2012

Neue Hochschullehrer 2012

Diese Professorinnen und Professoren haben im Jahr 2012 ihre Tätigkeit an der Bremer Uni aufgenommen.

Prof. Dr. Stefanie Averbeck-Lietz (FB 9)

Seit März ist Stefanie Averbeck-Lietz Professorin für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienwandel am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung im Fachbereich Kulturwissenschaften. 2000 promovierte sie an der Uni Münster; 2008 habilitierte sie mit einer Studie zur Entwicklung der französischen Kommunikationstheorien an der Uni Leipzig.

Nach Berufstätigkeiten im Journalismus, einem Postdoc an der Universität Paris und der Tätigkeit als Wissenschaftliche Assistentin an der Uni Leipzig war sie zuletzt dort als Hochschuldozentin tätig. Sie nahm Gast- und Vertretungsprofessuren an den Universitäten Zürich und Münster sowie Lehraufträge in Weimar und Fribourg wahr.

Zu ihren Schwerpunkten gehören der Wandel von Kommunikations- und Medienethik in digitalen und transkulturellen Gesellschaften, die Ideengeschichte der Kommunikations- und Medientheorie im internationalen Vergleich sowie die entsprechende Methodenentwicklung. Gemeinsam mit Professor Hartmut Wessler (Uni Mannheim) leitet sie die Fachgruppe „Internationale und Interkulturelle Kommunikation“ in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft.

Prof. Dr. Michael Beetz (FB 3)

Mit Michael Beetz hat seit Mai einer der profiliertesten deutschen Robotik-Forscher die Professur für Künstliche Intelligenz im Fachbereich Mathematik/Informatik angetreten. Beetz arbeitete zuvor in der Forschungsgruppe „Autonome Intelligente Systeme“ an der TU München. Rosie und James heißen die beiden Roboter, die dort alltägliche Handlungen im Haushalt erlernen. Denn was für Menschen ein Kinderspiel ist, stellt für die Robotik eine riesige Herausforderung dar.

In den nächsten Monaten baut Beetz am Bremer Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) im Fachbereich Mathematik/Informatik ein eigenes Labor auf und bringt dafür ein Team von Wissenschaftlern mit. Das Besondere an seinem Forschungsansatz sieht er in der Verbindung der Bereiche Kognition und Künstliche Intelligenz (KI). Deshalb ist Beetz auch von München nach Bremen gewechselt. In der KI-Arbeitsgruppe am TZI möchte er die Synergien zu den bereits etablierten Forschungen im Bereich Künstliche Intelligenz und Wearable Computing nutzen.

Prof. Dr. Maarten Boersma (FB 2)

Maarten Boersma ist seit April Professor für Experimentelle Küstenforschung im Fachbereich Biologie der Universität Bremen. Der gebürtige Niederländer studierte Biologie an der Universität Utrecht und promovierte 1994 an der Universität Amsterdam über "Saisonale Dynamik von Daphnia-Arten in einem Flachsee". Als Post-Doc wechselte er an das Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön. Anschließend forschte er hier als wissenschaftlicher Assistent über die unterschiedlichen Erscheinungsbilder bei Wasserflöhen. 2001 habilitierte er an der Uni Kiel zum gleichen Thema. Danach wechselte Boersma ans Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung, Biologische Anstalt Helgoland. 2007 erhielt er eine außerplanmäßige Professur an der Uni Kiel.

In Bremen beschäftigt sich der Meereswissenschaftler mit der experimentellen Analyse von Nahrungsnetzbeziehungen in Küstenmeeren. Sein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Interaktionen zwischen Kleinstalgen und ihren Weidegängern.

Prof. Dr. Claus Braxmaier (FB 4)

Im Juli trat Claus Braxmaier die Professur für Raumfahrttechnologie am ZARM im Fachbereich Produktionstechnik der Uni Bremen in Kooperation mit dem DLR-Institut für Raumfahrtsysteme an. Am ZARM leitet er den Bereich "Key Technologies for Space" und am DLR-Institut die Abteilung "System Enabling Technologies".

In Süddeutschland geboren, studierte er Feinwerktechnik an der Hochschule Furtwangen und anschließend Physik an der Uni Konstanz. Das Thema seiner Promotion bei Jürgen Mlynek über "Fundamentale Tests der Physik mittels ultrastabilen optischen Oszillatoren" begleitet ihn noch heute. Waren es früher terrestrische Tests der Relativität im Labor durch Längen- und Uhrenvergleiche, so sind es heute weltraumgebundene Experimente, welche Einsteins Relativitätstheorie mit immer höheren Genauigkeiten überprüfen. Nach der Promotion arbeitete er fünf Jahre in der Programmatik bei Astrium, Friedrichshafen im Bereich wissenschaftlicher Missionen zur Gravitationswellenerforschung. 2005 wurde er zum Professor an die Hochschule Konstanz berufen. Parallel dazu baute er in Kooperation mit Astrium Friedrichshafen das "Lab for Enabling Technologies" auf, um für neue wissenschaftliche Missionen fehlende Schlüsseltechnologien zu entwickeln.

Schwerpunkte seiner aktuellen Tätigkeiten sind dazu die weltraumtaugliche Entwicklung von höchstpräziser Lasermesstechnik, Frequenzreferenzen und inertialen Sensoren,  sowie Untersuchungen zu  Strukturmaterialen, Aufbau- und Verbindungstechnologien für Optiken und µN-Triebwerke. Ziel dabei ist es, Nutzlasten für wissenschaftliche Missionen in Kooperation mit der ZARM-Gruppe um Claus Lämmerzahl zu entwickeln. Wichtiger Entwicklungsschritt dabei sind Vorexperimente am Fallturm.

Prof. Dr. Marcus Callies (FB 10)

Marcus Callies ist seit April Juniorprofessor für englische Sprachwissenschaft am Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Uni Bremen. Er studierte von 1993 bis 2000 Englisch und Geschichte in Marburg und London. Von 2000 bis 2008 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Marburg. Dort promovierte er 2006 zur „Verwendung von sprachlichen Ausdrucksmitteln der Informationshervorhebung bei fortgeschrittenen deutschen Lernern des Englischen“. 2008 wechselte er nach Freiburg. Kurz darauf wurde er auf eine Juniorprofessur für englische Sprachwissenschaft nach Mainz berufen, wo er bis März 2012 tätig war.

Callies beschäftigt sich mit der Erforschung sprachlicher Variation in nativen und nicht-nativen Varietäten des Englischen mit Hilfe großer digitaler Textkorpora. Im Projekt "Lexiko-grammatische Variation in fortgeschrittenen Lernervarietäten" wird er ein computerisiertes Textkorpus zur empirischen Erforschung bestimmter Aspekte wissenschaftlichen Schreibens in der Fremdsprache aufbauen. Weitere Projekte beschäftigen sich mit grammatischer Innovation und Variation im heutigen Englisch sowie Fragen des Sprachkontakts und Sprachvergleichs.

Prof. Dr. Görschwin Fey (FB 3)

Görschwin Fey hat am März die Professur für „Zuverlässige Eingebettete Systeme“ im Fachbereich Mathematik/Informatik übernommen. Es handelt sich um eine Kooperationsprofessur, die mit der Leitung der Abteilung für Avioniksysteme im Institut für Raumfahrtsysteme des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) verbunden ist.

Nach dem Studium der Informatik wurde Fey 2002 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen. Mit einer Dissertation zum Thema „Robustness and Usability in Modern Design Flows“ im Bereich Entwufsautomatisierung für Hardware-Software-Systeme promovierte er 2006. In den Jahren 2007/2008 hatte er eine Gastprofessur an der Universität Tokio (TODAI) inne und leitete von 2010 bis 2012 eine DFG-geförderte Nachwuchsgruppe im Rahmen des Emmy-Noether-Programms an der Universität Bremen.

Im Rahmen der Kooperationsprofessur wird Fey die Forschungsthemen Verifikation, Synthese und Zuverlässigkeit von Eingebetteten Systemen mit den praktischen Aspekten der Daten-Verarbeitung und der Kommunikation an Bord von Satelliten verbinden.

Prof. Dr. Thomas Hochrainer (FB 4)

Thomas Hochrainer ist seit März Juniorprofessor für „Werkstoffmechanik / Computational Material Modeling“ am Fachbereich Produktionstechnik der Uni Bremen.

Nach dem Studium der Technomathematik an der Uni Karlsruhe arbeitete er dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Werkstoffmechanik. Hier promovierte Hochrainer 2006 „mit Auszeichnung“ über „Evolving systems of curved dislocations: mathematical foundations of a statistical theory”. Im Anschluss wechselte er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik in Freiburg, wo er die Teilleitung des gemeinsamen Projekts „Computational Mechanics of Polycrystals, CMCn“ der Fraunhofer und der Max-Planck-Gesellschaft übernahm. Außerdem leitete er Industrieprojekte zur Schädigungsentwicklung beim Umformen von Metallen. 2010 wechselte er als „Research Scientist“ an die Florida State University in Tallahassee, USA.

In Bremen arbeitet Hochrainer auf dem Gebiet der Mikromechanik der Verformung und Schädigung sowie der Anwendung der Mikromechanik auf technische Fragestellungen.

Prof. Dr. Angelika Humbert (FB 5)

Seit April ist Angelika Humbert im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen und dem Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven als Professorin für Eismodellierung tätig. Derzeit ist die Bremer Uni bundesweit die einzige Universität, an der Glaziologie gelehrt wird. Humbert hat ihr Studium der Physik an der TU Darmstadt abgeschlossen. 2005 hat sie dort in der Glaziologie promoviert. Im Anschluss daran war sie an der TU Darmstadt und der Uni Münster als Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit dem Schwerpunkt Schelfeise der Antarktis beschäftigt. 2010 hat sie an der Uni Hamburg eine Professur angetreten und am dortigen Exzellenzcluster "Climate System Analysis and Prediction" eine Arbeitsgruppe zur Glaziologie aufgebaut.

An der Uni Bremen lehrt Humbert Glaziologie und Theoretische Glaziologie. Darüber hinaus leitet sie am AWI die Arbeitsgruppe Eismodellierung. Mit ihrem Team wird sie die Dynamik des grönländischen und antarktischen Inlandeises, deren Eisströme und Gletscher, sowie der angrenzenden Schelfeise und das Kalben von Eisbergen in numerischen Modellen simulieren. 

Prof. Dr. Michal Kucera (FB 5)

Michal Kucera ist seit dem April Professor für Mikropaläontologie/Paläozeanographie am Fachbereich Geowissenschaften der Uni Bremen. Nach seinem Studium der Geologie und Paläontologie an der Universität Prag promovierte der gebürtige Tscheche 1998 über die Evolution mariner Mikrofossilien an der Universität Göteborg, Schweden. Danach forschte er an der University of California, USA über die Wechselwirkung von Klimawandel und Planktonevolution. 2000 wurde er als Dozent an die Royal Holloway University in London berufen, wo er neue Methoden zur Rekonstruktion der Meerestemperatur entwickelte. Kucera wurde 2004 in London zum Professor ernannt. Im selben Jahr folgte er einem Ruf nach Tübingen.

In seiner Forschung beschäftigt sich Kucera mit der Entstehung der Artenvielfalt marinen Mikroplanktons und deren Fossilbefunds für die Entschlüsselung klimatischer und ozeanographischer Prozesse. In Bremen will er die Forschung über die Diversität und Ökologie der Foraminiferen, deren Reaktion auf Umweltstress in der geologischen Vergangenheit sowie deren Bedeutung für die Entwicklung des Planktons im globalen Klimawandel voranbringen.

Prof. Dr. Julia Lossau (FB 8)

Verstärkung für den Fachbereich Sozialwissenschaften: Seit Oktober ist Julia Lossau Professorin für Humangeographie mit dem Schwerpunkt Stadtgeographie am Institut für Geographie. Nach ihrer Promotion an der Uni Bonn forschte sie als Marie-Curie-Fellow an der University of Glasgow, England zum Thema „Rebuilding the living city: urban planning and public art“. Von 2003 bis 2005 war Julia Lossau am  Geographischen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg beschäftigt. Es folgte eine Juniorprofessur für Kulturgeographie am Geographischen Institut der Humboldt-Universität.

An der Universität Bremen will Julia Lossau durch interdisziplinäre und internationale Kooperationen mittelfristig einen leistungsstarken Schwerpunkt „Stadtforschung/Urban Studies“ etablieren.

Prof. Dr. Andreas Lüttge (FB 5)

Seit Juli ist Andreas Lüttge Professor am MARUM und im Fachbereich Geowissenschaften. Dort vertritt er das Fachgebiet Mineralogie. Lüttge studierte in Braunschweig und Tübingen, wo er im Jahre 1990 promovierte und 1995 auch habilitierte. Danach ging er mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung an die Yale University und folgte 1999 einem Ruf an die Rice University in Houston. Dort war er bis zu seinem Wechsel nach Bremen Earth Science and Chemistry.

In der Forschung beschäftigt sich Lüttge mit den physikalisch-chemischen Wechselwirkungen zwischen Festkörpern und wässrigen Lösungen. Die Quantifizierung dieser Prozesse spielt eine wichtige Rolle in Geosystemen und vielen Problemfeldern moderner Industriegesellschaften, so z.B. bei der Wasserqualität oder der Lagerung hochradioaktiver Abfälle. In Bremen möchte Lüttge in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen des MARUM und des Fachbereichs ein international wettbewerbsfähiges Labor für Oberflächenuntersuchungen aufbauen.

Prof. Dr. Rebekka von Mallinckrodt (FB 8)

Zum April wurde Rebekka von Mallinckrodt als Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit ernannt. Die Rheinländerin studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Tübingen, Rom und Bonn. Am Augsburger Graduiertenkolleg „Wissensfelder der Neuzeit“ promovierte sie über Kölner Laienbruderschaften im Zeitalter der Konfessionalisierung.

Seit 2001 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen tätig, 2005 folgte der Ruf auf eine Juniorprofessur an die FU Berlin. Dort arbeitete sie – unterbrochen durch ein Forschungsjahr in Paris – bis zu ihrer Ernennung in Bremen. Mallinckrodt wurde mit mehreren Stipendien und Preisen ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Körpergeschichte, insbesondere der instrumentelle und experimentelle Gebrauch des Körpers. In Bremen will sich Rebekka von Mallinckrodt mit postkolonialer Geschichte und den Rückwirkungen des Kolonisationsprozesses auf Europa beschäftigen.

Prof. Dr. Nicole Marx (FB 10)

Zum Oktober hat Nicole Marx die Professur für Deutsch als Zweitsprache / Deutsch als Fremdsprache im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften übernommen.

Die gebürtige Kanadierin studierte an der University of Alberta, Edmonton und der Philipps-Universität Marburg. An der TU Darmstadt promovierte sie zum Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache. Nach Tätigkeiten als Lehrkraft im Fachgebiet Deutsch als Fremdsprache in Darmstadt und als Akademische Oberrätin für Deutsche Sprachwissenschaft/Sprachdidaktik an der Uni Münster war sie bis zum Antritt in Bremen Professorin für Sprachlehrforschung/Deutsch als Fremdsprache an der Uni Paderborn. Zu ihren Schwerpunkten gehören Fragen der Mehrsprachigkeitsforschung, der Methodik und Didaktik des Fremd- und Zweitsprachenunterrichts und des sprachenübergreifenden Lernens.

In Bremen will sie die Erforschung des multiplen Spracherwerbs und der (bildungs-)sprachlichen Förderung für Schüler mit Migrationshintergrund weiter voranbringen.

Prof. Dr. Florian Möslein (FB 6)

Seit November ist Florian Möslein Professor im Fachbereich Rechtswissenschaften tätig. Dort vertritt er die Gebiete Bürgerliches Recht, internationales Handels- und Gesellschaftsrecht.

Möslein studierte nach einer Banklehre Rechtswissenschaften in München, Paris und London. Parallel dazu absolvierte er das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Uni Augsburg und der FernUniversität Hagen. An der Universität Hamburg promovierte er 2007 mit einer Arbeit im Schnittfeld von Kapitalgesellschafts- und Kapitalmarktrecht. Bis zum Abschluss seiner Habilitation 2011 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HU Berlin tätig, unterbrochen von einem einjährigen Aufenthalt als Jean-Monnet-Fellow am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Möslein habilitierte sich zum Thema „Dispositives Recht – Zwecke, Strukturen und Methoden“. Vor seinem Wechsel nach Bremen hatte er eine Assistenzprofessur für Gesellschaftsrecht an der Law School der Universität St. Gallen inne.

Prof. Dr. Sven Nickel (FB 12)

Sven Nickel ist seit Mai Professor für Sprach- und Literaturdidaktik im Elementar- und Primarbereich am Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften.

Mit einer Arbeit zum kindlichen Schriftsprach- und Orthographieerwerb promovierte er 2003 an der Uni Bremen. Zuletzt war er seit 2008 als Juniorprofessor an der FU Berlin tätig und verantwortete dort Projekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum sogenannten funktionalen Analphabetismus sowie zur Bildungsarbeit mit Familien (Family Literacy). Zu seinen Schwerpunkten zählen die Lesesozialisation in der Familie, die schulische Leseförderung, sprachliche Bildungsarbeit und Literacy im Elementarbereich sowie der Umgang mit sprachlicher Vielfalt.

In Bremen will Nickel Studierenden im Rahmen einer professionsorientierten Lehrerbildung konkrete Handlungserfahrungen in der Sprach-, Lese- und Schreibförderung vermitteln. Im Mittelpunkt seiner aktuellen Forschungen steht die Erweiterung von Family Literacy-Ansätzen.

Prof. Dr. Martin Nonhoff (FB 8)

Martin Nonhoff ist seit April Juniorprofessor für „Politische Theorie“ am Institut für Interkulturelle und Internationale Studien im Fachbereich Sozialwissenschaften. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Neueren/Neuesten Geschichte und Wirtschaftswissenschaft wurde er 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg. 2003 wechselte er ans Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen.

Mit einer Dissertation zum Thema „Politischer Diskurs und Hegemonie: Das Projekt Soziale Marktwirtschaft“ promovierte er 2005. Seit 2007 war er Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich „Staatlichkeit im Wandel“ an der Universität Bremen. Schwerpunkte seiner Forschung bilden die Politische Theorie der Gegenwart, Politische Ideengeschichte und Politische Diskursforschung.

Prof. Dr. Heiko Pälike (FB 5)

Seit Juli ist Heiko Pälike am Forschungszentrum MARUM im Fachbereich Geowissenschaften als Professor für Paläozeanographie tätig.

Vor seinem Antritt in Bremen war er Professor am National Oceanography Centre an der University of Southampton. Sein Wechsel in die Hansestadt folgt nach 18 Jahren Forschungstätigkeit im Ausland, mit Studium und Promotion in Cambridge und London, einem Postdoktorat in Stockholm, Schweden sowie einer achtjährigen Tätigkeit an der University of Southampton.

Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Rekonstruktion der Klimageschichte der vergangenen 66 Millionen Jahre an Hand der geochemischen Analyse von Bohrkernen aus der Tiefsee begründet. Hauptsächlich durch das „Integrated Ocean Drilling Program“ hat er fast ein ganzes Jahr auf mehreren Expeditionen auf Forschungsschiffen zugebracht - vom Nordpol bis zum Pazifik. Nach Bremen, so Pälike, ziehe ihn nicht nur ein ausgezeichnetes Forschungs- und Lehrumfeld, sondern auch die Auszeichnung als Exzellenzuniversität.

Prof. Dr. Kerstin Radde-Antweiler (FB 9)

Kerstin Radde-Antweiler ist seit Januar Juniorprofessorin am Institut für Religionswissenschaft und Religionspädagogik im Fachbereich Kulturwissenschaft. Ihr zentraler Forschungsschwerpunkt ist das Thema „Religionen im Internet und in Virtuellen Welten“. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Bielefeld und Heidelberg, promovierte sie an der Uni Heidelberg. Die Dissertation über „Ritual-Design im World Wide Web” wurde im Heidelberger Sonderforschungsbereich „„Ritualdynamik“ angefertigt. Daneben arbeitete Kerstin Radde-Antweiler zum Thema „Religions in Virtual Worlds“. 2008 wechselte sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Institut für Religionswissenschaft und Religionspädagogik der Uni Bremen.

Als Juniorprofessorin  möchte sie hier - in Anbindung an das „Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung“ - den Forschungsschwerpunkt „Religion und moderne Massenmedien“ aufbauen.

Prof. Dr. Moritz Renner

Moritz Renner übernahm im Oktober eine Professur für transnationales Wirtschaftsrecht und Theorie des Wirtschaftsrechts im Fachbereich Rechtswissenschaften. Er gehört zu den sieben herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich 2012 im Wettbewerb der VolkswagenStiftung um eine Lichtenberg-Professur durchgesetzt haben. Renner hat in Bremen promoviert. Für seine Dissertation erhielt er 2010 den Bremer Studienpreis der „unifreunde“ und 2011 den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung. Von 2007 bis 2009 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bremer Sonderforschungsbereich „Staatlichkeit im Wandel“ tätig. Bevor er seine Lichtenberg-Professur erhielt, war Renner Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HU Berlin.

Mit einem Team aus Juristen, Ökonomen und Soziologen will der Jurist in Bremen analysieren, welche Veränderungen das Recht durch die Globalisierung der Wirtschaft erfährt. Ziel ist es, die Grundlagen eines transnationalen Wirtschaftsrechts zu entwickeln.

Prof. Dr. Peter Spiteller (FB 2)

Peter Spiteller ist seit Januar Professor für Instrumentelle Analytik am Fachbereich Biologie/Chemie. Er studierte an der Universität Bayreuth Chemie und promovierte 2001 an der LMU München über Biosynthese und Strukturaufklärung von Pilzinhaltsstoffen. Nach dem Postdoktorat in Seattle, USA habilitierte er 2009 an der TU München zur chemische Ökologie höherer Pilze. 2010 wechselte er auf eine Professur für Organische Chemie an die Uni Freiburg.

Spiteller untersucht, wie sich Pilze gegen Konkurrenten und Parasiten verteidigen können. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum Pilze bestimmte Wirkstoffe und Sekundärmetabolite produzieren. Dabei versucht er, bioaktive Naturstoffe aus Pilzen zu isolieren und deren Strukturen aufzuklären, da neue Naturstoffe für die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel und Pharmazeutika sehr gefragt sind. In Bremen wird Spiteller seine Forschung zur chemischen Ökologie und die Naturstoffchemie weiter ausbauen.

Prof. Dr. Michael Vellekoop (FB 1)

Michael Vellekoop ist seit März Professor für Mikro-und Nanotechnologie am Institut für Mikrosensoren, -aktuatoren, und -systeme im Fachbereich Physik/Elektrotechnik. Der gebürtige Niederländer promovierte 1994 an der TU Delft über integrierte Ultraschallsensoren. 1988 war Vellekoop Mitgründer und bis 1996 Geschäftsführer der Sensorfirma Xensor Integration. Danach kehrte er an die Uni Delft zurück, um eine Forschungsgruppe auf dem Gebiet „Sensorik für Flüssigkeiten“ aufzubauen.

Seit seinem Wechsel 2001 auf die Professur für Industrielle Sensorsysteme an die TU Wien entwickelt er "Lab-on-a-chip" Sensorsysteme, wodurch biochemische oder biomedizinische Information gewonnen werden.

In Bremen baut Vellekoop eine neue Forschungsgruppe auf, die in Kooperation mit anderen Disziplinen wie Biotechnologie und Medizin neue Ansätze für miniaturisierte Messsysteme im Bereiche Lebenswissenschaften entwickelt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Bereiche Mikrofluidik, Optofluidik und Sensortechnologie.

Prof. Dr. Tim Wehling (FB 1)

Seit Januar ist Tim Wehling Juniorprofessor für theoretische Physik im Fachbereich Physik/Elektrotechnik. Wehling studierte Physik an den Universitäten Göttingen und Hamburg. Nach Forschungsaufenthalten am Los Alamos National Laboratory, promovierte Wehling 2010 über Störstelleneffekte in nanoelektronischen Systemen. Danach forschte er an der Universität Hamburg an den elektronischen Eigenschaften neuartiger Materialen wie z.B. Graphen.

In Bremen wird er die Arbeitsgruppe "Theorie der Elektronenstruktur kondensierter Materie" aufbauen. Die Forschungsschwerpunkte liegen hier in der Untersuchung korrelierter Nanosysteme: In vielen Materialien führt die gegenseitige Abstoßung der Elektronen dazu, dass sie einen merkwürdigen "Tanz" umeinander vollführen. Das Verständnis derartiger Elektronenbewegungen ist von zentraler Bedeutung für die Vorhersage von Materialeigenschaften wie etwa der elektrischen Leitfähigkeit und stellt eine große Herausforderung in der theoretischen Physik dar.

Prof. Dr. Gabriel Zachmann

Seit Juni ist Gabriel Zachmann Professor am Fachbereich Mathematik/Informatik. Er vertritt die Fachgebiete Computergraphik, virtuelle Realität und Visual Computing.

Zachmann studierte an der TU Darmstadt Informatik. Seine Diplomarbeit fertigte er im Rahmen eines Gastaufenthaltes am National Center for Supercomputing Applications (NCSA) in Illinois, USA an. 2000 promovierte er an der TU Darmstadt. Während seiner Promotionszeit arbeitete er am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung. Danach wechselte er an die Uni Bonn, um hier die Leitung einer von der DFG geförderten Nachwuchsgruppe für neue Interaktionsmethoden für Virtual Prototyping zu übernehmen. Anschließend arbeitete Zachmann sieben Jahre an der TU Clausthal, an der er die Arbeitsgruppe für Computergraphik aufbaute.

In Bremen will er das hervorragende Umfeld in den Bereichen Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften nutzen, um Forschungen zur virtuellen Simulation und Interaktion voranzutreiben.