Lehrveranstaltungen SoSe 2017

Philosophie, B.A.

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Modul G3 Praktikum

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-11-B Praktikum und Berufsorientierung: Einführungsveranstaltung für Studierende im 2. Semester der Philosophie
Practical training and career planning - An introduction

Seminar

Einzeltermine:
Mo 15.05.17 14:00 - 18:00 SFG 3070

Philosophie: Eine brotlose Kunst!
Dieses (Vor-)Urteil gilt es zu widerlegen, indem wir Sie einladen, sich frühzeitig im Studium mit Ihrer beruflichen Zukunft zu beschäftigen.
Die Einführungsveranstaltung zum Thema "Praktikum und Berufsorientierung" soll Ihnen Impulse und Ideen für den Weg dahin geben.
Wir vermitteln Ihnen Basiswissen zum Thema "Praktikum", zeigen Ihnen Anlauf- und Beratungsstellen und weitere Qualifikationsmöglichkeiten auf. Wir laden Sie ein zu Reflektionen über Ihren "Traumberuf" und den Weg dahin. Sie lernen eine/n "Philosoph/in" aus dem realen Berufsleben kennen und Studierende, die bereits ihr Praktikum absolviert haben, berichten von ihren Erfahrungen.
Es handelt sich um eine Pflichtveranstaltung im Rahmen der General Studies, als Vorbereitung zur Praktikumsphase. Bitte bringen Sie Ihren Praktikums-Modulschein mit.

'Ältere' Semester, die die Veranstaltung noch nicht besucht haben, sind herzlich willkommen.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Wiltrud D. Hoffmann

Modul B2 Logik

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-12-B Einführung in die formale Logik
Introduction to formal logic

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 GW2 B1170
wöchentlich Mi 12:00 - 14:00 GW2 B1170
wöchentlich Mi 14:00 - 16:00 SFG 0150 (2 SWS)
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 GW2 B1580

Einzeltermine:
Di 10.10.17 10:00 - 12:00 SFG 1030

Die Vorlesung führt in die Klassische Logik (Aussagenlogik und Prädikatenlogik erster Stufe) und ihre hauptsächlichen Darstellungsformen (semantischer und axiomatischer Aufbau, System des natürlichen Schließens), die Metatheorie der Logik sowie Grundideen nichtklassischer Logiken ein. Neben der Vermittlung formaler Fähigkeiten werden auch philosophische Aspekte der Logik und ihrer Anwendungen eine Rolle spielen. Der Besuch der begleitenden Tutorien wird dringend empfohlen. Außerdem sind Übungsblätter zu bearbeiten.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B3 Einführung in die Theoretische Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-26-B Mentale Einstellungen und kommunikative Akte
Mental attitudes and communicative acts

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 SFG 2010 (2 SWS)

Einzeltermine:
Mi 12.07.17 12:00 - 16:00 SFG 2010

Das Seminar soll eine Einführung und einen Überblick zu modernen Bemühungen um die Klärung fundamentaler Begriffe der Philosophie des Geistes und der Theorie kommunikativer Sprechakte im Rahmen der analytischen Philosophie geben.
Dabei wird an der Differenz zwischen objektivem Zukommen eines Wahrheitswertes und unterschiedlichen subjektiven Einstellungen zum Zukommen eines Wahrheitswertes angeknüpft. Die unterschiedlichen subjektiven Verhältnisse zum objektiven Wahrheitswert drücken sich in unterschiedlichen Arten des Zuschreibens eines solchen in mentalen und kommunikativen Einstellungen und Akten aus.
Hauptgegenstand des Seminars wird die Erörterung und Explikation von Begriffen mentaler und kommunikativer Einstellungen und Akte sowie deren gegenseitige Bezogenheit sein. Im Mittelpunkt werden dabei folgende Arten von mentalen bzw. kommunikativen Einstellungen und Akten stehen:
  • Konstative Einstellungen und Akte (Feststellung, Fürwahrhalten, Glaube, Wissen, Zustimmung, Behauptung etc.),
  • Voluntative Einstellungen und Akte (Wunsch, Absicht, Befürchtung, Versprechen, Drohung, Aufforderung etc.)
  • Axiologische Einstellungen und Akte (mentale und kommunikative Wertungen unterschiedlicher Art, Fürgut-, Fürschlechthalten, Gutheißen, Verdammen etc.).

Darauf aufbauend werden logische Beziehungen zwischen Aussagen über mentale Einstellungen und mentale Akte untersucht. In diesem Zusammenhang wird auch zu erörtern sein, worauf sich mentale Einstellungen und Akte beziehen, was deren Gegenstände sind. Es wird untersucht werden, welche logischen Konsequenzen mit unterschiedlichen Beschreibungsarten (explizite, implizite, de dicto-, de re-Beschreibungen) verbunden sind und in welchem Verhältnis derartige Beschreibungsarten zu Bewusstheit, Dispositionalität und Unbewusstheit von mentalen und kommunikativen Einstellungen und Akten stehen.

Eingebettet in die skizzierten Zusammenhänge wird auf folgende Themen eingegangen werden:
  • Die Theorie der Ethik des Glaubens und die deontologische Glaubensauffassung.
  • Gibt es unaufrichtige mentale Einstellungen oder Akte, ist Selbstbetrug möglich?
  • Die Standardanalyse des Wissens, nach der Wissen als gerechtfertigter wahrer Glaube gilt.
  • Das Gettier-Paradoxon, in dem aufgezeigt wird, dass die Standardanalyse des Wissens auch in Fällen falschen Glaubens und unzutreffender Begründung zu Wissenszuschreibungen kommt.
  • Das Moore-Paradoxon, in dem gezeigt wird, dass aus begrifflichen Gründen nicht Beliebige Sätze behauptet werden können.
  • Aufrichtige und unaufrichtige kommunikative Akte (Lüge und ihre Bewertungen, Offenheit, Irrtum, Manipulation und Betrug, Verlässlichkeit).

Literatur

GETTTIER, E. L.: Is Justified True Belief Knowledge?, in: Griffith 144–146.
GRIFFITH, A. (ed.): Knowledge and Belief, Oxford 1967, 1968, 1973 etc.
IWIN, A. A.: Grundlagen der Logik von Wertungen, Berlin 1975.
KREISER, L./GOTTWALD, S./STELZNER, W. (Hrsg.): Nichtklassische Logik, Berlin 1988, 1991, 181–224.
KUTSCHERA, F. VON: Einführung in die Logik der Normen, Werte und Entscheidungen, Freiburg/München 1973.
LAUX, A./WANSING, H. (eds.): Knowledge and Belief in Philosophy and Artificial Intel-ligence, Berlin 1995.
LENZEN, W.: Glauben, Wissen und Wahrscheinlichkeit, Wien/New York 1980.
PHILIPP, P.: Logisch-philosophische Untersuchungen, Berlin/New York 1998.
SCHOPENHAUER, A.: 1864/2012, Die Kunst, Recht zu behalten. Eristische Dialektik, Zürich 2012)
SEARLE, J. R.: Sprechakte, Frankfurt a.M. 1971.
STELZNER, W.: Die Logik der Zustimmung. Historische und systematische Perspektiven epistemischer Logik. Mentis-Verlag: Paderborn 2013.

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-27-B Einführung in die Erkenntnistheorie
Introduction to Epistemology

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 SFG 2010 (2 SWS)

Einzeltermine:
Sa 24.06.17 10:00 - 16:00 SFG 2070

Was ist und wozu dient Erkenntnistheorie? Was können wir wissen? Auf welche Weise lassen sich Überzeugungen begründen? Was besagt der erkenntnistheoretische Skeptizismus und welche Argumente lassen sich gegen ihn ins Feld führen?
In diesem Seminar werden wir uns mit ausgewählten Fragen und Argumenten der Erkenntnistheorie auseinandersetzen, um darüber möglichst zu einer ersten Übersicht über Themen und Positionen innerhalb dieser klassischen Disziplin der theoretischen Philosophie zu gelangen. Aus einer analytischen Einstellung heraus werden wir systematische Sachfragen in den Vordergrund stellen, dabei aber immer wieder auch klassische Antworten aus der Philosophiegeschichte besprechen.

Svantje Marei Guinebert

Modul B4 Einführung in die Praktische Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-24-B Humanistische Ethik (Erich Fromm)
Humanistic Ethics (Erich Fromm)

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 2010 (2 SWS)

In den 1930er Jahren, im Zusammenhang der Formierung der Kritischen Theorie am Frankfurter Institut für Sozialforschung, entwickelt Erich Fromm (1900–1980) das Konzept einer „analytischen Sozialpsychologie“. Einsichten der Marxschen Gesellschaftstheorie und der Freudschen Psychoanalyse miteinander verbindend, zielt es ab auf ein Verständnis des Bedingungsverhältnisses von menschlicher Psyche und gesellschaftlicher Lebenspraxis. In den unten aufgeführten Büchern entwickelt Fromm dieses Konzept zu einer Theorie des „Gesellschafts-Charakters“ weiter. Gleichzeitig wird der Ertrag humanistischer Anthropologie und Ethik für eine kritische Gesellschaftstheorie aufgezeigt.
Im Seminar werden Fromms wichtigste Texte zu diesem Projekt (s.u.) gemeinsam durchgearbeitet.

Teilnahmevoraussetzung ist die kontinuierliche Mitarbeit in den Seminarsitzungen, regelmäßige Lektüre zur Vorbereitung der Seminarsitzungen und die Bereitschaft zur Übernahme einer Präsentation zwecks Einführung in einen Textabschnitt.

Erwartet wird, dass jede_r Teilnehmer_in die mit * versehenen beiden Bücher besitzt (der Kaufpreis liegt unter € 10), die im Stud.IP bereitstehenden Texte herunterlädt und in jeder Sitzung die Texte gelesen und vor sich liegen hat.

Für den Erwerb eines Leistungsnachweises (schriftlicher Prüfungsbestandteil im Modul B4) ist eine 6- bis 8-seitige Hausarbeit bis spätestens 15.09.2017 vorzulegen.
Näheres ist in den Modulbeschreibungen nachzulesen (http://www.philosophie.uni-bremen.de/fileadmin/redak_philo/Bachelor_2011_12/BA-Philosophie-Modulbeschreibungen-11-07-11.pdf).

Textgrundlage

Quellentexte:

Im Stud.IP herunterzuladen:
Fromm, Erich (1932), „Über Methode und Aufgabe einer analytischen Sozialpsychologie. Bemerkungen über Psychoanalyse und historischen Materialismus“, in: Zeitschrift für Sozialforschung, Leipzig, 1, 1932, S. 28-54
Fromm, Erich (1941), Die Furcht vor der Freiheit, München: dtv, S. 103–215.

Anzuschaffen:
*Fromm, Erich (1947), Psychoanalyse und Ethik. Bausteine zu einer humanistischen Charakterologie, Mün-chen: dtv (die aktuellste Auflage).
*Fromm, Erich (1955), Wege aus einer kranken Gesellschaft. Eine sozialpsychologische Untersuchung, Mün-chen: dtv (die aktuellste Auflage).

Sekundärliteratur:

Marcuse, Herbert (1955), Triebstruktur und Gesellschaft. Ein philosophischer Beitrag zu Sigmund Freud, Frankfurt/M: Suhrkamp, 1979, „Epilog“, S. 234–269 [im Stud.IP herunterzuladen]

Prof. Dr. Georg Mohr
09-30-28-B Zum Begriff der Moral
On the concept of morals

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 SFG 2010 (2 SWS)

Im Seminar sollen anhand verschiedener Texte von der Antike bis in die Gegenwart das Problemfeld der Ethik und Moralphilosophie bestimmt und verschiedene Zugänge und Formen moralischer Begründung und Argumentation im Umriss erarbeitet werden. Das Ziel ist dabei nicht die spezielle Kenntnis einzelner Ansätze der Ethik, sondern ein topologisches Wissen sowie ein Problembewusstsein, welches ein Verständnis konkreter ethischer bzw. moralphilosophischer Ansätze erst ermöglicht, indem der Sinn der Frage(n) klarer wird, auf welche diese antworten.

Teilnahmevoraussetzung ist regelmäßige, gründliche Lektüre der Seminarliteratur und Beteiligung an der Seminardiskussion sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten und Protokollen oder zur Übernahme der Gestaltung einer Sitzung.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B5 Einführung in die Geschichte der Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-01-B Ringvorlesung: Geschichte der Philosophie II
Lecture series History of Philosophy, Part II

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 10:00 - 12:00 SFG 0150 (2 SWS)

Einzeltermine:
Fr 23.06.17 14:00 - 18:00 SFG 2030
Fr 30.06.17 14:00 - 18:00 SFG 2030
Mi 04.10.17 - Fr 06.10.17 (Mi, Do, Fr) 14:00 - 18:00

Diese Vorlesung ist ein besonderes Angebot, das in dieser Art nur an ganz wenigen anderen Universitäten zu finden ist: Sie gibt einen Überblick über Themen, Theoriekonzeptionen und Lebenswerke einer Auswahl wichtiger Autoren aus der langen Geschichte der Philosophie. Die Vorlesung hat zwei Teile. Im Wintersemester werden Epochen von der griechischen Antike bis zu Kant vorgestellt, das nächste Sommersemester führt vom deutschen Idealismus bis zur Gegenwart. Die Veranstaltung findet als Ringvorlesung statt, d.h. die einzelnen Sitzungen werden von verschiedenen Lehrenden bestritten. So kann man die Lehrenden des Instituts für Philosophie kennenlernen und sich mit unterschiedlichen Zugangsweisen und Denkstilen in der Philosophie vertraut machen. Die Ringvorlesung gibt zugleich auch Einblicke in die abendländische Kultur- und Geistesgeschichte. Die Vorlesung und zugehörige Tutorien bilden das Modul B 5 (Einführung in die Geschichte der Philosophie), das durch eine mündliche Modulprüfung im Anschluss an das Sommersemester abgeschlossen wird.
Am Beispiel herausragender Denker werden historische Bedingtheiten und institutionelle Rahmenbedingungen der Philosophie, aber auch der innere Zusammenhang und die Entwicklung philosophischer Problemstellungen und Lösungsvorschläge thematisiert. Der historische Überblick soll es leichter machen, systematische Themen und Seminarveranstaltungen zu einzelnen Autoren aus der Geschichte der Philosophie einzuordnen und ihre Gedanken zu verknüpfen. Die Teilnahme an der Modulprüfung erfordert eine kontinuierliche und intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen der beiden Semester. Dazu werden Materialien bereitgestellt, die in den Tutorien vertieft werden können.
Die Ringvorlesung kann auch von TeilnehmerInnen anderer Fächer im Rahmen der General Studies belegt werden. Natürlich sind auch alle willkommen, die sich für die Geschichte der Ideen unabhängig von Creditpoints und Studienordnungen interessieren.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Prof. Dr. Georg Mohr
Svantje Marei Guinebert
Dr. Frank Kannetzky
Anne Christina Thaeder
Prof. Dr. Manfred Stöckler

Modul P1 Moral: Begründung und Argumentation

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
08-26-M10-6 "Der Wille zum Wissen". Foucaults Analyse von Sexualität, Biopolitik und Rassismus
The History of Sexuality, Part I: An Introduction. Foucault´s Analysis of Sexuality, Biopolitics and Racism

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:00 - 12:00 GW2 B1630 (2 SWS)

Michel Foucaults erster Band seines Projekts einer „Geschichte der Sexualität“ ist längt ein moderner Klassiker der politischen Theorie/Philosophie. Sein seit Anfang der 1970er Jahre entwickelter Machtbegriff wird darin systematisch expliziert und zugleich in Auseinandersetzung mit dem historischen Material seiner Untersuchungen weiterentwickelt. Mithilfe dieser methodologischen Begriffsentwicklung kommt Foucault dann zu seinen weitreichenden, stark rezipierten Diagnosen der Gegenwart, die sich vor allem in drei Thesen niederschlagen: Erstens sei Sexualität keineswegs eine natürliche, aber unterdrücke Gegebenheit, sondern stelle eine spezifische Erfahrung dar, die erst im 19. Jahrhundert entstanden und politisch ausgebaut worden sei, weshalb Befreiungskämpfe unwissentlich zu Komplizen jener Macht würden, die sie zu bekämpfen meinen. Zweitens habe sich diese Macht wesentlich verändert: sie sei nicht länger die souveräne Macht, von der die politische Philosophie ausgehe, und auch nicht nur die Disziplinarmacht, wie Foucault sie in Überwachen und Strafen (1975) analysiert hatte; vielmehr müsse sie als Biomacht begriffen werden: als Macht, Leben zu machen und sterben zu lassen. Drittens schließlich sei diese Biomacht aber keineswegs eine weniger tödliche Macht; als Legitimation immer größerer Massaker entwickle sich vielmehr eine neue Form des Staatsrassismus.

Das Seminar will diesen drei Thesen nachgehen. Es ist dazu als Lektüreseminar konzipiert, in dessen Mittelpunkt das genaue Lesen und Diskutieren von Foucaults Buch steht. In der zweiten Hälfte des Seminars wollen wir dann erkunden, wie seine Diagnose bestritten, verteidigt und weiterentwickelt wurde.

Literatur:
Unabdingbar ist, dass Sie Foucaults Buch erwerben, bevor das Seminar beginnt!

Foucault, Michel (2005 [1976]): Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1. Übersetzt von Ulrich Raulff und Walter Seitter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Hilfreiche Einführungen und weiterführende Literatur:
Sarasin, Philipp (2008): Michel Foucault zur Einführung. 3. Aufl. Hamburg: Junius.
Folkers, Andreas und Thomas Lemke (Hrsg.) (2014): Biopolitik. Ein Reader. Berlin: Suhrkamp.

Michel Foucault’s first volume of his project of a “history of sexuality” is a modern classic. In it, Foucault systematizes and further develops the concept of power he has been working on since the beginning of the 1970s. Using historical material to sharpen the concept, Foucault arrives at three ambitious, far-reaching and hugely influential theses: First, sexuality is not a natural yet repressed phenomena; it rather is a modern invention of the 19th century, systematically nurtured by the dominant powers. Thus struggles against the repression of sexuality are far less liberating than they take themselves to be. On the contrary, they are actually complicit with the power they want to fight against. Second, this power is no longer the sovereign power political philosophy usually speaks of, and even is not only the disciplinary power Foucault described in Discipline and Punish (1975). Instead, it must be conceptualized as “bio-power”: the power to foster life and to let die. Third, this bio-power is no less deadly than other forms of power; the legitimation of ever larger massacres will now be found in a new form of state racism.

The seminar will examine these three theses. It does so by carefully reading and discussing Foucault’s book as a whole. In the second half, we will explore how Foucault’s diagnosis was criticized, defended and developed.

Literature:
You should buy Foucault’s book before the seminar starts!

Foucault, Michel (2005 [1976]): Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1. Übersetzt von Ulrich Raulff und Walter Seitter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Preparatory Literature:
Sarasin, Philipp (2008): Michel Foucault zur Einführung. 3. Aufl. Hamburg: Junius.
Folkers, Andreas und Thomas Lemke (Hrsg.) (2014): Biopolitik. Ein Reader. Berlin: Suhrkamp.

Dr. Frieder Vogelmann
09-30-52-A Ideologie, Aufklärung, Ideologiekritik
Ideology, enlightenment, critique of ideology

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 1020 (2 SWS)

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ (Kant). Was aber hindert Menschen daran, ihre Vernunft zu gebrauchen und Vorurteile abzulegen? Könnte es nicht sein, dass Vorurteile systematisch reproduziert werden und daran hindern, überhaupt die richtigen Fragen zu stellen, so dass der selbständige Vernunftgebrauch gar nicht erst in Gang kommen kann? Seit der Antike gibt es den Verdacht, dass das menschliche Vernunftvermögen systematischen Verzerrungen ausgesetzt ist. Entsprechend findet man von Platon (Höhlengleichnis) bis ins 20. Jahrhundert verschiedene Ansätze einer Theorie des falschen Bewusstseins und der, z.T. gezielten, Produktion von Ideologie (als kollektiver Form verkehrten Bewusstseins, der sich das Individuum kaum entziehen kann – weshalb es nach Adorno im Falschen nichts Richtiges geben könne). Im Seminar wollen wir einige dieser Ansätze und Folgerungen daraus diskutieren.

Teilnahmevoraussetzung ist regelmäßige, gründliche Lektüre der Seminarliteratur und Beteiligung an der Seminardiskussion sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten und Protokollen oder zur Übernahme der Gestaltung einer Sitzung.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-53-A Philosophie der Kunstinterpretation
Philosophy and the interpretation of art

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:00 - 12:00 SFG 2010 (2 SWS)

Die Philosophie der Kunstinterpretation beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen, die sich in Bezug auf die Interpretation von Kunstwerken stellen, zum Beispiel: Wenn es bessere und schlechtere Interpretationen von Werken gibt, woran lässt sich deren Güte bemessen? Gibt es mehrere oder nur eine korrekte Interpretation eines Werkes? Gibt es korrekte (wahre) Interpretationen oder haben Interpretationen nichts mit Wahrheit zu tun? Wozu interpretieren wir Kunstwerke? Was heißt es überhaupt, ein Kunstwerk zu interpretieren? Auf keine der hier genannten Fragen bieten Philosophinnen und Philosophen einhellige Antworten. Die Philosophie der Kunstinterpretation ist heterogen.
Im Seminar werden zwei Ziele verfolgt. Erstens soll ein erster Überblick über den Bereich erarbeitet werden. Hierfür wenden wir uns typischen Kontrastierungen zu und versuchen die mit ihnen bezeichneten Positionen möglichst genau zu bestimmen. Gängige Gegenüberstellungen sind zum Beispiel die von Interpretationsmonismus und
–pluralismus, Bedeutungskonstruktivismus und –realismus, Relativismus und Absolutismus in Bezug auf Bedeutung oder Interpretation. Zweitens soll ein Einblick in den Bereich vermittelt werden. Hierfür wenden wir uns einigen prominenten Positionen in der Debatte zu, wie sie zum Beispiel von Arthur Danto, Joseph Margolis oder Robert Stecker vertreten werden.

Felix Engel
09-30-55-A Glück und Wissen. Platons frühe Dialoge
Happiness and Knowledge. Plato´s Earlier Dialogues

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 2) Mi 12:00 - 16:00 SFG 2010 (2 SWS)

Platons frühe Dialoge sind vielschichtiger, als eine flüchtige Lektüre vermuten lässt. Ein prominentes Thema ist das enge Verhältnis von Wissen und Glück und die darauf aufbauende Theorie vom guten Leben – eine der wirkungsmächtigsten Theorien in der Geschichte des westlichen Denkens. Aber daneben enthalten die frühen Dialoge auch ein philosophisches Porträt des Sokrates, die Anfänge der Logik und die Grundzüge der platonischen Metaphysik. Im Seminar soll diese Vielschichtigkeit durch detallierte Textinterpretation entschlüsselt werden. Im letzten Teil des Seminars wollen wir einen Blick auf die moderne Glücksforschung werfen.

Vorschlag zur Vorbereitung: Lektüre des Dialoges Laches.

Textgrundlage: Die Schleiermacher-Übersetzung im Verlag Rowohlt, Band 1, Preis 14,80 Euro. Ich bitte um Anschaffung dieses Bandes oder um eigene Herstellung von Kopien der Dialoge Laches, Euthyphron, Charmides aus dem genannten Rowohlt-Band.

Prof. Dr. Wolfgang Detel
09-30-56-A Ausgewählte Texte der Existenzphilosophie
Selected Writings of Existential Philosophy

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 SFG 1030 (2 SWS)

Im Mittelpunkt der Existenzphilosophie steht die Existenz. Doch was genau bedeutet „Existenz“? Welches ist die spezifisch menschliche (allzumenschliche) Existenzweise? Und was heißt es, die „Existenz“ habe Vorrang vor der „Essenz“?
In diesem Seminar werden wir uns mit ausgewählten Texten der Existenzphilosophie auseinandersetzen und einige existenzphilosophische Denkfiguren von Autoren wie Kierkegaard, Heidegger, Nietzsche, Sartre, Camus und anderen diskutieren. In Reaktion auf die Phänomenologie und in Abgrenzung zu Idealismus und Positivismus ging und geht es DenkerInnen der Existenzphilosophie darum, das Dasein des Einzelnen, in die Welt geworfenen bzw. zur Freiheit verdammten, erhellend zu erfassen. Wie lässt sich der Mensch begreifen und beschreiben, wenn wir uns dazu nicht auf eine spezifisch menschliche Essenz beziehen können, sondern allein die Existenz als gegeben anzunehmen ist? Was heißt es, sich zu entwerfen, (wie) kann es uns gelingen, mit der Endlichkeit unseres Daseins, mit Angst, Sorge und Verlorenheit umzugehen? Einige Gemeinsamkeiten lassen sich ausfindig machen – wir werden aber auch zahlreiche Aspekte kennenlernen, die einzelnen PhilosophInnen der existentialistischen Positionen eigen sind.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Svantje Marei Guinebert

Modul P2 Politik, Recht, Staat

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-54-A Der eindimensionale Mensch (Herbert Marcuse)
The One-Dimensional Man (Herbert Marcuse)

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS)

„Die kritische Analyse dieser Gesellschaft bedarf neuer Kategorien: moralischer, politischer und ästhetischer. [...] Die Kategorie der Obszönität wird als Einleitung dienen. Diese Gesellschaft ist insofern obszön, als sie einen erstickenden Überfluß an Waren produziert und schamlos zur Schau stellt, während sie draußen ihre Opfer der Lebenschancen beraubt; obszön, weil sie sich und ihre Mülleimer vollstopft, während sie die kärglichen Nahrungsmittel in den Gebieten ihrer Aggression vergiftet und niederbrennt; obszön in den Worten und dem Lächeln ihrer Politiker und Unterhalter; in ihren Gebeten, ihrer Ignoranz und in der Weisheit ihrer gehüteten Intellektuellen.“
In dieser programmatischen These aus seinem Versuch über die Befreiung (1969) bringt Herbert Marcuse einen Grundgedanken auf den Punkt, der in seinen Hauptwerken Triebstruktur und Gesellschaft (1955) und Der eindimensionale Mensch (1964) ausgeführt wird.
Im Seminar werden diese drei Werke Marcuses gemeinsam durchgearbeitet.

Teilnahmevoraussetzung ist die kontinuierliche Mitarbeit in den Seminarsitzungen, regelmäßige Lektüre zur Vorbereitung der Seminarsitzungen und die Bereitschaft zur Übernahme einer Präsentation zwecks Einführung in einen Textabschnitt.

Erwartet wird, dass jede_r Teilnehmer_in die mit * versehenen Bücher besitzt, die im Stud.IP bereitstehenden Texte herunterlädt und in jeder Sitzung die Texte gelesen und vor sich liegen hat.

Für den Erwerb eines Leistungsnachweises ist je nach Modul, für das dieses Seminar verwendet werden soll, eine mündliche Prüfung oder Klausur oder schriftliche Hausarbeit bis spätestens 15.09.2017 erforderlich.
Näheres ist in den Modulbeschreibungen nachzulesen (http://www.philosophie.uni-bremen.de/fileadmin/redak_philo/Bachelor_2011_12/BA-Philosophie-Modulbeschreibungen-11-07-11.pdf).

Textgrundlage

Quellentexte:

Im Stud.IP herunterzuladen:
Marcuse, Herbert (1955), Triebstruktur und Gesellschaft. Ein philosophischer Beitrag zu Sigmund Freud, Frankfurt/M: Suhrkamp (Eros and Civilization) [Auszüge – im Stud.IP herunterzuladen]
Marcuse, Herbert (1965), Repressive Toleranz, in: Wolff/Moore/Marcuse, Kritik der reinen Toleranz, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1966, S. 93-128.

Anzuschaffen:
* Marcuse, Herbert (1964), Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft (The One-Dimensional Man. Studies in the Ideology of Advanced Industrial Society).
* Marcuse, Herbert (1969), Versuch über die Befreiung (An Essay on Liberation)

Prof. Dr. Georg Mohr
09-30-59-A Das Böse denken; am Beispiel Adolf Eichmann
Evil in modern thought
INFO: 28 SWS als Blockseminar

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 14:00 - 18:00 SFG 1080 GW1 A0150 SFG 2020 (2 SWS)

Einzeltermine:
Fr 21.04.17 16:30 - 18:00 SuUB 4330 (Studio I Medienraum )
Fr 19.05.17 14:00 - 18:00 SFG 0150
Fr 19.05.17 16:00 - 19:00 SuUB 4320 (Studio II Medienraum )
Fr 28.07.17 15:00 - 17:00 SFG 0140
Fr 18.08.17 15:00 - 17:00 SFG 2060

Das Erdbeben von Lissabon 1755 ist eine der verheerendste Naturkatastrophen in der Geschichte Europas. Zwischen 30.000 und 100.000 Menschen fielen ihm zum Opfer. Susan Neiman nimmt die Gewissheiten erschütternde Naturkatastrophe zum Ausgangspunkt ihrer philosophiehistorischen Rekonstruktion der Versuche, das Böse zu denken. Den einen Pol bilden Philosophen (Neiman nennt u.a. Kant, Hegel und Marx), die dem Bösen in gewisser Weise einen Sinn verliehen haben: Es sei nicht nur möglich, das Böse zu verstehen, es sei auch moralisch geboten, denn was wir verstehen, können wir bekämpfen. Am anderen Pol verortet sind u.a. Voltaire, Hume und Schopenhauer, die scharf gegen Versuche polemisieren, das Böse zu bannen, indem man es auf den Begriff bringt. Man müsse eher die Philosophie aufgeben, schreibt Voltaire sinngemäß, als den Versuch zu machen, eine Welt zu erklären, in der unschuldige Kinder in den Armen ihrer Mütter sterben. Im ersten Block des Seminars werden wir uns mit philosophischen Versuchen beschäftigen, das Böse begrifflich zu fassen. Der maßgebliche Text ist Susan Neimans Buch Das Böse denken. Eine andere Geschichte der Philosophie, den wir im Verbund mit einigen von ihr behandelten Primärtexten lesen.
In der ersten Seminarhälfte geht es darum, grobe philosophiehistorische Linien nachzuzeichnen, in der zweiten geht es anhand einer exemplarischen Kontroverse ins Detail. 1961 wurde Adolf Eichmann, einer der Organisatoren der Shoah, von einem israelischen Gericht zum Tode verurteilt. Hannah Arendt hat in ihrer Reportage Eichmann in Jerusalem die sprichwörtlich gewordene These von der „Banalität des Bösen“ formuliert: Eichmann sei „von einer empörenden Dummheit“ und die Nazis eben keine Dämonen, sondern zu großen Teilen moralisch indifferente Bürokraten und Mitläufer gewesen. Die Idee einer Banalität des Bösen kann exemplarisch für einen bestimmten Strang des Denkens über das Böse nach Auschwitz stehen. Wir werden uns mit Arendts These und ihren Kontrahenten – vor allem mit der 2014 erschienenen Studie der Historikerin Bettina Stagneth – auseinandersetzen.

Literatur:

Susan Neiman: Das Böse denken. Eine andere Geschichte der Philosophie. Frankfurt/M. 2004.

Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Frankfurt/M. 1964.

Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem. Das unbehelligte Leben eines Massenmörders. Reinbek 2014

Benjamin Moldenhauer
09-30-60-A Politik & Philosophie – Einführung in Denken und Werk von Jacques Rancière
Politics & Philosophy - Introduction to the thought and the works of Jacques Rancière

Seminar

Einzeltermine:
Mi 12.04.17 18:00 - 20:00 SFG 2070
Mo 10.07.17 - Do 13.07.17 (Mo, Di, Mi, Do) 10:00 - 16:30 SFG 1080

Jacques Rancière (*1940-) gehört zweifellos zu den einflussreichsten französischen Philosophen der Gegenwart. Seine Arbeiten über Ästhetik und insbesondere seine Beiträge zur politischen Philosophie gehören zu den meist rezipierten Texten aus dem Kanon der sogenannten French Theory. Vor allem in Frankreich, in den USA und in Chile üben Rancières Theorien seit rund zwei Jahrzehnten zunehmenden Einfluss aus, der weit über die Grenzen der Universitäts-Philosophie hinaus geht und in andere Felder der Theorie (Soziologie, Politikwissenschaft), aber auch unmittelbar in die Praxis (Kunst, politischer Aktivismus) hineinwirkt.
Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmer/innen einen Einblick in Rancières Verständnis von Grundbegriffen der zeitgenössischen politischen Philosophie (Politik, Staat, Recht, Legitimität, Demokratie, Emanzipation) zu vermitteln. Daran anschließend wollen wir gemeinsam diskutieren, ob und inwiefern sich ausgehend von Rancières Arbeiten eine Lexik der sozialen Revolten und eine Grammatik der gesellschaftlichen Unruhen, die die westlichen Gesellschaften gegenwärtig erschüttern, entwickeln lässt.

Die angegebene Bibliographie ist nur ein fragmentarischer Auszug aus dem umfangreichen Textkorpus, den Rancières Schaffen darstellt, und will lediglich schlagwortartig eine Übersicht über sein (noch unabgeschlossenes) philosophisches Werk geben. Die für das Blockseminar im Juli zu lesenden Texte werden in der Sitzung zur Vorbesprechung im April gemeinsam mit den Seminarteilnehmer/innen festgelegt.



Bibliographie

A/ Texte von Jacques Rancière (Auswahl)

Le concept de critique et la critique de l´économie politique dès 'Manuscripts' de 1844 au 'Capital.', Maspéro, Paris, 1965
dt.: Der Begriff der Kritik und die Kritik der politischen Ökonomie. Merve, Berlin, 1972 (bzw. in: Louis Althusser et al., Das Kapital lesen, Westfälisches Dampfboot, Münster 2015)

La leçon d‘Althusser, Gallimard, Paris, 1974
dt.: Die Lektion Althussers, Laika, Berlin, 2014

Wider den akademischen Marxismus, Merve, Berlin, 1975

La Nuit des prolétaires, Archives du rêve ouvrier, Fayard, Paris, 1981
dt.: Die Nacht der Proletarier. Archive des Arbeitertraums, Turia + Kant, Wien/Berlin, 2013

Le Philosophe et ses pauvres, Flammarion, Paris, 2010 [1983]
dt.: Der Philosoph und seine Armen, Passagen, Wien, 2010

Le Maître ignorant. Cinq leçons sur l‘emancipation intellectuelle, Fayard, Paris, 1987
dt.: Der unwissende Lehrmeister. Fünf Lektionen über die intellektuelle Emanzipation, 2. Aufl. Passagen Verlag, Wien, 2009

Aux bords du politique, Osiris, Paris, 1990

La Mésentente: Politique et philosophie, Galilée, Paris, 1995
dt.: Das Unvernehmen, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 2002

Le Partage du sensible: Esthétique et politique, La Fabrique, Paris, 2000
dt.: Die Aufteilung des Sinnlichen. Die Politik der Kunst und ihre Paradoxien, b_books, Berlin, 2006

L‘inconscient esthétique, Galilée, Paris, 2001
dt.: Das ästhetische Unbewusste, Diaphanes, Zürich, 2006

La haine de la démocratie, La Fabrique, Paris, 2005
dt.: Der Hass der Demokratie, August, Berlin, 2011


B/ Sekundärliteratur zum Einstieg

Antonia Birnbaum, „Die unbestimmte Gleichheit. Jacques Rancières Entwurf einer Ästhetik der Politik“ in: Joseph Jurt (Hrsg.), Von Michel Serres bis Julia Kristeva, Freiburg im Breisgau 1999, S. 193–209

Oliver Davis, Jacques Rancière, Polity Press, Camebridge, 2010

Nick Hewitt, Badiou, Balibar, Rancière: Re-thinking Emancipation, Continuum, London, 2010 [2007]

Joseph J. Tanke, Jacques Rancière: An Introduction. Philosophy, Politics, Asthetics, Continuum, London 2011

Samuel A. Chambers, The Lessons of Rancière, Oxford University Press, New York/Oxford, 2013

Sebastian Kock

Modul T1 Erkenntnis, Sprache, Wirklichkeit

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
08-29-GS-26 From Scheler to Knorr-Cetina: An Introduction to the Sociology of Knowledge / DIE VERANSTALTUNG ENTFÄLLT!!!!! (in englischer Sprache)
[Von Scheler zu Knorr-Cetina: Eine Einführung in die Wissenssoziologie]

Seminar
ECTS: 3/6

Basic requirement for participation is a general understanding of sociological theory and practice. Regular participation in the seminar is recommended. Active in-class engagement and coursework contribution are compulsory in successfully fulfilling the performance requirements.

The sociology of knowledge as a subdiscipline in sociology focuses on the social processes involved in the production of knowledge.
In its brief history since the early 20th century, and with its roots in European philosophy as well as the conflicts of ideology in Germany from before the first to after the second World War, it has attempted to study the relationship between knowledge and social structures. In line with Knorr-Cetina, it can thus be described as the school of thought that aims at studying “how we know what we know” (Knorr-Cetina 1999: 1). In doing so, particular focus is payed to not only a society’s authoritative ideas and formal knowledges but in addition to those which operate in the realm of everyday life and are often referred to as ‚informal‘ or everyday knowledges.

The here proposed seminar entitled ‘From Scheler to Knorr-Cetina: An Introduction to the Sociology of Knowledge‘, is designed as a journey from early 20th century thought by Max Scheler (1874-1928), Karl Mannheim (1893-1947) and Alfred Schütz (1899-1959) to Peter Berger (1929-) and Thomas Luckmann (1927-2016), as well as newer developments in the field by colleagues such as Gudrun Lachenmann (1935-), Helga Nowotny (1937-), Karin Knorr-Cetina (1944-), Hubert Knoblauch (1959-) and Reiner Keller (1962-). The theoretical further developments within the subdiscipline are discussed with reference to the socio-political and historical contexts which heavily influenced their authors. Furthermore, most of the conceptual directions will be broken down by looking in a bit more detail at concrete empirical examples of studying the interdependence of social structures and the defining of what is considered as knowledge, worth knowing, worth producing, storing and worth to pass on to later generations as ‚valid‘ interpretations of reality. The empirical examples for doing so are largely taken from non-European contexts, which – given the European bias of most of the conceptual currents discussed – in addition invites a continuous reflection of the interplay between western theoretical perspectives for assessing ‚the world‘ and their limitations in doing so.

Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge
09-30-26-B Mentale Einstellungen und kommunikative Akte
Mental attitudes and communicative acts

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 SFG 2010 (2 SWS)

Einzeltermine:
Mi 12.07.17 12:00 - 16:00 SFG 2010

Das Seminar soll eine Einführung und einen Überblick zu modernen Bemühungen um die Klärung fundamentaler Begriffe der Philosophie des Geistes und der Theorie kommunikativer Sprechakte im Rahmen der analytischen Philosophie geben.
Dabei wird an der Differenz zwischen objektivem Zukommen eines Wahrheitswertes und unterschiedlichen subjektiven Einstellungen zum Zukommen eines Wahrheitswertes angeknüpft. Die unterschiedlichen subjektiven Verhältnisse zum objektiven Wahrheitswert drücken sich in unterschiedlichen Arten des Zuschreibens eines solchen in mentalen und kommunikativen Einstellungen und Akten aus.
Hauptgegenstand des Seminars wird die Erörterung und Explikation von Begriffen mentaler und kommunikativer Einstellungen und Akte sowie deren gegenseitige Bezogenheit sein. Im Mittelpunkt werden dabei folgende Arten von mentalen bzw. kommunikativen Einstellungen und Akten stehen:
  • Konstative Einstellungen und Akte (Feststellung, Fürwahrhalten, Glaube, Wissen, Zustimmung, Behauptung etc.),
  • Voluntative Einstellungen und Akte (Wunsch, Absicht, Befürchtung, Versprechen, Drohung, Aufforderung etc.)
  • Axiologische Einstellungen und Akte (mentale und kommunikative Wertungen unterschiedlicher Art, Fürgut-, Fürschlechthalten, Gutheißen, Verdammen etc.).

Darauf aufbauend werden logische Beziehungen zwischen Aussagen über mentale Einstellungen und mentale Akte untersucht. In diesem Zusammenhang wird auch zu erörtern sein, worauf sich mentale Einstellungen und Akte beziehen, was deren Gegenstände sind. Es wird untersucht werden, welche logischen Konsequenzen mit unterschiedlichen Beschreibungsarten (explizite, implizite, de dicto-, de re-Beschreibungen) verbunden sind und in welchem Verhältnis derartige Beschreibungsarten zu Bewusstheit, Dispositionalität und Unbewusstheit von mentalen und kommunikativen Einstellungen und Akten stehen.

Eingebettet in die skizzierten Zusammenhänge wird auf folgende Themen eingegangen werden:
  • Die Theorie der Ethik des Glaubens und die deontologische Glaubensauffassung.
  • Gibt es unaufrichtige mentale Einstellungen oder Akte, ist Selbstbetrug möglich?
  • Die Standardanalyse des Wissens, nach der Wissen als gerechtfertigter wahrer Glaube gilt.
  • Das Gettier-Paradoxon, in dem aufgezeigt wird, dass die Standardanalyse des Wissens auch in Fällen falschen Glaubens und unzutreffender Begründung zu Wissenszuschreibungen kommt.
  • Das Moore-Paradoxon, in dem gezeigt wird, dass aus begrifflichen Gründen nicht Beliebige Sätze behauptet werden können.
  • Aufrichtige und unaufrichtige kommunikative Akte (Lüge und ihre Bewertungen, Offenheit, Irrtum, Manipulation und Betrug, Verlässlichkeit).

Literatur

GETTTIER, E. L.: Is Justified True Belief Knowledge?, in: Griffith 144–146.
GRIFFITH, A. (ed.): Knowledge and Belief, Oxford 1967, 1968, 1973 etc.
IWIN, A. A.: Grundlagen der Logik von Wertungen, Berlin 1975.
KREISER, L./GOTTWALD, S./STELZNER, W. (Hrsg.): Nichtklassische Logik, Berlin 1988, 1991, 181–224.
KUTSCHERA, F. VON: Einführung in die Logik der Normen, Werte und Entscheidungen, Freiburg/München 1973.
LAUX, A./WANSING, H. (eds.): Knowledge and Belief in Philosophy and Artificial Intel-ligence, Berlin 1995.
LENZEN, W.: Glauben, Wissen und Wahrscheinlichkeit, Wien/New York 1980.
PHILIPP, P.: Logisch-philosophische Untersuchungen, Berlin/New York 1998.
SCHOPENHAUER, A.: 1864/2012, Die Kunst, Recht zu behalten. Eristische Dialektik, Zürich 2012)
SEARLE, J. R.: Sprechakte, Frankfurt a.M. 1971.
STELZNER, W.: Die Logik der Zustimmung. Historische und systematische Perspektiven epistemischer Logik. Mentis-Verlag: Paderborn 2013.

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-52-A Ideologie, Aufklärung, Ideologiekritik
Ideology, enlightenment, critique of ideology

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 1020 (2 SWS)

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ (Kant). Was aber hindert Menschen daran, ihre Vernunft zu gebrauchen und Vorurteile abzulegen? Könnte es nicht sein, dass Vorurteile systematisch reproduziert werden und daran hindern, überhaupt die richtigen Fragen zu stellen, so dass der selbständige Vernunftgebrauch gar nicht erst in Gang kommen kann? Seit der Antike gibt es den Verdacht, dass das menschliche Vernunftvermögen systematischen Verzerrungen ausgesetzt ist. Entsprechend findet man von Platon (Höhlengleichnis) bis ins 20. Jahrhundert verschiedene Ansätze einer Theorie des falschen Bewusstseins und der, z.T. gezielten, Produktion von Ideologie (als kollektiver Form verkehrten Bewusstseins, der sich das Individuum kaum entziehen kann – weshalb es nach Adorno im Falschen nichts Richtiges geben könne). Im Seminar wollen wir einige dieser Ansätze und Folgerungen daraus diskutieren.

Teilnahmevoraussetzung ist regelmäßige, gründliche Lektüre der Seminarliteratur und Beteiligung an der Seminardiskussion sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten und Protokollen oder zur Übernahme der Gestaltung einer Sitzung.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-53-A Philosophie der Kunstinterpretation
Philosophy and the interpretation of art

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:00 - 12:00 SFG 2010 (2 SWS)

Die Philosophie der Kunstinterpretation beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen, die sich in Bezug auf die Interpretation von Kunstwerken stellen, zum Beispiel: Wenn es bessere und schlechtere Interpretationen von Werken gibt, woran lässt sich deren Güte bemessen? Gibt es mehrere oder nur eine korrekte Interpretation eines Werkes? Gibt es korrekte (wahre) Interpretationen oder haben Interpretationen nichts mit Wahrheit zu tun? Wozu interpretieren wir Kunstwerke? Was heißt es überhaupt, ein Kunstwerk zu interpretieren? Auf keine der hier genannten Fragen bieten Philosophinnen und Philosophen einhellige Antworten. Die Philosophie der Kunstinterpretation ist heterogen.
Im Seminar werden zwei Ziele verfolgt. Erstens soll ein erster Überblick über den Bereich erarbeitet werden. Hierfür wenden wir uns typischen Kontrastierungen zu und versuchen die mit ihnen bezeichneten Positionen möglichst genau zu bestimmen. Gängige Gegenüberstellungen sind zum Beispiel die von Interpretationsmonismus und
–pluralismus, Bedeutungskonstruktivismus und –realismus, Relativismus und Absolutismus in Bezug auf Bedeutung oder Interpretation. Zweitens soll ein Einblick in den Bereich vermittelt werden. Hierfür wenden wir uns einigen prominenten Positionen in der Debatte zu, wie sie zum Beispiel von Arthur Danto, Joseph Margolis oder Robert Stecker vertreten werden.

Felix Engel
09-30-55-A Glück und Wissen. Platons frühe Dialoge
Happiness and Knowledge. Plato´s Earlier Dialogues

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 2) Mi 12:00 - 16:00 SFG 2010 (2 SWS)

Platons frühe Dialoge sind vielschichtiger, als eine flüchtige Lektüre vermuten lässt. Ein prominentes Thema ist das enge Verhältnis von Wissen und Glück und die darauf aufbauende Theorie vom guten Leben – eine der wirkungsmächtigsten Theorien in der Geschichte des westlichen Denkens. Aber daneben enthalten die frühen Dialoge auch ein philosophisches Porträt des Sokrates, die Anfänge der Logik und die Grundzüge der platonischen Metaphysik. Im Seminar soll diese Vielschichtigkeit durch detallierte Textinterpretation entschlüsselt werden. Im letzten Teil des Seminars wollen wir einen Blick auf die moderne Glücksforschung werfen.

Vorschlag zur Vorbereitung: Lektüre des Dialoges Laches.

Textgrundlage: Die Schleiermacher-Übersetzung im Verlag Rowohlt, Band 1, Preis 14,80 Euro. Ich bitte um Anschaffung dieses Bandes oder um eigene Herstellung von Kopien der Dialoge Laches, Euthyphron, Charmides aus dem genannten Rowohlt-Band.

Prof. Dr. Wolfgang Detel
09-30-61-A Einführung in die Naturphilosophie
Introduction to the Philosophy of Nature

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 GW2 B1410 (2 SWS)

"Übernatürliches gibt es nicht." Dies ist eine typisch moderne Überzeugung, die anzeigt, dass Natur für die meisten Menschen heute mit Wirklichkeit zusammenfällt. Das war nicht immer so. "Welt", "Wirklichkeit" und "Natur" sind Wörter, die lange Zeit in der Geschichte des abendländischen Denkens unterschiedliches bezeichneten. So endete für viele in der Antike die Natur spätestens am Mond. Jenseits des Mondes war noch Welt, aber nicht mehr Natur. Darüber hinaus sollte das, was da jenseits des Mondes war, vollkommener sein als die Natur unter dem Mond. Diese Vollkommenheitsdifferenzen sind aus dem modernen Wirklichkeitsverständnis verschwunden.
Die Vorlesung zeichnet diese Veränderungsprozesse der Naturauffassung anhand der Analyse einflussreicher philosophischer Systeme aus der Antike, der Neuzeit und der Gegenwart nach. Dabei werden zugleich Grundbegriffe wie "Raum", "Zeit", "Materie", "Ursache", "Gesetz", "Zufall" und die begrifflichen Konstellationen, in denen sie auftreten, als Gegenstände naturphilosophischen Nachdenkens in der Gegenwart vorgestellt.

Lernziele:

Ziel der Veranstaltung ist es, die Studierenden zu sensibilisieren für unterschiedliche Reflexionsformen über Naturprozesse und ihr Verhältnis zum Selbstbildnis des Menschen in seiner historischen Entwicklung. Die Studierenden werden in die Lage versetzt, verschiedene Ansätze und Positionen differenzierend wiederzugeben und kritisch einzuordnen – inklusive Bezügen und Problematiken aus den Einzelwissenschaften und unserer heutigen Alltagswelt.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-62-A Philosophie der Zeit
Philosophy of Time

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:00 - 12:00 GW1-HS H1000 (2 SWS)

Einzeltermine:
Mi 31.05.17 10:00 - 12:00 GW1-HS H1000

Zeit ist eine fundamentale Dimension, in der wir uns sowohl als biologisch-physikalische wie auch als geistige Wesen bewegen. Zeit durchzieht unser Dasein in verschiedenen Erscheinungsformen – unter anderem als physikalische Zeit, als wahrgenommene Zeit, als gesellschaftlich-intersubjektive Zeit und als historische Zeit. Dementsprechend war und ist das Thema Zeit immer wieder der Gegenstand von grundlegenden Diskussionen in unterschiedlichen philosophischen Teildisziplinen – von Metaphysik über Wissenschaftsphilosophie und die Philosophie des Geistes bis hin zu Philosophiegeschichtsschreibung und Ethik.
Dieser Kurs bietet eine Einführung in die zeitspezifischen Fragestellungen dieser verschiedenen philosophischen Teildisziplinen und beleuchtet wichtige Querverbindungen. Behandelt wird u.a.: die Existenz von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; die Möglichkeit von Zeitreisen; die Konstitution unseres Zeitbewusstseins und dessen mögliche neurophysiologische Gegenstücke; zeitliche Vorurteile in unserer Lebensführung ("lieber heut' als morgen"); Verantwortung gegenüber zukünftigen und vergangenen Generationen.

Lernziele:

Am Ende des Seminars sind die Studierenden in der Lage, verschiedene Begriffe und Theorien von Zeit zu beschreiben und zu vergleichen (physikalische Zeit, wahrgenommene Zeit, historische Zeit, …). Sie kennen die damit verbundenen zentralen Fragestellungen und Probleme unterschiedlicher Bereiche der Philosophie – insbesondere der Metaphysik, Wissenschaftsphilosophie, der Philosophie des Geistes, der Ethik und der Geschichtsschreibung der Philosophie. Die Studierenden sind befähigt, die Auswirkungen dieser Probleme in breiteren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontexten kritisch zu diskutieren und zu bewerten.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-63-A Das Unendliche
The Infinite

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 08:00 - 10:00 SFG 1020 (2 SWS)

Kaum etwas in der Philosophie ist so alt wie die Faszination für das Unendliche und die Bemühungen, es begrifflich zu fassen. Bereits der erste abendländische Philosoph, von dem uns Textfragmente überliefert sind (Anaximander), spricht über das Unendliche (to apeiron) im Sinne einer unerschöpflichen Natur.
In der ersten Hälfte des Seminars werden wir gemeinsam anhand des Unendlichkeitsbegriffs einen Streifzug durch die Geschichte der abendländischen Philosophie unternehmen. Diskutiert werden u.a. die Positionen von Aristoteles, Leibniz und Kant. Die zweite Hälfte des Kurses widmet sich dann dem 20. Jahrhundert und zwar sowohl in philosophischer wie auch mathematischer Hinsicht. Auf philosophischer Seite werden wir u.a. die Unterscheidung zwischen "sagen" und "zeigen" bei Wittgenstein behandeln; auf mathematischer Seite u.a. die transfinite Mengenlehre und den Gödelschen Unvollständigkeitssatz. (NB: Es werden keine spezifischen Kenntnisse in formaler Logik und Mengenlehre vorausgesetzt.)
Die Textgrundlage für den gesamten Kurs bildet das Buch "The Infinite" von A.W. Moore (Routledge, 2.Aufl., 2001).

Lernziel

Ziel der Veranstaltung ist es, die Studierenden für unterschiedliche Unendlichkeitsbegriffe zu sensibilisieren und für die unterschiedlichen Problemstellungen die sich in philosophischen und auch mathematischen Kontexten entwickelt haben.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-64-A Sprachen des Denkens - Einführung in die Symbolisierung geistiger Prozesse
Languages of Thought - Introduction to the Symbolization of Mental Processes

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Di 11.04.17 18:00 - 20:00 SFG 3190
Fr 16.06.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 17.06.17 10:00 - 15:00 SFG 3190
Fr 23.06.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 24.06.17 10:00 - 15:00 SFG 3190
Fr 07.07.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 08.07.17 10:00 - 15:00 SFG 3190

Diese Veranstaltung bietet einen Überblick über Versuche, eine symbolische Darstellungsform mentaler Prozesse zu etablieren – oder, wie man es auch nennen könnte: eine Begriffsschrift des Mentalen. Der erste Teil der Veranstaltung widmet sich historischer Schlüsseltexte aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von Boole, Frege, Carnap und Turing. Im zweiten Teil wenden wir uns neueren Autoren aus der Philosophie des Geistes und auch aus dem Grenzbereich zwischen Philosophie und Kognitionswissenschaften zu. Behandelt werden Fragen zu den Themen "Computer und Denken", "Bewusstsein und Denken", "(Neuro-)Phänomenologie des Denkens" und "Biologie des Denkens". Hierzu werden wir u.a. Texte von Searle, Dretske, Chalmers, Marbach und Hacker diskutieren.

Lernziele:

Die Studierende sind im Anschluss an die Veranstaltung in der Lage, verschiedene Ansätze zur Symbolisierung geistiger Prozesse zu benennen und kritisch zu bewerten.

Prof. Dr. Norman Sieroka
90-30-25-B Gilbert Ryle: Der Begriff des Geistes
Ryle: The concept of mind

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 20:00 SFG 2010 (4 SWS)

Neben Wittgenstein und Austin gilt Ryle als ein Hauptvertreter der Ordinary Language Philosophy. Wie Wittgenstein befasste er sich mit Problemen, die sich nach seiner Diagnose aus der Verwechslung grammatischer und logischer Unterscheidungen, sog. Kategorienfehlern, und entsprechenden ungültigen Inferenzen ergeben, die in scheinbar unauflösliche philosophische Verwirrungen führen. Auflösen lassen sich diese Begriffskonflikte nur per Analyse des Gebrauchs dieser Ausdrücke. Die Anwendung dieser sprachphilosophischen Methode auf zentrale Probleme der Philosophie des Geistes und der Handlung findet sich in Der Begriff des Geistes. Insbesondere argumentiert Ryle, dass gängigen Theorien des Geistes eine Verwechslung von Dispositionsausdrücken (für Geistiges und den Bereich des Handelns) mit Ausdrücken für (verborgene mentale) Ereignisse bzw. Ursachen zugrunde liegt und der Geist deshalb „paramechanisch“ als „Gespenst in der Maschine“ konzeptualisiert werden muss, was insbesondere das Leib-Seele-Problem unlösbar erscheinen lässt und zu zahlreichen Zirkeln und Regressen in der Philosophie des Geistes führt.
Teilnahmevoraussetzung ist regelmäßige, gründliche Lektüre der Seminarliteratur und Beteiligung an der Seminardiskussion sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten und Protokollen oder zur Übernahme der Gestaltung einer Sitzung.

Dr. Frank Kannetzky
90-30-57-A Nietzsche und das biologische Menschenbild
Nietzsche and the biological idea of man

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 SFG 1030 (2 SWS)

In diesem Seminar wollen wir uns mit den Gedanken Nietzsches zum Menschen beschäftigen und sie mit der biologischen Sicht seit Darwin vergleichen. Wir reflektieren die verschiedenen Menschenbilder und werden dazu zuerst ausgewählte Textausschnitte aus den verschiedenen Phasen von Nietzsches Denkweg lesen und diskutieren, um seine Sicht auf den Menschen nachzuvollziehen.
Für den Vergleich mit dem biologischen Menschenbild besprechen wir neben Textausschnitten von Charles Darwin u.a. auch Texte zur Entstehungsproblematik des menschlichen Moralverhaltens anderer Autoren.
Regelmäßige Anwesenheit, das Lesen der bereitgestellten Texte für die jeweilige Sitzung, sowie aktive Mitarbeit und Mitgestaltung (u.a. in Form von Referaten) werden für eine „aktive Teilnahme“ erwartet und sind auch Voraussetzung für andere Leistungsnachweise sowie für das Gelingen des Seminars.

Die Literatur wird angenehmerweise über Stud.IP bereitgestellt.

Anne Christina Thaeder

Modul T2 Wissenschaft, Methode, Natur

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-58-A Klassische Texte der Philosophie der Zeit: Aristoteles (Physik, Buch IV) und Augustinus (Bekenntnisse, Buch XI)
Classic Texts in Philosophy of Time: Aristotle (Physics, Book IV) and Augustine (Confessions, Book XI)

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 SFG 1080 (2 SWS)

Aristoteles berichtet, dass die Zeit – bildlich gesprochen – vielen seiner Zeitgenossen Argwohn bereitet habe. Erstens sei fraglich gewesen, ob die Zeit überhaupt existiere, oder nicht vielmehr nicht existiere. Und zweitens sei unklar gewesen, was Zeit eigentlich ist.
Auf letztere Frage hat Augustinus (viele Jahrhunderte später) eine vielzitierte Antwort gegeben (McGilvary behauptet, dass jedes Werk zur Philosophie der Zeit mit folgenden Worten beginnt): „Was also ist die Zeit? Wenn niemand mich danach fragt, weiß ich es; wenn ich es jemandem auf seine Frage hin erklären will, weiß ich es nicht.“
Auf den ersten Blick mutet diese Aussage Augustinus’ merkwürdig an, doch bei näherer Hinsicht zeigt sich, dass Augustinus hier nach einer Explikation des Zeitbegriffs fragt. Im Verlaufe dieses Seminares werden wir sehen, dass der Begriff der Zeit aber auf sehr verschiedene Weise expliziert werden kann. So ist Augustinus selbst etwa nicht zufrieden mit dem Vorschlag, Zeit mit der Bewegung der Himmelskörper zu identifizieren und schlägt stattdessen vor, diese in der Ausdehnung des Geistes zu lokalisieren. Aristoteles hingegen hatte eine Art Zweikomponententheorie favorisiert, die sowohl auf Bewegung bzw. Veränderung, als auch auf bestimmte Tätigkeiten der Seele baut, und die Zeit als Maß der Veränderung gemäß dem Früher und Später aufgefasst.

Das primäres Ziel dieses Seminars ist es, die Zeittheorien von Aristoteles und Augustinus zu studieren (wobei auch auf deren Rezeption eingegangen werden soll). In diesem Zusammenhang soll gezeigt werden, dass unterschiedliche Philosophen (bzw. Theologen) Zeit unterschiedlich explizieren, woraus sich die Frage ergibt, welche Zeitkonzeption die plausibelste ist. Darüber hinaus sollen aber auch generelle Einblicke in ontologische und metaphysische Fragestellungen vermittelt und bspw. angerissen werden, wie Zeit mit anderen Kategorien, etwa dem Raum, zusammenhängt, oder was es heißt, einen Begriff zu explizieren.


Literatur
Aristotle, Physics (Oxford World Classics Edition)
Saint Augustine, Confessions (Oxford World Classics Edition)

Thorben Petersen, M.A.
09-30-61-A Einführung in die Naturphilosophie
Introduction to the Philosophy of Nature

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 GW2 B1410 (2 SWS)

"Übernatürliches gibt es nicht." Dies ist eine typisch moderne Überzeugung, die anzeigt, dass Natur für die meisten Menschen heute mit Wirklichkeit zusammenfällt. Das war nicht immer so. "Welt", "Wirklichkeit" und "Natur" sind Wörter, die lange Zeit in der Geschichte des abendländischen Denkens unterschiedliches bezeichneten. So endete für viele in der Antike die Natur spätestens am Mond. Jenseits des Mondes war noch Welt, aber nicht mehr Natur. Darüber hinaus sollte das, was da jenseits des Mondes war, vollkommener sein als die Natur unter dem Mond. Diese Vollkommenheitsdifferenzen sind aus dem modernen Wirklichkeitsverständnis verschwunden.
Die Vorlesung zeichnet diese Veränderungsprozesse der Naturauffassung anhand der Analyse einflussreicher philosophischer Systeme aus der Antike, der Neuzeit und der Gegenwart nach. Dabei werden zugleich Grundbegriffe wie "Raum", "Zeit", "Materie", "Ursache", "Gesetz", "Zufall" und die begrifflichen Konstellationen, in denen sie auftreten, als Gegenstände naturphilosophischen Nachdenkens in der Gegenwart vorgestellt.

Lernziele:

Ziel der Veranstaltung ist es, die Studierenden zu sensibilisieren für unterschiedliche Reflexionsformen über Naturprozesse und ihr Verhältnis zum Selbstbildnis des Menschen in seiner historischen Entwicklung. Die Studierenden werden in die Lage versetzt, verschiedene Ansätze und Positionen differenzierend wiederzugeben und kritisch einzuordnen – inklusive Bezügen und Problematiken aus den Einzelwissenschaften und unserer heutigen Alltagswelt.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-62-A Philosophie der Zeit
Philosophy of Time

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:00 - 12:00 GW1-HS H1000 (2 SWS)

Einzeltermine:
Mi 31.05.17 10:00 - 12:00 GW1-HS H1000

Zeit ist eine fundamentale Dimension, in der wir uns sowohl als biologisch-physikalische wie auch als geistige Wesen bewegen. Zeit durchzieht unser Dasein in verschiedenen Erscheinungsformen – unter anderem als physikalische Zeit, als wahrgenommene Zeit, als gesellschaftlich-intersubjektive Zeit und als historische Zeit. Dementsprechend war und ist das Thema Zeit immer wieder der Gegenstand von grundlegenden Diskussionen in unterschiedlichen philosophischen Teildisziplinen – von Metaphysik über Wissenschaftsphilosophie und die Philosophie des Geistes bis hin zu Philosophiegeschichtsschreibung und Ethik.
Dieser Kurs bietet eine Einführung in die zeitspezifischen Fragestellungen dieser verschiedenen philosophischen Teildisziplinen und beleuchtet wichtige Querverbindungen. Behandelt wird u.a.: die Existenz von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; die Möglichkeit von Zeitreisen; die Konstitution unseres Zeitbewusstseins und dessen mögliche neurophysiologische Gegenstücke; zeitliche Vorurteile in unserer Lebensführung ("lieber heut' als morgen"); Verantwortung gegenüber zukünftigen und vergangenen Generationen.

Lernziele:

Am Ende des Seminars sind die Studierenden in der Lage, verschiedene Begriffe und Theorien von Zeit zu beschreiben und zu vergleichen (physikalische Zeit, wahrgenommene Zeit, historische Zeit, …). Sie kennen die damit verbundenen zentralen Fragestellungen und Probleme unterschiedlicher Bereiche der Philosophie – insbesondere der Metaphysik, Wissenschaftsphilosophie, der Philosophie des Geistes, der Ethik und der Geschichtsschreibung der Philosophie. Die Studierenden sind befähigt, die Auswirkungen dieser Probleme in breiteren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontexten kritisch zu diskutieren und zu bewerten.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-63-A Das Unendliche
The Infinite

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 08:00 - 10:00 SFG 1020 (2 SWS)

Kaum etwas in der Philosophie ist so alt wie die Faszination für das Unendliche und die Bemühungen, es begrifflich zu fassen. Bereits der erste abendländische Philosoph, von dem uns Textfragmente überliefert sind (Anaximander), spricht über das Unendliche (to apeiron) im Sinne einer unerschöpflichen Natur.
In der ersten Hälfte des Seminars werden wir gemeinsam anhand des Unendlichkeitsbegriffs einen Streifzug durch die Geschichte der abendländischen Philosophie unternehmen. Diskutiert werden u.a. die Positionen von Aristoteles, Leibniz und Kant. Die zweite Hälfte des Kurses widmet sich dann dem 20. Jahrhundert und zwar sowohl in philosophischer wie auch mathematischer Hinsicht. Auf philosophischer Seite werden wir u.a. die Unterscheidung zwischen "sagen" und "zeigen" bei Wittgenstein behandeln; auf mathematischer Seite u.a. die transfinite Mengenlehre und den Gödelschen Unvollständigkeitssatz. (NB: Es werden keine spezifischen Kenntnisse in formaler Logik und Mengenlehre vorausgesetzt.)
Die Textgrundlage für den gesamten Kurs bildet das Buch "The Infinite" von A.W. Moore (Routledge, 2.Aufl., 2001).

Lernziel

Ziel der Veranstaltung ist es, die Studierenden für unterschiedliche Unendlichkeitsbegriffe zu sensibilisieren und für die unterschiedlichen Problemstellungen die sich in philosophischen und auch mathematischen Kontexten entwickelt haben.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-64-A Sprachen des Denkens - Einführung in die Symbolisierung geistiger Prozesse
Languages of Thought - Introduction to the Symbolization of Mental Processes

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Di 11.04.17 18:00 - 20:00 SFG 3190
Fr 16.06.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 17.06.17 10:00 - 15:00 SFG 3190
Fr 23.06.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 24.06.17 10:00 - 15:00 SFG 3190
Fr 07.07.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 08.07.17 10:00 - 15:00 SFG 3190

Diese Veranstaltung bietet einen Überblick über Versuche, eine symbolische Darstellungsform mentaler Prozesse zu etablieren – oder, wie man es auch nennen könnte: eine Begriffsschrift des Mentalen. Der erste Teil der Veranstaltung widmet sich historischer Schlüsseltexte aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von Boole, Frege, Carnap und Turing. Im zweiten Teil wenden wir uns neueren Autoren aus der Philosophie des Geistes und auch aus dem Grenzbereich zwischen Philosophie und Kognitionswissenschaften zu. Behandelt werden Fragen zu den Themen "Computer und Denken", "Bewusstsein und Denken", "(Neuro-)Phänomenologie des Denkens" und "Biologie des Denkens". Hierzu werden wir u.a. Texte von Searle, Dretske, Chalmers, Marbach und Hacker diskutieren.

Lernziele:

Die Studierende sind im Anschluss an die Veranstaltung in der Lage, verschiedene Ansätze zur Symbolisierung geistiger Prozesse zu benennen und kritisch zu bewerten.

Prof. Dr. Norman Sieroka
90-30-57-A Nietzsche und das biologische Menschenbild
Nietzsche and the biological idea of man

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 SFG 1030 (2 SWS)

In diesem Seminar wollen wir uns mit den Gedanken Nietzsches zum Menschen beschäftigen und sie mit der biologischen Sicht seit Darwin vergleichen. Wir reflektieren die verschiedenen Menschenbilder und werden dazu zuerst ausgewählte Textausschnitte aus den verschiedenen Phasen von Nietzsches Denkweg lesen und diskutieren, um seine Sicht auf den Menschen nachzuvollziehen.
Für den Vergleich mit dem biologischen Menschenbild besprechen wir neben Textausschnitten von Charles Darwin u.a. auch Texte zur Entstehungsproblematik des menschlichen Moralverhaltens anderer Autoren.
Regelmäßige Anwesenheit, das Lesen der bereitgestellten Texte für die jeweilige Sitzung, sowie aktive Mitarbeit und Mitgestaltung (u.a. in Form von Referaten) werden für eine „aktive Teilnahme“ erwartet und sind auch Voraussetzung für andere Leistungsnachweise sowie für das Gelingen des Seminars.

Die Literatur wird angenehmerweise über Stud.IP bereitgestellt.

Anne Christina Thaeder

Modul K Klassikerlektüre

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-22-B Nietzsche: Also sprach Zarathustra
Thus spoke Zarathustra

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 20:00 IW3 0210 (4 SWS)

Einzeltermine:
Di 18.10.16 12:00 - 14:00 SFG 1020
Di 07.02.17 16:00 - 20:00 SpT C3140
Di 14.02.17 16:00 - 20:00 SpT C3140
Di 21.02.17 16:00 - 20:00 SpT C3140
Di 28.02.17 16:00 - 20:00 SpT C3140
Di 07.03.17 16:00 - 20:00 SpT C3140
Di 14.03.17 16:00 - 20:00 SpT C3140
Di 21.03.17 16:00 - 20:00 SpT C3140
Di 28.03.17 16:00 - 20:00 SpT C3140
Mi 04.10.17 16:00 - 18:00 GW2 B3770

Dieser Klassikerkurs wird aufgrund der Besonderheit des Zarathustra über das Winteresemester 16/17 hinaus fortgesetzt. Die Teilnahme ist freiwillig und kann nicht angerechnet werden. Sollte jemand aus reinem Interesse mitmachen wollen, bitte ich um Kontaktaufnahme unter: thaeder@uni-bremen.de


Mit vereinten Kräften und vielen Augen wollen wir uns an Nietzsches Zarathustra wagen; an das Buch für Alle und Keinen. Ohne Vorkenntnisse ist es mindestens so unverständlich wie faszinierend und vermutlich werden wir uns auch in diesem Seminar nicht auf die „richtige“ Interpretation dieses Klassikers einigen können. Davon möge sich aber keiner abschrecken lassen! Mit oder ohne Vorkenntnisse soll es für alle Interessierten die Möglichkeit geben, ihr Nietzsche-Verständnis durch die gemeinsame Lektüre und Diskussion dieses Klassikers zu erweitern. Wir wollen uns zusammen die Zeit nehmen, um seine Hauptgedanken (Tod Gottes, Umwertung aller Werte, Übermensch, Wille zur Macht und die ewige Wiederkehr des Gleichen) mithilfe von anderen ausgewählten Schriften und Kommentaren zu verstehen und uns gemeinsam mit Nietzsche fragen, ob dies eigentlich möglich ist.

Echtes Interesse, die Bereitschaft zum intensiven Lesen und zum Diskutieren der Texte sowie aktive Mitarbeit (auch in Form von Referaten) werden von allen Teilnehmenden erwartet. Wir werden ausschließlich mit Texten aus der Kritischen Studienausgabe arbeiten. Die Texte werden über Stud.IP bereitgestellt.

Anne Christina Thaeder
90-30-25-B Gilbert Ryle: Der Begriff des Geistes
Ryle: The concept of mind

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 20:00 SFG 2010 (4 SWS)

Neben Wittgenstein und Austin gilt Ryle als ein Hauptvertreter der Ordinary Language Philosophy. Wie Wittgenstein befasste er sich mit Problemen, die sich nach seiner Diagnose aus der Verwechslung grammatischer und logischer Unterscheidungen, sog. Kategorienfehlern, und entsprechenden ungültigen Inferenzen ergeben, die in scheinbar unauflösliche philosophische Verwirrungen führen. Auflösen lassen sich diese Begriffskonflikte nur per Analyse des Gebrauchs dieser Ausdrücke. Die Anwendung dieser sprachphilosophischen Methode auf zentrale Probleme der Philosophie des Geistes und der Handlung findet sich in Der Begriff des Geistes. Insbesondere argumentiert Ryle, dass gängigen Theorien des Geistes eine Verwechslung von Dispositionsausdrücken (für Geistiges und den Bereich des Handelns) mit Ausdrücken für (verborgene mentale) Ereignisse bzw. Ursachen zugrunde liegt und der Geist deshalb „paramechanisch“ als „Gespenst in der Maschine“ konzeptualisiert werden muss, was insbesondere das Leib-Seele-Problem unlösbar erscheinen lässt und zu zahlreichen Zirkeln und Regressen in der Philosophie des Geistes führt.
Teilnahmevoraussetzung ist regelmäßige, gründliche Lektüre der Seminarliteratur und Beteiligung an der Seminardiskussion sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten und Protokollen oder zur Übernahme der Gestaltung einer Sitzung.

Dr. Frank Kannetzky

Modul PS Philosophie der Moral, der Politik und des Rechts (Spezialisierungsmodul Praktische Philosophie)

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-26-B Mentale Einstellungen und kommunikative Akte
Mental attitudes and communicative acts

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 SFG 2010 (2 SWS)

Einzeltermine:
Mi 12.07.17 12:00 - 16:00 SFG 2010

Das Seminar soll eine Einführung und einen Überblick zu modernen Bemühungen um die Klärung fundamentaler Begriffe der Philosophie des Geistes und der Theorie kommunikativer Sprechakte im Rahmen der analytischen Philosophie geben.
Dabei wird an der Differenz zwischen objektivem Zukommen eines Wahrheitswertes und unterschiedlichen subjektiven Einstellungen zum Zukommen eines Wahrheitswertes angeknüpft. Die unterschiedlichen subjektiven Verhältnisse zum objektiven Wahrheitswert drücken sich in unterschiedlichen Arten des Zuschreibens eines solchen in mentalen und kommunikativen Einstellungen und Akten aus.
Hauptgegenstand des Seminars wird die Erörterung und Explikation von Begriffen mentaler und kommunikativer Einstellungen und Akte sowie deren gegenseitige Bezogenheit sein. Im Mittelpunkt werden dabei folgende Arten von mentalen bzw. kommunikativen Einstellungen und Akten stehen:
  • Konstative Einstellungen und Akte (Feststellung, Fürwahrhalten, Glaube, Wissen, Zustimmung, Behauptung etc.),
  • Voluntative Einstellungen und Akte (Wunsch, Absicht, Befürchtung, Versprechen, Drohung, Aufforderung etc.)
  • Axiologische Einstellungen und Akte (mentale und kommunikative Wertungen unterschiedlicher Art, Fürgut-, Fürschlechthalten, Gutheißen, Verdammen etc.).

Darauf aufbauend werden logische Beziehungen zwischen Aussagen über mentale Einstellungen und mentale Akte untersucht. In diesem Zusammenhang wird auch zu erörtern sein, worauf sich mentale Einstellungen und Akte beziehen, was deren Gegenstände sind. Es wird untersucht werden, welche logischen Konsequenzen mit unterschiedlichen Beschreibungsarten (explizite, implizite, de dicto-, de re-Beschreibungen) verbunden sind und in welchem Verhältnis derartige Beschreibungsarten zu Bewusstheit, Dispositionalität und Unbewusstheit von mentalen und kommunikativen Einstellungen und Akten stehen.

Eingebettet in die skizzierten Zusammenhänge wird auf folgende Themen eingegangen werden:
  • Die Theorie der Ethik des Glaubens und die deontologische Glaubensauffassung.
  • Gibt es unaufrichtige mentale Einstellungen oder Akte, ist Selbstbetrug möglich?
  • Die Standardanalyse des Wissens, nach der Wissen als gerechtfertigter wahrer Glaube gilt.
  • Das Gettier-Paradoxon, in dem aufgezeigt wird, dass die Standardanalyse des Wissens auch in Fällen falschen Glaubens und unzutreffender Begründung zu Wissenszuschreibungen kommt.
  • Das Moore-Paradoxon, in dem gezeigt wird, dass aus begrifflichen Gründen nicht Beliebige Sätze behauptet werden können.
  • Aufrichtige und unaufrichtige kommunikative Akte (Lüge und ihre Bewertungen, Offenheit, Irrtum, Manipulation und Betrug, Verlässlichkeit).

Literatur

GETTTIER, E. L.: Is Justified True Belief Knowledge?, in: Griffith 144–146.
GRIFFITH, A. (ed.): Knowledge and Belief, Oxford 1967, 1968, 1973 etc.
IWIN, A. A.: Grundlagen der Logik von Wertungen, Berlin 1975.
KREISER, L./GOTTWALD, S./STELZNER, W. (Hrsg.): Nichtklassische Logik, Berlin 1988, 1991, 181–224.
KUTSCHERA, F. VON: Einführung in die Logik der Normen, Werte und Entscheidungen, Freiburg/München 1973.
LAUX, A./WANSING, H. (eds.): Knowledge and Belief in Philosophy and Artificial Intel-ligence, Berlin 1995.
LENZEN, W.: Glauben, Wissen und Wahrscheinlichkeit, Wien/New York 1980.
PHILIPP, P.: Logisch-philosophische Untersuchungen, Berlin/New York 1998.
SCHOPENHAUER, A.: 1864/2012, Die Kunst, Recht zu behalten. Eristische Dialektik, Zürich 2012)
SEARLE, J. R.: Sprechakte, Frankfurt a.M. 1971.
STELZNER, W.: Die Logik der Zustimmung. Historische und systematische Perspektiven epistemischer Logik. Mentis-Verlag: Paderborn 2013.

Prof. Dr. Werner Stelzner
09-30-54-A Der eindimensionale Mensch (Herbert Marcuse)
The One-Dimensional Man (Herbert Marcuse)

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS)

„Die kritische Analyse dieser Gesellschaft bedarf neuer Kategorien: moralischer, politischer und ästhetischer. [...] Die Kategorie der Obszönität wird als Einleitung dienen. Diese Gesellschaft ist insofern obszön, als sie einen erstickenden Überfluß an Waren produziert und schamlos zur Schau stellt, während sie draußen ihre Opfer der Lebenschancen beraubt; obszön, weil sie sich und ihre Mülleimer vollstopft, während sie die kärglichen Nahrungsmittel in den Gebieten ihrer Aggression vergiftet und niederbrennt; obszön in den Worten und dem Lächeln ihrer Politiker und Unterhalter; in ihren Gebeten, ihrer Ignoranz und in der Weisheit ihrer gehüteten Intellektuellen.“
In dieser programmatischen These aus seinem Versuch über die Befreiung (1969) bringt Herbert Marcuse einen Grundgedanken auf den Punkt, der in seinen Hauptwerken Triebstruktur und Gesellschaft (1955) und Der eindimensionale Mensch (1964) ausgeführt wird.
Im Seminar werden diese drei Werke Marcuses gemeinsam durchgearbeitet.

Teilnahmevoraussetzung ist die kontinuierliche Mitarbeit in den Seminarsitzungen, regelmäßige Lektüre zur Vorbereitung der Seminarsitzungen und die Bereitschaft zur Übernahme einer Präsentation zwecks Einführung in einen Textabschnitt.

Erwartet wird, dass jede_r Teilnehmer_in die mit * versehenen Bücher besitzt, die im Stud.IP bereitstehenden Texte herunterlädt und in jeder Sitzung die Texte gelesen und vor sich liegen hat.

Für den Erwerb eines Leistungsnachweises ist je nach Modul, für das dieses Seminar verwendet werden soll, eine mündliche Prüfung oder Klausur oder schriftliche Hausarbeit bis spätestens 15.09.2017 erforderlich.
Näheres ist in den Modulbeschreibungen nachzulesen (http://www.philosophie.uni-bremen.de/fileadmin/redak_philo/Bachelor_2011_12/BA-Philosophie-Modulbeschreibungen-11-07-11.pdf).

Textgrundlage

Quellentexte:

Im Stud.IP herunterzuladen:
Marcuse, Herbert (1955), Triebstruktur und Gesellschaft. Ein philosophischer Beitrag zu Sigmund Freud, Frankfurt/M: Suhrkamp (Eros and Civilization) [Auszüge – im Stud.IP herunterzuladen]
Marcuse, Herbert (1965), Repressive Toleranz, in: Wolff/Moore/Marcuse, Kritik der reinen Toleranz, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1966, S. 93-128.

Anzuschaffen:
* Marcuse, Herbert (1964), Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft (The One-Dimensional Man. Studies in the Ideology of Advanced Industrial Society).
* Marcuse, Herbert (1969), Versuch über die Befreiung (An Essay on Liberation)

Prof. Dr. Georg Mohr
09-30-59-A Das Böse denken; am Beispiel Adolf Eichmann
Evil in modern thought
INFO: 28 SWS als Blockseminar

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 14:00 - 18:00 SFG 1080 SFG 2020 GW1 A0150 (2 SWS)

Einzeltermine:
Fr 21.04.17 16:30 - 18:00 SuUB 4330 (Studio I Medienraum )
Fr 19.05.17 14:00 - 18:00 SFG 0150
Fr 19.05.17 16:00 - 19:00 SuUB 4320 (Studio II Medienraum )
Fr 28.07.17 15:00 - 17:00 SFG 0140
Fr 18.08.17 15:00 - 17:00 SFG 2060

Das Erdbeben von Lissabon 1755 ist eine der verheerendste Naturkatastrophen in der Geschichte Europas. Zwischen 30.000 und 100.000 Menschen fielen ihm zum Opfer. Susan Neiman nimmt die Gewissheiten erschütternde Naturkatastrophe zum Ausgangspunkt ihrer philosophiehistorischen Rekonstruktion der Versuche, das Böse zu denken. Den einen Pol bilden Philosophen (Neiman nennt u.a. Kant, Hegel und Marx), die dem Bösen in gewisser Weise einen Sinn verliehen haben: Es sei nicht nur möglich, das Böse zu verstehen, es sei auch moralisch geboten, denn was wir verstehen, können wir bekämpfen. Am anderen Pol verortet sind u.a. Voltaire, Hume und Schopenhauer, die scharf gegen Versuche polemisieren, das Böse zu bannen, indem man es auf den Begriff bringt. Man müsse eher die Philosophie aufgeben, schreibt Voltaire sinngemäß, als den Versuch zu machen, eine Welt zu erklären, in der unschuldige Kinder in den Armen ihrer Mütter sterben. Im ersten Block des Seminars werden wir uns mit philosophischen Versuchen beschäftigen, das Böse begrifflich zu fassen. Der maßgebliche Text ist Susan Neimans Buch Das Böse denken. Eine andere Geschichte der Philosophie, den wir im Verbund mit einigen von ihr behandelten Primärtexten lesen.
In der ersten Seminarhälfte geht es darum, grobe philosophiehistorische Linien nachzuzeichnen, in der zweiten geht es anhand einer exemplarischen Kontroverse ins Detail. 1961 wurde Adolf Eichmann, einer der Organisatoren der Shoah, von einem israelischen Gericht zum Tode verurteilt. Hannah Arendt hat in ihrer Reportage Eichmann in Jerusalem die sprichwörtlich gewordene These von der „Banalität des Bösen“ formuliert: Eichmann sei „von einer empörenden Dummheit“ und die Nazis eben keine Dämonen, sondern zu großen Teilen moralisch indifferente Bürokraten und Mitläufer gewesen. Die Idee einer Banalität des Bösen kann exemplarisch für einen bestimmten Strang des Denkens über das Böse nach Auschwitz stehen. Wir werden uns mit Arendts These und ihren Kontrahenten – vor allem mit der 2014 erschienenen Studie der Historikerin Bettina Stagneth – auseinandersetzen.

Literatur:

Susan Neiman: Das Böse denken. Eine andere Geschichte der Philosophie. Frankfurt/M. 2004.

Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Frankfurt/M. 1964.

Bettina Stangneth: Eichmann vor Jerusalem. Das unbehelligte Leben eines Massenmörders. Reinbek 2014

Benjamin Moldenhauer

Modul TS Philosophie der Naturwissenschaften (Spezialisierungsmodul Theoretische Philosophie)

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-62-A Philosophie der Zeit
Philosophy of Time

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 10:00 - 12:00 GW1-HS H1000 (2 SWS)

Einzeltermine:
Mi 31.05.17 10:00 - 12:00 GW1-HS H1000

Zeit ist eine fundamentale Dimension, in der wir uns sowohl als biologisch-physikalische wie auch als geistige Wesen bewegen. Zeit durchzieht unser Dasein in verschiedenen Erscheinungsformen – unter anderem als physikalische Zeit, als wahrgenommene Zeit, als gesellschaftlich-intersubjektive Zeit und als historische Zeit. Dementsprechend war und ist das Thema Zeit immer wieder der Gegenstand von grundlegenden Diskussionen in unterschiedlichen philosophischen Teildisziplinen – von Metaphysik über Wissenschaftsphilosophie und die Philosophie des Geistes bis hin zu Philosophiegeschichtsschreibung und Ethik.
Dieser Kurs bietet eine Einführung in die zeitspezifischen Fragestellungen dieser verschiedenen philosophischen Teildisziplinen und beleuchtet wichtige Querverbindungen. Behandelt wird u.a.: die Existenz von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; die Möglichkeit von Zeitreisen; die Konstitution unseres Zeitbewusstseins und dessen mögliche neurophysiologische Gegenstücke; zeitliche Vorurteile in unserer Lebensführung ("lieber heut' als morgen"); Verantwortung gegenüber zukünftigen und vergangenen Generationen.

Lernziele:

Am Ende des Seminars sind die Studierenden in der Lage, verschiedene Begriffe und Theorien von Zeit zu beschreiben und zu vergleichen (physikalische Zeit, wahrgenommene Zeit, historische Zeit, …). Sie kennen die damit verbundenen zentralen Fragestellungen und Probleme unterschiedlicher Bereiche der Philosophie – insbesondere der Metaphysik, Wissenschaftsphilosophie, der Philosophie des Geistes, der Ethik und der Geschichtsschreibung der Philosophie. Die Studierenden sind befähigt, die Auswirkungen dieser Probleme in breiteren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontexten kritisch zu diskutieren und zu bewerten.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-63-A Das Unendliche
The Infinite

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 08:00 - 10:00 SFG 1020 (2 SWS)

Kaum etwas in der Philosophie ist so alt wie die Faszination für das Unendliche und die Bemühungen, es begrifflich zu fassen. Bereits der erste abendländische Philosoph, von dem uns Textfragmente überliefert sind (Anaximander), spricht über das Unendliche (to apeiron) im Sinne einer unerschöpflichen Natur.
In der ersten Hälfte des Seminars werden wir gemeinsam anhand des Unendlichkeitsbegriffs einen Streifzug durch die Geschichte der abendländischen Philosophie unternehmen. Diskutiert werden u.a. die Positionen von Aristoteles, Leibniz und Kant. Die zweite Hälfte des Kurses widmet sich dann dem 20. Jahrhundert und zwar sowohl in philosophischer wie auch mathematischer Hinsicht. Auf philosophischer Seite werden wir u.a. die Unterscheidung zwischen "sagen" und "zeigen" bei Wittgenstein behandeln; auf mathematischer Seite u.a. die transfinite Mengenlehre und den Gödelschen Unvollständigkeitssatz. (NB: Es werden keine spezifischen Kenntnisse in formaler Logik und Mengenlehre vorausgesetzt.)
Die Textgrundlage für den gesamten Kurs bildet das Buch "The Infinite" von A.W. Moore (Routledge, 2.Aufl., 2001).

Lernziel

Ziel der Veranstaltung ist es, die Studierenden für unterschiedliche Unendlichkeitsbegriffe zu sensibilisieren und für die unterschiedlichen Problemstellungen die sich in philosophischen und auch mathematischen Kontexten entwickelt haben.

Prof. Dr. Norman Sieroka
09-30-64-A Sprachen des Denkens - Einführung in die Symbolisierung geistiger Prozesse
Languages of Thought - Introduction to the Symbolization of Mental Processes

Blockveranstaltung

Einzeltermine:
Di 11.04.17 18:00 - 20:00 SFG 3190
Fr 16.06.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 17.06.17 10:00 - 15:00 SFG 3190
Fr 23.06.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 24.06.17 10:00 - 15:00 SFG 3190
Fr 07.07.17 14:00 - 19:00 SFG 3190
Sa 08.07.17 10:00 - 15:00 SFG 3190

Diese Veranstaltung bietet einen Überblick über Versuche, eine symbolische Darstellungsform mentaler Prozesse zu etablieren – oder, wie man es auch nennen könnte: eine Begriffsschrift des Mentalen. Der erste Teil der Veranstaltung widmet sich historischer Schlüsseltexte aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert von Boole, Frege, Carnap und Turing. Im zweiten Teil wenden wir uns neueren Autoren aus der Philosophie des Geistes und auch aus dem Grenzbereich zwischen Philosophie und Kognitionswissenschaften zu. Behandelt werden Fragen zu den Themen "Computer und Denken", "Bewusstsein und Denken", "(Neuro-)Phänomenologie des Denkens" und "Biologie des Denkens". Hierzu werden wir u.a. Texte von Searle, Dretske, Chalmers, Marbach und Hacker diskutieren.

Lernziele:

Die Studierende sind im Anschluss an die Veranstaltung in der Lage, verschiedene Ansätze zur Symbolisierung geistiger Prozesse zu benennen und kritisch zu bewerten.

Prof. Dr. Norman Sieroka

Modul AM Abschlussmodul

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-22-C Bachelorabschlussseminar
BA-Thesis - Writing class

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS)

Seminar zur Besprechung von Abschlussarbeiten und Studienausgangsphase. Regelmäßige Anwesenheit und die Bereitschaft, die eigene Arbeit vorzustellen und eigene und fremde Arbeiten zu diskutieren, sind zwingende Teilnahmevoraussetzungen.

Dr. Frank Kannetzky

Philosophisches Forschen

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-23-D Doktorandenkolloquium Philosophie
Colloquium for Postgraduates in Philosophy

Seminar

Das Doktorandenkolloquium des Instituts für Philosophie tagt regelmäßig alle 2 Wochen und ist für alle Promovierenden der Philosophie geöffnet. Im Rahmen dieses Kolloquiums sollen die Doktoranden unter Betreuung von Professoren des Instituts ihre Doktorarbeiten, einzelne Kapitel daraus bzw. die jeweils aktuellen thematischen Schwierigkeiten und Fragen vorstellen und in Seminarform gemeinsam kritisch diskutieren. Das Kolloquium fungiert als Raum für den Austausch über arbeitsorganisatorische und inhaltliche Problematiken. Dabei kommen philosophische Themen von der Philosophie der Physik über Ethik und Filmtheorie bis zur Politischen Philosophie zum Tragen.

Felix Engel

General Studies

Studierende der Philosophie können ALLE Veranstaltungen der Philosophie als General-Studies-Veranstaltungen besuchen. Auf folgende Veranstaltungen möchten wir Sie besonders aufmerksam machen.
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-57-6-M5 Lebensräume

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 18:00 Externer Ort: Science Centrum Botanika (6 SWS)

Einzeltermine:
Mo 03.04.17 14:00 - 18:00 Science Centrum Botanika

Die Veranstaltung findet in den Veranstaltungsräumen des Science Centrum Botanika statt.

Das Projekt „Lebensräume“ ist eine sechsstündige Veranstaltung im Rahmen der Senioren-Universität. Die Veranstaltung findet von 12.00 – 17.30 Uhr in den Räumen der Botanika statt. Es wird zwischendurch eine Pause für ein (gemeinsames?) Mittagessen geben.

Ausgangspunkt dieses Projektes sind zunächst die fünf Weißhandgibbons, eine aussterbende Affenart, die jüngst in die Botanik eingezogen sind.

Fragestellungen:
Warum sterben Weißhandgibbons aus? Wo ist ihr Lebensraum? Wo gibt es Zusammenhänge von Ökonomie und Ökologie? Und schließlich die philosophische Überlegung: „Wie gehen wir mit Tieren um?“. Hier hat mich in letzter Zeit ein Buch von Richard David Precht angeregt, tiefer über das Verhältnis Mensch-Tier nachzudenken.
Aber auch die anerkannteste Primatenforscherin Jane Goodell hat viel dazu beigetragen, Primaten kennen und respektieren zu lernen. Respekt vor der Kreatur, das ist ein Thema, was sich durch die Veranstaltung ziehen wird.

Ein weiterer Aspekt des Projektes ist eine ganz praktische Überlegung: wie würden wir gerne im Alter sitzen? Wie also könnte man für die Botanika bewegliche Sitzgelegenheiten konzipieren, (die später vor den Gehegen der Gibbons aufgestellt werden sollen), die auch für hochaltrige Menschen zu nutzen sind? Hier nun ist Ingenieursarbeit gefragt, aber auch Kreativität und ein wacher Verstand, der ganz neue Möglichkeiten des Sitzens entwirft.

Die Veranstaltung wird sich mit der Didaktik des „forschendes Lernens“ – das nun wieder Einzug in die Lehrpläne der Universitäten hält - nicht nur in der Theorie befassen, sondern sie auch praktisch forschend umsetzen. Für diese Forschung wird es Hilfestellungen geben, Anleitungen, Wegweiser.

Ein weiteres Thema in der Vermittlung der Inhalte wird die multimediale Präsentation sein. Es wird also nicht nur das trockene Wort sein, welches Inhalte präsentiert, sondern eine mediale Vielfalt genutzt, die zur Annäherung an das Thema einlädt. Alle Teilnehmer werden hierfür in Kleingruppen angeleitet, ihre Forschungsergebnisse medial und schließlich auch in einem blog zu präsentieren. Auch hier werden die einzelnen Kleingruppen engmaschig betreut und angeleitet.

Das Thema Kommunikation innerhalb des Projektes wird sehr groß geschrieben. Jugendliche Studenten nutzen Veranstaltungen auch als soziale Treffpunkte. Das Projekt im Rahmen der Senioren-Universität wird daher beginnen mit einem „Speed-Dating“ – aber mit der Idee, wissenschaftliche Interessen und die Bildungs-Hintergründe der TeilnehmerInnen untereinander bekannt zu machen, zu kommunizieren um in einem zweiten Schritt miteinander in Arbeitsgruppen arbeiten zu können.

Eine medienkundige Hilfskraft wird das Projekt die gesamte Zeit aktiv und begeistert begleiten.

Monika Thiele
09-57-6-MGS Alter-Krankheit-Lebenskunst (Film und Philosophie)

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:00 - 16:00 RSG 2060 (Aufenthaltsraum) (4 SWS)
Monika Thiele

Ansprechpartner für die Inhalte des Veranstaltungsverzeichnisses

Alte Vorlesungsverzeichnisse (bis Sommersemester 2012)