2015

Prof. Dr. Anna Förster (FB 1)

Im Februar 2015 wurde Anna Förster als Professorin für Kommunikationsnetzwerke im Fachbereich Physik / Elektrotechnik berufen. Dank der Exzellenz-Initiative wurde sie vorgezogen berufen, so dass sie mit der Professorin für Elektrotechnik, Carmelita Görg, noch einige Zeit zusammen arbeiten kann. Ihre Lehre und Forschung widmet sich vor allem dem Bereich Nachhaltige Kommunikationsnetze mit Anwendungen in Nachhaltigkeit, Katastrophenschutz und -management, sowie Smart City, Smart Home und Smart Grid. Anna Förster ist in Bulgarien geboren und aufgewachsen, hat in Berlin an der Freien Universität Informatik studiert und an der Universität Lugano in der Schweiz promoviert. Zwischen 2010 und 2014 hat sie an der Fachhochschule der italienischen Schweiz als Forscherin gearbeitet. An der Bremer Universität liegt ihr vor allem die Integration von forschendem Lernen am Herzen. Dafür will sie das Labor "Smart Cyber-physical Systems” am Fachbereich Physik / Elektrotechnik einrichten. Hier sind Studierende und Schüler aller Fachrichtungen willkommen um eigene, anwendungsorientierte Projekte zu realisieren. Dabei erhalten sie Hilfestellung aus dem Fachbereich.

Prof. Dr. Mihalis Vrekoussis (FB 1)

Seit Juli 2015 hat Mihalis Vrekoussis den Lehrstuhl Inverse Modelling of the Earth System im Fachbereich Physik/Elektrotechnik der Universität Bremen inne. Vrekoussis studierte und promovierte an der Universität Kreta. Der Titel seiner Dissertation lautete Nitrate radicals (NO3): Their role in controlling the Nitrogen cycle and the Oxidizing Capacity of the atmosphere. Anschließend arbeitete Mihalis Vrekoussis als Postdoc am Environmental Chemical Processes Laboratory (ECPL) auf Kreta, bevor er von 2006 bis 2009 am Institut für Umweltphysik der Universität Bremen forschte. Im Jahr 2012 übernahm er die Leitung der Forschungsgruppe Environmental Chemistry and Observations Laboratory (ECOL) am Energy, Environment and Water Research Center des Cyprus Institute in Griechenland. Sein wissenschaftliches Interesse innerhalb der Atmosphärenchemie und –physik umfasst die Bereiche Luftverschmutzung, Fernerkundung, physikalische und chemische Eigenschaften von Aerosolen und Strahlungsantrieb, Untersuchungen des Schwefel- und des Stickstoffkreislaufs, Bestimmung von Spurengasen und freien Radikalen, klimatologischen und chemischen Zusammenhängen sowie numerischen Simulationen und Datenanalyse.

Prof. Dr. Tilmann Harder (FB 2)

Tilmann Harder ist seit April 2015 Brückenprofessor für Meereschemie am Fachbereich Biologie/Chemie der Uni Bremen und am Alfred Wegener Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Nach einem Chemiestudium in Oldenburg promovierte er dort am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) zur chemischen Analytik von marinen Botenstoffen. Nach einem Postdoc-Aufenthalt in Hong Kong  folgte eine Anstellung als Junior Professor am ICBM als Umweltbiochemiker. Dort etablierte er eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung der chemischen Ökologie von Meeresorganismen.  2008 folgte ein Wechsel an die University of New South Wales (Australien). Dort leitete er als stellvertretender Direktor das Centre for Marine BioInnovation und etablierte ein breit angelegtes chemisch ökologisch ausgerichtetes Forschungsprogramm zur Untersuchung von Umweltstress auf Makroalgen. Weiterhin leitete er eine Arbeitsgruppe am Australian Institute of Marine Science zur Untersuchung von chemischen Ansiedlungssignalen von Korallen. In Bremen baut er zurzeit eine lokale Arbeitsgruppe auf, um Reaktionen von Meeresorganismen auf Umweltstress mittels umweltmetabolomischen Untersuchungsverfahren zu erforschen.

Prof. Dr. Anne Staubitz (FB 2)

Anne Staubitz ist seit Juli 2015 als Professorin für organische Funktionsmaterialien am Institut für Organische und Analytische Chemie im Fachbereich Biologie/Chemie der Uni Bremen tätig. Ihre Interessensgebiete sind die Synthese von halbleitenden Molekülen und Makromolekülen sowie die Synthese von organischen schaltbaren Materialien. Anne Staubitz studierte in Tübingen und München Biochemie und promovierte anschließend an der University of Bristol auf dem Gebiet der Naturstoffsynthese. Sie wechselte dann das Fachgebiet, um sich während ihrer Postdoktorandenzeit mit anorganischen Hauptgruppenpolymeren zu beschäftigen. Im Anschluss daran trat sie eine Juniorprofessur in organischer Chemie an der Universität Kiel an, an der sie ihre eigene Arbeitsgruppe begründete. Diese  Forschungsschwerpunkte will sie auch in Bremen weiter vertiefen. Insbesondere die Bremer Stärke im Bereich der Materialforschung ist ein wichtiger Anker und Kooperationen mit außeruniversitären Forschungsinstituten sind von hohem Interesse. An der Universität will sie verstärkt Erasmusaustauschprogramme einbringen, durch die Studierende wertvolle Erfahrungen im Ausland sammeln können.

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Prof. Dr. Boris Johannes Nachtsheim (FB 2)

Boris Johannes Nachtsheim ist seit Oktober 2015 als Professor für Organische Chemie im Fachbereich Biologie/Chemie der Universität Bremen tätig. Nachtsheim beschäftigt sich mit der Entwicklung kleiner organischer Moleküle, mit deren Hilfe sich chemische Reaktionen effizient katalysieren lassen. Die von ihm entwickelten Katalysatoren können für die Erzeugung von interessanten biologisch aktiven Verbindungen und anderen Effektstoffen, wie beispielsweise Emittern für organische Leuchtdioden, verwendet werden. Zudem beschäftigt er sich mit kleinen selbstassemblierenden Peptiden. Er untersucht deren Rolle in der chemischen Evolution, also abiotischen Prozessen, die zu früheren Zeiten auf der Erde eine Rolle gespielt haben könnten. Schließlich nutzt er diese Peptide zur Erzeugung von biokompatiblen Hydrogelen. Boris Nachtsheim hat Chemie an der Goethe-Universität Frankfurt studiert und dort seine Promotion im Jahr 2009 abgeschlossen. Anschließend forschte er für ein Jahr in Boston an der Harvard Medical School und untersuchte hier die Wechselwirkung zwischen Bakterien und höheren Insekten auf molekularer Ebene. Im Jahr 2010 nahm er eine Juniorprofessur für Organische Chemie an der Universität Tübingen an, wo er die Grundsteine für seine derzeitigen Forschungsschwerpunkte legen konnte.

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Prof. Dr. Nicole Dubilier (FB 2)

Die Bremer Meereswissenschaftlerin Nicole Dubilier wurde im November 2015 als Professorin für mikrobielle Symbiose im Fachbereich Biologie / Chemie der Uni Bremen ernannt. Nicole Dubilier lehrt bereits seit 2012 an der Universität, jetzt wurde sie zur Kooperationsprofessorin ernannt. Die gebürtige Amerikanerin kam als Jugendliche nach Deutschland und hat an der Universität Hamburg studiert und 1992 promoviert. Im Anschluss verbrachte sie zwei Jahre an der Harvard Universität (USA), wo sie ihre Leidenschaft für die Forschung an marinen Symbiosen entdeckte. Nach ihrer Rückkehr wechselte sie zum Max Planck Institut in Bremen. Nicole Dubilier hat zahlreiche internationale Forschungsreisen geleitet. 2013 erhielt sie vom Europäischen Forschungsrat einen ERC Advanced Grant. 2014 wurde Nicole Dubilier mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für ihre Forschung an Symbiosen zwischen Mikroorganismen und marinen Tieren ausgezeichnet. Seit 2013 ist sie Direktorin am Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie. Darüber hinaus ist Nicole Dubilier Projektleiterin am MARUM, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Uni Bremen. Das besondere Interesse der international renommierten Mikrobiologin gilt der Erforschung der Diversität, Ökologie und Evolution von Symbiosen zwischen wirbellosen marinen Tieren und Bakterien.

Prof. Dr. Mehul Bhatt (FB 3)

Seit 2015 ist Mehul Bhatt Juniorprofessor im Bereich Human-Centered Cognitive Assistance im Fachbereich Mathematik/Informatik der Uni Bremen. Gleichzeitig hat er eine Stiftungsprofessur im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) inne. Mehul Bhatt studierte in Mumbai, Indien, und absolvierte seinen Master an der University of Melbourne, Australien. Seine Promotion in Computer Science 2008 in Melbourne wurde durch einen APA Award (Australian Post-graduate Award) gefördert. Bhatt begann seine Tätigkeit in Bremen 2007 als DAAD-Stipendiat in der Forschergruppe Cognitive Systems, einer Kooperation der Uni Bremen mit internationalen Partnern. Von 2011 bis 2014 war er als Projektleiter im Sonderforschungsbereich Spatial Cognition tätig. Es folgten Gastaufenthalte in Australien, Neuseeland, USA, Chile, Japan, Indien und Israel. An der Uni Bremen ist er an unterschiedlichen Initiativen zu Forschendem Lernen, Kooperationsprojekten und Internationalisierungsvorhaben beteiligt. Sein Forschungsschwerpunkt bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Künstlicher Intelligenz, Computational Cognitive Systems und Raumkognition. Die Ergebnisse lassen sich in der Geographie, Robotik und in der medizinischen Informatik anwenden. Darüber hinaus ist der Wissenschaftler Mitbegründer der DesignSpace Group, eine Forschungsgruppe die kognitive Hilfstechnologien für Architekten bereitstellt.

Prof. Dr. Tim Güneysu (FB 3)

Verstärkung im Fachbereich Mathematik/Informatik der Uni Bremen: Seit dem 1. August 2015 leitet Tim Güneysu die Arbeitsgruppe für Technische Informatik mit Schwerpunkt im Bereich der IT-Sicherheit. Tim Güneysu forscht an neuen Sicherheitslösungen für eingebettete und hardwarenahe Systeme, wie beispielsweise die Entwicklung effizienter sicherer kryptographischer Implementierungen für EC-Karten, Mobiltelefone oder auch elektronische Türöffner. Als besondere Herausforderung gilt es dabei, die hohe Berechnungsintensität moderner Kryptographie mit den Anforderungen und dem Kostendruck eingebetteter Systeme in Einklang zu bringen. Insbesondere langlebige Systeme mit hohen Anforderungen an die Langzeitsicherheit  beispielsweise bei der Satellitenkommunikation stehen dabei zentral im Fokus der Forschung. Weitere Forschungsbereiche der Arbeitsgruppe sind außerdem die Entwicklung kryptanalytischer Hardwaresysteme sowie die Entwicklung effizienter hardwarebasierter Lösungen zur Erzeugung echten Zufalls und Geräteauthentizität.

Prof. Dr. Tanja Schultz (FB3)

Tanja Schultz wurde im April 2015 als Professorin für Kognitive Systeme im Fachbereich Mathematik/Informatik berufen. Sie legte 1989 das erste Staatsexamen in Mathematik und Sport ab, bevor sie sich der Informatik zuwandte. Dem Diplom folgte die Promotion in Informatik an der Universität Karlsruhe. Daran schloss sich eine sechsjährige Tätigkeit als Research Scientist und Professor an der Carnegie Mellon in Pittsburgh, PA, USA an. 2007 erhielt sie einen Ruf an das Karlsruher Institut für Technologie, an dem sie das Cognitive Systems Lab (CSL) gründete, sowie die Institute für Anthropomatik und für Technikzukünfte mit begründete. In ihrer Forschung konzentriert sich Tanja Schultz auf die maschinelle Unterstützung der zwischenmenschlichen Kommunikation sowie der Mensch-Maschine-Interaktion auf Basis von Sprache und nonverbalen Kommunikationssignalen. Dazu verknüpft sie maschinelle Lernverfahren mit Innovationen der Biosignalverarbeitung, wie zum Beispiel in der „Lautlosen Sprachkommunikation“ und „Airwriting“. Für ihr Gesamtschaffen auf dem Gebiet „Mensch und Technik in Kommunikationssystemen“ erhielt sie 2012 den Alcatel-Lucent Forschungspreis. An der Uni Bremen möchte die Informatikerin den Schwerpunkt „Information – Kognition – Kommunikation“ weiter ausbauen. Dazu wird sie unter anderem das Biosignale-Labor einrichten, in dem Studierende gemeinsam mit Forschern des CSL@Uni-Bremen menschzentrierte kognitive Kommunikationssysteme realisieren können.

Prof. Dr. Thorsten Dickhaus (FB 3)

Thorsten Dickhaus ist seit März 2015 Professor für Mathematische Statistik im Fachbereich Mathematik/Informatik. Seinen akademischen Bildungsweg startete Dickhaus mit einer Berufsausbildung zum Mathematisch-technischen Assistenten im Forschungszentrum Jülich mit ausbildungsbegleitenden Studium der Technomathematik an der Fachhochschule Aachen / Abteilung Jülich. Von 2003 bis 2005 absolvierte er an der Universität Düsseldorf den Master-Studiengang "Mathematik und Anwendungsgebiete". Dort wurde er 2008 mit einer Arbeit über "False Discovery Rate and Asymptotics"  promoviert. Danach arbeitete der Mathematiker zunächst als PostDoc an der TU Berlin, später als Juniorprofessor für Mathematische Statistik an der HU Berlin. Anschließend wechselte Dickhaus an das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik. In dieser Zeit leistete er wichtige Beiträge zur Theorie der multiplen Tests für hochdimensionale, räumlich-zeitlich abhängige und komplex strukturierte Daten, sowie zur simultanen statistischen Inferenz im Allgemeinen, die weiterhin auch seinen Forschungsschwerpunkt darstellt. An der Uni Bremen plant er, ein Beratungszentrum für Statistik aufzubauen, sowie eine stärkere Vernetzung des Instituts für Statistik am Fachbereich Mathematik mit den Stochastik-Arbeitsgruppen an der Universität Oldenburg verantwortlich mitzugestalten.

Prof. Dr. Fabio La Mantia (FB 4)

Fabio La Mantia hat im Juli 2015 eine Professur im Arbeitsgebiet Energie und Energiewandlungssysteme im Fachbereich Produktionstechnik der Uni Bremen übernommen. La Mantia hat 2004 seinen Master im Fach Chemieingenieurwesen an der Universität Palermo (Italien) absolviert. In seiner Arbeit beschäftigte er sich mit der Charakterisierung amorpher Halbleitermaterialien. Dafür erhielt er eine Auszeichnung der ‚Italian chemical society‘. Anschließend promovierte La Mantia zu Lithiumionen-Batterien an der ETH Zürich. Dort beschäftigte er sich mit der Modellierung poröser Elektroden zur Verwendung in Batterien. Das Besondere dabei: La Mantia überprüfte seine Ergebnisse mit Hilfe eines von ihm entwickelten Multi-Arbeitselektroden-Aufbaus. 2008 schloss sich Fabio La Mantia der Arbeitsgruppe von Professor Yi Cui an der Stanford University (California) an, in die er seine elektrochemischen Kenntnisse in den Bereich der Materialwissenschaften integrieren konnte. Von 2010 bis 2015 war Fabio La Mantia als Arbeitsgruppenleiter im Bereich “Semiconductor and energy conversion” an der Universität Bochum tätig. Hier entwickelte er anderem neue Technologien zur Energiegewinnung aus Salinitätsgradienten, die zur Entsalzung von Meerwasser und zur Lithiumrückgewinnung genutzt werden können.

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Prof. Dr. Edwin Zondervan (FB 4)

Im Oktober 2015 hat Edwin Zondervan die neue Professur für „Systemverfahrenstechnik“ im Fachbereich Produktionstechnik der Uni Bremen angetreten. Im neu gegründeten Labor für Systemverfahrenstechnik (PSE) wird er auf dem Gebiet des nachhaltigen und flexiblen System-Designs von Energienetzen forschen. Der gebürtige Niederländer hat in Leeuwarden, Enschede und Groningen Verfahrenstechnik studiert. Seine Doktorarbeit absolvierte er in Groningen zum Thema “Modellierung, Optimierung und Steuerung von Dead-End-Membranfiltration von Oberflächenwasser”. Danach wechselte Zondervan zur Universität Eind hoven, wo er als Assistant Professor in der Systemverfahrenstechnik-Gruppe der Chemical Engineering-Abteilung arbeitete. Anschließend war er als assoziierter Forscher unter anderem an universitären Laboren in Spanien, USA und Dänemark tätig. Im Jahr 2010 wechselte er zur Polymerreaktion Engineering-Gruppe an die Universität Eindhoven. Zondervan ist Autor und Rezensent für mehrere Chemieingenieurzeitschriften. Einer seiner Aufsätze in der Fachzeitschrift „Computers & Chemical Engineering“ erhielt die Auszeichnung “meist zitierter Artikel von 2010 bis 2012”. In Bremen wird Zondervan Netzwerkmodellierungstechniken und dynamische Optimierungswerkzeuge entwickeln und sie für die Konzeption und den Betrieb von komplexen Energie- und Prozessanlagen nutzen.

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Prof. Dr. Marta Perez-Gussniye (FB 5)

Marta Perez-Gussinye hat im November 2015 die Professur für Geophysik und Geodynamik im Fachbereich Geowissenschaften und am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen übernommen. Nach ihrem Physikdiplom 1996 zog es Marta Perez-Gussinye nach Kiel an das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (GEO-MAR). Hier promovierte sie im Jahr 2000 zum Thema: “Continental rifting and break-up at the West Iberia margin: an integrated geophysical study”. Als Postdoc arbeitete sie am GEOMAR, an der Universität Oxford und beim spanischen Wissenschaftsrat. Dabei konzentrierte sie sich auf Untersuchungen von lithos- und asthenosphärischen Prozessen, besonders im Bereich von Kontinentalrändern. Als Dozentin und Wissenschaftliche Assistentin an der Royal Holloway University of London in den Jahren 2009 bis 2015 erweiterte sie ihren Forschungsschwerpunkt um die Untersuchung der tektonischen Architektur und Entstehung der Kontinentalränder mittels seismischer Daten und numerischer Modellierung. In Bremen wird sie sich nun auf die Verknüpfung zwischen on- und offshore Geologie von Kontinentalrändern und Oberflächenprozessen im Hinblick auf das Potential natürlicher Ressourcen konzentrieren.

Prof. Dr. Thilo Kuntz (FB 6)

Seit Januar 2015 ist Thilo Kuntz Professor im Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Bremen. Seine Arbeitsgebiete sind: Bürgerliches Recht, Gesellschaftsrecht und Rechtstheorie. Nach seinem Jurastudium an der Universität Gießen absolvierte er den Master of Laws an der University of Chicago Law School. Danach war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Akademischer Rat an der Universität Gießen. 2008 wurde er mit einer Arbeit zur Informationsweitergabe bei Buyouts unter Managementbeteiligung promoviert. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Stanford Law School habilitierte er sich in Gießen. In Bremen ist Kuntz einer der Direktoren des Instituts für Handelsrecht. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Schadensrecht, allgemeinen Vertragsrecht sowie im Kapitalgesellschaftsrecht. Im April 2015 hat Thilo Kuntz den hochrangigen Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts erhalten. Er wurde für seine Habilitationsschrift „Gestaltung von Kapitalgesellschaften zwischen Freiheit und Zwang – Venture Capital in Deutschland und den USA" ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. In seiner Arbeit hat der Jurist das deutsche Recht, insbesondere das Aktienrecht umfassend mit dem US-Recht verglichen.

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Prof. Dr. Marius Gros (FB 7)

Marius Gros ist seit Oktober 2015 als Professor für Finanz- und Rechnungswesen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft tätig. Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft arbeitete Marius Gros als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Frankfurt. 2010 erfolgte die Promotion mit einer rechtsvergleichenden Arbeit zur Rechnungslegung in Deutschland und den USA, „Implikationen für eine zweckadäquate Fortentwicklung der deutschen Rechnungslegungskonzeption“. Im Anschluss habilitierte er sich 2015 an der Uni Frankfurt. Im Folgenden arbeitete Gros verstärkt mit Regulierern wie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zusammen und sammelte Lehrerfahrung an den Universitäten Heidelberg und Frankfurt sowie an der Vietnam German University (Vietnam). Seine Interessen liegen in der wissenschaftlichen Begleitung aktueller Regulierungsvorhaben zur Abschlussprüfung, Corporate Governance und Rechnungslegung, also an der Schnittstelle von Wirtschafts- und Rechtswissenschaft. Schwerpunkte bilden dabei die Durchsetzung von Rechnungslegungsstandards sowie die Bilanzierung von Geschäfts- und Firmenwerten. In Bremen möchte Gros sich neben seinen Forschungsprojekten insbesondere in den wissenschaftlichen Austausch mit dem südostasiatischen Raum einbringen.

Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge (FB 8)

Der Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Bremen und das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) freuen sich über Verstärkung: Im Mai 2015 trat die Soziologin Anna-Katharina Hornidge die neue Professur „Entwicklungs- und Wissenssoziologie“ an. Die Wissenschaftlerin studierte Südostasienwissenschaften an den Universitäten Bonn und Singapur. Sie promovierte über die Konstruktion von Wissensgesellschaften. Anna-Katharina Hornidge leitete seit 2006 am Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn interdisziplinäre Forschergruppen zu Südost- und Zentralasien. Von 2012 bis Ende 2014 hatte sie die wissenschaftliche Koordination des bundesweiten Kompetenznetzwerkes Crossroads Asia inne. Nach ihrer Habilitation 2014 wurde sie befristet auf die Direktorenstelle und Professur der sozialwissenschaftlichen Abteilung des Zentrums für Entwicklungsforschung berufen, bevor sie den Ruf nach Bremen annahm. Mit Crossroads Asia und dem Zentrum für Entwicklungsforschung bleibt sie als Vorstandsmitglied und ‚Senior Fellow‘ weiterhin verbunden. In Bremen wird Anna-Katharina Hornidge in ihrer Arbeitsgruppe marine Epistemologien entlang des Äquators untersuchen. Dabei geht es ihr darum, zu verstehen, wie unterschiedliche marine Wissenskulturen und Glaubenssysteme mit den Herausforderungen des zunehmenden Umweltwandels und der sozio-politischen Transformationsprozesse umgehen.

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Prof. Dr. Ben Marzeion (FB 8)

Im September 2015 hat Ben Marzeion eine Professur für physische Geographie im Fachbereich Sozialwissenschaften der Uni Bremen übernommen. Er vertritt dort den Schwerpunkt Klimageographie. Nach dem Studium der Ozeanographie in Kiel promovierte Marzeion an der Universität Bergen (Norwegen) über die Stabilität der Ozeanzirkulation im Nordatlantik. Einem kurzen Aufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (USA) folgte der Wechsel an die Universität Innsbruck (Österreich). Dort forschte er zunächst am Institut für Geographie, später am Institut für Meteorologie und Geophysik, zu Wechselwirkungen zwischen Gletschern und Klima. Im Zentrum seiner Arbeit steht die globale Modellierung der Dynamik von Gebirgsgletschern. An der Uni Bremen beschäftigt sich Ben Marzeion nun insbesondere mit der Bedeutung der Gletscherschmelze für regionale Meeresspiegeländerungen. Darüber hinaus untersucht er den Einfluss von Gletschern auf die Wasserverfügbarkeit, der – je nach lokalem Klima, aber auch nach den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung – regional sehr große Unterschiede haben kann.

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Prof. Dr. Christine Lohmeier (FB 9)

Christine Lohmeier hat im Wintersemester 2015 den Ruf auf die Professur Kommunikations- und Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Vergleichende Kulturanalyse angenommen. Zuvor hatte sie die Professur für zwei Semester vertreten. Christine Lohmeier kommt nach zahlreichen internationalen und nationalen Stationen an die Universität Bremen. Ursprünglich aus Westfalen zog es sie für das Studium der Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien an die Universität Passau. Es folgte ein Masterabschluss in Media Research an der Universität Stirling in Schottland und die Promotion an der Universität Glasgow (Schottland). Christine Lohmeier lehrte anschließend an der Universität Rotterdam (Niederlande), bevor sie drei Jahre als Akademische Rätin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der LMU in München tätig war. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Internationale und Transkulturelle Kommunikation, Erinnerungskulturen und digitale Praktiken. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die innovative Weiterentwicklung qualitativer Methoden.

Prof. Dr. Eeva Sippola (FB 10)

Eeva Sippola forscht und lehrt seit dem 1. Januar 2015 als Professorin für Postcolonial Language Studies im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Bremen. Eeva Sippola studierte Hispanistik und Linguistik an der Universität Helsinki (Finnland) und an der Universidad Autónoma de Madrid (Spanien). Während ihrer Promotion beteiligte sie sich an der Herausgabe des „Atlas of Pidgin and Creole Languages“ des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie. Nach der Promotion 2012 in Helsinki arbeitete sie am Finnland-Institut in Madrid. Anschließend wechselte sie als Post-Doc in die Cognitive Creolistics Research Group an der Universität Aarhus (Dänemark). Ihre Forschungsinteressen sind unter anderem Sprachkontakt, Typologie und Soziolinguistik in postkolonialen Situationen, insbesondere Pidgin- und Kreolsprachen. Ihre jetzige Forschung konzentriert sich auf phylogenetische Methoden zur Untersuchung von Iberischen Kreolsprachen und Sprachideologien in Migrantengruppen. Eeva Sippola ist Ko-Präsidentin der „International Association of Postcolonial and Colonial Linguistics“, die 2014 in Bremen gegründet wurde. Die Vereinigung untersucht die Beziehungen zwischen Sprache und Kolonialismus aus historischer und zeitgenössischer Perspektive und unterstützt so die Etablierung von Colonial and Postcolonial Linguistics als neues Forschungsfeld in der Sprachwissenschaft.

Prof. Dr. Kerstin Knopf (FB 10)

Zum 1. Januar 2015 wurde Kerstin Knopf als Professorin für Postcolonial Literary and Cultural Studies im Fachbereich Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften berufen. Kerstin Knopf studierte Amerikanistik/Kanadistik, Hispanistik und Skandinavistik an der Universität Greifswald mit Studienaufenthalten in Los Angeles (USA), Regina (Kanada), und Göteborg (Schweden). Sie promovierte 2003 zu indigenen Filmen in Kanada und den USA und habilitierte sich 2012 zu kanadischer Gothic Literatur im 19. Jahrhundert. Sie forschte dazu in Regina, Toronto und Ottawa und unterrichtete nordamerikanische Literatur, Filme und Medien in Greifswald, Rostock, Mainz, und Chester (USA). Ihre Forschungsgebiete sind die postkolonialen und indigenen Studien, afrikanische Diaspora Studien, nordamerikanische Gefängnisliteratur und Literatur des 19. Jahrhunderts, sowie Frauen- und Geschlechterstudien. Zurzeit arbeitet sie in einem internationalen Forschungsprojekt zu indigenen Filmen. Darüber hinaus ist sie an zwei Publikationsprojekten zu „Indigenem Wissen“ beteiligt. Kerstin Knopf ist seit Februar Vizepräsidentin der Gesellschaft für Kanada-Studien in deutschsprachigen Ländern. Diese interdisziplinäre Fachgesellschaft untersucht Kanada-bezogene Thematiken aus verschiedenen fachwissenschaftlichen Blickwinkeln in Sektionen wie anglophone und frankophone Sprache, Literatur und Kultur, Frauen- und Geschlechterstudien, Geographie, Wirtschafts-, Politik- und Sozialwissenschaften.

Prof. Dr. Carolin Patzelt (FB 10)

Carolin Patzelt ist seit September 2015 Professorin für Romanische Sprachwissenschaft / Schwerpunkt Hispanistik im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Uni Bremen. Nach einem Studium der Anglistik und Romanistik an den Universitäten Siegen und Salamanca promovierte Carolin Patzelt 2007 in Siegen mit einer Arbeit zu Aspekt und Aktionsart im spanischen Fachstil. Im Anschluss war sie zunächst als Postdoc am SFB 538 „Mehrsprachigkeit“ der Universität Hamburg tätig, bevor sie als Akademische Rätin für spanische und französische Sprachwissenschaft an die Universität Bochum ging. Dort war sie unter anderem Mitbegründerin des Netzwerks „Ruhr-Zentrum für Mehrsprachigkeit“. Nach Forschungsaufenthalten in Peru, Brasilien und Französisch-Guayana erfolgte 2014 in Bochum die Habilitation zu migrationsbedingtem Sprachwandel am Beispiel Französisch-Guyanas. Nach einer  Vertretung an der FU Berlin nahm sie im Sommer 2015 den Ruf nach Bremen an. Hier baut sie derzeit eine Arbeitsgruppe zur Untersuchung von Sprachkontakt und Sprachkonflikt in modernen Migrationsgesellschaften auf und will künftig den Forschungsschwerpunkt „Koloniallinguistik“ des Fachbereichs aus romanistischer Perspektive verstärken.

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Prof. Dr. Ulrike Haug (FB 11)

Ulrike Haug hat im September die Professur für Klinische Epidemiologie und Pharmakoepidemiologie an der Universität Bremen übernommen. Die Professur ist mit der Leitung der Abteilung „Klinische Epidemiologie“ am Leibniz-Institut für Präventions forschung – BIPS verbunden. Ulrike Haug tritt damit die Nachfolge von Professorin Edeltraut Garbe an, die diese Doppelfunktion von 2007 bis zu ihrem Ruhestand 2015 ausübte. Nach ihrem Pharmaziestudium promovierte Ulrike Haug an der Universität Heidelberg. Im Anschluss forschte sie dort am Deutschen Krebsforschungszentrum und lehrte an der Uni Heidelberg, wo sie sich im Jahr 2013 habilitierte. Zwischendurch war sie als Assistant Professor an der University of Minnesota (USA) tätig und absolvierte Kurzaufenthalte als Gastwissenschaftlerin unter anderem in Rotterdam (Niederlande). Ein wichtiger Forschungs-schwerpunkt von Ulrike Haug ist die Darmkrebsfrüherkennung. Sie arbeitet an der diagnostischen Bewertung von Testverfahren sowie an der Optimierung und Evaluation von Programmen zur Krebsfrüherkennung. Weiterhin forscht sie zu Krebsprävention bei Risikogruppen insbesondere bei Personen mit einer familiären Krebsvorbelastung. Ulrike Haug hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten etwa ein Forschungsstipendium der Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung sowie den Felix Burda Award in der Kategorie „Medical Prevention“.