Lehrveranstaltungen WiSe 2017/2018

Komplexes Entscheiden, M.A.

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MODULBEREICH: Theorie und Empirie des Komplexen Entscheidens (27 CP)

Modul 01: Theorie des Komplexen Entscheidens (9 CP)

Das Modul wird regelmaessig im Wintersemester angeboten.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-M39-1-01-01 Einführung in die Theorie Komplexen Entscheidens
Introduction into the Theory of Komplex Decision Making

Seminar

Einzeltermine:
Mi 18.10.17 14:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.
Mi 01.11.17 14:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.
Mi 15.11.17 14:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.
Mi 13.12.17 14:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.
Mi 10.01.18 14:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.
Mi 17.01.18 14:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.
Mi 24.01.18 14:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So.
Mi 07.02.18 14:00 - 16:00 GW2 B1410

Die inhaltliche Grundlage des Seminars bildet die Bearbeitung und Diskussion von Texten aus Gegenstandsbereichen der Rechtwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Politikwissenschaft und Philosophie sowie für die Theorie des komplexen Entscheidens relevanter Nachbardisziplinen. Es sollen theoretische Grundlagen vermittelt sowie analytische Fähigkeiten und Kompetenzen für einen fundierten, problemadäquaten Umgang mit Entscheidungsproblemen erworben werden. Dabei soll zum einen interdisziplinäres Wissen vermittelt werden. Zum anderen soll die Anwendung eines fächerübergreifen Instrumentariums zur Problemanalyse sowie Entwicklung von interdisziplinären Lösungskonzepten und Handlungsansätzen erlernt werden.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-M39-1-01-02 Praxis des Komplexen Entscheidens
Decision Making in Practice
2 SWS

Exkursion

Einzeltermine:
Do 19.10.17 10:00 - 12:00 SFG 2030
Do 26.10.17 10:00 - 12:00 SFG 3070
Do 01.02.18 10:00 - 12:00 SFG 3070

Ziel der Veranstaltung, die begleitend zur Einführung in die Theorie Komplexen Entscheidens stattfindet, ist es, Einblick in Entscheidungssituationen, -routinen und -probleme von öffentlichen Institutionen in der Praxis zu erhalten.
Die Veranstaltung findet daher auch, jeweils zu einem spezifischen Thema, vor Ort, z.B. in der öffentlichen Verwaltung der Freien Hansestadt Bremen, statt. Wir wollen mit Expertinnen und Experten Fragen klären wie: Wo, in welchem Umfeld und in welcher Form finden Entscheidungsprozesse statt? Welche Akteure sind an Entscheidungen beteiligt? Wie werden die Anforderungen und ggf. die Spannungen von Recht, Moral, Politik und Ökonomie austariert? Wie gestaltet sich dabei das Verhältnis zwischen Politik, Verwaltung, anderen Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürgern heute? Welcher Voraussetzungen bedarf es, um zu „guten Entscheidungen“ zu gelangen?
Diese spannenden Fragen setzen einen Überblick über die Aufgaben, Organisationsstrukturen und aktuellen Themenfelder der besuchten Institutionen im öffentlichen Raum voraus, den wir in dieser Veranstaltung gewinnen wollen.

Sandra Kohl

Modul 07: Empirie des Komplexen Entscheidens (6 CP)

Das Modul wird regelmaessig im Wintersemester angeboten.
Fuer das Modul 07 waehlen Sie eine der beiden Veranstaltungen aus.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-M39-3-07-02 Strategie in der Politik. Theorie und Praxis strategischen Entscheidens.
Political strategy. Strategic decision-making in theory and practice

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Do 02.11.17 18:00 - 20:00 UNICOM 3.3380 (SOCIUM - Mary-Somerville-Str. 3)
Fr 01.12.17 12:00 - 22:00 UNICOM 3.3380 (SOCIUM - Mary-Somerville-Str. 3)
Sa 02.12.17 10:00 - 20:00 UNICOM 3.3390 (SOCIUM - Mary-Somerville-Str. 3)

In Politik und Politikwissenschaft ist Strategie, anders als in anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Ökonomie, Militär oder Sport, ein noch wenig erschlossenes Feld. Inhalte dieses Seminars sind eine Einführung in die konzeptionellen Grundlagen politischer Strategieanalyse und ein selbständiges „praktisches Strategietraining“ der Studierenden. Im Rahmen dieses Praxiselements trainieren die Studierenden Strategiebildungsprozesse und wenden sie auf aktuelle Fälle deutscher Innenpolitik an. Ziel dieser Veranstaltung ist die Vermittlung von Grundlagen der politikwissenschaftlichen Strategieanalyse und der Erwerb von praktischen Fähigkeiten zu strategischem Denken und Handeln.

Literatur zur Einführung:
Raschke, Joachim/Tils, Ralf 2011: Politik braucht Strategie – Taktik hat sie genug. Ein Kursbuch, Frankfurt/M.: Campus.

PD Dr. Ralf Tils

MODULBEREICH: Interdisziplinärer Kernbereich (27 CP)

Modul 02: Normativ-ethische und wirtschaftswissenschaftliche Perspektiven (9 CP)

Das Modul wird regelmaessig im Wintersemester angeboten.
Im Modul 02 waehlt der Studierende zwei Lehrveranstaltungen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-05-B Einführung in die Praktische Philosophie
Introduction to Practical Philosophy
M.A. Komplexes Entscheiden 09-M39-1-02-01

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 0150 (2 SWS)

Die Vorlesung führt in Grundbegriffe der Praktischen Philosophie ein. Sie geht aus vom Begriff der Handlung und entwickelt aus dessen Implikationen einige in der Geschichte der Philosophie und in den gegenwärtigen philosophischen Debatten zentrale Begriffe und Fragestellungen, um mit wichtigen Theorie-Konzeptionen der Praktischen Philosophie vertraut zu machen. Grundkonzepte der Allgemeinen Ethik, der Angewandten Ethik, der Politischen Philosophie und der Rechtsphilosophie werden vorgestellt.

Es werden vor allem die folgenden Begriffe eingeführt: Freiheit, Absicht, Wille, Entscheidung; Nutzen, Glück, Pflicht, Achtung, Unparteilichkeit, Moral; Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Legitimität; Gerechtigkeit, Recht, Menschenrechte.

Die Vorlesung richtet sich an Studierende, die sich Grundlagen der Praktischen Philosophie aneignen (Bachelor Philosophie 1. Jahr und Master Komplexes Entscheiden 1. Jahr). Sie kann aber von allen Interessierten besucht werden.

Literaturangaben finden sich im Lektüre-Leitfaden, der im Stud.IP zum Herunterladen zur Verfügung steht und weitere Angaben zu wichtigen Quellentexten und Forschungsliteratur zur Praktischen Philosophie enthält.

Prof. Dr. Georg Mohr
09-M39-1-02-03 Wirtschaftspolitik
Economic Policy

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 10:00 - 12:00 SFG 2040 (2 SWS)

In dem Seminar sollen theoretische und wirtschaftspolitische Ansätze praxisrelevanter Probleme erarbeitet werden, um den Studierenden den vielfältigen Nutzen volkswirtschaftlichen Wissens zu verdeutlichen.

Die Bedeutung der Wirtschaftsordnung und die Rolle des Staates in einer Marktwirtschaft in Normal- und Krisenzeiten sind zentrale Themen. Weiterhin stehen die Fragen „Kann man Rezession und Arbeitslosigkeit sowie Inflation unter den Bedingungen internationaler Verflechtung erfolgreich vermeiden? Über welche Optionen verfügt die Wirtschaftspolitik in der Euro- Krise?“ im Mittelpunkt.
Im Einzelnen werden folgende Kapitel behandelt:

1. Aufgaben der Wirtschaftspolitik in der Marktwirtschaft
2. Konzeptionen des wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozesses
3. Aspekte praktischer Wirtschaftspolitik
4. Der Finanzmarkt und die internationale Finanzkrise
5. Wirtschaftspolitik in der Eurokrise

Literaturempfehlungen:
APOLTE, TH. u. a. (2007), Vahlens Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, Band 2, München, 9. Auflage
KRUGMAN, P. R., OBSTFELD, M. (2006), Internationale Wirtschaft. Theorie und Politik der Außenwirtschaft
MANKIW, N. G., TAYLOR, M. P., (2012), Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Stuttgart, 5. Auflage

Weitere Literaturhinweise erfolgen in der Veranstaltung.

Jochen Eckertz
09-M39-1-02-04 Finanzpolitik in der Demokratie
Financial Policy in the Democracy

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 GW2 B2890 (2 SWS)

Gegenstand der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung gibt einen Überblick zur öffentlichen Finanzwirtschaft sowie den besonderen Problemen der Finanzpolitik. Sie befasst sich aus theoretischer Perspektive mit den ökonomischen Grundlagen staatlicher Aktivitäten und bietet insbesondere für Absolventen nicht-wirtschaftswissenschaftlicher Bachelor-Studiengänge einen Einstieg in die Lehre staatlicher Aktivitäten. Hierzu zählt neben der Vorstellung wesentlicher Ziele, Träger und Instrumente der öffentlichen Finanzpolitik auch die Analyse des marktwirtschaftlichen Prozesses und die Klärung von Ursachen, welche zu Marktversagen, Verteilungsversagen und Präferenzversagen als Rechtfertigung staatlicher Aktivitäten führen können.

Die damit angedeuteten Aktivitäten der öffentlichen Hand unterliegen innerhalb demokratischer Strukturen bestimmten Entscheidungsprozessen. Staatliche Aktivitäten sind kollektive Aktivitäten, bei denen individuelle Interessen als gemeinsame Interessen zum Ausdruck kommen. Insofern ist es auch von Bedeutung, wie Individuen im öffentlichen Sektor handeln und durch welche Institutionen ihr Handeln beeinflusst bzw. gelenkt wird. Darauf aufbauend soll den Studierenden der öffentliche Budgetprozess näher gebracht werden, da sich staatliche Aktivitäten überwiegend in öffentlichen Haushalten niederschlagen. Abgeschlossen wird die Lehrveranstaltung mit einer Analyse der Finanzierungsinstrumente des Staates.


Zielsetzung
Die Lehrveranstaltung soll die Fähigkeit vermitteln, die Rechtfertigungen staatlicher Aktivitäten sowie die sich aus staatlichem Handeln ergebenden Probleme nachvollziehen zu können. Die Studierenden werden auch formal über die Analyse staatlichen Handelns grundlegend unterrichtet. Die Studierenden sollen einen Überblick über ökonomische Theorien bezüglich der öffentlichen Aktivitäten innerhalb einer sozialen Marktwirtschaft gewinnen. Es sollen Grundlagen geschaffen werden, um die im interdisziplinären Kernbereich erworbenen Fähigkeiten erweitern, komplexe Probleme verstehen und kritisch reflektieren zu können.


Inhaltsübersicht

Kapitel 1: Ziele, Träger und Instrumente der Finanzpolitik
Kapitel 2: Markt und Effizienz - eine wohlfahrtsökonomische Analyse
Kapitel 3: Staatliche Bereitstellung öffentlicher Güter
Kapitel 4: Externalitäten und staatlicher Eingriff
Kapitel 5: Unteilbarkeiten und staatlicher Eingriff
Kapitel 6: Der öffentliche Haushalt
Kapitel 7: Der staatliche Entscheidungsprozess
Kapitel 8: Steuern
Kapitel 9: Öffentliche Verschuldung


Literatur

Grundlagenliteratur

Blankart, Charles B. (2011), Öffentliche Finanzen in der Demokratie. 8., vollständig überarbeitete Aufl., Vahlen, München.

Brümmerhoff, Dieter und Thiess Büttner (2015), Finanzwissenschaft. 11., überarbeitete und aktualisierte Aufl., De Gruyter Oldenbourg, München.

Edling, Herbert (2011), Die Hauptfunktionen des Staates, Wirtschaftsstudium 40 (3), 379-391.


Ergänzende Literatur

Zimmermann, Horst, Henke, Klaus-Dirk und Michael Broer (2009), Finanzwissenschaft. 10. Aufl., Vahlen, München.

Fritsch, Michael (2011), Marktversagen und Wirtschaftspolitik. 8., überarbeitete Aufl., Vahlen, München.

Eibner, Wolfgang, Hoyer, Werner und Klaus-Dieter Rothe (2010), Indifferenzkurvenanalyse, Wirtschaftsstudium 39 (5), 712-719.


Hausarbeiten

Themenvergabe bis: 30.11.
Offizielle Anmeldungen zur Prüfungsleistung bis zum: 10.01.
Offizielle Abmeldung möglich bis: 31.01.

Abgabe der Hausarbeiten bis zum: 15.03.

Prof. Dr. Andre W Heinemann
09-M39-1-02-05 Einführung in das Philosophische Denken
Introduction into Philosophical Thinking

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:00 - 16:00 SFG 0150 (2 SWS)

Das Seminar möchte einen Einblick geben in das philosophische Denken und Arbeiten und ein Gefühl dafür vermitteln, was philosophische Fragestellungen ausmacht. Darüber hinaus versteht es sich als Einführung in jene Bereiche der – vornehmlich Praktischen – Philosophie, die für die Inhalte des Masters „Komplexes Entscheiden“ einschlägig und relevant sind. Wir werden und also neben einem kurzen Blick in die Logik und Argumentationstheorie vor allem mit verschiedenen Moraltheorien und ausgewählten Problemen der Angewandten Ethik sowie mit zentralen Konzepten der Politischen Philosophie befassen.

Lit: Die Aufsätze werden als Dateien zur Verfügung gestellt.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

Modul 03: Politik- und rechtswissenschaftliche Perspektiven (9 CP)

Das Modul wird regelmaessig im Wintersemester angeboten.
Fuer die Anrechnung des Seminars 'Einfuehrung in die Politische Theorie' waehlen Sie 'Einfuehrung in die Sozialwissenschaften' oder 'Einfuehrung in das politische System der BRD'.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-M39-1-03-03 Einführung in die Rechtswissenschaft
An Introduction to Law

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 SFG 0140 (2 SWS)

A. Ziele der Lehrveranstaltung
• Überblick über Rechtsordnung und Rechtswissenschaft
• Verständnis für juristische Arbeiten und Entscheiden
B. Gliederung der Lehrveranstaltung
I. Einführung
• Funktionen des Rechts
• Perspektiven und Erkenntnisinteressen der Rechtswissenschaft
II. Die Verfassung des Rechts: Rechtsordnungen – Strukturen – Institutionen
III. Öffentliches Recht
IV. Zivilrecht
V. Strafrecht
VI. Europarecht
VII. Internationales und transnationales Recht
VIII. Prozessrecht
IX. Juristisches Entscheiden
• Rechtssätze und Rechtsfolgen
• Juristische Methoden
• Umgang mit „außerjuridischem“ Wissen

Literatur zur Einführung:
Kristian Kühl/Hermann Reichold/Michael Ronellenfitsch, Einführung in die Rechtswissenschaft, 2. Aufl. 2015

Dr. Jörn Reinhardt
09-M39-1-03-04 Politisches Entscheiden
Political Decision-Making

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:00 - 12:00 UNICOM 3.3390 (SOCIUM - Mary-Somerville-Str. 3) (2 SWS)

Komplexes Entscheiden ist eine Kernaufgabe der Politik. Das Seminar betrachtet komplexes Entscheiden unter der Perspektive politischen Entscheidens. Was sind die Spezifika politischen Entscheidens? Welche theoretischen Konzepte individuellen und kollektiven Handelns und Entscheidens spielen für politisches Entscheiden eine Rolle? Wie lassen sich politische Beratungsprozesse und Entscheidungsprozesse analysieren? Welche theoretischen Annahmen oder praktischen Erwartungen und Erfahrungen spielen bei der Neugestaltung von politischen Entscheidungsprozessen eine Rolle (bspw. Wunsch nach stärkerer Bürgerbeteiligung, veränderte Annahmen über Entscheidungsverhalten, Erprobung demokratischer Innovationen)? Das Seminar führt anhand der jeweiligen Grundlagentexte in unterschiedliche theoretische Konzepte und Modelle politischen Entscheidens ein und stellt Bezüge zu historischen und aktuellen praktischen Beispielen her.

Literatur:
Eine Literaturliste erhalten Sie zu Beginn der Veranstaltung.

Prüfungsleistung:
Ein vorbereitendes Papier (ca. 2 Seiten) zu einem der Grundlagentexte, vorzulegen zu der entsprechenden Sitzung;
Hausarbeit von 15 Seiten bis zum 15.3.2018.

Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele

MODULBEREICH: Interdisziplinärer Projektbereich (27 CP)

Modul 08: Interdisziplinäre Projekte (15 CP)

Das Modul wird regelmaessig im Wintersemester angeboten.
Für das Modul 08 belegen Sie ein 2 SWS-Projekt und ein 4 SWS-Projekt.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-M39-3-08-12 Aufgaben- und Finanzverteilung bei bundesgesetzlich geregelten Sozialleistungen
Assignment of duties and fiscal activities for nationwide regulated social benefits

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Fr 10.11.17 14:00 - 20:00 GW2 A4330
Fr 26.01.18 14:00 - 20:00 SFG 2030
Fr 09.02.18 09:00 - 16:00 SFG 1080

Erläuterungen zum Thema des Seminars

Durch das „Vierte Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ („Hartz IV“), das zum 01.01.2005 in Kraft trat, wurden die bundesfinanzierte Arbeitslosenhilfe und die kommunalfinanzierte Sozialhilfe für erwerbsfähige Hilfebedürftige und deren Familien zu einem einheitlichen Leistungssystem zusammengeführt, der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II). Die Regelungen für nicht erwerbsfähige Anspruchsberechtigte auf Sozialhilfe finden sich nach der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe im Zwölften Sozialgesetzbuch (SGB XII).

Durch die Gesetzgebung sollten einerseits die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit und die Grundsicherung für langfristig Arbeitslose grundlegend reformiert, und andererseits die Kommunen von Kosten bundesgesetzlich geregelter Sozialleistungen entlastet werden. Die Reformen haben zu massiven vertikalen Verschiebungen der Kompetenzen und Zuständigkeiten sowie zu großen Lastenverschiebungen zwischen Kommunen und Bund geführt. Eine nachhaltige finanzielle Entlastung der Kommunen ist durch die Hartz- Gesetze dennoch nicht gelungen und der Anteil der Bundesfinanzierung musste mehrfach nachjustiert werden. Darüber hinaus birgt das aktuelle System mit den Kommunen als Vollzieher und partiellen Financiers von Bundesgesetzen weiterhin Anreiz- und Rationalitätenfallen. Diese aufzuzeigen und auf der Basis der bestehenden Leistungsgesetze Lösungsansätze zu erarbeiten gehört zu den Aufgaben des Projekts.

Das Seminar gliedert sich in drei Arbeitsphasen.

1. Phase: Am 10. November 2017 werden die Entwicklungslinien der Sozialpolitik in der Bundesrepublik Deutschland von den Ursprüngen bis zur Agenda 2010 erarbei-tet. Im Mittelpunkt der Analyse der neueren Sozialpolitik steht die Aufgabenteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen bei der Leistungserbringung und Finanzierung in den Bereichen der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) und der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII, Viertes Kapitel).

2. Phase: Von Anfang November 2017 bis Ende Januar 2018 bearbeiten die Studie-renden Fragestellungen aus dem Themenfeld des Seminars, die gemeinsam mit dem Dozenten in der 1. Phase festgelegt werden. Neben der Literaturrecherche zum Thema des Seminars sollen die Studierenden auch auf der Basis von Gesprächen mit den entsprechenden Verwaltungseinheiten der Stadtgemeinde und des Landes Bremen sowie der Agentur für Arbeit die Verwaltungsabläufe analysieren.

3. Phase: Am 26. Januar und am 09. Februar 2018 stellen die Studierenden die Er-gebnisse ihrer Recherchen in Form von Referaten vor.

Einführung

• Entwicklungslinien der Sozialpolitik in der Bundesrepublik Deutschland
• Die Hartz- Reformen
• Rolle und finanzielle Belastung der Kommunen bei der Erbringung bundesgesetzlich finanzierter Sozialleistungen

Projektthemen (Beispiele)

1. Aufgabenverteilung im föderalen Staat
• Optimale Verteilung der Aufgaben und Ausgaben (passiver Finanzausgleich)
• Konnexitätsprinzip / Subsidiaritätsprinzip
2. Aufgaben und Ausgaben bei bundesgesetzlich geregelten kommunalen Sozial-ausgaben
• Freiwillige und pflichtige Selbstverwaltungsaufgaben
• Belastung der Kommunen durch Sozialleistungen
• Modelle der Finanzierungsverteilung im Mehr-Ebenen-System
3. Organisation der gemeinsamen Einrichtungen nach SGB II (Jobcenter)
• Steuerung
• Finanzierung
• Aufsicht
4. Bundes-SGB-Agentur als Alternative?

Jochen Eckertz
09-M39-3-08-13 Meeting, Versammlung, Protest. Theorie und Praxis gemeinsamen Handelns, Beratens und Entscheidens
Meeting, assembly, protest. Theory and practice of collective action, deliberation and decision-making

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Do 09.11.17 09:00 - 17:00 UNICOM 3.3390 (SOCIUM - Mary-Somerville-Str. 3)
Fr 17.11.17 09:00 - 17:00 UNICOM 3.3390 (SOCIUM - Mary-Somerville-Str. 3)
Do 14.12.17 09:00 - 17:00 SFG 3070
Mo 05.02.18 - Mi 07.02.18 (Mo, Di, Mi) 09:00 - 17:00 UNICOM 3.3390 (SOCIUM - Mary-Somerville-Str. 3)

Ein zentraler Aspekt politischen Handelns und Entscheidens besteht in der Tatsache, dass sich politisches Handeln und Entscheiden vor allem im Kollektiv vollzieht. Ob in Meetings, Ausschusssitzungen, Versammlung oder auf Protestkundgebungen – überall handeln und entscheiden mehrere Akteure oder eine Vielzahl von Akteuren gemeinsam. Sie müssen ihr Handeln koordinieren, Konflikte austragen, Mehrheiten sichern, zu gemeinsamen Bewertungen von Problemen kommen, Beschlussvorlagen erarbeiten und sich über die möglichen Folgen ihrer Entscheidungen verständigen. Um dies zu tun, müssen sie einerseits, je nach Kontext, unterschiedliche Regeln und Gesetze beachten (z.B. Geschäftsordnungen, Versammlungsrecht). Andererseits greifen sie auf informelle Routinen, Techniken und Praktiken zurück – gestützt auf praktische Erfahrungen darüber, wie Beraten und Entscheiden in unterschiedlichen politischen Kontexten funktioniert.
Ziel des Seminars ist es, sich dem Thema gemeinsamen Handelns, Beratens und Entscheidens in Meetings, Versammlungen und Protestbewegungen sowohl theoretisch als auch praktisch anzunähern. In verschiedenen sozialwissenschaftlichen Teildisziplinen (u.a. Parlamentsforschung, Mikrosoziologie, Organisationswissenschaften, Politische Theorie, Forschung zu Sozialen Bewegungen, Sozialpsychologie, experimentelle Politikwissenschaft, Anthropologie) werden Meetings, Versammlungen und Protestformen auf unterschiedliche Weise erforscht und betrachtet – angefangen bei abstrakten Modellen und Erklärungsansätzen zur Interaktion in Gruppen, bis hin zu praktischen Ratgebern für effizientere Abläufe in Meetings. Das Seminar führt in verschiedene Forschungsansätze zu Meetings, Versammlungen und Protest ein und wendet sie auf aktuelle Beispiele aus der Politik an.
Gleichzeitig soll in praktischen Übungen (Planspiele, computergestützte Experimente) ein vertieftes Verständnis der Komplexität und zentralen Herausforderungen gemeinsamen Handelns, Beratens und Entscheidens erreicht werden. In diesem Zusammenhang ist u.a. eine Exkursion zum Labor für experimentelle Sozialforschung (OLExS) der Universität Oldenburg vorgesehen.

Literatur
Allen, Joseph A./Lehmann-Willenbrock, Nale/Rogelberg, Steven G. (Hg.): The Cambridge Handbook of Meeting Science, New York: Cambridge University Press
Burri, Regula Valérie/Evert, Kerstin/Peters, Sibylle/Pilkington, Esther/Ziemer, Gesa (Hg.) (2014): Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste, Bielefeld: transkript
Haug, Christoph 2013: Meetings, in: Snow, David A./Della Porta, Donatella/Klandermans, Bert/McAdam, Doug (Hg.): The Wiley-Blackwell Encyclopedia of Social and Political Movements, Vol. 2, F-Pe, Malden, MA [et al.] : Wiley, 739-743
Manow, Philip 2017: Delaberation, in: ders.: Die zentralen Nebensächlichkeiten der Demokratie. Von Applausminuten, Föhnfrisuren und Zehnpunkteplänen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Polaris, 37-43
Nullmeier, Frank/Pritzlaff, Tanja 2009: The Implicit Normativity of Political Practices. Analyzing the Dynamics and Power Relations of Committee Decision-Making, in: Critical Policy Studies 3 (3-4), 357-374
Poletta, Francesca 2002: Freedom is an Endless Meeting. Democracy in American Social Movements, Chicago, London: The University of Chicago Press
Sandler, Jen/Thedvall, Renita (eds.) 2017: Meeting Ethnography. Meetings as Key Technologies of Contemporary Governance, Development, and Resistance, New York; London: Routledge


Art der Prüfungsleistung:
Mündliche Präsentation plus Hausarbeit (15 Seiten).

Dr. Tanja Pritzlaff-Scheele
Prof. Dr. Frank Nullmeier
Patricia Friederike Zauchner
09-M39-3-08-14 Was ist uns bei Gesundheit wichtig? Erarbeitung und Durchführung eines deliberativen Verfahrens zur Gewichtung der Dimensionen eines Gesundheitsmaßes
What´s Most Important About Health? Deliberation to Assign Weights to Dimensions of a Health-Related Quality of Life Measure

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Mo 16.10.17 10:00 - 16:00 SFG 3190
Do 02.11.17 14:00 - 18:00 SFG 3190
Fr 03.11.17 09:00 - 18:00 SFG 3070
Sa 04.11.17 09:00 - 18:00 SFG 1010
Fr 08.12.17 09:00 - 17:00 SFG 3070
Fr 15.12.17 09:00 - 10:00 GRA4 A0110
Fr 15.12.17 09:00 - 17:00 SFG 3190
Fr 15.12.17 13:00 - 18:00 GRA4 A0110
Mo 29.01.18 09:00 - 17:00 SFG 3190

In diesem interdisziplinären Projektseminar möchten wir Forschung und Lehre im Sinne der Idee des forschenden Lernens kombinieren und gemeinsam mit den Studierenden einen innovativen Ansatz zur Bewertung von Dimensionen eines Gesundheitsmaßes ausprobieren. Dabei erarbeiten sich die Studierenden mithilfe der Lehrenden den Forschungsstand zu deliberativen Verfahren im Gesundheitssektor, zu Verfahren der gesundheitsbezogenen Lebensqualität-Messung und zu Methoden der Multi Criteria Decision Analysis (MCDA). Darauf aufbauend entwickeln die Studierenden selbst ein Verfahren, das durch einen deliberativen Prozess mithilfe einer passenden MCDA-Methode Gewichte zur Bewertung eines Gesundheitsmaßes führen soll. Dieses Verfahren führen die Studierenden anschließend selbst durch und dokumentieren die Ergebnisse, welche im Nachgang reflektiert werden.
Die Veranstaltung besteht aus verschiedenen Blöcken. Zu Beginn ist ein Kick-Off-Meeting geplant, bei dem wir die Projektplanung besprechen, ggfs. auf Terminschwierigkeiten eingehen können und grundlegende Inhalte einführen. Zur weiteren Ausarbeitung der Themen teilen sich die Studierenden in drei bis vier Arbeitsgruppen (AGs) ein, welche je eine Diskussionsgrundlage erarbeiten und Ihren Kommiliton*innen vorstellen. Die Studierenden beschließen dann gemeinsam, welche Verfahren und Instrumente im finalen Verfahren zum Einsatz kommen sollen. Anfang Dezember fügen die Studierenden ihre Ergebnisse zusammen, finalisieren das Verfahren und klären Organisatorisches. Am 15. Dezember wird das Verfahren von den Studierenden durchgeführt und im Januar werden Ergebnisse nachbesprochen, reflektiert und Projektberichte besprochen.

Wolf Henning Rogowski
Fabia Mareike Gansen
Julian Klinger, M. Sc
Marita Frohne
09-M39-3-08-15 Ethik des Tötens
Ethics of Killing

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Di 17.10.17 10:00 - 12:00 SFG 3070
Do 26.10.17 10:00 - 18:00 SFG 3190
Do 23.11.17 10:00 - 18:00 SFG 3070
Do 01.02.18 10:00 - 18:00 SFG 3190

Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Töten als grundsätzlich verboten und als eine Sünde gilt. Verankert ist dies in der christlich-abendländischen Tradition im Fünften Gebot: „Du sollst nicht töten“. In Sure 5 Vers 32 heißt es: „Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (daß es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte. Und wer es am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält“
Tatsächlich aber leben wir in einer Welt des grausamen, hinterhältigen, organisierten und industrialisierten Tötens. Zudem sind viele gute Gründe für das Töten – wie Sie schon an Sure 5/Vers 32 sehen - entwickelt worden. Als gerechtfertigt gilt es, in Notwehr, als Soldat im Verteidigungskrieg, zur Vollstreckung einer Todesstrafe, in der letzten Phase eines verlöschenden Lebens usw.usf. zu töten. Tötungen können auch als unvermeidbare Kollateralschäden von gerechten Kriegen bewertet werden oder im Notstand als unausweichlich gelten. Betrachtet man den Schwangerschaftsabbruch als eine Tötung von Leben, dann kommen weitere Indikationen für die Tötung hinzu – wie z.B. die Zeugung der Leibesfrucht durch eine Vergewaltigung.
Im Seminar wollen wir uns mit den moralischen und staatstheoretischen Begründungen für individuelle, kollektive und staatliche Tötungsentscheidungen befassen und die in der Ethik, der Politischen Philosophie sowie der Rechtsphilosophie und Rechtsprechung vorliegenden ausgewählten Argumentationen kritisch diskutieren.
Wir werden Ihnen dazu einführende Bücher und Aufsätze zu ausgewählten Themen nennen. Zu diesen existentiellen Fragen gibt es neben wissenschaftlichen Publikationen auch umfangreiche Romanliteratur, Theaterstücke und Filme, die wir mit einbeziehen möchten. Für die intensive Vorbereitung der Themenbereiche durch Sie werden wir Ihnen in einer Vorbesprechung die nötigen Hinweise geben. Wir wünschen uns gut vorbereitete Teilnehmer*innen an der Diskussion und freuen uns auf die gemeinsame inhaltliche Auseinandersetzung!

We live in a society where killing is forbidden according to moral principles and as a sin. This is anchored in the christian-western tradition in the Fifth Commandment: "Thou shalt not kill." In Sura 5 verse 32 it says: “Because of that, We decreed upon the Children of Israel that whoever kills a soul unless for a soul or for corruption [done] in the land - it is as if he had slain mankind entirely. And whoever saves one - it is as if he had saved mankind entirely”.
In fact, we live in a world of cruel, sneaky, organized and industrialized killing. In addition, many good reasons for killing have been developed - as you have already seen in Sura 5 / verse 32. Killing is justified in self-defense, as a soldier in a defense war, concerning executions of a death penalty, in the last phase of life, etc.. Killing can also be judged as unavoidable collateral damage from just wars or in a state of emergency. Looking at abortion as a killing of life, further indications for killing can be added - e.g. the conception by a rape.
In the seminar, we will deal with the moral and state theories for individual, collective and state killing decisions, and critically discuss the selected arguments in ethics, political philosophy, legal philosophy and jurisprudence.
We will give you introductory books and essays on selected topics. Apart from scientific publications, these existential questions also include extensive novel literature, plays and films, which we would like to involve. For the intensive preparation of the topics by you, we will give you the necessary information in a preliminary session. We wish well-prepared participants * in the discussion and look forward to the joint content discussion!

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Prof. Dr. Felix Herzog

MODULBEREICH: Abschlussmodul

Modul 10: Begleitseminar fuer die Masterarbeit

Modul 10: Begleitseminar fuer die Masterarbeit - Abschlussmodul

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-M39-4-10-01 Begleitseminar zum M10 Abschlussmodul

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Di 17.10.17 16:00 - 18:00 SFG 3070
Di 21.11.17 16:00 - 18:00 SFG 3070
Di 19.12.17 16:00 - 18:00 SFG 3070
Di 23.01.18 16:00 - 18:00 SFG 3070
Di 20.02.18 16:00 - 18:00 SFG 3070
Di 20.03.18 16:00 - 18:00 SFG 3070

Das Begleitseminar versteht sich als „Forschungskolloquium“ für unseren Master. Es bietet die Möglichkeit, das Konzept, Themen- und Fragestellung sowie die zentrale These und einzelne Kapitel der eigenen Masterarbeit vorzustellen und zu diskutieren. Eine regelmäßige Teilnahme ist erwünscht. Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme (im Sinne der PO) ist ein Exposé.

Die Termine werden auf StudIP bekannt gegeben. Für Rückfragen steht Ihnen Prof. Dr. Borchers gerne zur Verfügung.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

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Alte Vorlesungsverzeichnisse (bis Sommersemester 2012)