2013

Neue Hochschullehrer 2013

Diese Professorinnen und Professoren haben im Jahr 2013 ihre Tätigkeit an der Bremer Uni aufgenommen.

Prof. Dr. Gabriele Bolte (FB 11)

Seit dem 1. Februar 2013 ist Gabriele Bolte Professorin am Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften. Im Profilbereich ‘Epidemiologie und Gesundheitswissenschaften‘ vertritt sie die Schwerpunkte Sozialepidemiologie und Genderforschung in Public Health. Gabriele Bolte hat langjährige Erfahrung in Public-Health-Forschung, -Praxis und -Lehre durch Tätigkeiten an den Universitäten Tübingen, Ulm und München, an dem Helmholtz Zentrum München sowie an dem Bundesamt für Strahlenschutz und dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Nach dem Studium der Theoretischen Medizin an der Universität Marburg und der Epidemiologie/Public Health an der LMU München habilitierte sie in der Epidemiologie an der Universität Ulm. Bolte ist Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Public Health und Sprecherin des Bereichs Frauen- und geschlechtsspezifische Gesundheitsforschung der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention. In Bremen wird sie neue Forschungsschwerpunkte aufbauen: Umweltgerechtigkeit - Chancengleichheit bei Umwelt und Gesundheit; Geschlecht und Gesundheit - Gender in der Epidemiologie sowie durch Public-Health-Interventionen beeinflusste gesundheitliche Ungleichheiten. Ihr besonderes Interesse gilt inter- und transdisziplinären Forschungsansätzen.

Prof. Dr. Sonja Drobnič (FB 8)

Seit dem 1. Oktober 2013 ist Sonja Drobnič Professorin für Soziologie im Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Bremen. Sie ist im Rahmen einer in der Exzellenzinitiative eingeworbenen Professur an der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) tätig. Sonja Drobnič bringt vielfältige Studiums-, Forschungs- und Lehrerfahrung von Universitäten im In- und Ausland für ihre Tätigkeit in Bremen mit: So war sie beispielsweise an den Hochschulen von Ljubljana, Stockholm, Syracuse, Cornell, Bremen, Harvard, Erfurt und Hamburg tätig. Zuletzt hatte sie eine Professur für Soziologie an der Universität Hamburg inne. Nach Bremen kehrt sie nach zwölf Jahren zurück – als Wissenschaftliche Mitarbeiterin forschte sie bereits im SFB 186 „Statuspassagen und Risikolagen im Lebenslauf“. Jetzt will Sonja Drobnič sich hauptsächlich in der Doktorandenausbildung an der BIGSSS engagieren. Im Mittelpunkt ihrer Forschungsinteressen stehen Fragen im Bereich soziale Schichtung und Mobilität im Lebenslauf, Geschlechterungleichheiten im Arbeitsmarkt und familiäre Arbeitsteilung, soziales Kapital, neue Forschungsmethoden sowie Lebensqualität und Work-Life Balance.

Prof. Dr. Thomas Friemel (FB 9)

Im September 2013 trat Thomas N. Friemel die neu geschaffene Professur für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Methodeninnovation am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) und am Institut für historische Publizistik, Kommunikations- und Medienwissenschaft (IPKM) im Fachbereich Kulturwissenschaften an. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Forschung bildet die Anwendung der sozialen Netzwerkanalyse auf kommunikations- und medienwissenschaftliche Fragestellungen und die damit einhergehenden theoretischen und methodischen Innovationen. Im Zentrum stehen dabei Phänomene wie Social TV, Kommunikationskampagnen im Gesundheitsbereich und Dynamiken von politischen Diskursen. Der gebürtige Schweizer hat 2008 am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich mit einer Arbeit zu „Mediennutzung im sozialen Kontext“ promoviert und war danach unter anderem als Visiting Scholar an der Annenberg School for Communication an der University of Pennsylvania (Philadelphia) sowie an der Renmin University in Peking tätig. Von 2011 bis 2012 hat er die Professur für öffentliche Kommunikation an der Universität Augsburg vertreten.

Prof. Dr. Rita Groß-Hardt (FB 2)

Rita Groß-Hardt ist seit April 2013 Professorin für Molekulare Genetik der Pflanzen im Fachbereich Biologie/Chemie. Sie studierte in Tübingen und Flagstaff, Arizona (USA) Biologie und Germanistik. In ihrer Promotion 2002 hat Groß-Hardt sich mit der Bildung pflanzlicher Samenanlagen befasst. Als Stipendiatin der Forschungsorganisation wechselte sie im Anschluss an die Universität Zürich, wo sie die Bildung und Differenzierung pflanzlicher Eizellen untersuchte. 2004 kehrte sie an die Universität Tübingen zurück. Dort forschte sie, anfangs als unabhängige Gruppenleiterin und seit Oktober 2008 als Juniorprofessorin, zum Thema pflanzliche Reproduktion. An der erfolgreichen Befruchtung in Pflanzen sind verschiedene Zelltypen beteiligt, die sich durch extreme Unterschiede in der Lebensdauer unterscheiden. Das Team um Rita Groß-Hardt untersucht dabei, wie die verschiedenen Zelltypen gebildet werden und welche Mechanismen die Lebensdauer von Zellen regulieren. In Bremen wird die Arbeitsgruppe zudem die Rolle pflanzlicher Hormone bei der Befruchtung miteinbeziehen.

Pro. Miriam Hartlapp (FB 8)

Miriam Hartlapp lehrt seit dem 1. August 2013 im Fachbereich Sozialwissenschaften als Professorin für „Governance und Organisationsforschung“ mit dem Schwerpunkt europäische und national vergleichende Governancesstrukturen und -dynamiken in Wohlfahrtstaaten. Zuvor leitete sie am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB) die Schumpeter Nachwuchsgruppe „Positionsbildung in der EU-Kommission“. Die von der VW-Stiftung geförderte Gruppe untersuchte interne Prozesse der Positionsbildung der Europäischen Kommission als zentralem Akteur europäischer Politikgestaltung. Hartlapp studierte in Osnabrück Europäische Studien. Danach arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. 2003 promovierte sie ebenfalls in Osnabrück zur Implementation von Sozialrecht im europäischen Mehr-Ebenensystem. Anschließend war sie als Expertin der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf und als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am WZB tätig. An der Uni Bremen möchte Hartlapp den Arbeitsbereich Governance- und Organisationsforschung aufbauen und eine Forschungsgruppe mit dem Schwerpunkt regulative Politik mit sozialem Gehalt initiieren.

Prof. Dr. Andre W. Heinemann (FB 7)

André W. Heinemann ist seit März 2013 Professor für bundesstaatliche und regionale Finanzbeziehungen im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft. Heinemann studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität-Gesamthochschule Essen. An der Uni Bremen promovierte er 2003 bei Professor Rudolf Hickel über die Reform der Aufgaben- und Einnahmenverteilung in Deutschland. Anschließend wechselte er an die Forschungsstelle Finanzpolitik zum Senatsbeauftragten für überregionale Finanzbeziehungen. Heinemann war dort unter anderem beratend bei einer Normenkontrollklage des Bremer Senats zum Finanzausgleichsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht tätig. Diese Erfahrungen brachte Heinemann zwischen 2007 und 2013 in seine Tätigkeit als Juniorprofessor an der Uni Bremen ein. 2012 habilitierte er hier mit einer Arbeit über Institutionen und interjurisdiktionellen Wettbewerb. Seine Schwerpunkte sind die Analyse des Fiskalföderalismus sowie der Mehrebenen-Systeme in Deutschland und Europa, welche institutionenökonomische Aspekte einbeziehen. Zusammen mit der Philosophin Dagmar Borchers war Heinemann am Aufbau des interdisziplinären Masterstudienganges „Komplexes Entscheiden“ beteiligt.

Prof. Dr. Torsten Kanzow (FB 1)

Seit Oktober 20 13 ist Torsten Kanzow Professor für Physikalische Ozeanographie der Polarmeere im Fachbereich Physik / Elektrotechnik der Universität Bremen und Leiter der Sektion Messende Ozeanographie am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven. Kanzow studierte an der Universität Kiel Physikalische Ozeanographie und promovierte dort zum Thema “Monitoring the Deep Meridional Flow in the Tropical North Atlantic”. Anschließend forschte er am National Oceanography Centre in Southampton (GB) an der Erfassung der atlantischen meridionalen Umwälzzirkulation. 2009 nahm er einen Ruf als Juniorprofessor für Physikalische Ozeanographie an der Universität Kiel an und arbeitete seitdem am dortigen GEOMAR. Seine Arbeiten beruhen hauptsächlich auf der Vermessung von Ozeanströmungen. Während er sich ursprünglich auf die Erforschung der klimarelevanten, großräumigen Ozeanzirkulation spezialisierte, widmete er sich zuletzt kleinräumigen Zirkulations-und Vermischungsprozessen an den Ozeanrändern. In Bremen wird er sich künftig mit der Rolle der polaren Ozeanströmungen im Klimasystem beschäftigen.

Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner (FB 8)

Im Rahmen einer Kooperationsprofessur ist Sunhild Kleingärtner seit dem 1. April 2013 am Institut für Geschichtswissenschaft im Fachbereich Sozialwissenschaften der Uni Bremen für das Fachgebiet Schifffahrtsgeschichte und Maritime Archäologie tätig. Darüber hinaus ist sie Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Schiffahrtsmuseums Bremerhaven. Als geprüfte Forschungstaucherin war Sunhild Kleingärtner mit verschiedenen unterwasserarchäologischen Ausgrabungen im Ostseeraum betraut. Ihr Studium der Ur- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie absolvierte sie an der Universität Kiel. In ihrer Promotion beschäftigte Kleingärtner sich mit Fragestellungen zur Wikingerzeit. Ihre Habilitationsschrift verfasste sie über die frühe Phase der Urbanisierung an der südlichen Ostseeküste. Bis zu ihrem Wechsel nach Bremen war sie am Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven mit der Aufnahme archäologischer Fundstellen im Wattenmeer betraut. Sunhild Kleingärtner wird sich in Bremen für die Vermittlung maritimer und unterwasserarchäologischer Themen im Rahmen internationaler Lehrveranstaltungen einsetzen.

Prof. Dr. Armin Lechleiter (FB 3)

Seit dem 1. Oktober 2013 ist Armin Lechleiter Professor am Zentrum für Technomathematik des Fachbereichs Mathematik/Informatik. Hier hat er seit Oktober 2011 als Juniorprofessor die Arbeitsgruppe Inverse Probleme aufgebaut. In Forschung und Lehre vertritt er zusätzlich die Analysis und Numerik von Wellenphänomenen. Seine wissenschaftliche Karriere hat Lechleiter 2006 am Karlsruher Institut für Technologie gestartet, wo er von 2001 bis 2006 bereits Mathematik mit Nebenfach Informatik studiert hat. Direkt nach seiner Promotion 2008 wurde er 2009 vom britischen Institute of Mathematics and its Applications für seine Forschungsarbeiten mit dem zweiten Preis bei der Leslie Fox Prize Competition ausgezeichnet. Von 2008 bis 2011 hat er in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der École Polytechnique und des INRIA-Forschungsinstituts als PostDoc gearbeitet. Seit 20012 ist er Mitglied im Scientific Board der WAVES-Konferenzreihe. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören theoretische und praktische Aspekte der Parameteridentifizierung in Differentialgleichungen.

Prof. Dr. Jens Pöppelbuß (FB 7)

Zum 1. Juli 2013 wurde Jens Pöppelbuß zum Juniorprofessor für Industrienahe Dienstleistungen im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft ernannt. Pöppelbuß studierte von 2002 bis 2007 Wirtschaftsinformatik an der Westfälischen Wilhelms-Universität, wo er auch promovierte. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete Pöppelbuß dort in Projekten zum Informations- und Geschäftsprozessmanagement in hybriden Wertschöpfungsnetzwerken. Danach wechselte er zur AG Informationsmanagement von Professor Andreas Breiter im Fachbereich Mathematik/Informatik der Uni Bremen. Als Juniorprofessor baut er nun das neue Arbeitsgebiet „Industrienahe Dienstleistungen“ auf. Dabei geht es um die Potenziale von Informationssystemen zur Verbesserung der Dienstleistungserbringung und zu Dienstleistungsinnovationen. Mit seinen Lehrveranstaltungen wird er sich auch in den kürzlich an der Universität Bremen von den Fachbereichen 3 und 7 gemeinsam eingerichteten Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik einbringen.

Prof. Dr. Ingo Rohlfing (FB 8)

Als Professor für Politikwissenschaft, mit dem Schwerpunkt Qualitative Methoden hat Ingo Rohlfing Mitte September 2013 an der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) seine Arbeit aufgenommen. Rohlfing hat Verwaltungswissenschaft an der Universität Konstanz studiert. Anschließend war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bremer SFB 597 „Staatlichkeit im Wandel“ tätig bis er sich 2007 in Political Science an der Jacobs University Bremen promovierte. Danach war er als Post-Doc an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Köln tätig, bevor er von 2009 bis 2013 Juniorprofessor für Vergleichende Sozialforschung an der Cologne Graduate School (CGS) wurde. Seine methodischen Forschungsgebiete sind qualitative Methoden und Multi-Methodendesigns, die verstanden werden als die Kombination von Fallstudien und Prozessanalysen mit statistischen Verfahren oder Qualitative Comparative Analysis (QCA). Inhaltlich befasst sich Rohlfing mit Parteienwettbewerb und den Bestimmungsfaktoren des ideologischen Wandels von Parteien sowie der Ausgestaltung von Parteiorganisationen und der Rolle von Parteimitgliedern.

Prof. Dr. Marc Thielen (FB 12)

Zum 1. April 2013 wurde Marc Thielen zum Professor für Erziehungswissenschaft im Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften ernannt. Der gebürtige Saarländer promovierte nach dem Studium der Sozialen Arbeit und der Erziehungswissenschaften in Saarbücken und Frankfurt/Main zu geschlechtsspezifisch bedingter (Flucht-)Migration von iranischen Männern. Hierfür wurde er 2009 mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien ausgezeichnet. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sonderpädagogik der Universität Frankfurt arbeitete Thielen seit 2004 in Projekten zur beruflichen Eingliederung von sozial benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen. 2012 übernahm er die Vertretung einer sonderpädagogischen Professur an der Universität Koblenz-Landau. In Bremen baut Thielen das neue Arbeitsgebiet „Bildungsinstitutionen/-verläufe und Migration“ auf. Gegenwärtig untersucht er pädagogische Praktiken zur Förderung von Ausbildungsreife in der schulischen Berufsvorbereitung. Dabei wird sich der Erziehungswissenschaftler insbesondere mit der Bedeutung von Diversität am Übergang Schule – Beruf befassen.

Prof. Dr. Tanja Thomas (FB 9)

Tanja Thomas ist seit September 2013 Professorin für Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt vergleichende Kulturanalyse im Fachbereich Kulturwissenschaften. Sie ist insbesondere eine Verstärkung für das  Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) und das Institut für historische Publizistik, Kommunikations- und Medienwissenschaft (IPKM). Seit 2004 war Tanja Thomas als Juniorprofessorin, später als Professorin für Kommunikationswissenschaft und Medienkultur - zuletzt als Leiterin des gleichnamigen Instituts - an der Leuphana Universität Lüneburg tätig. Ziel ihrer qualitativ angelegten Studien ist die Durchdringung von Prozessen des Medienwandels und die Weiterentwicklung kultur- und gesellschaftstheoretisch fundierter Medien- und Kommunikationstheorien. In jüngeren Arbeiten diskutiert Tanja Thomas das Konzept des Kritischen Kosmopolitismus für die Medienkulturforschung. Sie hat bereits vielfältige Beiträge in den Bereichen Medien-, Kommunikations- und Kulturtheorien und -analysen, Cultural Studies und Gender Media Studies veröffentlicht. Die Nachwuchsgruppe „Transkulturelle Öffentlichkeit und Solidarisierung in gegenwärtigen Mediatisierungsprozessen“, die Tanja Thomas zurzeit in Bremen aufbaut, wird von der Hans-Böckler-Stiftung mit drei Promotionsstipendien gefördert.

Prof. Dr. Magdalena Waligorska (FB 8)

Magdalena Waligórska ist seit Juli 2013 Juniorprofessorin für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas im 19. und 20. Jahrhundert im Institut für Geschichtswissenschaft am Fachbereich Sozialwissenschaften. Sie vertritt dort den Schwerpunkt Polen und das Forschungsgebiet jüdische Geschichte und Kultur. Als gebürtige Polin kam sie von der Universität Krakau über die schwedische Dalarna Universität an das European University Institute in Florenz, wo sie über Klezmer-Musik promovierte. Anschließend wechselte sie als Humboldt-Stipendiatin an die FU Berlin bevor sie den Ruf nach Bremen erhielt. Als interdisziplinäre Grenzgängerin zwischen Kulturwissenschaften, Soziologie und Kulturgeschichte beschäftigt sie sich sowohl mit der Erinnerung an den Holocaust und mit Antisemitismus als auch mit popkulturellen Forschungsgegenständen wie Klezmer, Kriminalromane oder Geister. Ihr erstes Buch "Klezmer's Afterlife: An Ethnography of the Jewish Music Revival in Poland and Germany" ist vor kurzem bei Oxford University Press erschienen.

Prof. Dr. Martina Winkler (FB 8)

Martina Winkler ist seit dem 1. Oktober 2013 Professorin für Kulturgeschichte Ostmitteleuropas mit dem Schwerpunkt Tschechische Geschichte im Fachbereich Sozialwissenschaften. In Berlin geboren, absolvierte sie dort auch ihr Studium der Geschichte, Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft sowie der Rechtswissenschaften. Nach der Promotion in Leipzig führten weitere Stationen sie über Stanford, Moskau, Münster und das mittelenglische Loughborough nach Bremen. Zu ihren Forschungsbereichen gehört neben der tschechischen und slowakischen Zeitgeschichte auch die Geschichte Russlands im 18. und 19. Jahrhundert. Thematisch hat sie bisher geforscht und publiziert zu Fragen nationaler Diskurse, Eigentumsgeschichte und Territorialisierung sowie zur Geschichte der Schifffahrt und der Meere. In Bremen will Martina Winkler die Forschung zur Geschichte insbesondere der sozialistischen Tschechoslowakei stärken. Im Zentrum stehen dabei kulturhistorische Problemstellungen, welche das Leben in einer sozialistischen Gesellschaft unter der Perspektive der Dynamik von Konsens und Dissens beleuchten.