Wanderausstellung "HAYMATLOZ"

Fassade der Istanbul Universität mit Torbogen und türkischer Flagge
© Universität IstanbulAn der Universität Istanbul (İstanbul Üniversitesi), der ersten in der Türkei, waren die meisten deutschen Wissenschaftler während des Exils tätig. (Foto: Universität Istanbul)

Von Ende Juli bis Ende August 2011 war als Teil des Rahmenprogramms zum 40. Geburtstag der Universität Bremen die Wanderausstellung „HAYMATLOZ – Exil in der Türkei 1933 – 1945“ im Haus der Wissenschaft zu sehen.

Etwa 1.000 in Nazi-Deutschland verfolgte, diskriminierte und ausgebürgerte Wissenschaftler, Künstler und Politiker waren von 1933 – 1945 als Staatenlose bzw. Heimatlose in der Türkei aufgenommen worden. Diesen Flüchtlingen war das Wort „Haymatloz“ in ihre türkischen Fremdenpässe geschrieben worden. Als Lehnwort ist es sogar in die türkische Sprache aufgenommen worden. Die Wanderausstellung „HAYMATLOZ – Exil in der Türkei von 1933 – 1945“ erinnerte an diesen weitgehend unbekannten Teil der deutsch-türkischen Geschichte.

Durch Fotos und Dokumente veranschaulichte die Ausstellung die Lebenswege deutschsprachiger Exilanten in der Türkei. Die Wanderausstellung kam als Kooperationsprojekt des AKTIVEN MUSEUMS Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. und der Universität Bremen in die Hansestadt.

Hunderte der deutschen Flüchtlinge waren auf Einladung der türkischen Regierung an den Bosporus gekommen, um an entscheidender Stelle zur Modernisierung von Gesellschaft, Kultur und vor allem Wissenschaft beizutragen. Die Ausstellung HAYMATLOZ erinnerte nicht nur an die aus Deutschland durch die Nationalsozialisten Vertriebenen, sie rief gleichzeitig die Reformepoche der Türkei unter Atatürk in Erinnerung. Die Ausstellung HAYMATLOZ erzählte die sehr unterschiedlichen Lebensgeschichten im türkischen Exil. Dabei ging es sowohl um Prominente als auch um Menschen, deren Geschichten bisher unbekannt waren. Ein weiterer Teil der Ausstellung erläuterte die historischen Bedingungen des Exils in der Türkei.

Die deutsch-türkischen Beziehungen sind aber nicht nur mit dem Blick auf die Vergangenheit ungewöhnlich. Vor 50 Jahren trat das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei in Kraft, das beiden Ländern außergewöhnliche Entwicklungsimpulse gegeben hat. Bis heute gibt es zudem einen lebhaften Austausch zwischen deutschen und türkischen Hochschulen, der im vergangenen Jahr sogar in der Gründung der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul mündete.

Die Ausstellung wurde von einer Vortragsreihe mit Expertinnen und Experten über die Vielfalt deutsch-türkischer Wissenschaftsbeziehungen begleitet.