Lehrveranstaltungen WiSe 2017/2018

Germanistik, M.A.

Veranstaltungen anzeigen: alle | in englischer Sprache | für ältere Erwachsene

Master of Arts Germanistik

Zu den Studienplaenen:
http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/ma/verlauf/default.aspx


Voranmeldungen zu den Lehrveranstaltungen verpflichtend!

Studierende des Faches Germanistik/Deutsch/Deutsch als Zweitsprache muessen sich zur Teilnahme an Lehrveranstaltungen verbindlich und rechtzeitig voranmelden!

Dies gilt grundsaetzlich fuer alle Studierenden (fuer Studierende im ersten Semester bis Freitag vor Vorlesungsbeginn).
Dies gilt grundsaetzlich fuer alle Studierenden (fuer Studierende im ersten Semester bis Freitag vor Vorlesungsbeginn).
Es wird also eine Voranmeldung fuer Lehrveranstaltungen in sämtlichen Studiengaengen (Bachelor, Master und Master of Education) erwartet.

Diese Anmeldung geschieht ueber Stud.IP!

Sie tragen sich fuer die gewaehlte Veranstaltung ein. Angemeldet und in die Veranstaltung aufgenommen sind Sie aber erst dann, wenn Sie von der/dem Lehrenden auf demselben Weg eine Bestaetigung erhalten haben. Die Veranstaltungen fuer das jeweils folgende Wintersemester werden am 30. Juli, die fuer das nachfolgende Sommersemester am 30. Dezember in Stud.IP freigeschaltet.

Anmeldefristen

fuer Veranstaltungen im Sommersemester: 15. Maerz
fuer Veranstaltungen im Wintersemester: 15. September
fuer Veranstaltungen im ersten (Winter-) Semester: Freitag vor Vorlesungsbeginn

Erlaeuterungen

Dieses Voranmeldeverfahren dient der Orientierung der Lehrenden wie der Studierenden gleichermassen – insbesondere durch fruehzeitige Klaerung der Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen.
Die Studierenden sollen nach Moeglichkeit an der von Ihnen gewuenschten Veranstaltung teilnehmen koennen. In Ausnahmefaellen kann es allerdings notwendig werden, auf eine andere Veranstaltung auszuweichen, fuer die dann (nach der Anmeldefrist) noch weitere Studierende aufgenommen werden. Achten Sie bitte auf entsprechende „News“ oder Hinweise.
Sonderregelung: Bestimmte Veranstaltungen sind jedoch aus technischen oder organisatorischen Gruenden in der Teilnehmerzahl begrenzt. Dies wird in der Veranstaltungsankuendigung bzw. in Stud.IP auch so erlaeutert – fuer gewoehnlich in Verbindung mit der Nennung eines Auswahlkriteriums.


Anmeldeverfahren fuer Erasmus-Studierende:

Studierende, die im Rahmen des Erasmus-Programms Veranstaltungen aus dem Studiengang Germanistik/Deutsch besuchen moechten, muessen sich zu den jeweiligen Lehrveranstaltungen bei den zustaendigen Dozenten per Mail anmelden. Die Mailadressen finden sich hier:
http://www.fb10.uni-bremen.de/germanistik/personal/default.aspx
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
xxx

Kurs
N. N.

Ia Literaturgeschichte (vertieft) Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de
fuer Fragen der Notenverwaltung ausschliesslich vstollberg@uni-bremen.de

Das Modul Literaturgeschichte (vertieft) findet regelmaessig im Wintersemester statt. Aus dem Veranstaltungsangebot sind zwei Veranstaltungen mit insgesamt 4 SWS auszuwählen.
Hinzu kommen - in Abstimmung mit der/dem Modulbeauftragten - Lektüreaufgaben im Selbststudium, um vorhandene Lücken im Bereich der Literaturgeschichte zu schliessen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
10-M79-I1a-1 Körpergeschichte des Mittelalters als Literaturgeschichte

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 08:15 - 09:45 GW2 B2890 (2 SWS) Vorlesung

Eine Körpergeschichte des Mittelalters als Literaturgeschichte erforscht Körperbilder und -zeichen in der deutschen Literatur vom Frühmittelalter bis in die Frühe Neuzeit. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem "beschädigten" Körper, der Spuren von Krankheit und Verletzung, von körperlicher, sensueller und geistig-seelischer Beeinträchtigung aufweist. Aber auch Monstren, Riesen und Zwerge sollen ins Blickfeld rücken.
Körperzeichen stellen kulturelle Repräsentationen dar. Literatur spielt dabei eine besondere Rolle, denn sie kann den Blick auch auf Imaginiertes und Gewünschtes, Ängste und Gefährdungen, Möglichkeiten und Grenzen lenken, die auch außerhalb der erlebbaren Realität angesiedelt sein können. Literatur bietet Sinnkonstrukte und Bewältigungshilfen an, die sich nicht direkt an Alltagstauglichkeit und dem Paradigma des ‚Funktionieren-Müssens’ messen lassen müssen.
Je nach Studiengang und Modul sind unterschiedliche Studienleistungen und Prüfungsformen vorgesehen, über die in der ersten Sitzung informiert wird.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-I1a-2 Arno Schmidt: "Kühe in Halbtrauer"

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 B1405 NUR Mo. + Di. (2 SWS) Seminar

Arno Schmidt (1914-1979) zählt zu den herausragenden Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur. Sein – nicht immer leicht zu lesendes – Werk besticht durch seine sprachliche Originalität. Zu den wichtigsten Verfahren Schmidts gehört die Intertextualität, durch die er in seinen Texten eine eigene literarische Traditionslinie herstellt.
Der 1964 erschienene Band Kühe in Halbtrauer enthält zehn Erzählungen, in denen Schmidt (vor dem Großunternehmen Zettel’s Traum) die größte Verdichtung seiner Prosa erreicht. Im Seminar wollen wir diese Texte in geduldigen close readings zu entziffern versuchen, um ihre ästhetische Komplexität erfassen und ihren Standort in der deutschen Nachkriegsliteratur beschreiben zu können.
Am Schluss soll dann ein Text stehen, der Arno Schmidts Kühe in Halbtrauer intertextuell voraussetzt: Uwe Timms Novelle Freitisch (2011)
Als Taschenbuch liegen die Erzählungen auf zwei Bände aufgeteilt vor, die die Textgrundlage des Seminars bilden werden: Orpheus und Schwänze (Fischer Taschenbuch).

Prof. Dr. Axel Dunker

Ib Methodologie und Theorie der Literatur Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de

Das Modul Methodologie und Theorie der Literatur findet regelmaessig im Wintersemester statt. Aus dem Veranstaltungsangebot sind zwei Veranstaltungen mit insgesamt 4 SWS auszuwaehlen. Hinzu kommen - in Abstimmung mit der/dem Modulbeauftragten - Lektuereaufgaben im Selbststudium, um vorhandene Luecken im Bereich der Literaturtheorie und der literaturwissenschaftlichen Methodologie zu schliessen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
10-M79-I1b-1 Engagement / Agency

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:15 - 15:45 GW1 A0150 (2 SWS) Seminar

Was ist ‚engagierte Literatur‘? Muss sie notwendigerweise ästhetische Komplexität reduzieren, um eine intendierte Wirkung zu erzielen? Oder ist diese gerade notwendig, um ‚ästhetischen Widerstand‘ zu leisten? Drückt sich in einem besonderen Bezug der Literatur auf die jeweilige Gegenwart schon Engagement aus? In was für einem Verhältnis steht der literaturwissenschaftliche Begriff des Engagements zur postkolonialen Kategorie der ‚Agency‘ („Handlungsfähigkeit und Handlungsmacht von Einzelnen und Gruppen zur Durchsetzung ihrer Interessen, insbesondere dort, wo die Betroffenen in der Minderheit oder ohne Stimme sind“, Henning Melber)?
Das sind nur einige der Fragen, die im Seminar zu stellen sind. Im Anschluss an eine Lektüre der einschlägigen theoretischen Texte (Sartre, Adorno, Barthes, Spivak, Bhabha) sollen zunächst exemplarisch an Fallstudien (Heinrich Heine und die Folgen, die Enzensberger-Weiss-Kontroverse 1967/68) einige historische Debatten um Engagement aufgearbeitet werden. Danach werden wir Essays und literarische Texte aus den letzten Jahren von Marcel Beyer, Thomas Stangl, Thomas Meinecke, Ulrich Peltzer, Didier Eribon u.a. darauf befragen, was für ein Verständnis von Engagement und Agency sich in ihnen ausdrückt.
Lit.: Jürgen Brokoff / Ursula Geitner / Kerstin Stüssel (Hg.): Engagement. Konzepte von Gegenwart und Gegenwartsliteratur. Göttingen 2016; Thomas Ernst: Literatur und Subversion. Politisches Schreiben in der Gegenwart. Bielefeld 2013; Wilfried F. Schoeller / Herbert Wiesner (Hg.): Widerstand des Textes. Politisch-ästhetische Ortsbestimmungen. Berlin 2009.

Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-I1b-2 Komik- und Gewalttheorien am Beispiel vormoderner Schwankliteratur

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 08:15 - 09:45 SFG 2070 (2 SWS) Seminar

Schwankdichtungen des Mittelalters nehmen mit schwarzem Humor und auf derbe, oft gewaltverherrlichende Weise das menschliche Zusammenleben der verschiedenen Geschlechter, Altersgruppen und Stände ins Visier. Im Seminar sollen Komik- und Gewalttheorien an verschiedenen Mären des 13.-15 Jahrhunderts, an Fastnachtspielen sowie am 'Ulenspiegel' erprobt werden.
Je nach Studiengang und Modul sind unterschiedliche Studienleistungen und Prüfungsformen vorgesehen, über die in der ersten Sitzung informiert wird.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock

Ic Sprachwissenschaft und Semiotik: Theorien und Modelle Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Ingo Warnke in Verbindung mit Dr. Andreas Rothenhoefer, Kontakt: iwarnke@uni-bremen.de rothenhoefer@uni-bremen.de

Das Modul Sprachwissenschaft und Semiotik: Theorien und Modelle findet regelmässig im Wintersemester statt. Aus dem Veranstaltungsangebot sind zwei Veranstaltungen mit insgesamt 4 SWS auszuwählen. Hinzu kommen - in Abstimmung mit der/dem Modulbeauftragten - Lektüreaufgaben im Selbststudium, um vorhandene Lücken im Bereich der Sprachwissenschaft und Semiotik zu schliessen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
10-M79-I1c-1 Sprache im Umfeld - Ortsbindung als linguistischer Gegenstand
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 14:15 - 15:45 Externer Ort: GW2 A3770 (2 SWS) seminar
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-I1c-2 Multimodale Geprächsanalyse
Modultyp B/C im Studiengang Language Sciences, M.A.

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 SuUB 4330 (Studio I Medienraum ) (2 SWS) Seminar

Der Begriff der Multimodalität hat in sprach- und kommunikationswissenschaftlichen Zusammenhängen, die sich nicht nur mit verbaler Kommunikation befassen, aktuell eine starke Konjunktur. Während im Zentrum systemorientierter Sprachmodelle statische und abgeschlossene Zeichenkomplexe wie Phoneme, Morpheme, Wörter, Sätze und Texte stehen, befasst sich die Gesprächsanalyse darüber hinaus mit der (wechselseitigen) und dynamischen Interaktion zwischen Sprecher und Hörer. Dabei spielen nicht nur verbale Codes eine Rolle, sondern auch paraverbale und nonverbale Kommunikationssignale und deren Verständnis sowie die dafür nötigen Voraussetzungen eines geteilten Wahrnehmungsraums und eines situativen bzw. durch geteilte Erfahrungen geprägten Vorwissens.

Hinsichtlich der Definitionen von Multimodalität konkurrieren Begriffsbestimmungen, die auf die körperlichen Sinneskanäle der Kommunikation abzielen (visuell, auditiv, olfaktorisch, gustatorisch, taktil), mit Bestimmungen, die vor allem medial vermittelte und soziokulturell geprägte semiotische Modi als Bündel bzw. Systeme von Zeichenressourcen untersuchen. Im Zentrum des Seminars steht die pragmasemiotische Beschreibung und Abgrenzung dieser Aspekte anhand geeigneter Alltags- und Medienbeispiele. Dabei sollen gängige Beschreibungsformate und Analysemodelle erprobt und ihre Inbezugsetzung mit anderen gesprächs- und interaktionslinguistischen Kategorisierungen erörtert werden.

Unterrichtsformen: Impulsreferate, Dozentenvortrag, Plenumsdiskussionen, Gruppenarbeiten, Textlektüre und Medienbeispiele.

Voraussetzung für den Erwerb von Studienleistungen: Regelmäßige und aktive Teilnahme

Grundlegende Literatur: wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.

Dr. Andreas Rothenhöfer

Id Historische Sprachstufen des Deutschen (vertieft) Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Elisabeth Lienert, Kontakt: elienert@uni-bremen.de
fuer Fragen der Notenverwaltung ausschliesslich vstollberg@uni-bremen.de

Das Modul Historische Sprachstufen des Deutschen (vertieft) besteht aus zwei verpflichtenden Veranstaltungen im Umfang von zusammen 4 SWS. Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von 4 SWS auszuwählen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
10-M79-I1d-1 Martin Luther und die deutsche Sprache

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 2 (2 SWS)
Dr. Jana Jürgs
10-M79-I1d-2 Mittelhochdeutsch als fremde Sprache

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:15 - 13:45 GW2 A4020 (2 SWS) Seminar
Dr. Jana Jürgs

IIIa Germanistik und Kulturgeschichte Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Thomas Althaus, Kontakt: talthaus@uni-bremen.de

Das Modul Germanistik und Kulturgeschichte besteht aus zwei verpflichtenden Veranstaltungen im Umfang von insgesamt 4 SWS und findet regelmässig im Wintersemester statt. Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von mindestens 4 SWS auszuwählen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
10-M79-I1a-1 Körpergeschichte des Mittelalters als Literaturgeschichte

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 08:15 - 09:45 GW2 B2890 (2 SWS) Vorlesung

Eine Körpergeschichte des Mittelalters als Literaturgeschichte erforscht Körperbilder und -zeichen in der deutschen Literatur vom Frühmittelalter bis in die Frühe Neuzeit. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem "beschädigten" Körper, der Spuren von Krankheit und Verletzung, von körperlicher, sensueller und geistig-seelischer Beeinträchtigung aufweist. Aber auch Monstren, Riesen und Zwerge sollen ins Blickfeld rücken.
Körperzeichen stellen kulturelle Repräsentationen dar. Literatur spielt dabei eine besondere Rolle, denn sie kann den Blick auch auf Imaginiertes und Gewünschtes, Ängste und Gefährdungen, Möglichkeiten und Grenzen lenken, die auch außerhalb der erlebbaren Realität angesiedelt sein können. Literatur bietet Sinnkonstrukte und Bewältigungshilfen an, die sich nicht direkt an Alltagstauglichkeit und dem Paradigma des ‚Funktionieren-Müssens’ messen lassen müssen.
Je nach Studiengang und Modul sind unterschiedliche Studienleistungen und Prüfungsformen vorgesehen, über die in der ersten Sitzung informiert wird.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-III3a-1 Literarische Kulturgeographie und Imagologie im 19. Jhd.: die Prosa der Sittengemälde und Charakterbilder

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 SFG 2020 (2 SWS) Seminar

Master-Modul IIIa; Germanistik und Kulturgeschichte

Literarische Kulturgeographie und Imagologie im 19. Jahrhundert: die Prosa der Sittengemälde und Charakterbilder

Raum SFG 2020, Zeit: Do, 16-18 c.t.

In einer Dorfgeschichte Berthold Auerbachs (Die Professorin, 1846) heißt es, man müsse heutzutage entweder Astronomie oder Geologie treiben: die eine habe dem gewohnten Leben „das Dach überm Kopf abgehoben“, die andere „den Boden unter den Füßen weggezogen“, und wir – auf der Zwischenebene menschlicher Existenz – wollten „die ganze Natur hineinreißen in den grauen Wirrwarr unserer Philosopheme“. Die natürliche Welthabe, die der Realismus zur Mitte des 19. Jahrhunderts predigt, erweist sich hier als Folge eines weitgreifenden Verlustes von Sinnangeboten, Traditionen, Perspektiven. Davon abgeschnitten, wird die Konzentration auf Umfelder zur neuen Perspektive. Die Identität des Subjekts beruht nun auf seiner Verortung in Kontexten. Das ist der Anfang der modernen Kulturgeographie. Dies geschieht zu einer Zeit allerdings, in der mit den Dislokationsschüben des 19. Jahrhunderts (Urbanisierung, Auswanderung) auch hierfür die Konstanten schwinden und überhaupt kontinuierliche Erfahrung durch eine Wahrnehmung in wechselnden ‚Bildern‘ ersetzt wird.
Das Seminar steht im Kontext des Forschungsprojekts „Bildprosa 1820-1900“. Es erkundet die Situation der literarischen Kulturgeographie in einzelnen ‚Bildern‘ vornehmlich für zwei Bezugsfelder: an ‚Amerikabildern‘ der populären Reiseliteratur (v.a. Sealsfield, Gerstäcker) und an den feuilletonistischen ‚Großstadtbildern‘ (v.a. zur Metropole Wien: Stifter, Glaßbrenner). Begonnen wird kulturgeographischen Texten und Novellen zur Pfalz (W.H. Riehl, A. Becker). Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Pfalz ein von Kriegen, Revolutionen, Auswanderung förmlich durchfegter Raum: ein paradigmatischer ‚Ort‘ für das Leben in der Moderne.

Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-III3a-2 Mystik in der Kultur und Literatur der Jahrhundertwende (1900)
Mysticism in German fin de siècle Culture and Literature

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:15 - 17:45 GW2 B2890 (2 SWS) Seminar

Um 1900, also mit Beginn der literarischen und kulturellen Moderne, entwickeln auffällig viele Intellektuelle, Schriftsteller und andere Künstler nicht nur, aber besonders im deutschen Sprachraum eine Vorliebe für Mystik. Im Unterschied zur religiösen Tradition der Mystik wird diese neue Mystik freilich als moderne, gottlose Mystik konzipiert. Im Anschluss an die Tradition wird jedoch auch weiterhin auf die Einheitserfahrung mit dem Anderen oder Göttlichen gesetzt. Diese Einheitserfahrung wiederum ist in der mystischen Tradition ebenso wie in der modernen Mystik nicht (einfach) sprachlich aussagbar.
Ziel dieses Seminars ist es somit, diese moderne Mystik in drei Hinsichten näher kennen zu lernen und zu beleuchten: a) im Kontext der sich etablierenden Moderne, b) als spezifisch moderne Ausformung von Mystik sowie c) in ihrem Potential, Literatur thematisch und/oder poetologisch zu prägen.
Konkrete Gegenstände des Seminars sind somit zum einen einige diskursive bzw. programmatische Texte zur neuen Mystik (von Autoren wie Nietzsche, Mauthner oder anderen Intellektuellen der Zeit), zum anderen literarische Texte, die diese moderne Mystik produktiv verarbeiten (was viele bekannte Autoren der Zeit tun, etwa Rilke, Hofmannsthal, Hauptmann oder Musil).
Einen konkreten Plan für dieses Seminar mit Nennung der Textauswahl finden Sie ab spätestens Ende September in Stud.IP.
Das Modul IIIa des Masters Germanistik kann mit einer mündlichen Prüfung oder einer Hausarbeit abgeschlossen werden. Beide Optionen werden auch in diesem Seminar angeboten.
Das Profilmodul Literatur des Masters Transnationale Literaturwissenschaft schließt mit einer Hausarbeit als Prüfung ab.

Dr. Uwe Spörl

IIIb Performanz und fiktionale Medien Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Modulbeauftragter: Prof. Dr. Axel Dunker, Kontakt: adunker@uni-bremen.de

Das Modul Performanz und fiktionale Medien besteht aus zwei verpflichtenden Veranstaltungen im Umfang von insgesamt 4 SWS. Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von mindestens 4 SWS auszuwählen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
10-M79-III3b-1 Ritual und Inszenierung im mittelalterlichen Spiel

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:15 - 15:45 AIB 0060 GW2 B1170 (2 SWS)

Das geistliche Spiel entwickelt sich aus einer kurzen, wortlosen Szene in der Ostermesse hin zu einer dramatischen Form, die mehrtägige Aufführungen umfassen kann. Daneben finden sich im Spätmittelalter komisch-groteske Fastnachtspiele, die insbesondere den Städtern vor der Fastenzeit Freiraum für Verbotenes und Tabuisiertes geben (Sexualität, Obszönität, Körperausscheidungen u.a.). Das Seminar beschäftigt sich mit ausgewählten geistlichen Spielen und Fastnachtspielen und wendet sich insbesondere Fragen nach der Bedeutung von rituellen und performativen Akten zu, nach Inszenierungsmöglichkeiten und dem Status zwischen Lesetext und Aufführungszeugnis.

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock
10-M79-III3b-2 Medientheorie und Medienästhetik bei Walter Benjamin

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:15 - 19:45 GW2 B2890 (2 SWS) Seminar

Walter Benjamin gilt als Klassiker der Medientheorie bevor diese sich als eigene Disziplin überhaupt etablierte. Texte wie Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit gehören trotz (oder wegen) ihrer teilweise dunkel anmutenden Begrifflichkeit zum Kanon der Kulturwissenschaften. Dabei ist die „Medientheorie“ Benjamins immer in einen größeren theoretischen Kontext eingebettet. Ziel des Seminars ist es, zunächst die medientheoretisch wichtigsten Schriften Benjamins (neben dem Kunstwerk-Aufsatz u.a. Der Erzähler, Kleine Geschichte der Photographie und kleinere Texte) zu erarbeiten, dabei in Grundzüge seiner Theorie einzuführen und sie schließlich durch den Blick auf Benjamins eigene und ihm nahstehende medienästhetische Praxis (etwa bei Brecht) der 1920er und 30er Jahre zu ergänzen.

Dr. Jan Gerstner

IIIc Ästhetik und Semiotik Wahlpflichtmodul ECTS: 10

Modulbeauftragte: Prof. Dr. Axel Dunker in Verbindung mit Prof. Dr. Ingo Warnke, Kontakt: adunker@uni-bremen.de iwarnke@uni-bremen.de

Das Modul Ästhetik und Semiotik besteht aus zwei verpflichtenden Veranstaltungen im Umfang von insgesamt 4 SWS. Aus dem Veranstaltungsangebot sind Veranstaltungen im Umfang von mindestens 4 SWS auszuwählen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
10-M79-III3c-1 Modelle der Semiotik und der ästhetische Erfahrung und ihre Anwendung auf die Literatur am Beispiel des Themas Krieg

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:15 - 13:45 IW3 0210 (2 SWS) Seminar

Das Theoriespektrum, das mit der Semiotik verbunden wird, ist recht breit ausgestaltet und wird auch heute noch weiterentwickelt. Im Zentrum des Seminars soll deshalb einerseits die kulturwissenschaftliche Ausprägung der Semiotik stehen. Die Frage nach der ästhetischen Erfahrung hingegen entstammt bereits der „Poetik“ des Aristoteles und wird heute nur noch am Rande diskutiert. In der Gegenwart hat sich der Akzent der Theoriedebatten, die dieses Feld berühren, auf die Performanz und Fragen der Präsenz verschoben. Zu fragen ist dabei aber, welchen Beitrag die Kategorie der Wirkung und der Interaktion der Kunstwerke mit dem Leser heute für die Interpretation von literarischen Texten auch im Kontext der Semiotik zur Verfügung stellen. Beide theoretischen Konzeptionen Kultursemiotik und ästhetische Erfahrung sollen auf ihre Leistungsfähigkeit im Hinblick auf die kommunikative und die kulturelle Funktion der Literatur, also auf die Fähigkeit, die Kommunikation des Kunstwerkes mit seinem Außen zu beschreiben und zu interpretieren, hin untersucht werden. Dabei ist auch zu klären, welche Elemente und Theorieteile für die Debatten der Gegenwart weiterzuentwickeln oder zu modifizieren sind. Die theoretischen Bezugspunkte bilden die aktuelle Kultursemiotik (Posner) und Jauss Theorie der ästhetischen Erfahrung sowie Texte von Roland Barthes zu beiden Feldern.

Die Möglichkeiten und Perspektiven der beiden Ansätze sollen an literarischen Texten erprobt werden, die mit unterschiedlichen Akzenten die Darstellung und die Auswirkung des Krieges auf die Gesellschaft in den Mittelpunkt stellen. Die Auswahl der Gegenstände zielt auf Kontraste, die ein breites thematisches Spektrum abdecken sollen, um die Texte unter den Prämissen der theoretischen Konzepte auf möglichst viele Facetten hin untersuchen zu können. Diskutiert werden sollen in historischer Reihe die Theaterstücke: „Minna von Barnhelm“ von Gotthold Ephraim Lessing, „Schlacht“ von Heiner Müller, „Bambiland / Babel“ von Elfriede Jelinek, Lyrik von Georg Heym und Volker Braun, Auszüge aus Ingeborg Bachmanns Roman „Malina“, der Essayfilm „Krieg und Frieden“ von Alexander Kluge und das Gemeinschaftsprojekt „Dezember“ von Alexander Kluge und Gerhard Richter.

PD Dr. Martin Schierbaum
10-M79-III3c-3 Indexikalität grammatischer Strukturen

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:15 - 11:45 GW1 B1120 GW1 A1070 SFG 2030 GW1 C2100 (2 SWS) Seminar
Dr. Daniel Schmidt-Brücken (LB)

Ergänzende Angebote

Ergaenzende Angebote fuer die Studierenden des Master Germanistik bieten
die Moeglichkeit, ueber das Pflicht- und Wahlpflichtprogramm hinaus
Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen. Sie reichen von Angeboten zur
Erweiterung des fachlichen Horizonts ueber fuer Studierende nicht-deutscher Muttersprache bis hin zu Seminaren und Colloquien, in denen erste eigene Forschungen diskutiert werden koennen. Bitte beachten Sie in jedem Einzelfall die Zielgruppe der Veranstaltung und die Teilnahmevoraussetzungen.
In diesen Veranstaltungen werden im Rahmen der Ergaenzenden Angebote
keine ECTS-Punkte fuer das Master-Programm erworben.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
10-M79-EA-1 Ringvorlesung: Texte für und wider die Reformation

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 16:15 - 17:45 SFG 1040 (1 SWS) Seminar

Die diesjährige Ringvorlesung des Instituts für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung behandelt Texte und Medien für und wider die Reformation und findet wie immer donnerstags, 16.15-17.45 Uhr statt (19.10.2017 bis vorauss. 14.12.2017).

Eingeladen sind Studierende der General Studies, Studierende aller Fächer und die interessierte Öffentlichkeit. Es können auch einzelne Vorträge besucht werden; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos, Literaturhinweise sind von den einzelnen Referent_innen zu erhalten.

Das genaue Programm und weitere Informationen folgen unter StudIP.

Informationen für Studierende:
General Studies: Teilnahmescheine über 1 CP für regelmäßige Teilnahme bzw. 2 CP im Modul "Wissenschaft im Kontext" für General Studies (Rundgespräch oder Essay).

PD Dr. Sonja Kerth-Wittrock (/IMFF)
10-M79-EA-2 Colloquium für Early Career Academics

Colloquium

Termine:
wöchentlich Mi 16:15 - 17:45 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 4 (2 SWS) Colloquium
Prof. Dr. Ingo Hans Warnke
10-M79-EA-3 Doktoranden-Colloquium

Colloquium

Einzeltermine:
Mo 04.12.17 16:00 - 19:00 GW2, A3770 (Ifkud-Raum)
Mo 18.12.17 16:00 - 19:00 GW2, A3770 (Ifkud-Raum)
Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-EA-4 Doktoranden-Colloquium

Colloquium
Prof. Dr. Thomas Althaus
10-M79-EA-5 Forschungscolloquium

Colloquium
Prof. Dr. Thomas Althaus
Prof. Dr. Axel Dunker
10-M79-EA-6 Forschungskolloquium für Doktoranden

Colloquium

Termine:
wöchentlich Do 12:15 - 13:45 (2 SWS) Colloquium
Prof. Dr. Nicole Kathleen Marx

Ansprechpartner für die Inhalte des Veranstaltungsverzeichnisses

Alte Vorlesungsverzeichnisse (bis Sommersemester 2012)