

• muss aus gesundheitlichen Gründen das bisherige Studium oder den bisherigen Beruf aufgeben. Eine sinnvolle Überbrückung der Wartezeit ist aus diesem Grund nicht möglich.


Die Ortsbindung

Studienbewerber mit Beeinträchtigungen, die ihren Hauptwohnsitz im Lande Bremen oder einem angrenzenden Landkreis haben, können einen Härtefallantrag auf bevorzugte Zulassung an der Universität Bremen stellen. Die folgenden Begründungen rechtfertigen die Zulassung zu einem Studium an einem bestimmten Ort:

Der Bewerber/ die Bewerberin...

• ist schwerbehindert (bitte Kopie des amtlichen Behindertenausweises einreichen)

• hat andere schwerwiegende gesundheitliche Gründe vorliegen, die es notwendig machen, in Bremen zu studieren (Bitte fachärztliche Bescheinigung beifügen).

Merkliste

Der Härtefallantrag beinhaltet:

• Das ausgefüllte Formular aus dem Online-Portal

• Eine formlose schriftliche Begründung

• Ein ärztliches Attest

• Gegebenenfalls eine Kopie des Schwerbehindertenausweises

 

Der Antrag wird an folgende Adresse gesendet:

Universität Bremen

Sekretariat für Studierende

Postfach 330440

28334 Bremen

Antrag auf Verbesserung der Durchschnittsnote/ Antrag auf Verbesserung der Wartezeit

Diese Anträge auf Nachteilsausgleich können gestellt werden, wenn während der Schulzeit besondere Umstände dazu geführt haben, dass das Abitur schlechter als zu erwarten ausgefallen ist oder mit zeitlicher Verzögerung erlangt wurde.

Gründe dafür können beispielsweise sein:

• längere krankheitsbedingte Abwesenheit während der letzten drei Jahre vor dem Erwerb der Hochschulreife (z.B. Krankenhausaufenthalte oder stationäre Rehabilitationsmaßnahmen),

• ein Grad der Schwerbehinderung von mindestens 50%,

• sonstige vergleichbare besondere gesundheitliche Einschränkungen.

Für diese Anträge reicht der bloße Nachweis einer Behinderung oder Erkrankung nicht aus. Es muss dargestellt werden, wie die Beeinträchtigung dazu geführt hat, dass das Abitur schlechter ausgefallen ist, als es nach den früheren Leistungen zu erwarten gewesen wäre oder warum sich der Erwerb des Abiturs zeitlich verzögert hat. Zum Nachweis muss ein Gutachten der Schule eingereicht werden. (Da die Bewerbungsfrist an den Hochschulen in der Regel in den Schulferien endet, sollte man sich frühzeitig um ein Schulgutachten bemühen.) In diesem Gutachten soll nachvollziehbar dargelegt werden, wie sich die persönliche Situation auf die Schulleistungen ausgewirkt hat.

Wenn Sie Fragen zum Nachteilsausgleich haben, wenden Sie sich an KIS.