"Grüne" Outdoortextilien

© Sonja Faetsch, University of Bremen
Foto: Dr. Christian Weber
Foto: Carmen Umlandt

Die Deutsche Bundestiftung Umwelt (DBU) fördert unser Projekt ‘Outdoortextilien’. Unter dem Motto ‘Wasserdicht, atmungsaktiv und grün’ werden in Zusammenarbeit von UFT, dem Bundesverband der Deutschen Sportartikel–Industrie e.V. (BSI)  und dem Umweltbundesamt (begleitend) nachhaltigere Alternativen zu etablierten fluorhaltigen wasser-,  öl- und schmutzabweisenden Textilappreturen erforscht.

DWR (durable water repellent)-Beschichtungen werden in der Textilindustrie angewendet, um Produkte mit wasser-, öl- und schmutzabweisenden Eigenschaften zu erhalten. Dabei werden häufig langkettige (per-)fluorierte Alkylverbindungen (PFAA), vor allem Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonat (PFOS), verwendet. Neben ihrer exzellenten wasser- und ölabweisenden Eigenschaften ist die stabile, auch mehrere Waschgänge standhaltende Anbindung der PFAAs an die Textilien ein großer Vorteil. Die Anwendung von PFAAs in unterschiedlichen Produkten führt nun dazu, dass ihr Eintrag in die Umwelt stark zunimmt. In verschiedenen Umweltmatrizes und Organismen, einschließlich Menschen, sogar in abgelegenen Gebieten wie der Arktis oder Antarktis, wurden sie bereits nachgewiesen. Dies kann zu einer Vielzahl von Umweltproblemen führen und Konsequenzen für die Gesundheit des Menschen haben. PFOA ist als persistent, bioakkumulierend und toxisch (PBT) und wegen nachgewiesener Reproduktionstoxizität als „Substanz mit besonders besorgniserregenden Eigenschaften (SVHC)“ in der Kandidatenliste der REACH-Verordnung gelistet. PFOS ist als „New Persistent Organic Pollutant (New POP)“ unter der Stockholm Konvention erfasst, und somit besteht -  mit einigen Ausnahmen - hier bereits ein Verwendungsverbot. Die Nutzung von langkettigen PFAAs wird dann nur noch eingeschränkt möglich sein. Mögliche Alternativen sind kurzkettige Fluorverbindungen, deren Gefahrenpotenzial noch nicht ausreichend geklärt ist.

Ziel dieses Projektes ist es daher, in Zusammenarbeit von Anwendern (Vertreten durch den Verband), UFT und (beratend) UBA Alternativchemikalien (fluorfrei und fluorhaltig) zu ermitteln, die sowohl optimale wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften als auch nachhaltiges Umweltverhalten in sich vereinen.

 

 

 

 

 

 

 

Fotos:

Der Bundespräsidenten Joachim Gauck, die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Kuratoriumsvorsitzende der DBU Frau Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter informieren sich an unserem Stand auf der Woche der Umwelt zu unserem Projekt.

Kontakt:

Dr. Marta Markiewicz

Dr. Stefan Stolte