Lehrveranstaltungen WiSe 2017/2018

Philosophie, B.A.

Veranstaltungen anzeigen: alle | in englischer Sprache | für ältere Erwachsene

Modul G1 Wissenschaftliches Arbeiten

Pflichtveranstaltung fuer das Profilfach im 1. Semester
VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-02-B Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten (Veranstaltung 1)
Introduction to academic work and writing

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 18:00 - 20:00 SFG 1020 (2 SWS) Seminar

Die Veranstaltung wird in diesem Semester in zwei parallelen Kursen durchgeführt. Die Teilnehmer werden so auf die Kurse verteilt, dass etwa gleiche Kursstärke besteht.

Im Seminar werden wir uns erstens mit den notwendigen Formalia beschäftigen, die jede Arbeit erfüllen muss, die den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt (Recherche, Zitation, Aufbau einer Arbeit, Referate etc.). Zweitens damit, zu untersuchen, was (bspw. im Unterschied zu fachwissenschaftlichen Fragen oder allgemeinen Problemen des Lebens) überhaupt als ein philosophisches Problem zählen kann. Drittens besprechen wir Methoden der philosophischen Problemerschließung (einschließlich der Erschließung philosophischer Texte). Die Teilnahme am Seminar ist nur bei regelmäßiger Anwesenheit, Lektüre und aktiver Mitarbeit sinnvoll.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-02-B Einführung in das Wissenschaftliche Arbeiten (Veranstaltung 2)
Introduction to academic work and writing

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS) Seminar

Die Veranstaltung wird in diesem Semester in zwei parallelen Kursen durchgeführt. Die Teilnehmer werden so auf die Kurse verteilt, dass etwa gleiche Kursstärke besteht.

Im Seminar werden wir uns erstens mit den notwendigen Formalia beschäftigen, die jede Arbeit erfüllen muss, die den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt (Recherche, Zitation, Aufbau einer Arbeit, Referate etc.). Zweitens damit, zu untersuchen, was (bspw. im Unterschied zu fachwissenschaftlichen Fragen oder allgemeinen Problemen des Lebens) überhaupt als ein philosophisches Problem zählen kann. Drittens besprechen wir Methoden der philosophischen Problemerschließung (einschließlich der Erschließung philosophischer Texte). Die Teilnahme am Seminar ist nur bei regelmäßiger Anwesenheit, Lektüre und aktiver Mitarbeit sinnvoll.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B1 Argumentationstheorie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-03-B Einführung in die Argumentationstheorie
Informal Logic

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 16:00 - 18:00 SFG 0150 (2 SWS) Vorlesung

Philosophische Fragen sind in der Regel weder durch Experimente noch durch Umfragen entscheidbar. Das Hauptwerkzeug der Philosophie sind deswegen Argumente, und die Theorie und Praxis des guten Begründens von Thesen und Theorien steht im Mittelpunkt des philosophischen Geschäfts. Natürlich sollte man auch außerhalb der Philosophie die eigenen Überzeugungen gut begründen und die Meinungen anderer, wenn nötig, mit guten Argumenten kritisieren.

Der Kurs soll in die Theorie und Praxis des guten Argumentierens einführen und folgende Fragen beantworten: Was ist ein Argument? Was unterscheidet ein gutes von einem schlechten Argument? Welche Argument-Typen gibt es? Es werden Hilfen zur informellen Analyse von Begründungen und Argumenten vermittelt und in praktischen Übungen angewandt. Wir werden auch einen ersten Blick auf die formale Logik werfen und die Rolle von Argumenten in der Kommunikation reflektieren. Speziell geht es dabei auch um die logische Korrektheit und um die Stichhaltigkeit (Triftigkeit) von Argumenten. Wichtig ist die Einübung von Techniken zur Darstellung argumentativer Strukturen und zur Bewertung von Argumenten. Weitere Themen sind besondere Argumentationsformen (Analogieargumente, Selbstanwendungsargumente, transzendentale Argumente) und formale und informelle Fehlschlüsse. Außerdem werden Grundzüge der aristotelischen Syllogistik und einige Themen der traditionellen Logik vorgestellt.

Materialien zum Kurs werden im Internet bereitgestellt. Die erfolgreiche Teilnahme erfordert eine regelmäßige Mitarbeit und die wöchentliche Bearbeitung von Hausaufgaben. Der Besuch des zugehörigen Tutoriums wird empfohlen.

Dr. Frank Kannetzky

Modul B3 Einführung in die Theoretische Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-04-B Einführung in die Theoretische Philosophie
Introduction to Theoretical Philosophy

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Di 10:00 - 12:00 SFG 0150 (2 SWS) Vorlesung

Einzeltermine:
Mi 29.11.17 08:00 - 12:00 SFG 0140

Die Theoretische Philosophie beinhaltet eine große Bandbreite an Teildisziplinen wie etwa Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie oder Wissenschaftstheorie. Die Vorlesung wird Sie mit ausgewählten Problemen der Theoretischen Philosophie aus diesen Teilbereichen vertraut machen. In einem ersten Schritt wird jeweils ein Sachgebiet vorgestellt; in einem zweiten Schritt werden ein oder zwei exemplarische Fragestellungen erörtert. Die Vorlesung wird aber auch Raum für Diskussionen lassen. Ihr Ziel ist es, Interesse für die Themen der Theoretischen Philosophie zu wecken und einen systematischen Überblick zu vermitteln.

Literatur: Eine Materialsammlung (Skripte und Folien) wird online zugänglich sein.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-04-B-T Tutorium V: Einführung in die Theoretische Philosophie

Tutorium

Termine:
wöchentlich Mi 18:00 - 20:00 MZH 5210 (2 SWS)
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-29-B Einführung in die Philosophie des Geistes
Introduction to the philosophy of mind

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 14:00 - 16:00 SFG 2080 (2 SWS)

Können wir mit unserem Geist auf die Welt wirken oder sind unsere Gedanken und unsere eigene Perspektive selbst womöglich nur ein Epiphänomen hochkomplexer materieller Vorgänge? Mit Textpassagen aus den Einführungswerken von Godehard Brüntrup und Ansgar Beckermann wollen wir uns einen Überblick verschaffen über Fragestellungen und Antwortmöglichkeiten in der Philosophie des Geistes.
Regelmäßige Teilnahme, kleinere Hausaufgaben und die Bereitschaft ein Referat zu halten, werden für eine aktive Teilnahme vorausgesetzt.

Anne Christina Thaeder
09-30-31-B Grundfragen der Erkenntnis und Wissenschaftstheorie
Basic concepts from epistomology and philosophy of science

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 16:00 - 18:00 GW1 A0150 (2 SWS)

Das Seminar soll einen Überblick darüber geben, wie und auf welchen Grundlagen sich die Fragen der heutigen Wissenschaftstheorie herausgebildet haben. Ausgehend vom aristotelischen Wissenschaftsbild über Descartes, Hume und Kant, deren Ansichten anhand einzelner originaler Textausschnitte erarbeitet wird, behandeln wir das 20. Jahrhundert, in dem die bisher behandelten Fragen spezialisiert werden. Wir werden die modernen Formen des Realismus und Konstruktivismus analysieren sowie auf folgende Fragen behandeln: Was ist eine wissenschaftliche Erklärung? Ist die Welt logisch aufgebaut? Gibt es eine Welt oder viele Welten? Können alle wissenschaftlichen Disziplinen auf eine Fundamentalwissenschaft reduziert werden? Was sind Naturgesetze? Zudem gehen wir auf die Diskussionen über wissenschaftliche Methodik und den Erkenntnisfortschritt (Popper, Kuhn, Feyerabend) ein.

Arend Mittwollen

Modul B4 Einführung in die Praktische Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-05-B Einführung in die Praktische Philosophie
Introduction to Practical Philosophy
M.A. Komplexes Entscheiden 09-M39-1-02-01

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 0150 (2 SWS)

Die Vorlesung führt in Grundbegriffe der Praktischen Philosophie ein. Sie geht aus vom Begriff der Handlung und entwickelt aus dessen Implikationen einige in der Geschichte der Philosophie und in den gegenwärtigen philosophischen Debatten zentrale Begriffe und Fragestellungen, um mit wichtigen Theorie-Konzeptionen der Praktischen Philosophie vertraut zu machen. Grundkonzepte der Allgemeinen Ethik, der Angewandten Ethik, der Politischen Philosophie und der Rechtsphilosophie werden vorgestellt.

Es werden vor allem die folgenden Begriffe eingeführt: Freiheit, Absicht, Wille, Entscheidung; Nutzen, Glück, Pflicht, Achtung, Unparteilichkeit, Moral; Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Legitimität; Gerechtigkeit, Recht, Menschenrechte.

Die Vorlesung richtet sich an Studierende, die sich Grundlagen der Praktischen Philosophie aneignen (Bachelor Philosophie 1. Jahr und Master Komplexes Entscheiden 1. Jahr). Sie kann aber von allen Interessierten besucht werden.

Literaturangaben finden sich im Lektüre-Leitfaden, der im Stud.IP zum Herunterladen zur Verfügung steht und weitere Angaben zu wichtigen Quellentexten und Forschungsliteratur zur Praktischen Philosophie enthält.

Prof. Dr. Georg Mohr
09-30-30-B Peter Singer: Praktische Ethik
Peter Singer: Practical Ethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 SpT C4180 (2 SWS)

Peter Singer hat mit den kontraintuitiven Ergebnissen seiner Praktischen Ethik seit 1979 für enormes Aufsehen gesorgt. Darf man neugeborene Menschen töten, um die sich keiner kümmern möchte? Nein? Warum können wir dann in atemberaubender Zahl Lebewesen verwursten, die viel intelligenter und empfindungsfähiger sind als menschliche Säuglinge?
Wir wollen in diesem Seminar gemeinsam Singers Argumentation für eine Revision unserer Ethik mit der Auflage von 2013 diskutieren. Regelmäßige Teilnahme, kleinere Hausaufgaben und die Bereitschaft ein Referat zu halten, werden für eine aktive Teilnahme vorausgesetzt.

Anne Christina Thaeder
09-30-32-B Einführung in die Moralphilosophie
Introduction to Moral Philosophy

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Fr 14:00 - 18:00 SFG 2040 (2 SWS)

Was soll ich tun, was ist gut, was schlecht, was falsch, was richtig? So lange wir bei unseren Gewohnheiten, Pflichten und den routinierten Verrichtungen bleiben, mit denen wir den einen nachgehen und die anderen erfüllen, stellen sich diese Fragen zumeist nicht. Schwieriger wird es, wenn komplexere Entscheidungen über richtiges und falsches Handeln uns und andere unmittelbar betreffen. Dann verbindet sich die Frage „Was soll ich tun?“ potenziell mit der Frage „Wer will ich sein?“ – ein tugendhafter Mensch, der das Gutsein im Zweifelsfall der Realisierung seiner moralisch eventuell nicht einwandfreien Interessen vorzieht? Oder ein Mensch, der Dinge auch dann tut, wenn er weiß, dass sie einem anderen als falsch oder gar als böse gelten werden, er sein Interesse aber auf diese Weise verwirklichen kann?
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde“, schreibt Kant und widerspricht implizit Hobbes, der meint: „Was immer es ist, das jemand begehrt, das ist es, was er seinerseits als gut bezeichnet […]. Es gibt nichts, was in einem absoluten Sinn gut oder schlecht ist.“
Moralphilosophie ist eine immer aktuelle Disziplin, die Beschäftigung mit ihrer Geschichte ist keine rein philosophiehistorische Übung. Sie ermöglicht die Auseinandersetzung mit Fragen, die ihre Relevanz nicht verloren haben; allen voran die nach der Begründbarkeit moralischer Regeln.
Im Seminar werden wir uns mit einigen in der Moralphilosophie zentralen Autoren beschäftigen, darunter Aristoteles, Hobbes und Kant. Und wir werden ihre Texte für zeitgenössische moralische Probleme fruchtbar machen.

Bitte schaffen Sie sich für das Seminar folgendes Buch an:
Robin Celikates / Stefan Gosepath (Hg.): Philosophie der Moral. Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Frankfurt/M. 2017 (5. Auflage).

Benjamin Moldenhauer

Modul B5 Einführung in die Geschichte der Philosophie

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-01-B-I Ringvorlesung V: Teil I Geschichte der Philosophie
Lecture series History of Philosophy, Part I

Vorlesung

Termine:
wöchentlich Fr 10:00 - 12:00 SFG 0150 (2 SWS)

Einzeltermine:
Mi 04.10.17 - Fr 06.10.17 (Mi, Do, Fr) 14:00 - 18:00 SpT C3140

Diese Vorlesung ist ein besonderes Angebot, das in dieser Art nur an ganz wenigen anderen Universitäten zu finden ist: Sie gibt einen Überblick über Themen, Theoriekonzeptionen und Lebenswerke einer Auswahl wichtiger Autoren aus der langen Geschichte der Philosophie.

Die Vorlesung hat zwei Teile. Im Wintersemester werden Epochen von der griechischen Antike bis zu Kant vorgestellt, das nächste Sommersemester führt vom deutschen Idealismus bis zur Gegenwart.

Die Veranstaltung findet als Ringvorlesung statt, d.h. die einzelnen Sitzungen werden von verschiedenen Lehrenden bestritten. So kann man die Lehrenden des Instituts für Philosophie kennenlernen und sich mit unterschiedlichen Zugangsweisen und Denkstilen in der Philosophie vertraut machen.

Die Ringvorlesung gibt zugleich auch Einblicke in die abendländische Kultur- und Geistesgeschichte.

Die Vorlesung und zugehörige Tutorien bilden das Modul B 5 (Einführung in die Geschichte der Philosophie), das durch eine mündliche Modulprüfung im Anschluss an das Sommersemester abgeschlossen wird.

Am Beispiel herausragender Denker werden historische Bedingtheiten und institutionelle Rahmenbedingungen der Philosophie, aber auch der innere Zusammenhang und die Entwicklung philosophischer Problemstellungen und Lösungsvorschläge thematisiert. Der historische Überblick soll es leichter machen, systematische Themen und Seminarveranstaltungen zu einzelnen Autoren aus der Geschichte der Philosophie einzuordnen und ihre Gedanken zu verknüpfen.
Die Teilnahme an der Modulprüfung erfordert eine kontinuierliche und intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen der beiden Semester. Dazu werden Materialien bereitgestellt, die in den Tutorien vertieft werden können.

Die Ringvorlesung kann auch von TeilnehmerInnen anderer Fächer im Rahmen der General Studies belegt werden. Natürlich sind auch alle willkommen, die sich für die Geschichte der Ideen unabhängig von Creditpoints und Studienordnungen interessieren.

Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
Prof. Dr. Georg Mohr
Prof. Dr. Manfred Stöckler
Svantje Marei Guinebert
Anne Christina Thaeder
09-30-01-BI-T Tutorium V: Einführung in die Geschichte der Philosophie

Tutorium

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 16:00 SFG 2020 (2 SWS)
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 SFG 2030
Anne Christina Thaeder

Modul P1 Moral: Begründung und Argumentation

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-30-B Peter Singer: Praktische Ethik
Peter Singer: Practical Ethics

Seminar

Termine:
wöchentlich Mo 12:00 - 14:00 SpT C4180 (2 SWS)

Peter Singer hat mit den kontraintuitiven Ergebnissen seiner Praktischen Ethik seit 1979 für enormes Aufsehen gesorgt. Darf man neugeborene Menschen töten, um die sich keiner kümmern möchte? Nein? Warum können wir dann in atemberaubender Zahl Lebewesen verwursten, die viel intelligenter und empfindungsfähiger sind als menschliche Säuglinge?
Wir wollen in diesem Seminar gemeinsam Singers Argumentation für eine Revision unserer Ethik mit der Auflage von 2013 diskutieren. Regelmäßige Teilnahme, kleinere Hausaufgaben und die Bereitschaft ein Referat zu halten, werden für eine aktive Teilnahme vorausgesetzt.

Anne Christina Thaeder
09-30-67-A Ingmar Bergman und die Philosophie des Films

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS)

Ingmar Bergman (1918–2007) wird zu den wichtigsten Filmemachern in der Filmgeschichte gezählt. Ausdruck fand der Wertschätzung, die man dem Künstler und seinem Oevre entgegenbringt, als er 1997 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes als Bester Regisseur aller Zeiten ausgezeichnet wurde.
Viele von Bergmans Filmen sind nicht nur von einem ästhetischen und Standpunkt, sondern auch von einen philosophischen, insbesondere von einem moralphilosophischen, Standpunkt aus gesehen, komplex. Es sind künstlerisch vielschichtige und anspruchsvolle Filme, die sich einer einfachen Deutung entziehen.

Im Seminar werden Filme von Bergman (u. a. Persona, Das siebente Siegel und Wilde Erdbeeren) gesichtet. Auszüge aus zwei filmphilosophischen Monographien bilden die Textgrundlage.
• Paisley Livingston (2009): Cinema, Philosophy, Bergman: On Film as Philosophy
• Irwing Singer (2007): Ingmar Bergman, Cinematic Philosopher: Reflection on His Creativity
Ergänzt werden sie durch Interviews mit Bergman, Selbstzeugnissen und Dokumenten zu Werk und Künstler.

Das Ziel des Seminars ist, einen Einblick in das Werk Bergmans zu erarbeiten und einen aktuellen Teilbereich der Filmphilosophie, der mit Film als Philosophie betitelt ist, in methodologischer und anwendungsbezogener Hinsicht zu beleuchten.

Lesebereitschaft und regelmäßige Anwesenheit sind Voraussetzungen, das Seminar erfolgreich zu absolvieren.

Felix Engel
09-30-69-A Philosophie des Humors
Philosophy of Humor

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 SFG 1020 (2 SWS)

Kennen Sie den? Schreibt eine Philosophin ein Buch über Humor…
Tatsächlich haben im Laufe der Philosophiegeschichte nicht viele Philosophen dem Thema Humor ganze Artikel, geschweige denn Werke gewidmet. Dabei spielt Humor in unserem Leben eine große Rolle. Es gibt wohl kaum ein Thema, das zugleich in unserem alltäglichen Leben, in unseren sozialen Interaktionen und für uns als menschliche Wesen eine derart fundamentale Bedeutung hat und dennoch philosophisch so wenig Beachtung findet.
Und doch lassen sich einzelne Passagen und Artikel bekannter und weniger berühmter PhilosophInnen finden, in denen Humor auf die eine oder andere Weise philosophisch zu fassen versucht wird. Entsteht Lachen aus einem Gefühl der Superiorität heraus, wie Thomas Hobbes schreibt? Lässt sich Lachen fassen als eine spannungsmindernde Reaktion auf aufgestaute Energie, wie etwa Freud erklärt? Ist der Humor eine menschliche Antwort auf Unerwartetes, die mit Empathie einhergeht, wie Hutcheson meint? Ist es im Gegensatz zum Witz eine Reaktion auf eine Art kognitiver Dissonanz, die allerdings nicht weiter erkenntnisbringend ist, wie Kant zu meinen scheint? Oder sollten wir Humor als eine Strategie zum Umgang mit der Kluft zwischen Hoffnung und Streben einerseits und Sinnlosigkeit und Schwermut andererseits würdigen?
In diesem Seminar werden wir ausgewählte Texte und Theorien zu Humor gemeinsam lesen und diskutieren, um zu Überlegungen darüber zu gelangen, was unter Humor genau zu verstehen sein könnte, in welchem Zusammenhang er zum Lachen und zum Witz steht, und welche Gemeinsamkeiten ein humorvoller Blick auf Dinge und ein philosophisches Denken unter Umständen aufweisen.

Svantje Marei Guinebert
09-30-73-A Politische Gefühle: Liebe, Angst, Zorn

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 GW2 B2900 (2 SWS)
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-74-A Die Freiheit zu gehen

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 1010 (2 SWS)
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

Modul P2 Politik, Recht, Staat

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
08-26-5-M10-1 Die Demokratie und ihre Kritik
The Critique of Democracy

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 16:00 - 18:00 SpT C4180 GW2 B1170 (2 SWS)

Wer Demokratie sagt, sagt Kritik – so jedenfalls die Arbeitshypothese dieses Seminars, in dem wir uns mit dem Verhältnis von Demokratie und Kritik beschäftigen werden. Dazu gehört einerseits, dass wir uns die verschiedenen Formen aktueller, aber auch historisch einflussreicher Kritik an der Demokratie ansehen werden: Sowohl solche Einwände, die sich auf die konkrete Ausgestaltung von Demokratie beziehen – Repräsentationskritik und Postdemokratie-Diagnosen dürften hier zu den bekanntesten Kritikformen zählen –, als auch grundsätzliche Kritik an der Demokratie überhaupt, beispielsweise weil sie zwangläufig in Anarchie oder der Herrschaft des Mobs enden müsse.
Andererseits werden wir das Verhältnis aber auch umgekehrt beleuchten: Denn Demokratie, so könnte sich herausstellen, ist selbst wesentlich kritisch, beispielsweise gegenüber der Herrschaft von Menschen über Menschen. Und von hier mag ein Perspektivwechsel möglich werden, der die Kritik an der Demokratie als notwendige Selbstkritik durch die Demokratie versteht – so dass Kritik und Demokratie eben nicht einzeln zu haben wären.

Democracy and critique belong together – at least this is the working hypothesis of this seminar. In the course of the 14 weeks, we will analyse the relation between democracy and critique from its two sides: On the one hand, we will read and discuss different forms of contemporary, as well as historically influential, critique directed against democracy. Here, we find both objections against specific conceptions of democracy – for example, against representative democracy or against the current “post-democratic” state of democracy – and fundamental critique of democracy as such, e.g. because it is said to turn necessarily into anarchy or mob rule.
On the other hand, we will approach the relation between democracy and critique from democracy’s point of view. For democracy, we might discover, is itself inherently critical, for example against domination of humans by humans. And from this side, a change in perspective might be possible, so that we understand the critique against democracy as part of the necessary self-criticism by democracy. In this case, critique and democracy would indeed belong together.

Dr. Frieder Vogelmann
08-26-5-M10-2 Feministische Politische Theorie
Feminist Political Theory

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 12:00 - 14:00 GW1 A0010 (2 SWS)

Feministische politische Philosophie kennt zwar bevorzugte Themen – die mit der Geschlechtergerechtigkeit, der Politisierung des vermeintlich Privaten oder den Debatten um Pornographie oder Abtreibung längst nicht erschöpft sind –, doch lässt sie sich als Theoriefeld nicht über ihre Inhalte bestimmen. Denn eine ambitionierte feministische politische Philosophie intendiert eine andere politische Philosophie, indem sie die Fragen zur Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts und deren Überwindung in ihrer wissenschaftlichen Vorgehensweise verankert. Die so erzeugten Spannungen zu einem traditionellen, wertfreien oder neutralen Wissenschaftsverständnis werden bewusst in Kauf genommen und erzwingen eine zusätzliche Reflexionsebene. Das Seminar will daher in der Lektüre klassischer Texte der feministischen politischen Philosophie neben den konkreten Inhalten jeweils die methodologischen Implikationen untersuchen, die sich mit dem Anspruch feministischer Intervention in der politischen Theorie verbinden. Denn nicht zuletzt bedeutet feministische politische Philosophie eine Politisierung von Theorie.

Feminist political philosophy does have its favourite topics – including, but not limited to, gender justice, the politicization of the seemingly private or the debates on pornography or abortion, among others. Yet feminist political philosophy cannot be defined by these topics, for it aims at a different kind of political philosophy by incorporating questions concerning the oppression of women because of their gender into its methods of inquiry. The resulting theories are in deliberate tension to a traditional, value-free or neutral idea of science, thus requiring additional reflexivity. By reading classic texts of feminist political philosophy in the seminar, we will analyse both the substantial topics as well as the methodological implications embedded in feminist interventions in political theory. For above all, feminist political philosophy is a politicization of theory.

Dr. Frieder Vogelmann
09-30-10-B Klassikerseminar Platon: Der Staat
Platon: The Republic (Reading philosophical classics)

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 18:00 SFG 1030 (4 SWS)

Nach Whitehead besteht die philosophische Tradition Europas „aus einer Reihe von Fußnoten zu Platon“. Im Seminar wollen wir Platons Hauptwerk „Politeia“ besprechen. Dieses ist als Dialog über Gerechtigkeit angelegt. Um die Frage nach der Gerechtigkeit zu verstehen, lässt Platon Sokrates auf der Suche nach einer Antwort verschlungene Wege gehen: Das Themenspektrum reicht von der Erkenntnistheorie und Ontologie bis zur hin zur Ethik, politischen Philosophie und Pädagogik. Wir werden u.a. also zu fragen haben, was es mit der sog. „Ideenlehre“ und der Idee des Guten auf sich hat, was Philosophenherrschaft bedeuten soll, wie ein guter Staat verfasst ist, was das Höhlengleichnis besagt. Wir wollen dabei systematisch im Auge behalten, wie Platons Werk die Fragestellungen der europäischen Philosophie beeinflusst hat.
Die Anschaffung einer Ausgabe des „Staats“ ist angeraten. Dabei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Stephanus-Paginierung angegeben ist. Die Teilnahme am Seminar ist nur bei regelmäßiger Anwesenheit, Lektüre und aktiver Mitarbeit sinnvoll, was die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten oder zur Gestaltung einer Sitzung einschließt.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-66-A Grundlagen politischer Strategien. Philosophische Analysen
Foundations of political strategies. Some philosophical analyses

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 SFG 1040 (2 SWS)

Einzeltermine:
Sa 18.11.17 10:00 - 14:00 GW2 B1216
Sa 27.01.18 10:00 - 14:00 GW2 B1216

Weite Teile der gegenwärtigen politischen Debatten scheinen zurzeit eine schwer durchschaubare und gefährliche Gemengelage politischer, rechtlicher, philosophischer, religiöser und rechtspopulistischer Positionen zu involvieren. Zugleich gibt es Indizien dafür, dass diese Debatten von unhinterfragten Voraussetzungen und tabuisierten Formen politischer Korrektheit geprägt werden.

Eine genaue und kritische Diskussion dieser Situation kann und sollte aus der Perspektive verschiedener Disziplinen durchgeführt worden. In diesem Seminar soll der Versuch unternommen werden, einen spezifisch philosophischen Kommentar zu gegenwärtigen politischen Debatten zu entwickeln. Dieser Kommentar soll primär darin bestehen, einige der verwendeten Grundbegriffe, Hintergrundannahmen und Tabus unvoreingenommen zu diskutieren und so weit wie möglich zu klären, und zwar auf der Grundlage neuer einschlägiger Theorien. Dazu gehören vor allem:

(1) Kultureller Relativismus und Ultratoleranz. Das problematische Tabu.
(2) Universelle Menschenrechte: Das (lösbare) Begründungsproblem.
(3) Die Begriffe von Kultur und Nation. Sind die Konzeptionen des Nationalstaates, der nationalen Kulturen und des Nationalismus inhaltsleer?
(4) Biologische und kulturelle Evolution. Eine folgenreiche Ausweitung der Idee der Evolution auf kulturelle Prozesse.
(5) Religion, Politik, Gewalt und der religiöse Agnostizismus.
(6) Die Leitidee oder gar Leitkultur des christlichen Abendlandes – eine historische Illusion?
(7) Die Entwicklung der Zivilisation. Neuere Forschungen mit optimistischem Ausblick.
(8) Kognitive du evolutionäre Anthropologie: Ein neues Menschenbild als Grundlage der Politik.
(9) Unbewusste seelische Mechanismen und ihre politischen Konsequenzen.
(10) Wider die postmoderne Attitüde: Was uns Menschen eint. Wieder Identität statt Differenz denken!

Aus der Klärung dieser Punkte könnten sich durchaus neue und wichtige politische Konsequenzen ergeben, auch für die aktuellen Debatten.

In der ersten Sitzung soll Punkt (5) mittels einer PPP präsentiert und dann diskutiert werden. Außerdem werden der weitere Seminarplan erläutert und Literatur und Texte angegeben, auf die in den weiteren Sitzungen zurückgegriffen werden soll.

Prof. Dr. Wolfgang Detel
09-30-72-A Philosophie und Universität
Philosophy and the university

Seminar

Einzeltermine:
Mi 18.10.17 16:00 - 18:00 SFG 2070
Di 19.12.17 16:00 - 18:00 SFG 2040
Mi 20.12.17 14:00 - 16:00 SFG 1040
Do 21.12.17 14:00 - 16:00 SFG 1010
Fr 22.12.17 10:00 - 16:00 SFG 1010
Mo 08.01.18 16:00 - 20:00 SFG 2080
Di 09.01.18 14:00 - 16:00 SFG 2060
Mi 10.01.18 16:00 - 18:00 SFG 2070
Do 11.01.18 14:00 - 16:00 SFG 2030
Fr 12.01.18 14:00 - 18:00 SFG 2030

Was ist das: eine Universität? Wozu Universitäten? Welchen Zweck und welches Ziel hat universitäre Bildung? Der Philosoph Karl Jaspers schreibt 1946 vor dem Hintergrund der Erfahrung der nationalsozialistischen Universität in seinem Text Die Idee der Universität: „Die Universität soll die Möglichkeit der Politik überhaupt und damit die Voraussetzung für ihr eigenes Dasein durch die gewaltlosen geistigen Waffen der Erhellung, Einsicht, Überzeugung, durch die Wahrheit schützen.“
Wo liegen die Wurzeln dieser aufklärerisch-idealistischen Konzeption von Universität? Wie steht es heute um den von Jaspers formulierten Anspruch an die Universität? Im Seminar wollen wir anhand verschiedener Texte vom Deutschen Idealismus bis in die Gegenwart die Fragen nach Sinn und Zweck der Universität philosophisch bestimmen und uns verschiedene, von Philosophen formulierte Begriffe und Konzeptionen der Universität erarbeiten und diskutieren. Ziel der Veranstaltung ist es, die Seminarteilnehmer/innen ausgehend von historischen und zeitgenössischen Texten mit unterschiedlichen Begriffen von Universität zu konfrontieren und anschließend daran für ein Problembewusstsein für die Unverzichtbarkeit einer unbedingten, von wirtschaftlichem und staatlichem Zwang befreiten Universität zu sensibilisieren.


Bibliographie (chronologisch geordnete Auswahl)

F. Schiller, Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?, Akademischen Buchhandlung, Jena, 1789.
I. Kant, „Der Streit der Fakultäten“ [1798], in: Ders., Gesammelte Schriften, Bd. 7, hrsg. v. d. Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, 1900ff., S. 1-116.
J. G. Fichte, „Deduzierter Plan einer zu Berlin zu errichtenden höheren Lehranstalt, die in gehöriger Verbindung mit einer Akademie der Wissenschaften stehe“ [1807], in: E. Müller (Hrsg.), Gelegentliche Gedanken über Universität, Reclam, Leipzig, 1990, S. 59-158.
F. D. E. Schleiermacher, „Gelegentliche Gedanken über Universitäten in deutschem Sinn. Nebst einem Anhang über eine neu zu errichtende“ [1808], in: E. Müller (Hrsg.), Gelegentliche Gedanken über Universität, Reclam, Leipzig, 1990, S. 159-252.
G. W. F. Hegel, „Über den Vortrag der Philosophie auf Gymnasien“ [1812], in: Ders. Werke. Vollständige Ausgabe durch einen Verein von Freunden des Verewigten, Bd. 17, hrsg. v. C. L. Michelet, Duncker&Humblot, Berlin, 2013, S. 335ff.
A. Schopenhauer, „Ueber die Universitäts-Philosophie“ [1851], in: Ders., Gesammelte Werke (Zürcher Ausgabe), Bd. 7, Diogenes, Zürich, 1977, S. 155-218.
F. Nietzsche, „Über die Zukunft unserer Bildungs-Anstalten. Sechs, im Auftrag der 'Academischen Gesellschaft' in Basel gehaltene, öffentliche Reden“ [1872], in: Ders., Kritische Studienausgabe, Bd. 1, hrsg. v. G. Colli/M. Montinari, DTV, München, 1999 [1967-77; 1988].
W. Benjamin, „Das Leben der Studenten“, in: Der Neue Merkur, Nr. 2, Müller, München/Berlin, 1915, S. 727–737.
M. Heidegger, Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Rede gehalten bei der feierlichen Übernahme des Rektorats der Universität Freiburg i. Br. am 27.5.1933, Klostermann, Frankfurt/Main, 1983.
T. W. Adorno, „Notiz über Geisteswissenschaft und Bildung“, in: Ders., Eingriffe. Neun kritische Modelle, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1963, S. 54-58.
J. Derrida, L'Université sans condition, Éditions Galilée, Paris, 2001.
dt.: Die unbedingte Universität, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 2001.
P. W. Prado, Le principe d'université, Nouvelles Éditions Lignes, 2009.
dt.: Das Prinzip Universität, diaphanes, Zürich, 2010.
R. Brandt, Wozu noch Universitäten? Ein Essay, Meiner, Hamburg, 2011.
G. Rauning, Fabriken des Wissens, Diaphanes, Zürich, 2012.
G. Rauning, Industrien der Kreativität, Diaphanes, Zürich, 2012.
Kathryin Telling, Feminism and the University, University of Manchester, 2013 (online: https://www.research.manchester.ac.uk/portal/files/32799295/FULL_TEXT.PDF).

Sebastian Kock
09-30-73-A Politische Gefühle: Liebe, Angst, Zorn

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 GW2 B2900 (2 SWS)
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers
09-30-74-A Die Freiheit zu gehen

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 1010 (2 SWS)
Prof. Dr. Dagmar Hella Borchers

Modul T1 Erkenntnis, Sprache, Wirklichkeit

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-66-A Grundlagen politischer Strategien. Philosophische Analysen
Foundations of political strategies. Some philosophical analyses

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 SFG 1040 (2 SWS)

Einzeltermine:
Sa 18.11.17 10:00 - 14:00 GW2 B1216
Sa 27.01.18 10:00 - 14:00 GW2 B1216

Weite Teile der gegenwärtigen politischen Debatten scheinen zurzeit eine schwer durchschaubare und gefährliche Gemengelage politischer, rechtlicher, philosophischer, religiöser und rechtspopulistischer Positionen zu involvieren. Zugleich gibt es Indizien dafür, dass diese Debatten von unhinterfragten Voraussetzungen und tabuisierten Formen politischer Korrektheit geprägt werden.

Eine genaue und kritische Diskussion dieser Situation kann und sollte aus der Perspektive verschiedener Disziplinen durchgeführt worden. In diesem Seminar soll der Versuch unternommen werden, einen spezifisch philosophischen Kommentar zu gegenwärtigen politischen Debatten zu entwickeln. Dieser Kommentar soll primär darin bestehen, einige der verwendeten Grundbegriffe, Hintergrundannahmen und Tabus unvoreingenommen zu diskutieren und so weit wie möglich zu klären, und zwar auf der Grundlage neuer einschlägiger Theorien. Dazu gehören vor allem:

(1) Kultureller Relativismus und Ultratoleranz. Das problematische Tabu.
(2) Universelle Menschenrechte: Das (lösbare) Begründungsproblem.
(3) Die Begriffe von Kultur und Nation. Sind die Konzeptionen des Nationalstaates, der nationalen Kulturen und des Nationalismus inhaltsleer?
(4) Biologische und kulturelle Evolution. Eine folgenreiche Ausweitung der Idee der Evolution auf kulturelle Prozesse.
(5) Religion, Politik, Gewalt und der religiöse Agnostizismus.
(6) Die Leitidee oder gar Leitkultur des christlichen Abendlandes – eine historische Illusion?
(7) Die Entwicklung der Zivilisation. Neuere Forschungen mit optimistischem Ausblick.
(8) Kognitive du evolutionäre Anthropologie: Ein neues Menschenbild als Grundlage der Politik.
(9) Unbewusste seelische Mechanismen und ihre politischen Konsequenzen.
(10) Wider die postmoderne Attitüde: Was uns Menschen eint. Wieder Identität statt Differenz denken!

Aus der Klärung dieser Punkte könnten sich durchaus neue und wichtige politische Konsequenzen ergeben, auch für die aktuellen Debatten.

In der ersten Sitzung soll Punkt (5) mittels einer PPP präsentiert und dann diskutiert werden. Außerdem werden der weitere Seminarplan erläutert und Literatur und Texte angegeben, auf die in den weiteren Sitzungen zurückgegriffen werden soll.

Prof. Dr. Wolfgang Detel
09-30-67-A Ingmar Bergman und die Philosophie des Films

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS)

Ingmar Bergman (1918–2007) wird zu den wichtigsten Filmemachern in der Filmgeschichte gezählt. Ausdruck fand der Wertschätzung, die man dem Künstler und seinem Oevre entgegenbringt, als er 1997 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes als Bester Regisseur aller Zeiten ausgezeichnet wurde.
Viele von Bergmans Filmen sind nicht nur von einem ästhetischen und Standpunkt, sondern auch von einen philosophischen, insbesondere von einem moralphilosophischen, Standpunkt aus gesehen, komplex. Es sind künstlerisch vielschichtige und anspruchsvolle Filme, die sich einer einfachen Deutung entziehen.

Im Seminar werden Filme von Bergman (u. a. Persona, Das siebente Siegel und Wilde Erdbeeren) gesichtet. Auszüge aus zwei filmphilosophischen Monographien bilden die Textgrundlage.
• Paisley Livingston (2009): Cinema, Philosophy, Bergman: On Film as Philosophy
• Irwing Singer (2007): Ingmar Bergman, Cinematic Philosopher: Reflection on His Creativity
Ergänzt werden sie durch Interviews mit Bergman, Selbstzeugnissen und Dokumenten zu Werk und Künstler.

Das Ziel des Seminars ist, einen Einblick in das Werk Bergmans zu erarbeiten und einen aktuellen Teilbereich der Filmphilosophie, der mit Film als Philosophie betitelt ist, in methodologischer und anwendungsbezogener Hinsicht zu beleuchten.

Lesebereitschaft und regelmäßige Anwesenheit sind Voraussetzungen, das Seminar erfolgreich zu absolvieren.

Felix Engel
09-30-69-A Philosophie des Humors
Philosophy of Humor

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 14:00 - 16:00 SFG 1020 (2 SWS)

Kennen Sie den? Schreibt eine Philosophin ein Buch über Humor…
Tatsächlich haben im Laufe der Philosophiegeschichte nicht viele Philosophen dem Thema Humor ganze Artikel, geschweige denn Werke gewidmet. Dabei spielt Humor in unserem Leben eine große Rolle. Es gibt wohl kaum ein Thema, das zugleich in unserem alltäglichen Leben, in unseren sozialen Interaktionen und für uns als menschliche Wesen eine derart fundamentale Bedeutung hat und dennoch philosophisch so wenig Beachtung findet.
Und doch lassen sich einzelne Passagen und Artikel bekannter und weniger berühmter PhilosophInnen finden, in denen Humor auf die eine oder andere Weise philosophisch zu fassen versucht wird. Entsteht Lachen aus einem Gefühl der Superiorität heraus, wie Thomas Hobbes schreibt? Lässt sich Lachen fassen als eine spannungsmindernde Reaktion auf aufgestaute Energie, wie etwa Freud erklärt? Ist der Humor eine menschliche Antwort auf Unerwartetes, die mit Empathie einhergeht, wie Hutcheson meint? Ist es im Gegensatz zum Witz eine Reaktion auf eine Art kognitiver Dissonanz, die allerdings nicht weiter erkenntnisbringend ist, wie Kant zu meinen scheint? Oder sollten wir Humor als eine Strategie zum Umgang mit der Kluft zwischen Hoffnung und Streben einerseits und Sinnlosigkeit und Schwermut andererseits würdigen?
In diesem Seminar werden wir ausgewählte Texte und Theorien zu Humor gemeinsam lesen und diskutieren, um zu Überlegungen darüber zu gelangen, was unter Humor genau zu verstehen sein könnte, in welchem Zusammenhang er zum Lachen und zum Witz steht, und welche Gemeinsamkeiten ein humorvoller Blick auf Dinge und ein philosophisches Denken unter Umständen aufweisen.

Svantje Marei Guinebert
09-30-70-A Philosophische Probleme der Evolutionstheorie
Philosophical Problems of Evolutionary Theory

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 17:00 - 19:00 SFG 2030 (2 SWS)

In diesem Seminar wird die Bedeutung der biologischen Evolution und der Evolutionstheorie im Hinblick auf ihre philosophischen Implikationen behandelt. Da inzwischen darwinistische Erklärungsmuster allgegenwärtig sind, lohnt es sich zu untersuchen, in welchem Lebensbereich diese Erklärungen angemessen sind. Wir werden uns zunächst mit der Frage beschäftigen, inwiefern die Evolutionstheorie eine wissenschaftliche Theorie ist. Es folgen Fragen nach der Bedeutung der Evolutionstheorie für die Rolle des Menschen: ob der Mensch denselben Evolutionsmechanismen unterliegt wie die anderen Lebewesen, wie die Evolutionstheorie unser Erkenntnisvermögen erklärt, inwiefern die evolutionäre Erklärung unseres Sozialverhaltens überzeugend ist und ob Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube sich ausschließen.

Arend Mittwollen
09-30-71-A Empirische Zugänge zum Bewusstsein: Kann man Qualia messen?
Empirical approaches to consciousness: measuring qualia

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 Externer Ort: Cog 2030 (2 SWS)

Nach der Standardauffassung der Philosophie des Geistes gibt es zu Qualia (qualitative mentale Zustände wie Zahnschmerzen, Rotempfindung, Geschmack eines Rotweins ) nur einen privilegierten Zugang aus der inneren Ich-Perspektive. Andererseits gibt es viele Situationen, in denen man auf begründete Vermutungen über Qualia der Mitmenschen angewiesen ist (bei der Zahnärztin, beim Test auf Störungen in der Farbwahrnehmung). Dazu gibt es psychologische und naturwissenschaftliche Methoden, die aber meist nur in Verbindung mit der Introspektion einsetzbar sind. Im Seminar wollen wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Was genau sind Qualia? Wenn sie so privat sind: Warum können wir dann darüber sprechen? Welche Methoden wurden in der Psychologie und in den Neurowissenschaften entwickelt, um objektive Zugänge zu Qualia zu erhalten?

Prof. Dr. Manfred Fahle
Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-N53-3-MM7-1 Musik hören, interpretieren, verstehen

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:00 - 12:00 GW2 A4440 (Musik) (2 SWS)
Prof. Dr. Georg Mohr

Modul T2 Wissenschaft, Methode, Natur

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-70-A Philosophische Probleme der Evolutionstheorie
Philosophical Problems of Evolutionary Theory

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 17:00 - 19:00 SFG 2030 (2 SWS)

In diesem Seminar wird die Bedeutung der biologischen Evolution und der Evolutionstheorie im Hinblick auf ihre philosophischen Implikationen behandelt. Da inzwischen darwinistische Erklärungsmuster allgegenwärtig sind, lohnt es sich zu untersuchen, in welchem Lebensbereich diese Erklärungen angemessen sind. Wir werden uns zunächst mit der Frage beschäftigen, inwiefern die Evolutionstheorie eine wissenschaftliche Theorie ist. Es folgen Fragen nach der Bedeutung der Evolutionstheorie für die Rolle des Menschen: ob der Mensch denselben Evolutionsmechanismen unterliegt wie die anderen Lebewesen, wie die Evolutionstheorie unser Erkenntnisvermögen erklärt, inwiefern die evolutionäre Erklärung unseres Sozialverhaltens überzeugend ist und ob Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube sich ausschließen.

Arend Mittwollen
09-30-71-A Empirische Zugänge zum Bewusstsein: Kann man Qualia messen?
Empirical approaches to consciousness: measuring qualia

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 Externer Ort: Cog 2030 (2 SWS)

Nach der Standardauffassung der Philosophie des Geistes gibt es zu Qualia (qualitative mentale Zustände wie Zahnschmerzen, Rotempfindung, Geschmack eines Rotweins ) nur einen privilegierten Zugang aus der inneren Ich-Perspektive. Andererseits gibt es viele Situationen, in denen man auf begründete Vermutungen über Qualia der Mitmenschen angewiesen ist (bei der Zahnärztin, beim Test auf Störungen in der Farbwahrnehmung). Dazu gibt es psychologische und naturwissenschaftliche Methoden, die aber meist nur in Verbindung mit der Introspektion einsetzbar sind. Im Seminar wollen wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Was genau sind Qualia? Wenn sie so privat sind: Warum können wir dann darüber sprechen? Welche Methoden wurden in der Psychologie und in den Neurowissenschaften entwickelt, um objektive Zugänge zu Qualia zu erhalten?

Prof. Dr. Manfred Fahle
Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-30-72-A Philosophie und Universität
Philosophy and the university

Seminar

Einzeltermine:
Mi 18.10.17 16:00 - 18:00 SFG 2070
Di 19.12.17 16:00 - 18:00 SFG 2040
Mi 20.12.17 14:00 - 16:00 SFG 1040
Do 21.12.17 14:00 - 16:00 SFG 1010
Fr 22.12.17 10:00 - 16:00 SFG 1010
Mo 08.01.18 16:00 - 20:00 SFG 2080
Di 09.01.18 14:00 - 16:00 SFG 2060
Mi 10.01.18 16:00 - 18:00 SFG 2070
Do 11.01.18 14:00 - 16:00 SFG 2030
Fr 12.01.18 14:00 - 18:00 SFG 2030

Was ist das: eine Universität? Wozu Universitäten? Welchen Zweck und welches Ziel hat universitäre Bildung? Der Philosoph Karl Jaspers schreibt 1946 vor dem Hintergrund der Erfahrung der nationalsozialistischen Universität in seinem Text Die Idee der Universität: „Die Universität soll die Möglichkeit der Politik überhaupt und damit die Voraussetzung für ihr eigenes Dasein durch die gewaltlosen geistigen Waffen der Erhellung, Einsicht, Überzeugung, durch die Wahrheit schützen.“
Wo liegen die Wurzeln dieser aufklärerisch-idealistischen Konzeption von Universität? Wie steht es heute um den von Jaspers formulierten Anspruch an die Universität? Im Seminar wollen wir anhand verschiedener Texte vom Deutschen Idealismus bis in die Gegenwart die Fragen nach Sinn und Zweck der Universität philosophisch bestimmen und uns verschiedene, von Philosophen formulierte Begriffe und Konzeptionen der Universität erarbeiten und diskutieren. Ziel der Veranstaltung ist es, die Seminarteilnehmer/innen ausgehend von historischen und zeitgenössischen Texten mit unterschiedlichen Begriffen von Universität zu konfrontieren und anschließend daran für ein Problembewusstsein für die Unverzichtbarkeit einer unbedingten, von wirtschaftlichem und staatlichem Zwang befreiten Universität zu sensibilisieren.


Bibliographie (chronologisch geordnete Auswahl)

F. Schiller, Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?, Akademischen Buchhandlung, Jena, 1789.
I. Kant, „Der Streit der Fakultäten“ [1798], in: Ders., Gesammelte Schriften, Bd. 7, hrsg. v. d. Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, 1900ff., S. 1-116.
J. G. Fichte, „Deduzierter Plan einer zu Berlin zu errichtenden höheren Lehranstalt, die in gehöriger Verbindung mit einer Akademie der Wissenschaften stehe“ [1807], in: E. Müller (Hrsg.), Gelegentliche Gedanken über Universität, Reclam, Leipzig, 1990, S. 59-158.
F. D. E. Schleiermacher, „Gelegentliche Gedanken über Universitäten in deutschem Sinn. Nebst einem Anhang über eine neu zu errichtende“ [1808], in: E. Müller (Hrsg.), Gelegentliche Gedanken über Universität, Reclam, Leipzig, 1990, S. 159-252.
G. W. F. Hegel, „Über den Vortrag der Philosophie auf Gymnasien“ [1812], in: Ders. Werke. Vollständige Ausgabe durch einen Verein von Freunden des Verewigten, Bd. 17, hrsg. v. C. L. Michelet, Duncker&Humblot, Berlin, 2013, S. 335ff.
A. Schopenhauer, „Ueber die Universitäts-Philosophie“ [1851], in: Ders., Gesammelte Werke (Zürcher Ausgabe), Bd. 7, Diogenes, Zürich, 1977, S. 155-218.
F. Nietzsche, „Über die Zukunft unserer Bildungs-Anstalten. Sechs, im Auftrag der 'Academischen Gesellschaft' in Basel gehaltene, öffentliche Reden“ [1872], in: Ders., Kritische Studienausgabe, Bd. 1, hrsg. v. G. Colli/M. Montinari, DTV, München, 1999 [1967-77; 1988].
W. Benjamin, „Das Leben der Studenten“, in: Der Neue Merkur, Nr. 2, Müller, München/Berlin, 1915, S. 727–737.
M. Heidegger, Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Rede gehalten bei der feierlichen Übernahme des Rektorats der Universität Freiburg i. Br. am 27.5.1933, Klostermann, Frankfurt/Main, 1983.
T. W. Adorno, „Notiz über Geisteswissenschaft und Bildung“, in: Ders., Eingriffe. Neun kritische Modelle, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1963, S. 54-58.
J. Derrida, L'Université sans condition, Éditions Galilée, Paris, 2001.
dt.: Die unbedingte Universität, Suhrkamp, Frankfurt/Main, 2001.
P. W. Prado, Le principe d'université, Nouvelles Éditions Lignes, 2009.
dt.: Das Prinzip Universität, diaphanes, Zürich, 2010.
R. Brandt, Wozu noch Universitäten? Ein Essay, Meiner, Hamburg, 2011.
G. Rauning, Fabriken des Wissens, Diaphanes, Zürich, 2012.
G. Rauning, Industrien der Kreativität, Diaphanes, Zürich, 2012.
Kathryin Telling, Feminism and the University, University of Manchester, 2013 (online: https://www.research.manchester.ac.uk/portal/files/32799295/FULL_TEXT.PDF).

Sebastian Kock

Modul K Klassikerlektüre

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-10-B Klassikerseminar Platon: Der Staat
Platon: The Republic (Reading philosophical classics)

Seminar

Termine:
wöchentlich Mi 14:00 - 18:00 SFG 1030 (4 SWS)

Nach Whitehead besteht die philosophische Tradition Europas „aus einer Reihe von Fußnoten zu Platon“. Im Seminar wollen wir Platons Hauptwerk „Politeia“ besprechen. Dieses ist als Dialog über Gerechtigkeit angelegt. Um die Frage nach der Gerechtigkeit zu verstehen, lässt Platon Sokrates auf der Suche nach einer Antwort verschlungene Wege gehen: Das Themenspektrum reicht von der Erkenntnistheorie und Ontologie bis zur hin zur Ethik, politischen Philosophie und Pädagogik. Wir werden u.a. also zu fragen haben, was es mit der sog. „Ideenlehre“ und der Idee des Guten auf sich hat, was Philosophenherrschaft bedeuten soll, wie ein guter Staat verfasst ist, was das Höhlengleichnis besagt. Wir wollen dabei systematisch im Auge behalten, wie Platons Werk die Fragestellungen der europäischen Philosophie beeinflusst hat.
Die Anschaffung einer Ausgabe des „Staats“ ist angeraten. Dabei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Stephanus-Paginierung angegeben ist. Die Teilnahme am Seminar ist nur bei regelmäßiger Anwesenheit, Lektüre und aktiver Mitarbeit sinnvoll, was die Bereitschaft zur Übernahme von Referaten oder zur Gestaltung einer Sitzung einschließt.

Dr. Frank Kannetzky
09-30-68-A Jean-Paul Sartre: "Das Sein und das Nichts"
Jean-Paul Sartre: Being and Nothingness

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 16:00 SFG 2010 (2 SWS)

Im Anschluss an Gedanken von Hegel, Husserl und Heidegger veröffentlichte Sartre 1943 mit „Das Sein und das Nichts“ ein Schlüsselwerk des Existenzialismus. Dieses Hauptwerk von Jean-Paul Sartre ist zu einem philosophischen Klassiker geworden. Er offeriert uns in seinem „Versuch einer phänomenologischen Ontologie“ zahlreiche Gedanken über das Sein und das Bewusstsein, über die eigene Seinsweise und die Interaktion mit dem Anderen, sowie über Freiheit und Verantwortlichkeit, die wir im Laufe dieses Seminars durch Textlektüre erschließen wollen. Während das Werk zwar außerhalb der Wissenschaftswelt einen gewissen Kultstatus erreicht hat und Sartre durchaus mit der Rolle einer Paradefigur des französischen Intellektuellen gespielt hat, sind philosophische Tragweite und Kompliziertheit nicht zu unterschätzen. Mühe und Hartnäckigkeit sind vonnöten; werden diese aufgebracht, lassen sich aus einer intensiven Lektüre zahlreicher Passagen von “Das Sein und das Nichts“, unter Hinzunahme von Tagebucheinträgen und Kommentaren, spannende Gedanken über unsere Seinsweise sowie Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Freiheit philosophisch erarbeiten.

Svantje Marei Guinebert

Modul PS Philosophie der Moral, der Politik und des Rechts (Spezialisierungsmodul Praktische Philosophie)

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-67-A Ingmar Bergman und die Philosophie des Films

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 12:00 - 14:00 SFG 1020 (2 SWS)

Ingmar Bergman (1918–2007) wird zu den wichtigsten Filmemachern in der Filmgeschichte gezählt. Ausdruck fand der Wertschätzung, die man dem Künstler und seinem Oevre entgegenbringt, als er 1997 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes als Bester Regisseur aller Zeiten ausgezeichnet wurde.
Viele von Bergmans Filmen sind nicht nur von einem ästhetischen und Standpunkt, sondern auch von einen philosophischen, insbesondere von einem moralphilosophischen, Standpunkt aus gesehen, komplex. Es sind künstlerisch vielschichtige und anspruchsvolle Filme, die sich einer einfachen Deutung entziehen.

Im Seminar werden Filme von Bergman (u. a. Persona, Das siebente Siegel und Wilde Erdbeeren) gesichtet. Auszüge aus zwei filmphilosophischen Monographien bilden die Textgrundlage.
• Paisley Livingston (2009): Cinema, Philosophy, Bergman: On Film as Philosophy
• Irwing Singer (2007): Ingmar Bergman, Cinematic Philosopher: Reflection on His Creativity
Ergänzt werden sie durch Interviews mit Bergman, Selbstzeugnissen und Dokumenten zu Werk und Künstler.

Das Ziel des Seminars ist, einen Einblick in das Werk Bergmans zu erarbeiten und einen aktuellen Teilbereich der Filmphilosophie, der mit Film als Philosophie betitelt ist, in methodologischer und anwendungsbezogener Hinsicht zu beleuchten.

Lesebereitschaft und regelmäßige Anwesenheit sind Voraussetzungen, das Seminar erfolgreich zu absolvieren.

Felix Engel

Modul TS Philosophie der Naturwissenschaften (Spezialisierungsmodul Theoretische Philosophie)

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-70-A Philosophische Probleme der Evolutionstheorie
Philosophical Problems of Evolutionary Theory

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 17:00 - 19:00 SFG 2030 (2 SWS)

In diesem Seminar wird die Bedeutung der biologischen Evolution und der Evolutionstheorie im Hinblick auf ihre philosophischen Implikationen behandelt. Da inzwischen darwinistische Erklärungsmuster allgegenwärtig sind, lohnt es sich zu untersuchen, in welchem Lebensbereich diese Erklärungen angemessen sind. Wir werden uns zunächst mit der Frage beschäftigen, inwiefern die Evolutionstheorie eine wissenschaftliche Theorie ist. Es folgen Fragen nach der Bedeutung der Evolutionstheorie für die Rolle des Menschen: ob der Mensch denselben Evolutionsmechanismen unterliegt wie die anderen Lebewesen, wie die Evolutionstheorie unser Erkenntnisvermögen erklärt, inwiefern die evolutionäre Erklärung unseres Sozialverhaltens überzeugend ist und ob Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube sich ausschließen.

Arend Mittwollen
09-30-71-A Empirische Zugänge zum Bewusstsein: Kann man Qualia messen?
Empirical approaches to consciousness: measuring qualia

Seminar

Termine:
wöchentlich Fr 12:00 - 14:00 Externer Ort: Cog 2030 (2 SWS)

Nach der Standardauffassung der Philosophie des Geistes gibt es zu Qualia (qualitative mentale Zustände wie Zahnschmerzen, Rotempfindung, Geschmack eines Rotweins ) nur einen privilegierten Zugang aus der inneren Ich-Perspektive. Andererseits gibt es viele Situationen, in denen man auf begründete Vermutungen über Qualia der Mitmenschen angewiesen ist (bei der Zahnärztin, beim Test auf Störungen in der Farbwahrnehmung). Dazu gibt es psychologische und naturwissenschaftliche Methoden, die aber meist nur in Verbindung mit der Introspektion einsetzbar sind. Im Seminar wollen wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Was genau sind Qualia? Wenn sie so privat sind: Warum können wir dann darüber sprechen? Welche Methoden wurden in der Psychologie und in den Neurowissenschaften entwickelt, um objektive Zugänge zu Qualia zu erhalten?

Prof. Dr. Manfred Fahle
Prof. Dr. Manfred Stöckler
09-N53-3-MM7-1 Musik hören, interpretieren, verstehen

Seminar

Termine:
wöchentlich Di 10:00 - 12:00 GW2 A4440 (Musik) (2 SWS)
Prof. Dr. Georg Mohr

Modul AM Abschlussmodul

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-22-C Bachelorabschlussseminar
BA-Thesis - Writing class

Seminar

Termine:
wöchentlich Do 10:00 - 12:00 SFG 2080 (2 SWS) Seminar

Seminar zur Besprechung von Abschlussarbeiten und Studienausgangsphase. Regelmäßige Anwesenheit und die Bereitschaft, die eigene Arbeit vorzustellen und eigene und fremde Arbeiten zu diskutieren, sind zwingende Teilnahmevoraussetzungen.

Dr. Frank Kannetzky

Philosophisches Forschen

VAK Titel der Veranstaltung DozentIn
09-30-01-DK Doktorandenkolloquium Philosophie
Colloquium for Postgraduates in Philosophy

Seminar

Termine:
zweiwöchentlich (Startwoche: 1) Mi 12:00 - 16:00 UNICOM 3; 0. Ebene; Seminarraum 3 (2 SWS)

Das Doktorandenkolloquium des Instituts für Philosophie tagt regelmäßig alle 2 Wochen und ist für alle Promovierenden der Philosophie geöffnet. Im Rahmen dieses Kolloquiums sollen die Doktoranden unter Betreuung von Professoren des Instituts ihre Doktorarbeiten, einzelne Kapitel daraus bzw. die jeweils aktuellen thematischen Schwierigkeiten und Fragen vorstellen und in Seminarform gemeinsam kritisch diskutieren. Das Kolloquium fungiert als Raum für den Austausch über arbeitsorganisatorische und inhaltliche Problematiken. Dabei kommen philosophische Themen von der Philosophie der Physik über Ethik und Filmtheorie bis zur Politischen Philosophie zum Tragen.

Felix Engel
09-30-01-PA Philosophisches Atelier
Philosophical Atelier

Übung

Termine:
wöchentlich Do 16:00 - 18:00 GW2 B1216 (2 SWS)

Einzeltermine:
Do 02.11.17 18:00 - 20:00 GW2 B3850

Das philosophische Atelier ist eine Einladung zum philosophischen Denken an interessierte Studierende der Philosophie, die philosophisches Arbeiten an aktuellen Fragen und zeitgenössischen Diskussionen einüben wollen und dabei zugleich einige Gedanken und Forschungsarbeiten ihrer Dozentinnen und Dozenten kennenlernen möchten. Im Rahmen dieses besonderen Formats werden Lehrende der Philosophie der Universität Bremen im Wechsel eigene aktuelle Forschungsarbeiten zur Diskussion stellen, so dass die TeilnehmerInnen Einblick erhalten in Methoden und Darstellungsweisen wissenschaftlichen Arbeitens, aktuelle Fragestellungen und fachphilosophische Diskurse. Forschendes Lernen ganz konkret – mit der Möglichkeit, bei regelmäßiger aktiver Teilnahme 3 CP im Rahmen der General Studies zu erlangen und an der Ausarbeitung und Weiterentwicklung dieses besonderen Lehr- und Lernformats teilzunehmen.

Svantje Marei Guinebert

Ansprechpartner für die Inhalte des Veranstaltungsverzeichnisses

Alte Vorlesungsverzeichnisse (bis Sommersemester 2012)