Nachteilsausgleich bei Finanzen

Nachteilsausgleich bei Langzeitstudiengebühren


Alle Studierenden in Bremen haben ein Studienguthaben von 14 Semestern. Ist dieses aufgebraucht, müssen 500€ Studiengebühren pro Semester bezahlt werden. War wegen einer längeren Erkrankung oder Behinderung ein ordnungsgemäßes Studium nicht möglich, kann eine Befreiung von der Studiengebühr beantragt werden.

Wichtig ist, dass die Studienzeitverlängerung durch die Krankheit/Behinderung verursacht wurde.

Der Erlass der Gebühren richtet sich nach der Dauer und Schwere der Beeinträchtigung.

Der Antrag auf Befreiung von den Gebühren erfolgt schriftlich und formlos. Er soll Folgendes enthalten:

  •  genaue Angaben zum zeitlichen Umfang der Studienzeitverlängerung. Es ist darzustellen, in welchem Zeitraum die Studierfähigkeit so gemindert war oder ist, dass ein Studium nur mit Verzögerung möglich war (Studienverlaufsübersicht).
  • Angaben darüber, in welcher Form sich die Beeinträchtigung studienzeitverlängernd auswirkt. Die Nennung einer Diagnose ist dafür nicht unbedingt erforderlich, wohl aber eine konkrete Darstellung der Einschränkungen und ihrer Auswirkungen auf den Studienverlauf.
  • falls vorhanden, ärztliche Berichte über Klinikaufenthalte, Schwerbehindertenausweis, Rentenbescheid o.ä.
  • eine aktuelle ärztliche oder psychotherapeutische Stellungnahme, aus der hervorgeht, welche konkreten Symptome das Studium in welchem Maße einschränken.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.studiengebuehren.uni-bremen.de

Nachteilsausgleich beim BAföG


Zusätzlicher Härtefreibetrag bei der Einkommensermittlung der Eltern/des Ehepartners

„Zur Vermeidung unbilliger Härten kann auf besonderen Antrag, der vor dem Ende des Bewilligungszeitraums zu stellen ist, abweichend von den vorstehenden Vorschriften ein weiterer Teil des Einkommens anrechnungsfrei bleiben. Hierunter fallen insbesondere außergewöhnliche Belastungen nach §§ 33 bis 33b des Einkommenssteuergesetzes sowie Aufwendungen für behinderte Personen, denen der Einkommensbezieher nach dem bürgerlichen Recht unterhaltspflichtig ist.“ (§§25 Abs. 6 BAföG)

 

Berücksichtigt wird bei der Berechnung also nicht nur eine Behinderung der Studierenden, sondern auch die eines Elternteils oder eines anderen unterhaltsberechtigten Familienmitgliedes.

Deshalb empfiehlt es sich in jedem Fall, einen BAföG-Antrag zu stellen, weil die behinderungs- bzw. krankheitsbedingten Aufwendungen die Freibetragsgrenze deutlich verschieben können.


Zusätzlicher Vermögensfreibetrag

Zusätzlich zum jährlichen Vermögensfreibetrag von 5.200 €, der allen zusteht, kann in Ausnahmefällen ein weiterer Teil des Vermögens anrechnungsfrei bleiben, insbesondere dann, wenn das Vermögen dazu bestimmt ist, die Folgen einer körperlichen oder seelischen Beeinträchtigung zu mildern.


Verzögerung im Studium

Verzögert sich das Studium durch die Beeinträchtigung, kann dies beim obligatorischen Leistungsnachweis am Ende des vierten Semesters geltend gemacht werden. Das BAföG-Amt kann die Vorlage des Nachweises zu einem späteren Zeitpunkt zulassen, wenn der Nachweis erbracht wird, dass die geforderten Leistungen wegen der Behinderung/Krankheit nicht rechtzeitig erbracht werden konnten.


Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus

Es besteht die Möglichkeit, über die Förderungshöchstdauer hinaus BAföG zu erhalten, wenn konkret nachgewiesen wird, wie sich das Studium durch die Behinderung oder Erkrankung verlängert. (Der Nachweis einer Behinderung allein reicht dafür nicht aus, es muss nachvollziehbar dargestellt werden, wie sich die Beeinträchtigung studienzeitverlängernd auswirkt). Die Dauer der Verlängerung richtet sich nach der Dauer der Ausfallzeiten, beträgt aber bis auf ganz wenige Ausnahmefälle  nicht länger als 12 Monate.


Berücksichtigung bei der Darlehensrückzahlung

In der Regel beginnt die Rückzahlung des Darlehens fünf Jahre nach Auslauf der Förderung. Sie erfolgt in Raten. Eine Freistellung ist möglich, wenn das monatliche Einkommen einen bestimmten Satz nicht überschreitet. Behinderung oder chronische Erkrankung können dabei als zusätzlicher Härtefreibetrag geltend gemacht werden (§18a Abs. 1 BAföG).

Weitere Informationen und zuständige Ansprechpartner:

www.studentenwerk.bremen.de

BAföG- und Sozialberatung. ASTA. Telefon: 0421-21869727

Nachteilsausgleich beim Kindergeld


Kindergeld wird auch über das 25. Lebensjahr hinaus ohne Altersbegrenzung gezahlt, wenn das Kind wegen einer Behinderung nicht in der Lage ist, selbst für seinen Unterhalt zu sorgen, vorausgesetzt, die Behinderung ist vor dem 25. Lebensjahr eingetreten.

Die Familienkasse geht davon aus, dass jemand sich nicht selber unterhalten kann, wenn die eigenen Einkünfte einen jährlichen Betrag von 7.680,00€ nicht übersteigen. Gegebenenfalls kann auch noch ein behinderungsbedingter Mehrbedarf geltend gemacht werden. Ersparnisse oder Vermögen behinderter Kinder haben keine Auswirkung auf das Kindergeld.

Weitere Auskünfte und Informationen erteilt die zuständige Familienkasse.

Nachteilsausgleich bei der gesetzlichen Krankenversicherung


Gesetzliche Krankenversicherung über die Eltern

Studierende, deren monatliches Einkommen unter 345€ liegt, können bis zum 25. Lebensjahr (gegebenenfalls plus Zeit für Freiwilligendienst) bei den Eltern mit versichert werden.

Personen, die wegen einer Behinderung nicht in der Lage sind, sich selbst zu unterhalten, können auch nach Vollendung des 25. Lebensjahres bei den Eltern versichert bleiben. Allerdings nur, wenn die Behinderung bereits vor Erreichen der Altersgrenze eingetreten ist.


Studentische Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung

Die Pflichtversicherung zum Studierendentarif ist zeitlich befristet. Sie endet in der Regel nach Ablauf des 14. Fachsemesters oder mit Vollendung des 30. Lebensjahres. Sie kann in begründeten Ausnahmefällen verlängert werden, wenn z.B. eine chronische Erkrankung oder Behinderung vorliegt. Die Obergrenze für eine Verlängerung liegt in der Regel bei maximal sieben Semestern. Weitere Auskünfte geben die örtlichen Krankenkassen oder auch die Sozialberatung des AStA: http://www.asta.uni-bremen.de