2010

Neue Hochschullehrer 2010

Diese Professorinnen und Professoren haben im Jahr 2010 ihre Tätigkeit an der Bremer Uni aufgenommen.

Prof. Dr. Armin Dekorsy

Armin Dekorsy hat zum 1. März 2010 die Professur für Nachrichtentechnik am Fachbereich Physik/Elektrotechnik übernommen.

Er studierte an der Fachhochschule Konstanz und Universität Paderborn Nachrichten- und Informationstechnik. Anschließend promovierte er an der Universität Bremen. Seine Dissertation wurde 2002 mit dem Bremer  Studienpreis ausgezeichnet. Von 2000 bis 2007 war Dekorsy zunächst als Forschungsingenieur bei der Deutschen Telekom, Darmstadt und den Bell Labs Europe, Lucent Technologies, Nürnberg tätig. In dieser Zeit befasste er sich mit grundlegenden nachrichtentechnischen Fragestellungen und der  Entwicklung entsprechender Algorithmen für zukünftige zellulare Kommunikationssysteme. 2007 wechselte Dekorsy zu Qualcomm CDMA Technologies, Nürnberg, und war dort hauptverantwortlich für die  Koordination der Forschungsaktivitäten in Europa. Als Leiter des Arbeitsgebiets Nachrichtentechnik der Uni Bremen wird er sich mit theoretischen Fragestellungen und auch mit anwendungsnahen Technologien der Nachrichtenübertragung und Signalverarbeitung für künftige Kommunikationssysteme befassen. Hierzu zählen unter anderem  Aktor-/Sensornetze und Mobilfunksysteme kommender Generationen.

Prof. Dr. Alberto García-Ortiz

Seit April 2010 hat Alberto García-Ortiz eine Professur für Mikroelektronik mit dem Schwerpunkt Digitale Systeme im Fachbereich Physik/Elektrotechnik.

Nach seinem Diplom für Nachrichtentechnik an der Universität Valencia (Spanien) folgten zwei Jahre in der Industrie. 2003 schloss er seine  Dissertation an der TU Darmstadt mit dem Schwerpunkt „Low-Power Design“ erfolgreich ab. Nach seiner Promotion arbeitete er bei IBM Deutschland. Garcia-Ortiz erhielt den „Outstanding Dissertation Award“ im Jahr 2004 von der European Design and Automation Association. Im Jahr 2005 folgte der von IBM ausgeschriebene Preis „Innovation Award 2005“ für seine Beiträge zur Abschätzung der Leckströme. Er ist Herausgeber des „Journal of Low Power Electronics“ und Gutachter für mehrere Konferenzen, Zeitschriften und europäische Projekte. In Bremen will sich Garcia-Ortiz dem Schwerpunkt Low-Power und dem kommunikationsorientierten Entwurf digitaler Schaltungen widmen,  insbesondere in Richtung Systems-on-Chip und eingebetteter Systeme.

Prof. Dr. Thomas Jung

Thomas Jung ist seit dem 1. Dezember 2010 Professor für Physik des  Klimasystems (Theorie und Modelle) im Fachbereich Physik/Elektrotechnik.

Die Professur ist mit einer Position am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven verbunden. Der gebürtige Föhrer hat an der Universität Kiel Meteorologie studiert. Seine Diplomarbeit über die Anwendung Neuronaler Netze in der Satellitenfernerkundung wurde mit dem Nachwuchsförderpreis der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft ausgezeichnet. Nach seinem Studium hat Jung ebenfalls in Kiel mit einer Arbeit über die Mechanismen der Klimavariabilität im nordatlantischen Raum promoviert. Nach einem Postdoc-Aufenthalt am AWI hat er von 2001 bis 2010 als Wissenschaftler am European Centre for Medium-Range Weather  Forecasts in Reading (Grossbritannien), Untersuchungen zur Vorhersagbarkeit der Atmosphäre durchgeführt und an der  Weiterentwicklung von Wettervorhersage- und Klimamodellen gearbeitet. In der Forschung wird sich Jung künftig mit aktuellen Fragen zur Dynamik des
Ozeans sowie der Vorhersagbarkeit des globalen Klimasystems beschäftigen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Weiterentwicklung von Klimamodellen.

Prof. Dr. Kai Michels

Kai Michels hat im März 2010 die Professur für Systemdynamik und Regelungstechnik am Fachbereich Physik/Elektrotechnik übernommen.

Geboren in Bremerhaven, studierte Kai Michels an der TU Braunschweig Elektrotechnik und Informatik und promovierte dort anschließend über Stabilitätsanalyse und Selbsteinstellung von Fuzzy-Reglern. 1997 ging er zur Siemens AG nach Erlangen in den Bereich Kraftwerks-Leittechnik und beschäftigte sich dort mit der Simulation von Kraftwerken. 2002 wechselte er zur Fichtner Ingenieurberatung nach Stuttgart und war dort zunächst als Berater und im Vertrieb für Leitsysteme von Kraftwerken und Netzen tätig, bevor er 2006 die Geschäftsführung der Tochtergesellschaft IKG-Fichtner übernahm. In Bremen will sich Michels dem Schwerpunkt Energieversorgung widmen, insbesondere den regenerativen Energieträgern. Sein Forschungsanliegen ist dabei die Entwicklung neuer Strukturen für die sichere Energieversorgung aus kleineren, dezentralen Anlagen, die als technische Voraussetzungen zur Netzstabilität noch erarbeitet werden müssen.

Prof. Dr. Jens Beckmann

Jens Beckmann hat im April 2010 die Professur für Anorganische Chemie am Fachbereich Biologie und Chemie übernommen. Zuvor war er seit 2004 Juniorprofessor für Anorganische Chemie an der FU Berlin.

Beckmann studierte und promovierte an der Universität Dortmund. Anfang 2000 ging er als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an die Deakin University nach Geelong (Australien). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Erschließung neuer Substanzklassen der schweren Hauptgruppenelemente Indium, Zinn, Antimon und Tellur. Dabei geht es um deren Reaktivität im Hinblick auf die Fixierung und Aktivierung kleiner Moleküle wie etwa bei dem Treibhausgas Kohlendioxid.   In Bremen beschäftigt sich Beckmann auch mit der Supramolekularen Chemie der leichten  Hauptgruppenelemente Silicium und Phosphor. Ziel dieses  Forschungsgebietes ist die Entwicklung poröser metallorganischer Materialien mit maßgeschneiderten Poren, in denen kleine Gasmoleküle wie zum Beispiel Wasserstoff oder Kohlendioxid kurzzeitig gespeichert werden können.

Prof. Dr. Christian Wild

Seit Oktober 2010 ist Christian Wild Arbeitsgruppenleiter am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT). Diese Stelle ist durch einen Kooperationsvertrag mit einer Professur für Marine der Uni Bremen verbunden.

Wild studierte Biologie und Geographie in Mainz und Bremen, wo er sich 2003 auch promovierte. Anschließend arbeitete er als Berater für Korallenriffthemen für die UNESCO in Paris. Von 2006 bis 2010 war er Leiter einer durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Emmy-Noether Nachwuchsgruppe an der LMU München.

In Bremen werden sich Wild und seine Mitarbeiter mit den biologischen, chemischen, geologischen und physikalischen Faktoren beschäftigen, die das Funktionieren von Korallenriffen bestimmen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen hierbei sogenannte Ökosystem-Ingenieure, also Organismen wie Steinkorallen, die die Verfügbarkeit von Lebensräumen und Ressourcen für andere Lebewesen im selben Ökosystem entscheidend beeinflussen.

Prof. Dr. Werner Brannath

Werner Brannath ist seit dem 1. August 2010 Professor für Angewandte Statistik und Biometrie im Fachbereich Mathematik.

Brannath studierte Physik und Mathematik in Karlsruhe und Wien und promovierte dort 1997. Während dieser Zeit arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent am Wiener Institut für Statistik. Von 2001 bis 2002 war Brannath an der Stanford Universität (USA). 2005 habilitierte er am Institut für medizinische Statistik an der Uni Wien und war seitdem außerordentlicher Professor. Daneben arbeitete er als Mitglied und Gutachter der Tierforschungs-Ethikkommission der Medizinischen Universität Wien und der Ethikkommission der Stadt. Brannath beschäftigt sich vor allem mit  multiplen Testproblemen und innovativen Studiendesigns.

In Bremen übernimmt er die Abteilung Biometrie des Kompetenzzentrums für Klinische Studien. Er wird sich dort mit der Planung und Auswertung medizinischer Studien befassen und seine Forschung in angewandter Statistik fortsetzen. Der Wechsel nach Bremen bietet ihm auch neue Forschungsperspektiven, etwa durch seine Arbeiten im Sonderforschungsbereich 747 „Mikrokaltumformen“ in der Materialforschung.

Prof. Dr. Otto Stratmann

Bernd Otto Stratmann hat im April 2010 eine Professur für Reine Mathematik im Fachbereich Mathematik/Informatik übernommen.

Stratmann studierte in Göttingen Mathematik und promovierte dort 1992 über „Feinere Strukturen von Grenzpunktmengen Kleinscher Gruppen“. Die Arbeit an seiner Dissertation nutzte er zu Forschungsaufenthalten, darunter Warwick (UK) und Triest (I). Nach seiner Promotion erhielt er ein DFG Habilitationsstipendium. Außerdem war Stratmann von 1992 bis 1997 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich für „Geometrie und Analysis“ an der Uni Göttingen. Seit 1997 war er als „Permanent Lecturer“ an der Universität St. Andrews (Schottland) tätig, bis er den Ruf nach Bremen erhielt.

Stratmanns Forschungsinteressen sind weit gefächert: komplexe Dynamik, Kleinsche Gruppen, Riemannsche Flächen, Teichmüller Theorie, elementare Zahlentheorie, fraktale Geometrie. In Bremen will Stratmann zusammen mit Kollegen eine internationale Forschergruppe zu den Bereichen dynamische Systeme, konforme Analysis und Dynamik und dynamische Geometrie aufbauen.

Prof. Dr. Bernd Mayer

Im Fachbereich Produktionstechnik hat Bernd Mayer zum 1. August 2010 die Professur für Polymere Materialien übernommen.

Er studierte Chemie an der TU Karlsruhe und promovierte dort im Bereich der Anorganischen Chemie. Anschließend befasste er sich im Rahmen eines Post-doc Aufenthalts an der University of Pennsylvania (Philadelphia) mit dem katalytischen Aufbau von Silicium-Kohlenstoff Verbindungen. Ab 1992 war er in der zentralen Forschung der Henkel AG in Düsseldorf im Bereich der Oberflächentechnik und im Korrosionsschutz tätig. Ab 2000 leitete er bei Henkel die europäische Produktentwicklung für Kleb- und Dichtstoffe sowie organische Schäume zur Anwendung in der Automobilindustrie.

Bernd Mayer hat auch die Leitung des Fraunhofer Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung, Bereich Klebtechnik und Oberflächen in Bremen übernommen. Seine Forschungsinteressen in Bremen liegen im Bereich des Alterungsverhaltens polymerer Werkstoffe sowie deren Auswirkungen auf anwendungsrelevante Eigenschaften.

Prof. Dr. André Freiwald

Zum 1. April 2010 hat André Freiwald als Abteilungsleiter Meeresforschung am Senckenberg Forschungsinstitut in Wilhelmshaven seinen Dienst angetreten. Diese Stelle ist mit einer Professur für Meeresgeologie im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen verbunden.

Freiwald studierte Geologie-Paläontologie an der Uni Kiel, wo er sich 1993 promovierte. Sein Schwerpunkt liegt in der Erforschung biosedimentärer Systeme außerhalb der tropischen Meeresgebiete. Zu diesen Systemen zählen Karbonatabscheidende Ökosysteme,wie Korallenriffe, die mit ozeanographischen Fragestellungen analysiert werden. Seine erste Bremer Phase begann 1994 als Post-doc am Fachbereich Geowissenschaften. Nach der Habilitation 1999 folgte ein Ruf an die Uni Tübingen, wo er bis 2002 eine Professur für Paläoklimatologie übernahm. Um die Kooperation zwischen Senckenberg und der Universität mit Leben zu füllen, wird am MARUM eine Arbeitsgruppe mit paläoozeanographischer und geochemischer Ausrichtung etabliert, die Prozesse aus der jüngeren geologischen Vergangenheit an nicht-tropischen biosedimentären Systemen untersucht.

Prof. Dr. Katrin Huhn

Nach einer mehrjährigen Juniorprofessur an der Universität Bremen hat Katrin Huhn zum 1.April 2010 eine Professur im Fachgebiet „Numerische Modellierung von Sedimenttransportprozessen“ im Fachbereich Geowissenschaften übernommen.

Kathrin Hun studierte Geophysik an der Bergakademie Freiberg und Universität Kiel. Im Anschluss arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt am IFM-Geomar Kiel, bevor sie 1999 an das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZP) wechselte. An der FU Berlin promovierte sie zum Thema „Die Analyse der Mechanik des Makran Akkretionskeils mit Hilfe der Finiten und der Diskreten Elemente Methode sowie analoger Sandexperimente“. Der Einsatz numerischer Simulationstechniken zur Untersuchung des Deformationsverhaltens von Akkretionskeilen bildete anschließend den Schwerpunkt ihrer Arbeiten im Rahmen des SFB 267 „Deformationsprozesse in den Anden“ am GFZP. In  dieser Zeit verbrachte sie einige Monate an der Rice University, Houston (USA).

Prof. Dr. Hildegard Westphal

Hildegard Westphal ist im Oktober 2010 als Professorin im Fachbereich Geowissenschaften ernannt worden. Sie tritt die Nachfolge von Professor  Venugopalan Ittekkot als Direktorin und Geschäftsführerin des Leibniz- Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) an.

Hildegard Westphal studierte Geologie in Tübingen und Brisbane. Anschließend promovierte sie am Geomar zur Karbonatsedimentologie. Nach einem Postdoc-Aufenthalt in Miami wurde sie Assistentin an der Uni Hannover. Nach ihrer Habilitation forschte sie an der Hochschule Erlangen- Nürnberg, bevor sie als Heisenberg-Stipendiatin ans MARUM in Bremen kam. Zum 1. Oktober 2010 wechselte sie an die Uni Heidelberg, um kurz darauf dem Ruf nach Bremen zu folgen. Hildegard Westphal war von 2005 bis 2010 Mitglied der Jungen Akademie, deren Sprecherin sie zwei Jahre war. Als Direktorin des ZMT übernimmt sie die Leitung eines Institutes, das sich ökologischen, biologischen, biogeochemischen und soziologischen Fragen in tropischen Küstenregionen widmet.

Prof. Dr. Katja Nebe

Katja Nebe hat zum 1. Oktober 2010 die Professur „Zivilrecht mit Schwerpunkt deutsches, europäisches und internationales Arbeitsrecht“ im Fachbereich Rechtswissenschaften übernommen.

Jurastudium und Referendariat absolvierte sie in Halle/Saale. Ihre Mitarbeit am Lehrstuhl des Arbeitsrechtlers Wolfhard Kohte (Uni Halle) führte sie zu Forschungsarbeiten an den Nahtstellen von Zivil-, Arbeits- und Sozialrecht. Mit ihrer Promotion zum Mutterschutzrecht untersuchte sie innerbetriebliche Anpassungsrechte, die auch in Zeiten besonderer Arbeitsschutzmaßnahmen Integration und Beschäftigung sichern, statt diskriminierend auszusperren. In ihrer Habilitation beschäftigte sich Katja Nebe mit Fragen selbstbestimmter Pflegearrangements. Darin konnte sie die Wechselwirkung zwischen Sozial- und Zivilrecht als bislang meist isoliert betrachtete Regelungsbereiche nachweisen. Seit 2010 ist sie Kooperationspartnerin der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation. Darüber hinaus will sie künftig an der weiteren Profilierung des Bremer Instituts für Gender-, Arbeits- und Sozialrecht (bigas) mitwirken.

Prof. Dr. Sarianna Lundan

Sarianna Lundan ist dem Ruf auf die Professur für Internationales Management und Governance im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft zum 1. April 2010 gefolgt.

Die gebürtige Finnin promovierte an der Rutgers University in New Jersey (USA) und war anschließend an den Universitäten Reading (UK) sowie Maastricht (NL) tätig. Danach arbeitete sie bei der UNCTAD in Genf, einer Unterorganisation der Vereinten Nationen, und am Forschungsinstitut der finnischen Wirtschaft (ETLA) in Helsinki. Ihr Forschungsansatz beschäftigt sich mit der Strategie und Struktur von multinationalen Unternehmen und ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluss. Gemeinsam mit Professor John Dunning publizierte sie die zweite Auflage von „Multinational Enterprises and the Global Economy“, ein Standardwerk des Fachs. Sarianna Lundan ist Mitglied des neuen interdisziplinären Profilverbunds Transnationale  Unternehmen. Sie forscht derzeit über Systeme privater Governance, insbesondere über Selbstregulierung und Standardsetzung von Unternehmen sowie deren Folgen für staatliches und öffentliches Handeln.

Prof. Dr. Delia González de Reufels

Delia González de Reufels ist seit April 2010 Professorin für „Geschichte Lateinamerikas“. Von 2004 bis 2009 lehrte sie als Juniorprofessorin für Neuere und Neueste Geschichte im Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Bremen.

Nach dem Studium der Geschichte, Romanistik und Anglistik an den Universitäten Köln, London und Salamanca wurde sie mit einer Arbeit zur mexikanischen Geschichte promoviert, die von der „Offermann- Hergarten-Stiftung“ ausgezeichnet wurde. In ihrer Bremer Zeit verfasste sie eine Studie zur militärischen Modernisierung und zum Transfer von Wissen in Chile und den Vereinigten Staaten. Ihre Lehr- und Forschungstätigkeit führte sie immer wieder ins Ausland, besonders nach Mexiko, Zentralamerika, England und in die USA. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der politischen Geschichte Lateinamerikas, der Frauen- und Geschlechtergeschichte, der historischen Demographie Lateinamerikas sowie der historischen Migrationsforschung. Ihr gegenwärtiges Forschungsvorhaben widmet sich der lateinamerikanischen Bevölkerungspolitik nach 1945.

Prof. Dr. Philip Manow

Im Fachbereich Sozialwissenschaften hat Philip Manow zum 1. Oktober 2010 die Professur für Vergleichende Politische Ökonomie übernommen.  Gleichzeitig übernimmt er ein Ko-Direktorat am Bremer Zentrum für Sozialpolitik.

Manow studierte Politikwissenschaft in Marburg und Berlin, wo er 1994  promoviert wurde. Danach war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max- Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Nach einem  Forschungsaufenthalt an der Harvard Universität war er als  Hochschulassistent an der Uni Konstanz tätig. Anschließend kehrte er an das Kölner Max-Planck- Institut zurück. 2009 wechselte er an die Uni Heidelberg. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Vergleichenden Sozialstaatsforschung, des deutschen politischen Systems und der  Europäischen Integration. Zu seinen Forschungsprojekten in Bremen gehört  die Untersuchung des Zusammenhangs von Wahlregeln, Wahlgeographie und sozialstaatlicher Umverteilung. Darunter fällt auch der Aufbau einer web-basierten Dateninfrastruktur mit Informationen zu Parteien, Wahlen, Parlamenten und Regierungen (ParlGov).

Prof. Dr. Klaus Schlichte

Seit dem 1. Oktober ist Klaus Schlichte Professor für Internationale Beziehungen im Institut für Politikwissenschaft.

Nach einem Studium der Politikwissenschaft, Philosophie und Afrikanistik in Hamburg und Bordeaux promovierte er über innerstaatliche Kriege in Westafrika. Neben Forschungsaufenthalten am Maison des Sciences de l’Homme in Paris und an der University of Washington (USA) arbeitete er am Deutschen Orient-Institut in Hamburg. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Uganda und Serbien. Von 2001 bis 2007 leitete er die von der Volkswagen-Stiftung geförderte Nachwuchsforschergruppe „Mikropolitik bewaffneter Gruppen“ an der Humboldt-Universität Berlin, um danach einen Lehrstuhl an der Universität Magdeburg zu übernehmen. Klaus Schlichte wird im Institut für Interkulturelle und Internationale Studien im Fachbereich Sozialwissenschaften seine Forschungen zu politischer Gewalt fortsetzen und zum Thema „Politische Herrschaften“ in den Regionen außerhalb Europas arbeiten.

Prof. Dr. Dagmar Borchers

Nach einer mehrjährigen Juniorprofessur an der Universität Bremen hat Dagmar Borchers aus dem Fachbereich Sozialwissenschaften zum 1. April eine Professur für Angewandte Philosophie übernommen.

Dagmar Borchers studierte Theaterwissenschaften in München, anschließend Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaften, Spanisch und Informatik an  der Uni Hamburg. Danach arbeitete sie mehrere Jahre am Bremer Theater als Regie- und Dramaturgieassistentin. 1989 erfolgte ein Neustart des Studiums an der Uni Bremen mit den Fächern Philosophie und Deutsche Literatur- und Sprachwissenschaften. 1996 wechselte Dagmar Borchers zum Institut für Philosophie an die Uni Bayreuth, wo sie im Jahre 2000 mit einer Studie zur  neuen Tugendethik promovierte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Probleme der Angewandten Ethik, Theorienvergleich und  Argumentationsstrategien in der Ethik sowie Wissenschaftstheorie. Ihr aktuelles Forschungsprojekt beschäftigt sich mit „Experimenteller  Entscheidungsforschung: Eine interdisziplinäre Analyse von  Gerechtigkeitsvorstellungen in kollektiven Entscheidungsprozessen“.

Prof. Dr. Friedrich Krotz

Zum 1. Oktober 2010 hat Friedrich Krotz seine Arbeit im Fachbereich Kulturwissenschaften aufgenommen. Er hat dort eine neu eingerichtete Professur für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt soziale Kommunikation und Mediatisierungsforschung.

Krotz hat Soziologie und Mathematik studiert, in Soziologie promoviert und in  Kommunikationswissenschaft/Journalistik habilitiert. Er hat als Informatiker und Soziologe in Politik- und Kommunikationswissenschaft an verschiedenen Universitäten geforscht und gelehrt. Auch war er an einer Reihe von Forschungsprojekten in Europa beteiligt. Zuletzt hatte er den Lehrstuhl für Soziale Kommunikation an der Universität Erfurt in der Nachfolge von Peter Glotz inne. Krotz’ Arbeit in Bremen wird vor allem durch seine Koordination des DFG Schwerpunktprogramms „Mediatisierte Welten“ geprägt sein, das den rapiden Wandel von Alltag und sozialem Handeln, von Kultur und  Gesellschaft im Kontext der Medienentwicklung untersucht. In Bremen will er zu diesem international renommierten Konzept weitere Verbundforschung initiieren.

Prof. Dr. Winfried Pauleit

Winfried Pauleit ist seit dem 1. April 2010 Professor für „Kunstpädagogik mit dem Schwerpunkt Neue Medien“ im Fachbereich Kulturwissenschaften.

Seine Arbeitschwerpunkte sind Filmwissenschaft, Medienästhetik und ihre Vermittlung. Er studierte in Berlin, London und Chicago und promovierte an der Universität der Künste Berlin zum Thema „Filmstandbilder. Passagen zwischen Kunst und Kino“ (2004). Von 2003 bis 2009 lehrte und forschte er als Juniorprofessor an der Universität Bremen und publizierte sein zweites Buch: „Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien“ (2009). Im Jahr 2005  übernahm er die wissenschaftliche Leitung des „Internationalen Bremer  Symposiums zum Film“. Im Kontext des Symposiums hat er ein E-book entwickelt, das wissenschaftliche Publikationen mit Filmdokumenten für die Lehre aufbereitet. Bisher sind drei E-books erschienen, alle drei zum Thema Kino und Lernen. Sein gegenwärtiges Forschungsprojekt in Kooperation mit der University of Minnesota heißt: „National Branding in Contemporary European Film“.

Prof. Dr. Andreas Grünewald

Andreas Grünewald hat zum 1. September 2010 die Professur Didaktik der romanischen Sprachen am Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften
übernommen.

Grünewald studierte Franko-Romanistik, Hispanistik und Erziehungswissenschaft. Nach Forschungsaufenthalten in Frankreich und Guatemala schloss er sein Studium 1996 mit dem 1. Staatsexamen ab.  Danach war er drei Jahre im Bremer Schuldienst tätig, bevor er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter in die Didaktik der  romanischen Sprachen an die Uni Bremen wechselte. 2006 promovierte er mit  summa cum laude und übernahm 2007 die Juniorprofessur Didaktik der romanischen Sprachen an der Uni Hamburg. Nach weiteren  Forschungsprojekten zum „Blended Learning“ in der Lehrerbildung und zum Einsatz von Multimedia im schulischen Fremdsprachenunterricht erhielt er 2009 einen Ruf als Universitätsprofessor an die Hochschulen Kassel und Hamburg. 2009 erhielt er den Preis für exzellente Lehre in Hamburg. Neben dem Gebiet der digitalen Medien forscht Grünewald im Bereich der  Lernmotivation, der Filmanalyse und der audiovisuellen Medien.

Prof. Dr. Axel Dunker

Seit Juli 2010 hat Axel Dunker eine Professur für Neuere und neueste deutsche Literaturgeschichte.

Nach dem Studium der Germanistik und Anglistik, das er 1989 mit  dem 1. Staatsexamen abgeschlossen hat, promovierte er 1993 an der Uni Bielefeld. 1997 wechselte er an die Universität Mainz und habilitierte sich dort mit einer Untersuchung über die ‚Literatur im Schatten von Auschwitz‘. Neben  Lehrstuhlvertretungen und Gastprofessuren in Bielefeld und Wien arbeitete Dunker am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Mainz, wo er im Dezember 2009 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde. Seit 2008 ist er Sprecher des von der DFG  geförderten wissenschaftlichen Netzwerks „Postkoloniale Studien in der Germanistik“. Im Rahmen dieser internationalen Forschergruppe befasst er sich mit Orient-Diskursen in der Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. An der Universität Bremen will Dunker die Profilierung des Bremer Instituts für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien weiter voranbringen, dessen Leitung er auch übernehmen wird.

Prof. Dr. Ingo H. Warnke

Ingo H. Warnke hat seit dem 1. April 2010 eine Professur für „Deutsche Sprachwissenschaft unter Einschluss der interdisziplinären Linguistik“. Er wird zu den Themenbereichen „Urban Studies“ und „Colonial Studies“ arbeiten. Zudem bringt Warnke auch das Urban Space Research Network (USRN) mit: ein fachübergreifender Zusammenschluss von Stadtforschern, die sich für urbane Kommunikationsprozesse interessieren.

Nach Stationen in Bonn und Hamburg schloss Warnke 1989 sein Studium der Germanistik, Musik, Philosophie und Pädagogik mit dem 1. Staatsexamen an der Universität Kassel ab. Als Graduiertenstipendiat des Landes Hessen promovierte er 1993 und habilitierte sich fünf Jahre später. Gelehrt und geforscht hat er unter anderem an den Universitäten Saarbrücken, Bielefeld, Bayreuth, Erlangen, am GHI in Washington (USA) und als Research Fellow der Harvard University. Von 2007 bis 2009 hatte er eine Professur an der Georg-August-Universität Göttingen, bis er 2009 den Ruf auf eine Professur am  „Center for the Study of Language and Society“ an der Universität Bern  erhielt.

Prof. Dr. Michael Gessler

Seit dem 1. Juli 2010 ist Michael Gessler Professor für „Berufliche Bildung und berufliche Weiterbildung“ im Fachbereich Erziehungs- und  Bildungswissenschaften.

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und Erziehungswissenschaft promovierte er 2003 an der RWTH Aachen. 2005 wurde er Juniorprofessor an der Universität Bremen und Gastwissenschaftler im Institut Technik und Bildung. Dort übernahm er kurz darauf die Leitung der Abteilung „Internationale Berufsbildungsforschung“. Gleichzeitig wurde er  Gastprofessor an der Universität Liaocheng (China) und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement. 2009 wurde Gessler in den Vorstand des “European Research Network in Vocational Education and Training“ der „European Educational Research Association” gewählt. An der Uni Bremen will er die empirische und internationale Berufsbildungsforschung weiter ausbauen. Gessler forscht an den Schnittstellen von Lehren, Lernen, Management und Organisation. Seine Schwerpunkte sind die  mikrodidaktische Gestaltung, die makrodidaktische Steuerung sowie die empirische Wirkungsanalyse beruflicher Lehr-Lern-Arrangements.

Prof. Dr. Anne Levin

Seit dem 1. April 2010 hat Anne Levin eine Professur für das Fachgebiet der Allgemeinen Didaktik und Empirischen Unterrichtsforschung am Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften. 

In Darmstadt geboren, absolvierte sie zunächst eine Schauspiel- und Tanztheaterausbildung in Hamburg und spielte zehn Jahre an deutschen Theatern. Mit dem Beginn des Psychologiestudiums in Hamburg erfolgte eine berufliche Neuausrichtung. Während sich das Forschungsinteresse zunächst auf die Kleingruppenforschung richtete, wurden mit dem Beginn als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Berlin unter Professor Karl-Heinz Arnold zunehmend entwicklungspsychologische, lernpsychologische und instruktionspsychologische Fragestellungen fokussiert. Bevor Anne Levin an die Uni Bremen kam, war sie Gastprofessorin an der TU Berlin und Vertretungsprofessorin in Potsdam. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt unter anderem die Untersuchung methodischer Ansätze zur Unterstützung  des Aufbaus von Analyse- und Reflexionsfähigkeit im Lehramtstudium.