Lehrveranstaltungen SoSe 2016

Philosophie, B.A.

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Modul G3 Praktikum

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-11-B Praktikum und Berufsorientierung: Einführungsveranstaltung für Studierende im 2. Semester der Philosophie
Practical training and career planning - An introduction

Seminar

Einzeltermine:
Mo 23.05.16 14:00 - 18:00 SFG 3190

Philosophie: Eine brotlose Kunst!
Dieses (Vor-)Urteil gilt es zu widerlegen, indem wir Sie einladen, sich frühzeitig im Studium mit Ihrer beruflichen Zukunft zu beschäftigen.
Die Einführungsveranstaltung zum Thema "Praktikum und Berufsorientierung" soll Ihnen Impulse und Ideen für den Weg dahin geben.
Wir vermitteln Ihnen Basiswissen zum Thema "Praktikum", zeigen Ihnen Anlauf- und Beratungsstellen und weitere Qualifikationsmöglichkeiten auf. Wir laden Sie ein zu Reflektionen über Ihren "Traumberuf" und den Weg dahin. Sie lernen eine/n "Philosoph/in" aus dem realen Berufsleben kennen und Studierende, die bereits ihr Praktikum absolviert haben, berichten von ihren Erfahrungen.
Es handelt sich um eine Pflichtveranstaltung im Rahmen der General Studies, als Vorbereitung zur Praktikumsphase. Bitte bringen Sie Ihren Praktikums-Modulschein mit.

'Ältere' Semester, die die Veranstaltung noch nicht besucht haben, sind herzlich willkommen.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

Modul B2 Logik

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-12-B Einführung in die formale Logik
Introduction to formal logic

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 16:00 SFG 0150 (2 SWS)

Die Vorlesung führt in die Klassische Logik (Aussagenlogik und Prädikatenlogik erster Stufe) und ihre hauptsächlichen Darstellungsformen (semantischer und axiomatischer Aufbau, System des natürlichen Schließens), die Metatheorie der Logik sowie Grundideen nichtklassischer Logiken ein. Neben der Vermittlung formaler Fähigkeiten werden auch philosophische Aspekte der Logik und ihrer Anwendungen eine Rolle spielen. Der Besuch der begleitenden Tutorien wird dringend empfohlen. Außerdem sind Übungsblätter zu bearbeiten.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B3 Einführung in die Theoretische Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-13-B Erkennen, Bewerten und Entscheiden: Grundlagen praktischen Argumentierens
Cognition, Evaluation and Decision: Foundations of practical argumentation

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So. (2 SWS)

Menschliches Verhalten wird in hohem Maße durch individuelle und kollektive Entscheidungen bestimmt, sei es durch die praktische Umsetzung derartiger Entscheidungen und darauf erfolgende Reaktionen, die Kommunikation von Entscheidungen und Reaktionen auf die Kommunikation von Entscheidungen.
Erwägungen zu gewünschten und zu unerwünschten Folgen der Realisierung und der Kommunikation von Entscheidungen spielen eine wesentliche Rolle im Prozess bewusster Entscheidungsfindung, in dem das Fällen bestimmter Entscheidungen stimuliert und begründet wird. Diese Erwägungen können rational nur dann schlüssig sein, wenn sie den Zusammenhang von deskriptiv-konstatierenden und voluntativ-wertenden Elementen im zu Entscheidungen führenden Prozess praktischen Argumentierens berücksichtigen.
Dieser Zusammenhang von Erkennen, Bewerten und Entscheiden ist nicht auf die kausale Erklärung von Entscheidungen (das Verstehen, warum es zu einer Entscheidung kommt) von Bedeutung, sondern potentielle und getroffene Entscheidungen sind selbst Gegenstand von deskriptiven Feststellungen und wertenden Charakterisierungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Realisierungsaussichten von Entscheidungen haben. Unter diesem Aspekt können Entscheidungen u.a. als gut, schlecht, begründet, alternativlos, wirkungsvoll oder wirkungslos etc. gekennzeichnet werden. In dieses wertende Umfeld fällt auch das Gutheißen und Verurteilen von potentiellen oder getroffenen Entscheidungen bzw. das Verständnis (als Zustimmung, im Unterschied zum kausalen Verstehen) oder Unverständnis (Ablehnung, Verurteilung) jeweiliger Entscheidungen.

Die angesprochenen Zusammenhänge sollen im Seminar analysiert in Ansätzen systematisiert werden. Hauptproblemfelder werden dabei sein:
Mentale (deskriptiv-konstatierende, axiologische-voluntative) Einstellungen und ihr Verhältnis zu Entscheidung
Kommunikative Sprechakte, mentale Einstellungen und Entscheidungen: Offenheit und Aufrichtigkeit
Das Verstehen von kommunikativen Akten und das Principle of Charity
Entscheidungsfindung durch praktisches Schließen
Entscheidungsautoritäten: Individuelle und kollektive Entscheidungen
Die Rolle von Experten im Entscheidungsprozess
Normen- und wertorientierte Fundierung und Bewertung von Entscheidungen
Entscheidungstheorien
Entscheidungsrelevante Begründungsfehler: Formale und informale Fehlschlüsse
Eristische Manipulationsmittel zur Gewinnung öffentlicher Zustimmung zu Entscheidungen

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-14-B Lukrez: Eine Welt aus Atomen

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS)

Lukrez (Titus Lucretius Carus, um 96 – 54 v. Chr.) ist ein römischer Dichter und Philosoph. Durch sein Lehrgedicht „De rerum natura“ („Über die Natur der Dinge“) wurde er zu einem der bedeutendsten Dichter Roms. Dieses umfangreiche Werk ist eine zentrale Quelle der epikureischen Naturphilosophie. Nach seiner Wiederentdeckung 1417 in einem deutschen Kloster spielte es eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung des Atomismus in der Neuzeit.
In sechs Büchern stellt Lukrez die Prinzipien der Atomistik, die Bewegung und Formen der Materie sowie die Entstehung der Welt, der Lebewesen und der Kultur dar und verteidigt die durchgehend natürliche Erklärbarkeit der Welt. Ein zentrales Thema ist die Situation des Menschen in dieser Welt aus Atomen. Lukrez argumentiert für die Sterblichkeit der Seele, entwirft Theorien der Wahrnehmung und der Erkenntnis, aber auch des körperlichen Begehrens und der Liebe. Mit seinem naturalistischen Weltbild will Lukrez seinen Lesern die Furcht vor dem Tod und vor den Göttern nehmen. Das Buch erzählt "in wunderbarer Poesie vom Bau der Welt, von der Natur, und wie die Menschen darin ein glückliche Leben führen können."
Wir werden das umfangreiche Werk in Ausschnitten lesen. Textgrundlage ist die unten angegebene Ausgabe im Reclam-Verlag, die für alle zur Anschaffung empfohlen wird. Häufig werden wir auch die neue Prosa-Übersetzung von Klaus Binder zu Rate ziehen. Einen ersten Überblick über das Lehrgedicht kann man durch den Eintrag „Lucretius“ in der Stanford Encyclopedia of Philosophy bekommen (http://plato.stanford.edu/entries/lucretius/).
Text: Titus Lucretius Carus: De rerum natura. Welt aus Atomen, lateinisch und deutsch, übersetzt und mit einem Nachwort versehen von K. Büchner, Stuttgart 1973 (Reclam, € 16,80)
Lukrez: Über die Natur der Dinge. Neu übersetzt und reich kommentiert von Klaus Binder, Berlin 22015 (Galiani)

Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-21-B Einführung in die Theoretische Philosophie
Introduction into theoretical Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 18:00 GW2 B1410 (2 SWS)

In diesem Seminar werden wir vertiefend auf ausgewählte Inhalte der Theoretischen Philosophie eingehen. Im Zuge der Lektüre des gleichnamigen Lehrbuches von Johannes Hübner werden wir uns mit zentralen Begriffen, Theorien und Positionen aus wichtigen Teilbereichen der Theoretischen Philosophie beschäftigen wie der Erkenntnistheorie, der Metaphysik, der Wahrheitstheorie, der Wissenschaftstheorie und der Philosophie des Geistes.

Literatur: Johannes Hübner, Einführung in die Theoretische Philosophie; Metzler 2015.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

Modul B4 Einführung in die Praktische Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-18-B Vernunft und Leidenschaft. Humes Moralphilosophie
Reason and Passion: Hume’s Moral Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 SFG 1040 (2 SWS)

Die Frage, ob moralische Prinzipien aus bloßer Vernunft oder aus dem Gefühl herzuleiten sind, sowie die Frage nach den anthropologischen Grundlagen der Moral (Selbstinteresse versus Sympathie und Mitleid) stehen im Zentrum der britischen Moralphilosophie des 18. Jahrhunderts. Die Antworten, die David Hume (1711–1776) auf diese Fragen gegeben hat, stellen auch heute noch eine gewichtige Alternative zur vernunfttheoretischen Moralphilosophie dar. Die beiden unten aufgeführten Tex¬te Humes, die zum Teil inhaltlich übereinstimmende Thesen verteidigen, zum Teil aber auch von einander abzuweichen scheinen, werden im Seminar ergänzend gelesen und anhand von Referaten diskutiert.
Alle Teilnehmer_innen müssen jeweils ein Exemplar der deutschsprachigen Hume-Ausgaben (siehe unten 2a und 2b) besitzen.

Textgrundlage

1. - Quellentexte:
a) Hume, David 1740, A Treatise of Human Nature, Book III: Of Morals, ed. P. H. Nidditch, Oxford: Clarendon Press, 1978, pp. 455–621.
b) Hume, David 1751, An Enquiry Concerning the Principles of Morals, ed. P. H. Nidditch, Oxford: Clarendon Press, 1975, pp. 167–323.

2. - deutschsprachige Ausgaben mit Erläuterungen (zur Anschaffung):
a) Hume, David, Über Moral, übersetzt von Theodor Lipps, Kommentar von Herlinde Pauer-Studer, Frankfurt/M: Suhrkamp, 2007.
b) Hume, David, Eine Untersuchung der Grundlagen der Moral, eingeleitet, übersetzt und erläutert von Klaus Hepfer, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2002.

3. - Sekundärliteratur:
Flew, Anthony 1986, David Hume. Philosopher of Moral Science, Oxford: Blackwell.
Klemme, Heiner, 2007, David Hume zur Einführung, Hamburg: Junius, S. 120-154.
Kulenkampff, Jens 1989, David Hume, München: Beck, S. 86–137 .
Mackie, John Leslie 1980, Hume’s Moral Theory, London/New York: Routledge & Kegan Paul.
Schrader, Wolfgang H. 1984, Ethik und Anthropologie in der englischen Aufklärung. Der Wandel der moral-sense-Theorie von Shaftesbury bis Hume, Hamburg, S. 125-197.

Prof. Dr. Georg Mohr
09-30-19-B Platons Dialoge zur Ethik
Platons Dialogues to Ethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 SFG 2040 (2 SWS)

Wie zu leben gut sei und worin ein von Glück bestimmtes Leben bestehe, diese sokratische Frage mache Platon in seinen frühen Dialogen zur leitenden Frage der Philosophie insgesamt – so die These von Ursula Wolf in ihrem Buch Die Suche nach dem guten Leben. Platons Frühdialoge, Reinbek: Rowohlt, 1996 (re 570). Wolf macht dort den Versuch, der historisch fernen und sachlich uns oft fremden Sprache Platons Überlegungen zu entnehmen, die für die heutige philosophische Ethik von substanzieller Bedeutung sein können.
Im Seminar sollen sechs dieser frühen Dialoge Platons gelesen und gemeinsam interpretiert werden. Platon lässt Sokrates mit verschiedenen Gesprächspartnern klassische Tugenden (aretai) erörtern: im Laches die Tapferkeit (andréia), im Euthyphron die Frömmigkeit (hósion), im Charmides die Besonnenheit (sophrosýne) und im Lysis die Freundschaft und die Liebe zum Guten (philía). Im Protagoras und im Menon geht es dann um die Frage, ob es von der Tugend ein Wissen gibt und ob Tugend lehrbar ist.
Das Seminar kann als Ergänzung zur Vorlesung sowie auch unabhängig von der Vorlesung besucht werden.

Literatur
Textgrundlage: zweisprachige Werkausgabe
Platon, Werke in acht Bänden, griech. u. dt., hg. v. Günther Eigler, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Sonderausgabe 1990

Deutsche Übersetzungen in Einzelausgaben
Beim Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek, ist die bis heute viel verwendete Übersetzung von Friedrich Schleiermacher erhältlich.
Diese liegt auch der Studienausgabe des Insel Verlags, Frankfurt/M und Leipzig, zugrunde. Preiswerte zweisprachige Einzelausgaben mit neuen Übersetzungen, Anmerkungen, Einleitungen und Literaturhinweisen sind beim Reclam Verlag, Stuttgart, erschienen.

Einführungen zu Platon
Graeser, Andreas, 21993, Die Philosophie der Antike 2. Sophistik und Sokratik, Plato und Aristoteles, zweite, überarb. u. erweit. Aufl., München: Beck ⇐ Geschichte der Philosophie, hg. v. Wolfgang Röd, Bd. II: Die Philosophie der Antike 2), Kap. III., S. 125-202
Kraut, R. (Hg.), 1992, The Cambridge Companion to Plato, Cambridge
Röd, Wolfgang, 1998, Kleine Geschichte der antiken Philosophie, München: Beck (BsR 4018), S. 109-185

Sekundärliteratur zu Platons Ethik
Bröcker, Walter, 1990, Platos Gespräche, Frankfurt/M.: Klostermann, 4. Aufl.
Irwin, Terence, 1977, Plato’s Moral Theory. The Early and the Middle Dialogues, Oxford
MacIntyre, Alasdair, 1991, Geschichte der Ethik im Überblick, übs. v. Hans-Jürgen Müller, Sonderausgabe, Frankfurt/M.: Hain (amer. Orig.: New York 1966), S. 22-58
Stemmer, Peter, 1992, Platons Dialektik. Die frühen und mittleren Dialoge, Berlin: de Gruyter
Wolf, Ursula, 1996, Die Suche nach dem guten Leben. Platons Frühdialoge, Reinbek: Rowohlt (re 570)

Prof. Dr. Georg Mohr
09-30-20-B Einführung in die Metaethik
Introduction into Metaethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 SuUB 4330 (Studio I Medienraum ) SpT C3190 - gesperrt - (2 SWS)

Was meinen wir eigentlich, wenn wir von einem Menschen sagen, er sei gut? Von einer Handlung sie sei richtig oder falsch? Können diese Urteile den Anspruch erheben, eine Erkenntnis zu sein? Oder handelt es sich dabei ‚nur‘ um Meinungsäußerungen oder gar um Geschmacksurteile? Die Metaethik ist eine wichtige Teildisziplin der Ethik, in der es u. a. um die präzise Begriffsbestimmung zentraler moralischer Konzepte geht; aber auch um die Frage nach der Logik moralischen Urteilens und des erkenntnistheoretischen Status‘ moralischer Urteile. Das Seminar möchte Grundkenntnisse der Metaethik vermitteln, die für ein vertieftes Verständnis ethischer Fragestellung – auch der Angewandten Ethik – unerlässlich sind.

Literatur: Bert Heinrichs/Jan-Hendrik Heinrichs (Hg.), Metaethik: Klassische Texte; Suhrkamp 2016.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

Modul B5 Einführung in die Geschichte der Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-01-B Ringvorlesung: Geschichte der Philosophie II
Lecture series "History of Philosophy", Part II

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 10:00 - 12:00 SFG 0150 (2 SWS)

Diese Vorlesung ist ein besonderes Angebot, das in dieser Art nur an ganz wenigen anderen Universitäten zu finden ist: Sie gibt einen Überblick über Themen, Theoriekonzeptionen und Lebenswerke einer Auswahl wichtiger Autoren aus der langen Geschichte der Philosophie. Die Vorlesung hat zwei Teile. Im Wintersemester werden Epochen von der griechischen Antike bis zu Kant vorgestellt, das nächste Sommersemester führt vom deutschen Idealismus bis zur Gegenwart. Die Veranstaltung findet als Ringvorlesung statt, d.h. die einzelnen Sitzungen werden von verschiedenen Lehrenden bestritten. So kann man die Lehrenden des Instituts für Philosophie kennenlernen und sich mit unterschiedlichen Zugangsweisen und Denkstilen in der Philosophie vertraut machen. Die Ringvorlesung gibt zugleich auch Einblicke in die abendländische Kultur- und Geistesgeschichte. Die Vorlesung und zugehörige Tutorien bilden das Modul B 5 (Einführung in die Geschichte der Philosophie), das durch eine mündliche Modulprüfung im Anschluss an das Sommersemester abgeschlossen wird.
Am Beispiel herausragender Denker werden historische Bedingtheiten und institutionelle Rahmenbedingungen der Philosophie, aber auch der innere Zusammenhang und die Entwicklung philosophischer Problemstellungen und Lösungsvorschläge thematisiert. Der historische Überblick soll es leichter machen, systematische Themen und Seminarveranstaltungen zu einzelnen Autoren aus der Geschichte der Philosophie einzuordnen und ihre Gedanken zu verknüpfen. Die Teilnahme an der Modulprüfung erfordert eine kontinuierliche und intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen der beiden Semester. Dazu werden Materialien bereitgestellt, die in den Tutorien vertieft werden können.
Die Ringvorlesung kann auch von TeilnehmerInnen anderer Fächer im Rahmen der General Studies belegt werden. Natürlich sind auch alle willkommen, die sich für die Geschichte der Ideen unabhängig von Creditpoints und Studienordnungen interessieren.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Prof. Dr. Georg Mohr
Prof. Dr. Manfred Stöckler
Svantje Marei Guinebert
Dr. Frank Kannetzky

Modul P1 Moral: Begründung und Argumentation

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-13-B Erkennen, Bewerten und Entscheiden: Grundlagen praktischen Argumentierens
Cognition, Evaluation and Decision: Foundations of practical argumentation

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So. (2 SWS)

Menschliches Verhalten wird in hohem Maße durch individuelle und kollektive Entscheidungen bestimmt, sei es durch die praktische Umsetzung derartiger Entscheidungen und darauf erfolgende Reaktionen, die Kommunikation von Entscheidungen und Reaktionen auf die Kommunikation von Entscheidungen.
Erwägungen zu gewünschten und zu unerwünschten Folgen der Realisierung und der Kommunikation von Entscheidungen spielen eine wesentliche Rolle im Prozess bewusster Entscheidungsfindung, in dem das Fällen bestimmter Entscheidungen stimuliert und begründet wird. Diese Erwägungen können rational nur dann schlüssig sein, wenn sie den Zusammenhang von deskriptiv-konstatierenden und voluntativ-wertenden Elementen im zu Entscheidungen führenden Prozess praktischen Argumentierens berücksichtigen.
Dieser Zusammenhang von Erkennen, Bewerten und Entscheiden ist nicht auf die kausale Erklärung von Entscheidungen (das Verstehen, warum es zu einer Entscheidung kommt) von Bedeutung, sondern potentielle und getroffene Entscheidungen sind selbst Gegenstand von deskriptiven Feststellungen und wertenden Charakterisierungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Realisierungsaussichten von Entscheidungen haben. Unter diesem Aspekt können Entscheidungen u.a. als gut, schlecht, begründet, alternativlos, wirkungsvoll oder wirkungslos etc. gekennzeichnet werden. In dieses wertende Umfeld fällt auch das Gutheißen und Verurteilen von potentiellen oder getroffenen Entscheidungen bzw. das Verständnis (als Zustimmung, im Unterschied zum kausalen Verstehen) oder Unverständnis (Ablehnung, Verurteilung) jeweiliger Entscheidungen.

Die angesprochenen Zusammenhänge sollen im Seminar analysiert in Ansätzen systematisiert werden. Hauptproblemfelder werden dabei sein:
Mentale (deskriptiv-konstatierende, axiologische-voluntative) Einstellungen und ihr Verhältnis zu Entscheidung
Kommunikative Sprechakte, mentale Einstellungen und Entscheidungen: Offenheit und Aufrichtigkeit
Das Verstehen von kommunikativen Akten und das Principle of Charity
Entscheidungsfindung durch praktisches Schließen
Entscheidungsautoritäten: Individuelle und kollektive Entscheidungen
Die Rolle von Experten im Entscheidungsprozess
Normen- und wertorientierte Fundierung und Bewertung von Entscheidungen
Entscheidungstheorien
Entscheidungsrelevante Begründungsfehler: Formale und informale Fehlschlüsse
Eristische Manipulationsmittel zur Gewinnung öffentlicher Zustimmung zu Entscheidungen

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-22-A Sterben und Tod als Thema der Philosophie

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 10:00 - 12:00 SFG 1040 (2 SWS)

Sterben und Tod ist ein vielfältiges Thema von Kunst und Wissenschaft. Der Tod war und ist auch in verschiedenen Bereichen der Philosophie Gegenstand des Nachdenkens, ohne dass sich deswegen eine einschlägige philosophische Teildisziplin gebildet hätte. Unser Seminar konzentriert sich auf einige Ausschnitte aus diesem unüberschaubaren Themengebiet. Probleme der konkreten Ethik wie Sterbehilfe oder Gehirntod-Kriterium kommen nur am Rande vor. Ebenso werden wir nur kurz und des Überblicks wegen auf existenzielle und anthropologische Fragen eingehen. Im Mittelpunkt des Seminars stehen theoretische Überlegungen und einige grundlegende Wertfragen, die die Grundlagen für existenzielle, religiöse oder konkretere ethische Konzeptionen bereitstellen
Die Themenauswahl ist geprägt durch naturphilosophische Überlegungen und Debatten, die in der gegenwärtigen angelsächsischen Metaphysik um Sterben und Tod (Nagel vs. Williams) geführt werden. Diese Debatten knüpfen wieder bei antiken Autoren wie Epikur an, mit denen wir uns zu Beginn des Seminars beschäftigen werden.
Wir werden uns u. a. mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Gibt es evolutionsbiologische Gründe für das Sterben von Organismen? Was genau definiert den Tod? Was sind Kriterien dafür, dass ein Mensch tot ist? Führen unterschiedliche Zeittheorien zu unterschiedlichen Einschätzungen des Todes? Ist es vernünftig, den Tod zu fürchten? Unterscheidet sich die Nichtexistenz nach dem Tod von der Nichtexistenz vor der Geburt? Ist der Tod immer und in jeder Hinsicht ein Übel? Oder ist es gut, dass wir nicht unsterblich sind? Kann es personale Identität über den Tod hinaus geben?
Einen ersten Einblick gibt der Artikel ‚Death’ vom Steven Luper, der in der Stanford Encyclopedia of Philosophy leicht greifbar ist (http://plato.stanford.edu/entries/death/).

Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-23-A Es möchte echt sein - Fake und Authentizität im Kino
wanting to be real - fake and authenticity in cinema

Seminar

Einzeltermine:
Fr 27.05.16 10:00 - 14:00 SFG 1040
Fr 10.06.16 10:00 - 18:00 GW2 B3009 (Großer Studierraum)
Fr 10.06.16 13:30 - 18:00 SuUB 4320 (Studio II Medienraum )
Sa 11.06.16 10:00 - 18:00 SFG 1020
Fr 17.06.16 10:00 - 18:00 SFG 1040
Sa 18.06.16 10:00 - 18:00 SFG 0150

Dem Medium Film wurde in der Philosophie des Films immer wieder ein privilegierter Wirklichkeitszugang zugesprochen. Im Kinodispositiv verbänden sich das Aufzeichnungsinstrument (die Kamera) mit vorher ungekannten immersiven Potenzialen (der dunkle Raum des Kinosaals). Aufgrund seiner technischen Voraussetzungen könne der Film, so etwa Siegfried Kracauer, wie kein anderes Medium dem Zuschauer die (soziale) Wirklichkeit zur Anschauung bringen. Gleichwohl waren für die Theoretiker des Realismus die Artifizialität und der Konstruktionscharakter filmischer Bilder immer ein Problem. Die Filmgeschichte wie auch viele Texte der Theorie des Films kennen zahlreiche Versuche, etwas Unmittelbares, jeder Medialität vorgeschaltetes zu zeigen bzw. begrifflich zu bestimmen oder wenigstens zu umschreiben. Thema des Seminars sind diese Versuche, etwas in diesem Sinne Authentisches (oder auch, je nach Standpunkt, angeblich Authentisches) zu zeigen und spürbar werden zu lassen. Wir beschäftigen uns mit Bildern und Texten u.a. von Werner Herzog, Joe Berliner und Bruce Sinofsky, Joshua Oppenheimer, Roland Barthes, Vivian Sobchack, Helmuth Plessner, Claire Denis, André Bazin, Gilles Deleuze, Klaus Theweleit, Thomas Morsch, Claude Lanzmann, Christoph Schlingensief. Es geht um Bilder, die mit den Mitteln ihres Mediums versuchen, das Verdikt von Arthur Schnitzler zu unterlaufen: "Es fließen ineinander Traum und Wachen, Wahrheit und Lüge. Sicherheit ist nirgends. Wir wissen nichts vom andern, nichts von uns. Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug.“ Literatur- und Filmauswahl werden zu Beginn des Seminars bekannt gegeben. Außer den Seminarsitzungen werden verschiedene Sichtungstermine vereinbart.

Felix Engel
Benjamin Moldenhauer
09-30-24-A Handlungstheorie
Theory of Action

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 SFG 1040 (2 SWS)

Was ist eine Handlung? Was sind Handlungsgründe? Welche Rolle spielt der Begriff der Absicht? Auf welcher Basis können Akteuren Urheberschaft und Verantwortung zugeschrieben werden? Wie können Handlungen gerechtfertigt werden? Fallen Handlungsbeschreibung, -erklärung und -rechtfertigung zusammen? In welchem Sinne gehört nicht nur praktische Rationalität, sondern auch Irrationalität zum Begriff der Handlung? Diesen und ähnlichen Fragen wollen wir im Seminar nachgehen, wobei es ausdrücklich nicht darum geht, abschließende Antworten zu suchen, sondern darum, sich einen Überblick über Modelle der Handlung und praktischer Rationalität und deren typische Probleme, Vereinseitigungen und Hypostasierungen sowie ihre Einbettung in eine Topologie philosophischer Begriffe und Konzeptionen zu verschaffen. Wir werden dazu (auszugsweise) Schriften von Aristoteles, Anscombe, Bratman, Brandom, Gehlen, v. Wright, Ryle, Austin, Davidson, Rescher, Frankfurt, Williams, Rung-galdier u.a. lesen.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-31 A Kant: Kritik der praktischen Vernunft
Kant: Critique of Practical Reason

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 GW2 B3770 (2 SWS)

Kants Anliegen in der Kritik der praktischen Vernunft ist es, zu zeigen, dass es eine Willensbestimmung geben kann, die durch ein rein formales Prinzip begründet ist. Die „erste Frage“ einer solchen „Kritik der praktischen Vernunft“ ist daher, „ob reine Vernunft zur Bestimmung des Willens für sich allein zulange, oder ob sie nur als empirisch-bedingte ein Bestimmungsgrund derselben sein könne“ (KpV, 5:15). Gegenstand der Kritik ist dabei allein die empirisch-praktische Vernunft, da sie vorgibt, moralische Prinzipien seien ausschließlich sinnlich bedingt und nicht-intellektuelle Interessen die einzige Motivationsquelle von Handlungen. Das positive Ziel einer Kritik der praktischen Vernunft muss es daher sein, zu zeigen, dass auch die reine praktische Vernunft Regeln des Verhaltens vorgeben kann, die im praktischen Leben tatsächlich wirksam werden können. Wenn Vernunft selbst die Quelle der Vorstellungen ist, die in unser Handeln als Gründe eingehen, dann ist reine Vernunft praktisch. Und nur dann, so argumentiert Kant, kann es moralisch-praktische Prinzipien geben, die universal, von unbedingter Geltung und als solche potentiell handlungsleitend sind.
Im Seminar wollen wir versuchen, uns die einzelnen Argumentationsschritte von Kants dichter und komplexer Darstellung durch eine detailgenaue Analyse zentraler Textpassagen zu erschließen. Dabei wollen wir versuchen, uns einem Verständnis von Schlüsselbegriffen der kantischen Argumentation wie Freiheit, Autonomie, Heteronomie, praktisches Gesetz, Maxime, Achtung für das Gesetz und höchstes Gut durch eine sowohl textnahe als auch systematisch angemessene Analyse dieser zentralen moralphilosophischen Termini zu nähern. Erwartet wird daher von den SeminarteilnehmerInnen die Bereitschaft, sich kontinuierlich und intensiv mit Kants Text auseinanderzusetzen und diese Auseinandersetzung z. B. in Form von Diskussionsbeiträgen im Seminar einzubringen. Eine Textausgabe ist anzuschaffen.
Editorisch zuverlässige Textausgaben:
Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, in: Kants gesammelte Schriften, hg. von der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1908, Bd. 5; nachgedruckt in: Kants Werke, Akademie-Textausgabe (paperback), Berlin u. a.: de Gruyter, Bd. 5. ISBN-13: 978-3110014389
Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, hg. v. Heiner Klemme, Hamburg: Meiner 2003. ISBN-13: 978-3787316502
Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, hg. v. Joachim Kopper, Stuttgart: Reclam 1986. ISBN-13: 978-3150011119
Weiterführende Literatur:
Lewis White Beck: A Commentary on Kant’s ‘Critique of Practical Reason’, Chicago 1960, dt.: Kants ‘Kritik der praktischen Vernunft’, München 1974.
Otfried Höffe (Hg.): Kants Kritik der praktischen Vernunft, Berlin 2002.
Jens Timmermann/Andrews Reath (Hg.): Kant’s Critique of Practical Reason. A Critical Guide, Cambridge 2010.

Dr. Steffi Schadow
09-30-33-A Philosophie der Liebe
Philosophy of Love

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:00 - 16:00 GW2 B1410 (2 SWS)

Die Liebe ist eine zentrale Komponente dessen, was die meisten von uns al sein ‘Gutes Leben’ erachten – wohl niemand möchte sie in seinem Leben missen – wir möchten lieben und geliebt werden. Die Liebe kann viele Formen und Variante annehmen – und man kann auch viel falsch machen, auch wenn man sich große Mühe gibt. Fragen nach dem Stellenwert und Formen der Liebe sind in der Philosophie eigentlich immer gestellt worden. Die Philosophie der Liebe wird derzeit wieder besonders intensiv diskutiert und gewinnt Profil als eigenständiger Teilbereich der Praktischen Philosophie.

Im Seminar wollen wir Texte aus der Philosophiegeschichte, aber auch aus der aktuellen Diskussion lesen und diskutieren. Dabei werden auch ‚große Fragen‘ der Praktischen Philosophie angesprochen – u. a. Fragen nach dem, was ein Gutes Leben ausmacht, nach Inhalt und Stellenwert von Freiheit und Verantwortung und nach der Natur des Menschen

Literatur: Martin Hähnel, Was ist Liebe? Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart; Reclam 2015.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-37-A Die Debatte um Intoleranz und Toleranz in der arabischen Moderne. Interkulturelle Perspektiven
Intolerance and Tolerance in Arab Modernity. An intercultural Perspective

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 GW2 B2900 (2 SWS)

Die Klärung der Begriffe ist eine Elementaraufgabe der Philosophie. Im interkulturellen Diskurs ist eine solche Begriffsklärung dringender denn je, vor allem wenn man sich zentralen und zugleich unscharfen Begriffen wie Intoleranz und Toleranz zuwendet.
In diesem Seminar geht es zunächst um eine Analyse der beiden Begriffe Intoleranz (Taʿaṣṣub) und Toleranz (Tasāhul bzw. Tasāmuḥ) in ihrem philologischen und ideengeschichtlichen Kontext. Dabei wird sich auf ausgewählte Texte von arabischen – christlichen wie muslimischen – Autoren aus dem 19. und 20. Jahrhundert gestützt und mit europäischen Autoren verglichen.
Das arabische Wort Taʿaṣṣub ist nicht unbedingt eine Negation der Toleranz (In-toleranz) sondern verfügt über seine eigene Semantik. Bei Ğamāl Addīn al-Afġānī (1838-1897) und Muḥammad ʿAbduh (1849-1905) z.B. wird der Begriff nicht systematisch abwertend behandelt. Die beiden Autoren – sie gelten als große Reformisten des modernen Islam – plädieren sogar für eine Form von Intoleranz. Kann man Intoleranz überhaupt rechtfertigen? Welche Rechtfertigungsstrategien jener Intoleranz sind vertretbar?
Es werden weiterhin einige Rechtfertigungsstrategien des Toleranzbegriffes bei arabischen Autoren wie Adīb Isḥāq (1856-1885), Amīn Rīḥānī (1876-1940) und Faraḥ Antūn (1874-1922) analysiert und mit europäischen Toleranzkonzeptionen in Verbindung gebracht.
Das Seminar mündet in der Möglichkeit, einige normative Aspekte der Debatte um Intoleranz und Toleranz in der arabisch-islamischen Philosophie der Gegenwart zu bearbeiten und einer inter- und transkulturelle Theorie zuzuführen.
Literatur
Rainer Forst, Toleranz im Konflikt. Geschichte, Gehalt und Gegenwart eines umstrittenen Begriffes, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003.
Gudrun Krämer, Demokratie im Islam. Der Kampf für Toleranz und Freiheit in der arabischen Welt, Beck, München 2011.
Stephan Kokew, Annäherung an Toleranz. Ausgangspunkte, Kontexte und zeitgenössische Interpretationen des Toleranzbegriffs aus dem schiitischen Islam, Ergon, Würzburg 2014.
Fethi Meskini, Der andere Islam. Kultur, Identität und Demokratie, Lang, Frankfurt am Main 2015.
Adel Khoury, Toleranz im Islam, Kaiser Grünewald, München 1980.
Michael Walzer, Über Toleranz. Von der Zivilisierung der Differenz, Rotbuch, Hamburg 1998.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen
09-30-38-A Vernunft und Vernunftkritik: Positionen aus der arabisch-islamischen Philosophie der Gegenwart
Reason and rational Criticism in contemporary Arab-Islamic Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 16:00 - 18:00 SH D1020 (2 SWS)

Dieses Seminar bietet eine Möglichkeit, aktuelle philosophische Positionen aus dem arabisch-islamischen Kulturraum kennenzulernen. Gelesen und analysiert werden ausgewählte Texte von ägyptischen, syrischen, marokkanischen und tunesischen Autoren. Dabei werden Begriffe wie „Aufklärung“, „Vernunft“, „Identität“ und „Kritik“ in ihrem historischen und systematischen Bezügen beleuchtet, auf ihre ideengeschichtlichen Hintergründe befragt und mit europäischen Positionen in Verbindung gebracht.
Zur Lektüre stehen Texte von Sadiq Jalel Al-Azm, Anouar Abdel-Malek, Mohamed Abed Al-Jabri und Fathi Triki.
Ein Reader wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.
Literatur
Sadiq J. Al-Azm, Unbehagen in der Moderne. Aufklärung im Islam, Fischer, 1993.
Mohammed Abed Al-Jabri, Kritik der arabischen Vernunft. Die Einführung, Perlen Verlag, 2009.
Fathi Triki, Demokratische Ethik und Politik im Islam. Arabische Studien zur transkulturellen Philosophie des Zusammenlebens, Velbrück Wissenschaft, 2011.
Anouar Abdel-Malek, Orientalism in Crisis, in: A. L. Macfie (ed.), Orientalism. A Reader, Edinburgh: Edinburgh University Press 1988, S. 47-56.
Edward W. Said, Orientalismus (1978), Fischer: Frankfurt/M. 2014.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen

Modul P2 Politik, Recht, Staat

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-25-A Konsens und Dissens in Politik und Ethik
Consensus and dissensus in politics and ethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 MZH 1460 (2 SWS)

In öffentlichen Entscheidungsprozessen werden politische Entscheidungsträger aufgrund der Vielzahl und Komplexität der Themen durch Gremien der wissenschaftlichen Politikberatung unterstützt. In nahezu jedem Politikfeld werden Kommissionen eingesetzt, um die Entscheidungen durch die Berücksichtigung von wissenschaftlicher Expertise abzusichern. Im Rahmen der ethischen Politikberatung besteht die Aufgabe der Expertengremien vordergründig darin, konkrete Empfehlungen und Stellungnahmen hinsichtlich ethischer Fragestellungen für politisches und gesetzgeberisches Handeln zu entwickeln. Im Zuge dessen verfügen die Mitglieder der Ethikkommissionen über weitreichende Mitgestaltungsmöglichkeiten politischer Entscheidungsprozesse, sehen sich allerdings auch dem Einigungsdruck von Seiten der Politik ausgesetzt. Im Gegensatz zu diesem Konsenswunsch ist im Verlauf des Beratungsprozesses jedoch der Dissens unter den Gremienmitgliedern als Grundmerkmal von Expertise zu identifizieren.

Im Seminar steht das Spannungsfeld zwischen Konsens und Dissens in der ethischen Politikberatung im Mittelpunkt. Dabei werden die verschiedenen Strukturen, Aufgaben und Funktionen von Ethikkommissionen behandelt. Damit verbunden ist die Diskussion über die Leistungsfähigkeit jener Institutionen sowie über die politische Implementation der ethischen Beratung. Übergeordnet steht die Fragestellung, welchen Stellenwert das Konsensstreben in Entscheidungsfindungsprozessen einnimmt und unter welchen Bedingungen der Dissens unter Experten einen Mehrwert erbringen kann.

Die Literatur wird über Stud.IP online zur Verfügung gestellt.

Maximilian Hohmann
09-30-26-A Ethik in den Wissenschaften
Ethics in Science

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 SpT C4180 (2 SWS)

Forschung und Wissenschaft sind keine wertneutralen Räume. Sowohl dem einzelnen Wissenschaftler, als auch auf gesellschaftlicher Ebene stellen sich ethische Fragen: Darf Forschung alles, was sie kann? Wo hat die Freiheit der Forschung ein Ende? Darf man alles erforschen, was man will, oder bleiben manche Dinge besser im Dunkeln? Welcher Mittel darf sich die Wissenschaft bedienen? Welche Regeln gelten im Forschungsprozess und warum? Wer sanktioniert wissenschaftliches Fehlverhalten? Und wer ist verantwortlich, wenn das erlangte Wissen der Menschheit nicht zum Guten, sondern zum Schlechten gereicht? Im Seminar werden wir der Verantwortung des Wissenschaftlers, aber auch der wissenschaftlichen Institutionen nachgehen. Wir werden sehen, wo Wertkonflikte entstehen, und mit welchen Argumenten man versuchen kann sie zu lösen. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen soll die Tragfähigkeit moralischer Reflexionen illustriert werden. Was sind beispielsweise typische Konflikte im Wissenschaftsbetrieb? Was ist 'gute wissenschaftliche Praxis' und wie kann sie gefördert (oder notfalls erzwungen) werden? Welche Probleme gibt es in der Publikationspraxis?

Dr. Denise Müller-Dum
Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-30-A Einführung in die Rechtsphilosophie
Introduction into Legal Philosophy

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 0150 (2 SWS)

Die Vorlesung Einführung in die Rechtsphilosophie stellt grundlegende
Fragestellungen und wichtige Positionen der Rechtsphilosophie vor. Im Vordergrund der Rechtsphilosophie steht die Frage nach dem Begriff des Rechts. Sie ist unmittelbar verknüpft mit der Frage, ob und gegebenenfalls inwiefern positives Recht gebunden ist an allgemeine Maßstäbe der Gerechtigkeit, also mit der Frage nach der Geltung des Rechts. Ist die Geltung positiven Rechts abhängig von der moralischen Richtigkeit
dieses Rechts? Gibt es „überpositives Recht“, an dem positives Recht seine Geltung auszuweisen hat? Eine Bestimmung des Rechtsbegriffs und der Rechtsgeltung
erfordert somit eine Bestimmung des Verhältnisses von Recht und Moral. Sie wird
zwischen Vertretern des Naturrechts bzw. Vernunftrechts auf der einen Seite und
Vertretern des Rechtsposivismus auf der anderen Seite kontrovers diskutiert. Im
Anschluss an die Darstellung dieser Kontroverse führt die Vorlesung in Grundsätze des modernen demokratischen Verfassungsstaates sowie in die philosophische Erörterung einiger Rechtsgebiete (Verfassungsrecht, Strafrecht, Völkerrecht) ein.
Die Vorlesung richtet sich auch an Studierende der Rechtswissenschaft.

Einführende und Überblicks-Literatur
Hofmann, Hasso, 2011, Einführung in die Rechts- und Staatsphilosophie, 5. Aufl., Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
Kaufmann, Matthias, 1996, Rechtsphilosophie, Freiburg u. München: Alber
Koller, Peter, 1997, Theorie des Rechts. Eine Einführung, 2. Aufl., Wien/Köln/Weimar: Böhlau.
Mohr, Georg, 1996, „Rechtsphilosophie“, in: Franz Gniffke u. Norbert Herold (Hg.), Philosophie – Problemfelder und Disziplinen, Münster/ Hamburg/ London: Lit, S. 35-59.
Seelmann, Kurt/ Demko, Daniela, 2014, Rechtsphilosophie, 6. Aufl, München: Beck.
Wesel, Uwe, 2011, Juristische Weltkunde. Eine Einführung in das Recht, Neuaufl., Frankfurt/M.: Suhrkamp (stw) (1. Aufl. 1984).

Prof. Dr. Georg Mohr
09-30-32-A Die Entscheidungsgesellschaft
Decision Making in Modern Societies

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 MZH 1100 (2 SWS)

Wer philosophisch arbeitet, sollte auch aktuelle Entwicklungen in anderen Wissenschaften im Blick haben – neben denen in den Naturwissenschaften u. a. auch aktuelle Diskussionen in den Sozialwissenschaften. Derzeit ist das Thema ‚Entscheiden‘ sehr präsent in der Öffentlichkeit, weil viele Menschen Schwierigkeiten haben, die Vielzahl von Entscheidungen zu bewältigen, die ihnen heute in verschiedenen Kontexten des Lebens abverlangt werden und weil sie sich dem Druck ausgesetzt sehen, dass diese Entscheidungen die richtigen sein sollen. Aber was kann das heißen?
Der Soziologe Uwe Schimank, Wissenschaftler an der Universität Bremen, hat dazu ein viel beachtetes Buch geschrieben, das wir im Seminar gemeinsam lesen und diskutieren wollen. Dabei wollen wir aber auch fragen: Was hat die Philosophie zu dieser Thematik beigetragen? Wie stellen sich die von Schimank angesprochenen Probleme und Aspekte aus philosophischer Perspektive dar? Inwiefern bedarf die soziologische Analyse der Ergänzung durch philosophische Überlegungen?
Literatur: Uwe Schimank, Die Entscheidungsgesellschaft. Komplexität und Rationalität der Moderne; Verlag der Sozialwissenschaften 2012.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-34-A Ideology and the Psychic Life of Social Conflicts (in englischer Sprache)

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 GW2 B2900 (2 SWS)

Description
Although the concept of ideology may sound obsolete, and some scholars even declared that ideology has reached a ‘dead end’, a look at everyday life may lead us to reconsider this dismissal: the reiterated insistence on developing certain skills, the monopoly of the English language, and an irremediable feeling that it does not matter what one does, one never performs enough –just to draw on three examples− appear to hint at its possible importance. The seminar attempts to offer an introduction to the concept of ideology by reading some fundamental texts that deal with ideology. The conviction that guides these sessions is that a careful reading of these writings may throw light upon the way certain ideas structure dominance in present-day capitalism.

Aims
1. To recognize the place that the concept of ideology has in the history of ideas, as well as its role in philosophical discussions in general
2. To get to know the main lines of thought that have dealt and deal with this category
3. To become aware of the possibilities of this notion to understand particular phenomena that are considered to constrict individuals’ self-determination at the level of ideas
4. To draw on ideology in order to widen the perspective on the complexity of current structures of dominance as well as on social conflicts

Programme
The seminar invites us to read together some of the most important texts that approach ideology and to develop a critical view about the restrictive function that ideas may take within ideological frameworks. Each session will be structured by twenty minutes of presentation, followed by a discussion about the problems and possibilities that the analysed approach presents, as well as its possible applications.

N. N.
09-30-37-A Die Debatte um Intoleranz und Toleranz in der arabischen Moderne. Interkulturelle Perspektiven
Intolerance and Tolerance in Arab Modernity. An intercultural Perspective

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 GW2 B2900 (2 SWS)

Die Klärung der Begriffe ist eine Elementaraufgabe der Philosophie. Im interkulturellen Diskurs ist eine solche Begriffsklärung dringender denn je, vor allem wenn man sich zentralen und zugleich unscharfen Begriffen wie Intoleranz und Toleranz zuwendet.
In diesem Seminar geht es zunächst um eine Analyse der beiden Begriffe Intoleranz (Taʿaṣṣub) und Toleranz (Tasāhul bzw. Tasāmuḥ) in ihrem philologischen und ideengeschichtlichen Kontext. Dabei wird sich auf ausgewählte Texte von arabischen – christlichen wie muslimischen – Autoren aus dem 19. und 20. Jahrhundert gestützt und mit europäischen Autoren verglichen.
Das arabische Wort Taʿaṣṣub ist nicht unbedingt eine Negation der Toleranz (In-toleranz) sondern verfügt über seine eigene Semantik. Bei Ğamāl Addīn al-Afġānī (1838-1897) und Muḥammad ʿAbduh (1849-1905) z.B. wird der Begriff nicht systematisch abwertend behandelt. Die beiden Autoren – sie gelten als große Reformisten des modernen Islam – plädieren sogar für eine Form von Intoleranz. Kann man Intoleranz überhaupt rechtfertigen? Welche Rechtfertigungsstrategien jener Intoleranz sind vertretbar?
Es werden weiterhin einige Rechtfertigungsstrategien des Toleranzbegriffes bei arabischen Autoren wie Adīb Isḥāq (1856-1885), Amīn Rīḥānī (1876-1940) und Faraḥ Antūn (1874-1922) analysiert und mit europäischen Toleranzkonzeptionen in Verbindung gebracht.
Das Seminar mündet in der Möglichkeit, einige normative Aspekte der Debatte um Intoleranz und Toleranz in der arabisch-islamischen Philosophie der Gegenwart zu bearbeiten und einer inter- und transkulturelle Theorie zuzuführen.
Literatur
Rainer Forst, Toleranz im Konflikt. Geschichte, Gehalt und Gegenwart eines umstrittenen Begriffes, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003.
Gudrun Krämer, Demokratie im Islam. Der Kampf für Toleranz und Freiheit in der arabischen Welt, Beck, München 2011.
Stephan Kokew, Annäherung an Toleranz. Ausgangspunkte, Kontexte und zeitgenössische Interpretationen des Toleranzbegriffs aus dem schiitischen Islam, Ergon, Würzburg 2014.
Fethi Meskini, Der andere Islam. Kultur, Identität und Demokratie, Lang, Frankfurt am Main 2015.
Adel Khoury, Toleranz im Islam, Kaiser Grünewald, München 1980.
Michael Walzer, Über Toleranz. Von der Zivilisierung der Differenz, Rotbuch, Hamburg 1998.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen

Modul T1 Erkenntnis, Sprache, Wirklichkeit

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-13-B Erkennen, Bewerten und Entscheiden: Grundlagen praktischen Argumentierens
Cognition, Evaluation and Decision: Foundations of practical argumentation

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So. (2 SWS)

Menschliches Verhalten wird in hohem Maße durch individuelle und kollektive Entscheidungen bestimmt, sei es durch die praktische Umsetzung derartiger Entscheidungen und darauf erfolgende Reaktionen, die Kommunikation von Entscheidungen und Reaktionen auf die Kommunikation von Entscheidungen.
Erwägungen zu gewünschten und zu unerwünschten Folgen der Realisierung und der Kommunikation von Entscheidungen spielen eine wesentliche Rolle im Prozess bewusster Entscheidungsfindung, in dem das Fällen bestimmter Entscheidungen stimuliert und begründet wird. Diese Erwägungen können rational nur dann schlüssig sein, wenn sie den Zusammenhang von deskriptiv-konstatierenden und voluntativ-wertenden Elementen im zu Entscheidungen führenden Prozess praktischen Argumentierens berücksichtigen.
Dieser Zusammenhang von Erkennen, Bewerten und Entscheiden ist nicht auf die kausale Erklärung von Entscheidungen (das Verstehen, warum es zu einer Entscheidung kommt) von Bedeutung, sondern potentielle und getroffene Entscheidungen sind selbst Gegenstand von deskriptiven Feststellungen und wertenden Charakterisierungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Realisierungsaussichten von Entscheidungen haben. Unter diesem Aspekt können Entscheidungen u.a. als gut, schlecht, begründet, alternativlos, wirkungsvoll oder wirkungslos etc. gekennzeichnet werden. In dieses wertende Umfeld fällt auch das Gutheißen und Verurteilen von potentiellen oder getroffenen Entscheidungen bzw. das Verständnis (als Zustimmung, im Unterschied zum kausalen Verstehen) oder Unverständnis (Ablehnung, Verurteilung) jeweiliger Entscheidungen.

Die angesprochenen Zusammenhänge sollen im Seminar analysiert in Ansätzen systematisiert werden. Hauptproblemfelder werden dabei sein:
Mentale (deskriptiv-konstatierende, axiologische-voluntative) Einstellungen und ihr Verhältnis zu Entscheidung
Kommunikative Sprechakte, mentale Einstellungen und Entscheidungen: Offenheit und Aufrichtigkeit
Das Verstehen von kommunikativen Akten und das Principle of Charity
Entscheidungsfindung durch praktisches Schließen
Entscheidungsautoritäten: Individuelle und kollektive Entscheidungen
Die Rolle von Experten im Entscheidungsprozess
Normen- und wertorientierte Fundierung und Bewertung von Entscheidungen
Entscheidungstheorien
Entscheidungsrelevante Begründungsfehler: Formale und informale Fehlschlüsse
Eristische Manipulationsmittel zur Gewinnung öffentlicher Zustimmung zu Entscheidungen

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-23-A Es möchte echt sein - Fake und Authentizität im Kino
wanting to be real - fake and authenticity in cinema

Seminar

Einzeltermine:
Fr 27.05.16 10:00 - 14:00 SFG 1040
Fr 10.06.16 10:00 - 18:00 GW2 B3009 (Großer Studierraum)
Fr 10.06.16 13:30 - 18:00 SuUB 4320 (Studio II Medienraum )
Sa 11.06.16 10:00 - 18:00 SFG 1020
Fr 17.06.16 10:00 - 18:00 SFG 1040
Sa 18.06.16 10:00 - 18:00 SFG 0150

Dem Medium Film wurde in der Philosophie des Films immer wieder ein privilegierter Wirklichkeitszugang zugesprochen. Im Kinodispositiv verbänden sich das Aufzeichnungsinstrument (die Kamera) mit vorher ungekannten immersiven Potenzialen (der dunkle Raum des Kinosaals). Aufgrund seiner technischen Voraussetzungen könne der Film, so etwa Siegfried Kracauer, wie kein anderes Medium dem Zuschauer die (soziale) Wirklichkeit zur Anschauung bringen. Gleichwohl waren für die Theoretiker des Realismus die Artifizialität und der Konstruktionscharakter filmischer Bilder immer ein Problem. Die Filmgeschichte wie auch viele Texte der Theorie des Films kennen zahlreiche Versuche, etwas Unmittelbares, jeder Medialität vorgeschaltetes zu zeigen bzw. begrifflich zu bestimmen oder wenigstens zu umschreiben. Thema des Seminars sind diese Versuche, etwas in diesem Sinne Authentisches (oder auch, je nach Standpunkt, angeblich Authentisches) zu zeigen und spürbar werden zu lassen. Wir beschäftigen uns mit Bildern und Texten u.a. von Werner Herzog, Joe Berliner und Bruce Sinofsky, Joshua Oppenheimer, Roland Barthes, Vivian Sobchack, Helmuth Plessner, Claire Denis, André Bazin, Gilles Deleuze, Klaus Theweleit, Thomas Morsch, Claude Lanzmann, Christoph Schlingensief. Es geht um Bilder, die mit den Mitteln ihres Mediums versuchen, das Verdikt von Arthur Schnitzler zu unterlaufen: "Es fließen ineinander Traum und Wachen, Wahrheit und Lüge. Sicherheit ist nirgends. Wir wissen nichts vom andern, nichts von uns. Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug.“ Literatur- und Filmauswahl werden zu Beginn des Seminars bekannt gegeben. Außer den Seminarsitzungen werden verschiedene Sichtungstermine vereinbart.

Felix Engel
Benjamin Moldenhauer
09-30-24-A Handlungstheorie
Theory of Action

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 SFG 1040 (2 SWS)

Was ist eine Handlung? Was sind Handlungsgründe? Welche Rolle spielt der Begriff der Absicht? Auf welcher Basis können Akteuren Urheberschaft und Verantwortung zugeschrieben werden? Wie können Handlungen gerechtfertigt werden? Fallen Handlungsbeschreibung, -erklärung und -rechtfertigung zusammen? In welchem Sinne gehört nicht nur praktische Rationalität, sondern auch Irrationalität zum Begriff der Handlung? Diesen und ähnlichen Fragen wollen wir im Seminar nachgehen, wobei es ausdrücklich nicht darum geht, abschließende Antworten zu suchen, sondern darum, sich einen Überblick über Modelle der Handlung und praktischer Rationalität und deren typische Probleme, Vereinseitigungen und Hypostasierungen sowie ihre Einbettung in eine Topologie philosophischer Begriffe und Konzeptionen zu verschaffen. Wir werden dazu (auszugsweise) Schriften von Aristoteles, Anscombe, Bratman, Brandom, Gehlen, v. Wright, Ryle, Austin, Davidson, Rescher, Frankfurt, Williams, Rung-galdier u.a. lesen.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-27-A Robert Brandom: Begründen und Begreifen. Eine Einführung in den Inferentialismus
Brandom: Articulating Reasons: An Introduction to Inferentialism

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 GW1 A0160 (2 SWS)

Brandoms Grundideen sind der Inferentialismus (der Untertitel des Buches lautet: „Eine Ein-führung in den Inferentialismus“) und der Expressivismus (der Titel seines Hauptwerkes lautet auf deutsch: "Expressive Vernunft", auf engl.: "Making it explicit") - d.h.: Die Verwendung und der Gehalt von Begriffen wird mittels ihrer Rolle im Folgern, genauer: im Spiel des Gebens und Forderns von Gründen, erläutert, wobei dessen Regeln und der Gehalt von Begriffen (u.a. mittels philosophischen und logischen Vokabulars) explizit gemacht werden können. Im Rahmen dieser Ideen wird eine Vielzahl klassischer Themen der Philosophie neu verhandelt: Was ist begrifflicher Gehalt? Was heißt es, von der Objektivität begrifflicher Ge-halte zu sprechen und davon, dass sie etwas repräsentieren? Was ist Logik und welche Rolle spielt sie in Begründungen? Worin gründet die Normativität des Sprechens? Was heißt praktisches Begründen? Was heißt Vernunft? Nicht zuletzt wird damit auch die anthropologische Differenz erläutert: Menschen sind begriffsverwendende Wesen. Wir werden im Seminar Brandoms Buch "Begründen und Begreifen" besprechen, das als prägnante Einführung in die Kerngedanken seiner Philosophie konzipiert ist.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-28-A Geist und Seele
Mind and soul

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 2) Mi 12:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So. (2 SWS)

Einzeltermine:
Mi 29.06.16 12:00 - 14:00 SFG 1070 (Schulungsraum Dez. 5)
Mi 29.06.16 14:00 - 16:00 SFG 1080
Mi 06.07.16 12:00 - 14:00 SFG 2060
Mi 06.07.16 14:00 - 16:00 SFG 3070

Dieses Seminar führt in die gegenwärtige interdisziplinäre Theorie des Geistes ein, mit einem Schwerpunkt in der Philosophie des Geistes. Aber auch Beiträge der Neurophysiologie und vor allem der kognitiven Psychologie sollen angesprochen werden.

Bisher ist in diesem theoretischen Rahmen nur vom Geist (mind) die Rede. Doch wird neuerdings auch die Frage aufgeworfen, ob die gegenwärtige Theorie des Geistes die Möglichkeit eröffnet, den klassischen Begriff der Seele (soul) auf neue und interessante Weise zu integrieren. Dieses Thema – vielleicht mit einem Blick zurück auf klassische psychoanalytische Konzepte – soll im Schlussteil des Seminars behandelt werden.

Die Diskussionen in diesem Seminar orientieren sich nicht an einschlägigen Texten, sondern an einer ausführlichen, multimedialen Power-Point-Präsentation mit vielen Bildern, Beispielen, Videos und Aufgaben / Fragen. Dabei wird das terminologische Gerüst der modernen Standardtheorie des Geistes sukzessive und in expliziter Form aufgebaut. Die Teile dieser Theorie werden in Gestalt mehrerer Dateien in StudIP hochgeladen und können von den TeilnehmerInnen des Seminars zum Nachlesen und Lernen heruntergeladen werden.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Aber die Arbeit im Seminar wird intensiv sein. Wer sich dennoch im Vorhinein orientieren möchte oder die Arbeit im Seminar durch zusätzliche Lektüre begleiten möchte, könnte lesen:

Newen, A. (2013): Philosophie des Geistes: Eine Einführung, München.
Detel, W. (2015): Grundkurs Philosophie Bd.3: Philosophie des Geistes und der Sprache, 3. erheblich bearbeitete und erweiterte Auflage, Stuttgart.

Prof. Dr. Wolfgang Detel
09-30-29-A Die Richtung der Zeit

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 SFG 2040 (2 SWS)

Der Täter kann zum Ort des Verbrechens zurückkehren, aber keine Reise zurück zum Zeitpunkt des Mordes unternehmen. Wir bemerken sofort, wenn der Film, der uns beim Verzehr eines Hähnchens zeigt, rückwärts abgespielt wird. Mit der Richtung der Zeit sind vertrackte begriffliche Probleme verbunden. Kann man überhaupt davon reden, daß die Zeit eine Richtung hat? Wenn ja: was würden wir erleben, wenn sich die Richtung der Zeit umkehrt? Wie ist die Früher-Später-Relation mit den Zeitmodi (Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft) verknüpft? Wandert der Jetzt-Zeitpunkt? Führt das Bild vom Fluss der Zeit nicht in die Irre? Ist die Richtung der Zeit ein subjektives Phänomen oder ein Charakteristikum der Naturprozesse? Warum sind fast alle Naturprozesse (wie z. B. das Altern unseres Körpers) irreversibel, obwohl die fundamentalen Naturgesetze keine Zeitrichtung auszeichnen? Ist der Begriff der Entropie geeignet, eine Richtung der Zeit auszuzeichnen?
Neben Zeitpfeilen und Zeitreisen werden uns die Seminartexte, die in der Lehrveranstaltung zur Verfügung gestellt werden, auch in Probleme der Metaphysik der Zeit und der Wissenschaftstheorie (vor allem zur Kausalität) einführen, die mit der Richtung der Zeit verbunden sind.

Thorben Petersen, M.A.
Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-35-A Musik: höchste Philosophie? Ringvorlesung zur Musikphilosophie
Music: highest Philosophy? Lecture Serie on Philosophy of Music

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 2) Do 18:00 - 20:00 GW2 A4440 (Musik) (2 SWS)

Einzeltermine:
Di 26.07.16 - Mi 27.07.16 (Di, Mi) 10:00 - 17:00 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum)

Die Ringvorlesung führt in zentrale Fragestellungen der Musikphilosophie ein. Im Mittelpunkt steht das Thema ‚Verstehen von Musik’. Lehrende aus Musikwissenschaft und Philosophie geben einen Einblick in aktuelle Forschungen an der Universität Bremen zu diesem Thema.
Im Anschluss an die 14täglichen Vorträge findet in den Semesterferien (26.-27.07.2016, jeweils 10-17 Uhr) eine Blockveranstaltung statt, in der die vorgestellten Thesen ausgiebig und unter Hinzuziehung weiterer einschlägiger Literatur diskutiert werden.
Es besteht (bzgl. Modulprüfungen) wie üblich die Gelegenheit zu Präsentationen sowie zur Anfertigung von Hausarbeiten.

Prof. Dr. Georg Mohr
Dr. phil. Silke Wulf
09-30-36-A Der Philosoph als Autodidakt bei Ibn Tufail
The Philosopher as Autodidact in Ibn Tufail

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 GW2 B2890 (2 SWS)

Der Traktat von Ibn Tufail Hayy ibn Yaqzan (Sohn des Erwachten), der vermutlich um 1177-1182 entstanden ist, wird als eines der „originellsten Bücher des Mittelalters“ (Sarton) angesehen und darf als eine Art „philosophischer Bildungsroman“ verstanden werden (Rosenthal). Im Zentrum Ibn Tufails philosophischer Erzählung steht die Untersuchung der Erkenntnisfähigkeit des Menschen auf der Grundlage seiner natürlichen Vernunft. Der Traktat bietet die Möglichkeit, wichtige philosophische Fragen wie die Entstehung der Welt und des Menschen, die Natur der Seele, das Verhältnis von Vernunft und Offenbarung, der Zugang zur Wahrheit usw. zu behandeln.
Das Seminar bezweckt, Ibn Tufails Traktat Hayy ibn Yaqzan in seinem theologisch-politischen und geschichtsphilosophischen Kontext zu verstehen und seine Einbettung in einen interkulturellen Diskussions- und Problemkontext zu verdeutlichen. Darüber hinaus sollen Aspekte der Rezeption des Werkes im arabisch-islamischen Kulturraum und in der europäischen Neuzeit thematisiert werden.
Ein Reader wird in der ersten Seminarsitzung zur Verfügung gestellt.
Literatur:
Abu Bakr Ibn Tufail, Der Philosoph als Autodidakt. Ein philosophischer Inselroman, Hambourg, Meiner, 2009.
Ibn Tufail, Hayy Ibn Yaqdhan. Ein muslimischer Inselroman, Wien, Edition Viktoria, 2007.
Ibn Tufail, Haii ibn Jaqzan der Naturmensch. Ein philosophischer Robinsonroman aus dem arabischen Mittelalter […], Leipzig und Weimar, Gustav Kiepenheuer Verlag, 1983.
Ulrich Rudolph, Islamische Philosophie. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. München, C. H. Beck Verlag, 2004.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen
09-30-38-A Vernunft und Vernunftkritik: Positionen aus der arabisch-islamischen Philosophie der Gegenwart
Reason and rational Criticism in contemporary Arab-Islamic Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 16:00 - 18:00 SH D1020 (2 SWS)

Dieses Seminar bietet eine Möglichkeit, aktuelle philosophische Positionen aus dem arabisch-islamischen Kulturraum kennenzulernen. Gelesen und analysiert werden ausgewählte Texte von ägyptischen, syrischen, marokkanischen und tunesischen Autoren. Dabei werden Begriffe wie „Aufklärung“, „Vernunft“, „Identität“ und „Kritik“ in ihrem historischen und systematischen Bezügen beleuchtet, auf ihre ideengeschichtlichen Hintergründe befragt und mit europäischen Positionen in Verbindung gebracht.
Zur Lektüre stehen Texte von Sadiq Jalel Al-Azm, Anouar Abdel-Malek, Mohamed Abed Al-Jabri und Fathi Triki.
Ein Reader wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.
Literatur
Sadiq J. Al-Azm, Unbehagen in der Moderne. Aufklärung im Islam, Fischer, 1993.
Mohammed Abed Al-Jabri, Kritik der arabischen Vernunft. Die Einführung, Perlen Verlag, 2009.
Fathi Triki, Demokratische Ethik und Politik im Islam. Arabische Studien zur transkulturellen Philosophie des Zusammenlebens, Velbrück Wissenschaft, 2011.
Anouar Abdel-Malek, Orientalism in Crisis, in: A. L. Macfie (ed.), Orientalism. A Reader, Edinburgh: Edinburgh University Press 1988, S. 47-56.
Edward W. Said, Orientalismus (1978), Fischer: Frankfurt/M. 2014.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen

Modul T2 Wissenschaft, Methode, Natur

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-15-B Dialektik als Methode? - Adornos Noten interpretieren

Seminar

Einzeltermine:
Fr 29.04.16 14:00 - 16:00 GW2 B1170
Fr 27.05.16 14:00 - 19:00 SFG 1030
Sa 28.05.16 10:00 - 17:00 SFG 1020
Fr 24.06.16 14:00 - 19:00 SFG 1030
Sa 25.06.16 10:00 - 17:00 SFG 1060 Dezernetenbesprechnungsraum

Seminarlektüre:
Theodor W. Adorno, Negative Dialektik (in Ausschnitten)
ggf. weitere kleine Aufsätze und Fragmente Adornos

Fragestellung:
Was ist Dialektik? Und insbesondere die Negative Dialektik?

Ein Grundverständnis hiervon zu entwickeln ist Ziel des Seminars.
Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Dr. phil. Silke Wulf
09-30-22-A Sterben und Tod als Thema der Philosophie

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 10:00 - 12:00 SFG 1040 (2 SWS)

Sterben und Tod ist ein vielfältiges Thema von Kunst und Wissenschaft. Der Tod war und ist auch in verschiedenen Bereichen der Philosophie Gegenstand des Nachdenkens, ohne dass sich deswegen eine einschlägige philosophische Teildisziplin gebildet hätte. Unser Seminar konzentriert sich auf einige Ausschnitte aus diesem unüberschaubaren Themengebiet. Probleme der konkreten Ethik wie Sterbehilfe oder Gehirntod-Kriterium kommen nur am Rande vor. Ebenso werden wir nur kurz und des Überblicks wegen auf existenzielle und anthropologische Fragen eingehen. Im Mittelpunkt des Seminars stehen theoretische Überlegungen und einige grundlegende Wertfragen, die die Grundlagen für existenzielle, religiöse oder konkretere ethische Konzeptionen bereitstellen
Die Themenauswahl ist geprägt durch naturphilosophische Überlegungen und Debatten, die in der gegenwärtigen angelsächsischen Metaphysik um Sterben und Tod (Nagel vs. Williams) geführt werden. Diese Debatten knüpfen wieder bei antiken Autoren wie Epikur an, mit denen wir uns zu Beginn des Seminars beschäftigen werden.
Wir werden uns u. a. mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Gibt es evolutionsbiologische Gründe für das Sterben von Organismen? Was genau definiert den Tod? Was sind Kriterien dafür, dass ein Mensch tot ist? Führen unterschiedliche Zeittheorien zu unterschiedlichen Einschätzungen des Todes? Ist es vernünftig, den Tod zu fürchten? Unterscheidet sich die Nichtexistenz nach dem Tod von der Nichtexistenz vor der Geburt? Ist der Tod immer und in jeder Hinsicht ein Übel? Oder ist es gut, dass wir nicht unsterblich sind? Kann es personale Identität über den Tod hinaus geben?
Einen ersten Einblick gibt der Artikel ‚Death’ vom Steven Luper, der in der Stanford Encyclopedia of Philosophy leicht greifbar ist (http://plato.stanford.edu/entries/death/).

Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-29-A Die Richtung der Zeit

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 SFG 2040 (2 SWS)

Der Täter kann zum Ort des Verbrechens zurückkehren, aber keine Reise zurück zum Zeitpunkt des Mordes unternehmen. Wir bemerken sofort, wenn der Film, der uns beim Verzehr eines Hähnchens zeigt, rückwärts abgespielt wird. Mit der Richtung der Zeit sind vertrackte begriffliche Probleme verbunden. Kann man überhaupt davon reden, daß die Zeit eine Richtung hat? Wenn ja: was würden wir erleben, wenn sich die Richtung der Zeit umkehrt? Wie ist die Früher-Später-Relation mit den Zeitmodi (Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft) verknüpft? Wandert der Jetzt-Zeitpunkt? Führt das Bild vom Fluss der Zeit nicht in die Irre? Ist die Richtung der Zeit ein subjektives Phänomen oder ein Charakteristikum der Naturprozesse? Warum sind fast alle Naturprozesse (wie z. B. das Altern unseres Körpers) irreversibel, obwohl die fundamentalen Naturgesetze keine Zeitrichtung auszeichnen? Ist der Begriff der Entropie geeignet, eine Richtung der Zeit auszuzeichnen?
Neben Zeitpfeilen und Zeitreisen werden uns die Seminartexte, die in der Lehrveranstaltung zur Verfügung gestellt werden, auch in Probleme der Metaphysik der Zeit und der Wissenschaftstheorie (vor allem zur Kausalität) einführen, die mit der Richtung der Zeit verbunden sind.

Thorben Petersen, M.A.
Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-35-A Musik: höchste Philosophie? Ringvorlesung zur Musikphilosophie
Music: highest Philosophy? Lecture Serie on Philosophy of Music

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 2) Do 18:00 - 20:00 GW2 A4440 (Musik) (2 SWS)

Einzeltermine:
Di 26.07.16 - Mi 27.07.16 (Di, Mi) 10:00 - 17:00 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum)

Die Ringvorlesung führt in zentrale Fragestellungen der Musikphilosophie ein. Im Mittelpunkt steht das Thema ‚Verstehen von Musik’. Lehrende aus Musikwissenschaft und Philosophie geben einen Einblick in aktuelle Forschungen an der Universität Bremen zu diesem Thema.
Im Anschluss an die 14täglichen Vorträge findet in den Semesterferien (26.-27.07.2016, jeweils 10-17 Uhr) eine Blockveranstaltung statt, in der die vorgestellten Thesen ausgiebig und unter Hinzuziehung weiterer einschlägiger Literatur diskutiert werden.
Es besteht (bzgl. Modulprüfungen) wie üblich die Gelegenheit zu Präsentationen sowie zur Anfertigung von Hausarbeiten.

Prof. Dr. Georg Mohr
Dr. phil. Silke Wulf
09-30-36-A Der Philosoph als Autodidakt bei Ibn Tufail
The Philosopher as Autodidact in Ibn Tufail

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 GW2 B2890 (2 SWS)

Der Traktat von Ibn Tufail Hayy ibn Yaqzan (Sohn des Erwachten), der vermutlich um 1177-1182 entstanden ist, wird als eines der „originellsten Bücher des Mittelalters“ (Sarton) angesehen und darf als eine Art „philosophischer Bildungsroman“ verstanden werden (Rosenthal). Im Zentrum Ibn Tufails philosophischer Erzählung steht die Untersuchung der Erkenntnisfähigkeit des Menschen auf der Grundlage seiner natürlichen Vernunft. Der Traktat bietet die Möglichkeit, wichtige philosophische Fragen wie die Entstehung der Welt und des Menschen, die Natur der Seele, das Verhältnis von Vernunft und Offenbarung, der Zugang zur Wahrheit usw. zu behandeln.
Das Seminar bezweckt, Ibn Tufails Traktat Hayy ibn Yaqzan in seinem theologisch-politischen und geschichtsphilosophischen Kontext zu verstehen und seine Einbettung in einen interkulturellen Diskussions- und Problemkontext zu verdeutlichen. Darüber hinaus sollen Aspekte der Rezeption des Werkes im arabisch-islamischen Kulturraum und in der europäischen Neuzeit thematisiert werden.
Ein Reader wird in der ersten Seminarsitzung zur Verfügung gestellt.
Literatur:
Abu Bakr Ibn Tufail, Der Philosoph als Autodidakt. Ein philosophischer Inselroman, Hambourg, Meiner, 2009.
Ibn Tufail, Hayy Ibn Yaqdhan. Ein muslimischer Inselroman, Wien, Edition Viktoria, 2007.
Ibn Tufail, Haii ibn Jaqzan der Naturmensch. Ein philosophischer Robinsonroman aus dem arabischen Mittelalter […], Leipzig und Weimar, Gustav Kiepenheuer Verlag, 1983.
Ulrich Rudolph, Islamische Philosophie. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. München, C. H. Beck Verlag, 2004.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen
09-30-38-A Vernunft und Vernunftkritik: Positionen aus der arabisch-islamischen Philosophie der Gegenwart
Reason and rational Criticism in contemporary Arab-Islamic Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 16:00 - 18:00 SH D1020 (2 SWS)

Dieses Seminar bietet eine Möglichkeit, aktuelle philosophische Positionen aus dem arabisch-islamischen Kulturraum kennenzulernen. Gelesen und analysiert werden ausgewählte Texte von ägyptischen, syrischen, marokkanischen und tunesischen Autoren. Dabei werden Begriffe wie „Aufklärung“, „Vernunft“, „Identität“ und „Kritik“ in ihrem historischen und systematischen Bezügen beleuchtet, auf ihre ideengeschichtlichen Hintergründe befragt und mit europäischen Positionen in Verbindung gebracht.
Zur Lektüre stehen Texte von Sadiq Jalel Al-Azm, Anouar Abdel-Malek, Mohamed Abed Al-Jabri und Fathi Triki.
Ein Reader wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.
Literatur
Sadiq J. Al-Azm, Unbehagen in der Moderne. Aufklärung im Islam, Fischer, 1993.
Mohammed Abed Al-Jabri, Kritik der arabischen Vernunft. Die Einführung, Perlen Verlag, 2009.
Fathi Triki, Demokratische Ethik und Politik im Islam. Arabische Studien zur transkulturellen Philosophie des Zusammenlebens, Velbrück Wissenschaft, 2011.
Anouar Abdel-Malek, Orientalism in Crisis, in: A. L. Macfie (ed.), Orientalism. A Reader, Edinburgh: Edinburgh University Press 1988, S. 47-56.
Edward W. Said, Orientalismus (1978), Fischer: Frankfurt/M. 2014.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen

Modul K Klassikerlektüre

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-16-B Jean Jacques Rousseau: Der Gesellschaftsvertrag oder Die Grundsätze des Staatsrechts
Jean-Jacques Rousseau: The Social Contract or Principles of Political Right

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:00 - 14:00 SFG 2040 (4 SWS)

ou Principes du Droit Politique), 1762

„Der Mensch ist frei geboren und überall liegt er in Ketten. Einer hält sich für den Herrn der anderen und bleibt doch mehr Sklave als sie.“ In diesem Klassikerseminar werden wir uns intensiv der kritischen Lektüre des Gesellschaftsvertrags von Jean-Jacques Rousseau widmen. In diesem erstmals 1762 erschienenen Werk widmet sich Rousseau der Frage nach der Grundlage der Legitimität politischer Macht, und gibt uns dabei gleichzeitig Gelegenheit seine Ideen zum Gemeinwohl, zu Erziehung, Fortschritt und Aufklärung zu diskutieren. Unter Einbezug weiterer einschlägiger Texte Rousseaus und ausgewählter Forschungsliteratur wollen wir diesen Klassiker der Aufklärung und der Rechtsphilosophie textnah und detailliert besprechen.
Französischkenntnisse sind willkommen, aber nicht Voraussetzung zur erfolgreichen Teilnahme.
Das Seminar beginnt in der zweiten Vorlesungswoche (erster Termin: 12.4.2016)

Svantje Marei Guinebert
09-30-17-B Aristoteles: Nikomachische Ethik
Aristotle: Nicomachean Ethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 20:00 SFG 1040 (4 SWS)

Auch wenn man mit einzelnen Urteilen aus der Nikomachischen Ethik des Aristoteles nicht übereinstimmen mag (was nur z.T. der historischen Distanz geschuldet ist), so ist die Kenntnis seiner Art und Weise, die Frage nach dem guten Leben zu stellen und zu beantworten, ganz abgesehen vom philosophie- und kulturgeschichtlichen Aspekt, aus mindestens zwei Gründen unerlässlich: Erstens bietet sie einen Kontrapunkt zur Prinzipienethik der modernen Moraltheorien. Aristoteles begründet keine Normen, sondern beschreibt verschiedene Le-bensweisen als Möglichkeiten tugendhaften Lebens, welches, zumindest nach Aristoteles, tendenziell auch ein glückliches (oder gelungenes) Leben ist. Tugend und Klugheit müssen bei der angemessenen Verwirklichung der vernünftigen Vermögen des Menschen Hand in Hand gehen, um auch unter un¬günstigen Umständen ein gutes Leben führen zu können. Die prinzipielle Kluft zwischen Mo¬ralität und Glückseligkeit, wie man sie insbesondere von Kant kennt und die regelmäßig in der Frage mündet: „Warum moralisch handeln?“, gibt es bei Aristoteles schon vom Ansatz her nicht. Als Basis seiner Ethik entwickelt Aristoteles zweitens einen Handlungsbegriff, der auf einer Konzeption praktischer Rationalität beruht, welche die Zweckrationalität des Handelns zwar umfasst, aber nicht darin aufgeht. Auch darin ist er nicht nur von historischem Interesse, sondern Diskussionspartner in aktuellen Debatten: zum einen, indem er die ethische Dimension jedes Handelns hervortreten lässt, zum anderen, indem er ethische Abwägungen ans konkrete Handeln bindet. Im Seminar wollen wir Aristoteles’ „Ni-komachische Ethik“ und Auszüge aus der „Politik“ unter diesen beiden Aspekten diskutieren.

Dr. Frank Kannetzky

Modul PS Philosophie der Moral, der Politik und des Rechts (Spezialisierungsmodul Praktische Philosophie)

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-13-B Erkennen, Bewerten und Entscheiden: Grundlagen praktischen Argumentierens
Cognition, Evaluation and Decision: Foundations of practical argumentation

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 GW2 B1400 NUR Mi. - So. (2 SWS)

Menschliches Verhalten wird in hohem Maße durch individuelle und kollektive Entscheidungen bestimmt, sei es durch die praktische Umsetzung derartiger Entscheidungen und darauf erfolgende Reaktionen, die Kommunikation von Entscheidungen und Reaktionen auf die Kommunikation von Entscheidungen.
Erwägungen zu gewünschten und zu unerwünschten Folgen der Realisierung und der Kommunikation von Entscheidungen spielen eine wesentliche Rolle im Prozess bewusster Entscheidungsfindung, in dem das Fällen bestimmter Entscheidungen stimuliert und begründet wird. Diese Erwägungen können rational nur dann schlüssig sein, wenn sie den Zusammenhang von deskriptiv-konstatierenden und voluntativ-wertenden Elementen im zu Entscheidungen führenden Prozess praktischen Argumentierens berücksichtigen.
Dieser Zusammenhang von Erkennen, Bewerten und Entscheiden ist nicht auf die kausale Erklärung von Entscheidungen (das Verstehen, warum es zu einer Entscheidung kommt) von Bedeutung, sondern potentielle und getroffene Entscheidungen sind selbst Gegenstand von deskriptiven Feststellungen und wertenden Charakterisierungen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Realisierungsaussichten von Entscheidungen haben. Unter diesem Aspekt können Entscheidungen u.a. als gut, schlecht, begründet, alternativlos, wirkungsvoll oder wirkungslos etc. gekennzeichnet werden. In dieses wertende Umfeld fällt auch das Gutheißen und Verurteilen von potentiellen oder getroffenen Entscheidungen bzw. das Verständnis (als Zustimmung, im Unterschied zum kausalen Verstehen) oder Unverständnis (Ablehnung, Verurteilung) jeweiliger Entscheidungen.

Die angesprochenen Zusammenhänge sollen im Seminar analysiert in Ansätzen systematisiert werden. Hauptproblemfelder werden dabei sein:
Mentale (deskriptiv-konstatierende, axiologische-voluntative) Einstellungen und ihr Verhältnis zu Entscheidung
Kommunikative Sprechakte, mentale Einstellungen und Entscheidungen: Offenheit und Aufrichtigkeit
Das Verstehen von kommunikativen Akten und das Principle of Charity
Entscheidungsfindung durch praktisches Schließen
Entscheidungsautoritäten: Individuelle und kollektive Entscheidungen
Die Rolle von Experten im Entscheidungsprozess
Normen- und wertorientierte Fundierung und Bewertung von Entscheidungen
Entscheidungstheorien
Entscheidungsrelevante Begründungsfehler: Formale und informale Fehlschlüsse
Eristische Manipulationsmittel zur Gewinnung öffentlicher Zustimmung zu Entscheidungen

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-23-A Es möchte echt sein - Fake und Authentizität im Kino
wanting to be real - fake and authenticity in cinema

Seminar

Einzeltermine:
Fr 27.05.16 10:00 - 14:00 SFG 1040
Fr 10.06.16 10:00 - 18:00 GW2 B3009 (Großer Studierraum)
Fr 10.06.16 13:30 - 18:00 SuUB 4320 (Studio II Medienraum )
Sa 11.06.16 10:00 - 18:00 SFG 1020
Fr 17.06.16 10:00 - 18:00 SFG 1040
Sa 18.06.16 10:00 - 18:00 SFG 0150

Dem Medium Film wurde in der Philosophie des Films immer wieder ein privilegierter Wirklichkeitszugang zugesprochen. Im Kinodispositiv verbänden sich das Aufzeichnungsinstrument (die Kamera) mit vorher ungekannten immersiven Potenzialen (der dunkle Raum des Kinosaals). Aufgrund seiner technischen Voraussetzungen könne der Film, so etwa Siegfried Kracauer, wie kein anderes Medium dem Zuschauer die (soziale) Wirklichkeit zur Anschauung bringen. Gleichwohl waren für die Theoretiker des Realismus die Artifizialität und der Konstruktionscharakter filmischer Bilder immer ein Problem. Die Filmgeschichte wie auch viele Texte der Theorie des Films kennen zahlreiche Versuche, etwas Unmittelbares, jeder Medialität vorgeschaltetes zu zeigen bzw. begrifflich zu bestimmen oder wenigstens zu umschreiben. Thema des Seminars sind diese Versuche, etwas in diesem Sinne Authentisches (oder auch, je nach Standpunkt, angeblich Authentisches) zu zeigen und spürbar werden zu lassen. Wir beschäftigen uns mit Bildern und Texten u.a. von Werner Herzog, Joe Berliner und Bruce Sinofsky, Joshua Oppenheimer, Roland Barthes, Vivian Sobchack, Helmuth Plessner, Claire Denis, André Bazin, Gilles Deleuze, Klaus Theweleit, Thomas Morsch, Claude Lanzmann, Christoph Schlingensief. Es geht um Bilder, die mit den Mitteln ihres Mediums versuchen, das Verdikt von Arthur Schnitzler zu unterlaufen: "Es fließen ineinander Traum und Wachen, Wahrheit und Lüge. Sicherheit ist nirgends. Wir wissen nichts vom andern, nichts von uns. Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug.“ Literatur- und Filmauswahl werden zu Beginn des Seminars bekannt gegeben. Außer den Seminarsitzungen werden verschiedene Sichtungstermine vereinbart.

Felix Engel
Benjamin Moldenhauer
09-30-26-A Ethik in den Wissenschaften
Ethics in Science

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 SpT C4180 (2 SWS)

Forschung und Wissenschaft sind keine wertneutralen Räume. Sowohl dem einzelnen Wissenschaftler, als auch auf gesellschaftlicher Ebene stellen sich ethische Fragen: Darf Forschung alles, was sie kann? Wo hat die Freiheit der Forschung ein Ende? Darf man alles erforschen, was man will, oder bleiben manche Dinge besser im Dunkeln? Welcher Mittel darf sich die Wissenschaft bedienen? Welche Regeln gelten im Forschungsprozess und warum? Wer sanktioniert wissenschaftliches Fehlverhalten? Und wer ist verantwortlich, wenn das erlangte Wissen der Menschheit nicht zum Guten, sondern zum Schlechten gereicht? Im Seminar werden wir der Verantwortung des Wissenschaftlers, aber auch der wissenschaftlichen Institutionen nachgehen. Wir werden sehen, wo Wertkonflikte entstehen, und mit welchen Argumenten man versuchen kann sie zu lösen. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen soll die Tragfähigkeit moralischer Reflexionen illustriert werden. Was sind beispielsweise typische Konflikte im Wissenschaftsbetrieb? Was ist 'gute wissenschaftliche Praxis' und wie kann sie gefördert (oder notfalls erzwungen) werden? Welche Probleme gibt es in der Publikationspraxis?

Dr. Denise Müller-Dum
Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-31 A Kant: Kritik der praktischen Vernunft
Kant: Critique of Practical Reason

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 GW2 B3770 (2 SWS)

Kants Anliegen in der Kritik der praktischen Vernunft ist es, zu zeigen, dass es eine Willensbestimmung geben kann, die durch ein rein formales Prinzip begründet ist. Die „erste Frage“ einer solchen „Kritik der praktischen Vernunft“ ist daher, „ob reine Vernunft zur Bestimmung des Willens für sich allein zulange, oder ob sie nur als empirisch-bedingte ein Bestimmungsgrund derselben sein könne“ (KpV, 5:15). Gegenstand der Kritik ist dabei allein die empirisch-praktische Vernunft, da sie vorgibt, moralische Prinzipien seien ausschließlich sinnlich bedingt und nicht-intellektuelle Interessen die einzige Motivationsquelle von Handlungen. Das positive Ziel einer Kritik der praktischen Vernunft muss es daher sein, zu zeigen, dass auch die reine praktische Vernunft Regeln des Verhaltens vorgeben kann, die im praktischen Leben tatsächlich wirksam werden können. Wenn Vernunft selbst die Quelle der Vorstellungen ist, die in unser Handeln als Gründe eingehen, dann ist reine Vernunft praktisch. Und nur dann, so argumentiert Kant, kann es moralisch-praktische Prinzipien geben, die universal, von unbedingter Geltung und als solche potentiell handlungsleitend sind.
Im Seminar wollen wir versuchen, uns die einzelnen Argumentationsschritte von Kants dichter und komplexer Darstellung durch eine detailgenaue Analyse zentraler Textpassagen zu erschließen. Dabei wollen wir versuchen, uns einem Verständnis von Schlüsselbegriffen der kantischen Argumentation wie Freiheit, Autonomie, Heteronomie, praktisches Gesetz, Maxime, Achtung für das Gesetz und höchstes Gut durch eine sowohl textnahe als auch systematisch angemessene Analyse dieser zentralen moralphilosophischen Termini zu nähern. Erwartet wird daher von den SeminarteilnehmerInnen die Bereitschaft, sich kontinuierlich und intensiv mit Kants Text auseinanderzusetzen und diese Auseinandersetzung z. B. in Form von Diskussionsbeiträgen im Seminar einzubringen. Eine Textausgabe ist anzuschaffen.
Editorisch zuverlässige Textausgaben:
Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, in: Kants gesammelte Schriften, hg. von der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1908, Bd. 5; nachgedruckt in: Kants Werke, Akademie-Textausgabe (paperback), Berlin u. a.: de Gruyter, Bd. 5. ISBN-13: 978-3110014389
Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, hg. v. Heiner Klemme, Hamburg: Meiner 2003. ISBN-13: 978-3787316502
Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, hg. v. Joachim Kopper, Stuttgart: Reclam 1986. ISBN-13: 978-3150011119
Weiterführende Literatur:
Lewis White Beck: A Commentary on Kant’s ‘Critique of Practical Reason’, Chicago 1960, dt.: Kants ‘Kritik der praktischen Vernunft’, München 1974.
Otfried Höffe (Hg.): Kants Kritik der praktischen Vernunft, Berlin 2002.
Jens Timmermann/Andrews Reath (Hg.): Kant’s Critique of Practical Reason. A Critical Guide, Cambridge 2010.

Dr. Steffi Schadow
09-30-37-A Die Debatte um Intoleranz und Toleranz in der arabischen Moderne. Interkulturelle Perspektiven
Intolerance and Tolerance in Arab Modernity. An intercultural Perspective

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 GW2 B2900 (2 SWS)

Die Klärung der Begriffe ist eine Elementaraufgabe der Philosophie. Im interkulturellen Diskurs ist eine solche Begriffsklärung dringender denn je, vor allem wenn man sich zentralen und zugleich unscharfen Begriffen wie Intoleranz und Toleranz zuwendet.
In diesem Seminar geht es zunächst um eine Analyse der beiden Begriffe Intoleranz (Taʿaṣṣub) und Toleranz (Tasāhul bzw. Tasāmuḥ) in ihrem philologischen und ideengeschichtlichen Kontext. Dabei wird sich auf ausgewählte Texte von arabischen – christlichen wie muslimischen – Autoren aus dem 19. und 20. Jahrhundert gestützt und mit europäischen Autoren verglichen.
Das arabische Wort Taʿaṣṣub ist nicht unbedingt eine Negation der Toleranz (In-toleranz) sondern verfügt über seine eigene Semantik. Bei Ğamāl Addīn al-Afġānī (1838-1897) und Muḥammad ʿAbduh (1849-1905) z.B. wird der Begriff nicht systematisch abwertend behandelt. Die beiden Autoren – sie gelten als große Reformisten des modernen Islam – plädieren sogar für eine Form von Intoleranz. Kann man Intoleranz überhaupt rechtfertigen? Welche Rechtfertigungsstrategien jener Intoleranz sind vertretbar?
Es werden weiterhin einige Rechtfertigungsstrategien des Toleranzbegriffes bei arabischen Autoren wie Adīb Isḥāq (1856-1885), Amīn Rīḥānī (1876-1940) und Faraḥ Antūn (1874-1922) analysiert und mit europäischen Toleranzkonzeptionen in Verbindung gebracht.
Das Seminar mündet in der Möglichkeit, einige normative Aspekte der Debatte um Intoleranz und Toleranz in der arabisch-islamischen Philosophie der Gegenwart zu bearbeiten und einer inter- und transkulturelle Theorie zuzuführen.
Literatur
Rainer Forst, Toleranz im Konflikt. Geschichte, Gehalt und Gegenwart eines umstrittenen Begriffes, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003.
Gudrun Krämer, Demokratie im Islam. Der Kampf für Toleranz und Freiheit in der arabischen Welt, Beck, München 2011.
Stephan Kokew, Annäherung an Toleranz. Ausgangspunkte, Kontexte und zeitgenössische Interpretationen des Toleranzbegriffs aus dem schiitischen Islam, Ergon, Würzburg 2014.
Fethi Meskini, Der andere Islam. Kultur, Identität und Demokratie, Lang, Frankfurt am Main 2015.
Adel Khoury, Toleranz im Islam, Kaiser Grünewald, München 1980.
Michael Walzer, Über Toleranz. Von der Zivilisierung der Differenz, Rotbuch, Hamburg 1998.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen

Modul TS Philosophie der Naturwissenschaften (Spezialisierungsmodul Theoretische Philosophie)

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-15-B Dialektik als Methode? - Adornos Noten interpretieren

Seminar

Einzeltermine:
Fr 29.04.16 14:00 - 16:00 GW2 B1170
Fr 27.05.16 14:00 - 19:00 SFG 1030
Sa 28.05.16 10:00 - 17:00 SFG 1020
Fr 24.06.16 14:00 - 19:00 SFG 1030
Sa 25.06.16 10:00 - 17:00 SFG 1060 Dezernetenbesprechnungsraum

Seminarlektüre:
Theodor W. Adorno, Negative Dialektik (in Ausschnitten)
ggf. weitere kleine Aufsätze und Fragmente Adornos

Fragestellung:
Was ist Dialektik? Und insbesondere die Negative Dialektik?

Ein Grundverständnis hiervon zu entwickeln ist Ziel des Seminars.
Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Dr. phil. Silke Wulf
09-30-29-A Die Richtung der Zeit

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 SFG 2040 (2 SWS)

Der Täter kann zum Ort des Verbrechens zurückkehren, aber keine Reise zurück zum Zeitpunkt des Mordes unternehmen. Wir bemerken sofort, wenn der Film, der uns beim Verzehr eines Hähnchens zeigt, rückwärts abgespielt wird. Mit der Richtung der Zeit sind vertrackte begriffliche Probleme verbunden. Kann man überhaupt davon reden, daß die Zeit eine Richtung hat? Wenn ja: was würden wir erleben, wenn sich die Richtung der Zeit umkehrt? Wie ist die Früher-Später-Relation mit den Zeitmodi (Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft) verknüpft? Wandert der Jetzt-Zeitpunkt? Führt das Bild vom Fluss der Zeit nicht in die Irre? Ist die Richtung der Zeit ein subjektives Phänomen oder ein Charakteristikum der Naturprozesse? Warum sind fast alle Naturprozesse (wie z. B. das Altern unseres Körpers) irreversibel, obwohl die fundamentalen Naturgesetze keine Zeitrichtung auszeichnen? Ist der Begriff der Entropie geeignet, eine Richtung der Zeit auszuzeichnen?
Neben Zeitpfeilen und Zeitreisen werden uns die Seminartexte, die in der Lehrveranstaltung zur Verfügung gestellt werden, auch in Probleme der Metaphysik der Zeit und der Wissenschaftstheorie (vor allem zur Kausalität) einführen, die mit der Richtung der Zeit verbunden sind.

Thorben Petersen, M.A.
Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-35-A Musik: höchste Philosophie? Ringvorlesung zur Musikphilosophie
Music: highest Philosophy? Lecture Serie on Philosophy of Music

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 2) Do 18:00 - 20:00 GW2 A4440 (Musik) (2 SWS)

Einzeltermine:
Di 26.07.16 - Mi 27.07.16 (Di, Mi) 10:00 - 17:00 GW2 B3010 (Kleiner Studierraum)

Die Ringvorlesung führt in zentrale Fragestellungen der Musikphilosophie ein. Im Mittelpunkt steht das Thema ‚Verstehen von Musik’. Lehrende aus Musikwissenschaft und Philosophie geben einen Einblick in aktuelle Forschungen an der Universität Bremen zu diesem Thema.
Im Anschluss an die 14täglichen Vorträge findet in den Semesterferien (26.-27.07.2016, jeweils 10-17 Uhr) eine Blockveranstaltung statt, in der die vorgestellten Thesen ausgiebig und unter Hinzuziehung weiterer einschlägiger Literatur diskutiert werden.
Es besteht (bzgl. Modulprüfungen) wie üblich die Gelegenheit zu Präsentationen sowie zur Anfertigung von Hausarbeiten.

Prof. Dr. Georg Mohr
Dr. phil. Silke Wulf
09-30-38-A Vernunft und Vernunftkritik: Positionen aus der arabisch-islamischen Philosophie der Gegenwart
Reason and rational Criticism in contemporary Arab-Islamic Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 16:00 - 18:00 SH D1020 (2 SWS)

Dieses Seminar bietet eine Möglichkeit, aktuelle philosophische Positionen aus dem arabisch-islamischen Kulturraum kennenzulernen. Gelesen und analysiert werden ausgewählte Texte von ägyptischen, syrischen, marokkanischen und tunesischen Autoren. Dabei werden Begriffe wie „Aufklärung“, „Vernunft“, „Identität“ und „Kritik“ in ihrem historischen und systematischen Bezügen beleuchtet, auf ihre ideengeschichtlichen Hintergründe befragt und mit europäischen Positionen in Verbindung gebracht.
Zur Lektüre stehen Texte von Sadiq Jalel Al-Azm, Anouar Abdel-Malek, Mohamed Abed Al-Jabri und Fathi Triki.
Ein Reader wird zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.
Literatur
Sadiq J. Al-Azm, Unbehagen in der Moderne. Aufklärung im Islam, Fischer, 1993.
Mohammed Abed Al-Jabri, Kritik der arabischen Vernunft. Die Einführung, Perlen Verlag, 2009.
Fathi Triki, Demokratische Ethik und Politik im Islam. Arabische Studien zur transkulturellen Philosophie des Zusammenlebens, Velbrück Wissenschaft, 2011.
Anouar Abdel-Malek, Orientalism in Crisis, in: A. L. Macfie (ed.), Orientalism. A Reader, Edinburgh: Edinburgh University Press 1988, S. 47-56.
Edward W. Said, Orientalismus (1978), Fischer: Frankfurt/M. 2014.

Dr. Sarhan Dhouib, Gastprofessur SS16: Philosophie im Vergleich der Kulturen

Modul AM Abschlussmodul

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-22-C Bachelorabschlussseminar
BA-Thesis - Writing class

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:00 - 14:00 SpT C4180 (2 SWS)

Seminar zur Besprechung von Abschlussarbeiten und Studienausgangsphase. Regelmäßige Anwesenheit und die Bereitschaft, die eigene Arbeit vorzustellen und eigene und fremde Ar-beiten zu diskutieren, sind zwingende Teilnahmevoraussetzungen.

Dr. Frank Kannetzky

Philosophisches Forschen

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-23-D Doktorandenkolloquium Philosophie
Colloquium for Postgraduates in Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 GW2 B3770 (2 SWS)
Svantje Marei Guinebert

General Studies: Angebote für Studierende aller Fächer des FB 09

Im General Studies Wahlpflichtbereich bietet das Angebot des FB 09 seinen Studierenden eine große Auswahl an Studienmöglichkeiten. Diese finden Sie im Lehrveranstaltungsverzeichnis unter Fachbereich 09: Kulturwissenschaften, General Studies und Schlüsselqualifikationen (Wahlpflichtbereich) - FB 09.

Ansprechpartner für die Inhalte des Veranstaltungsverzeichnisses

Alte Vorlesungsverzeichnisse (bis Sommersemester 2012)