07.12.2017
Autor/in: Stefanie Möller
Mitteilung Nr.: 236

„Musa, Tangali und Bremen“ – Kurzroman von Geflüchteten für Geflüchtete erschienen

Die Veröffentlichung der Lehr-Lernwerkstatt Fach*Sprache*Migration des Arbeitsbereichs Interkulturelle Bildung der Universität Bremen ist ein Beispiel für Zusammenarbeit auf Augenhöhe im Bildungsbereich.

Nr. 236 / 7. Dezember 2017 ML

Geflüchtet aus Afrika – dieser Hintergrund verbindet aktuell viele junge Männer, die neu in Bremen angekommen sind, so auch Abdou Karim Diallo, Cheikh Diop, Matar Diop und Modi Samb. In der Lehr-Lernwerkstatt der Universität Bremen, wo dialogisches Lernen großgeschrieben wird, entwickelten sie die Idee zu einem ungewöhnlichen Gemeinschaftsprojekt. Die vier Nachwuchsautoren brachten ihre Erfahrungen rund um Flucht, Ankommen und Deutschlernen zusammen und erzählen in einem Kurzroman die fiktive Geschichte von Musa auf seinem Weg von Guinea nach Deutschland. Mit ihrer Geschichte möchten sie den Menschen mit einem ähnlichen Schicksal beim Lernen der fremden Sprache helfen und Orientierung geben. Herausgekommen ist ein Kurzroman in der Form eines easy readers, also geschrieben in einfachem Deutsch für alle, die Deutsch lernen oder lehren.

Mitgestaltung und Empowerment im Mittelpunkt

Die Lehr-Lernwerkstatt Fach*Sprache*Migration hat die doppelte Zielsetzung, Bildungs- und Ausbildungschancen von Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte zu verbessern und gleichzeitig die im Projekt als Förderlehrkraft arbeitenden Lehramtsstudierenden für die Arbeit mit sprachlich und kulturell heterogenen Lerngruppen zu sensibilisieren. „Menschen, die neu zugewandert sind, haben sehr unterschiedliche Bildungsbiografien. Es geht bei unserer Arbeit darum, alternative Wege aufzuzeigen, sich Lehrinhalte zu erschließen und Erfolgserlebnisse zu schaffen, auch wenn noch keine ausreichenden Deutschkenntnisse vorliegen. Dass am Ende einer solchen interkulturellen Zusammenarbeit auch eine Romanveröffentlichung stehen kann, ist für alle Beteiligten ein ganz besonderer Erfolg und zeigt wie echte Mitgestaltung von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund ermöglicht werden kann.“, erklärt die pädagogische Leiterin Katja Baginski.

Didaktische Materialien sollen den Roman begleiten

Gemeinsam mit Studierenden und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen entstehen Unterrichtsmaterialien, die erprobt und evaluiert werden sowie als Download zu Verfügung stehen. Auch für den Kurzroman „Musa, Tangali und Bremen“ ist die Entwicklung von didaktischen Materialien geplant. Die Lehr-Lernwerkstatt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Bremen, der Senatorin für Kinder und Bildung sowie der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz und wird von der Freudenbergstiftung und der Kindergeldstiftung Bremen unterstützt.

Am Montag, 11. Dezember um 18:30 Uhr findet eine gemeinsame Präsentation des Romans der Lehr- Lernwerkstatt Fach*Sprache*Migration der Universität Bremen und der Stadtbibliothek Bremen im Wall-Saal der Zentralbibliothek (Am Wall 201) statt. Die fünf Verfasser die aus dem Senegal, Mali und Guinea kommen, stellen ihr Werk persönlich vor. Der Text wird von Erik Roßbander (Shakespeare Company Bremen) gelesen. Der Eintritt zur Lesung ist frei.

Mehr zur Lehr-Lernwerkstatt unter: www.lehrlernwerkstatt.uni-bremen.de

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Bildungs- und Erziehungswissenschaften
Arbeitsbereich Interkulturelle Bildung
Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu (Leitung)

Informationen zur Lehr-Lernwerkstatt:
Katja Baginski (Pädagogische Leitung)
Tel.: 0421 218 69061
E-Mail: baginskinoSpam@uni-bremen.de