Transferformate

Demokratiewerkstatt – Workshop für Jugendliche zur gesellschaftlichen Mitbestimmung

Die Demokratiewerkstatt richtet sich an Jugendliche, die sich gesellschaftspolitisch oder sozial engagieren und durch die Teilnahme an diesem Bildungsformat darin unterstützt werden, als Multiplikator*innen in ihrem sozialen Umfeld zu wirken. In einem mehrtägigen Workshop haben sie die Möglichkeit, sich mit Fragen einer gerechten und idealtypisch konstruierten Gesellschaft kreativ und lösungsorientiert auseinanderzusetzen. Methodisch knüpft das demokratie camp an das Format einer Zukunftswerkstatt an, die in verschiedenen Phasen gesellschaftliche Probleme thematisiert, die dann in weiteren Schritten über eine kreative Phase der Utopie in Richtung lösungsorientierte Handlungsmöglichkeiten imaginiert und schließlich praktisch multi-medial in Ansätzen umgesetzt werden. Zentral ist hierbei, dass die Jugendlichen für die von ihnen identifizierten und artikulierten Probleme eigene Lösungswege selbstständig erarbeiten. Auf diese Weise wird die gestaltende Teilnahme an der Gesellschaft gefördert und über Netzwerkarbeit und neue mediale Kompetenzen erweitert. 

Die Ergebnisse werden über den Blog der Demokratiewerkstatt öffentlich verbreitet.

Flyer Demokratiewerkstatt [PDF] (268 KB)

Street Education – Ad-hoc-Diskussionen mit Passant*innen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen

Das Format Street Education erprobt Formen und Ansätze einer demokratischen Lernumgebung außerhalb von Schule, Universität und dem formalen Bildungssystem. Besonders in benachteiligten Stadtteilen und sogenannten sozialen Hotspots sollen innovative Bildungsangebote gemacht werden. Diese richten sich an Menschen jeden Alters und jeder Herkunft, sollen aber explizit unterprivilegierten und benachteiligten Jugendlichen und sozialen Gruppen einen Zugang zu zivilgesellschaftlichen Themen und politischer Bildung eröffnen. An einem mobilen Stand werden aktuelle Themen wie Bildungsgerechtigkeit, Migration oder Wahlen präsentiert, um die Aufmerksamkeit und das Interesse von Passanten zu wecken. In Kooperation mit lokalen Netzwerken und Akteuren soll ein Austausch auf der Basis von Ad-hoc Diskussionen ermöglicht werden, die wiederum Anstoß für eine Beschäftigung und Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen sein sollen. Ziel ist es, stereotype Vorstellungen und Vorurteile über einen Reflexionsprozess hervorzubringen, in Frage zu stellen und festgefahrene Denkmuster aufzubrechen. Dieses Bildungsformat wurde unter dem Namen Street University bereits in ähnlicher Form vom Zentrum für die Didaktiken der Sozialwissenschaften (ZeDiS) durchgeführt, bspw. in Zusammenhang mit der Bremer Bürgerschaftswahl.

Democracy Coaches (IDA)

Politische Bildung in der Schule ist in der Regel vorstrukturiert durch Hierarchien zwischen Lehrkräften und Schüler*innen sowie durch curriculare Vorgaben der Lerninhalte. Das Bildungsformat IDA richtet sich an Lehramtsstudierende in ihrer Multiplikator*innenfunktion als primäre Zielgruppe. In einem umfassenden Trainings- und Schulungsprogramm erproben diese projektorientierte und partizipative Methoden, die ein reflektiertes, anwendungsbezogenes, selbstgesteuertes und kritisches Lernen in der Schule fördern sollen. Die erlernten Methoden und Ansätze können die teilnehmenden Lehramtsstudierenden in den Praxisphasen ihres Studiums in die Schulen tragen und dort anwenden. Hierdurch soll das Verständnis von Schule als Ort einer demokratieförderlichen Lernumgebung herausgebildet und das fachspezifische Wissen zu aktiver Staatsbürgerschaft, Partizipation und demokratischen Grundwerten erweitert werden. Das langfristige und nachhaltige Ziel dieses Bildungsformats ist es, projektorientierte und partizipative Lehr-/Lernmethoden sowohl in das Curriculum der Lehramtsausbildung als auch in die Schulcurricula zu integrieren. Darüber hinaus leistet dieses Format einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung von und an Schulen. Bereits seit 2010 führt das ZeDiS gemeinsam mit verschiedenen Bremer Schulen das Projekt Bremer Stadtforscher durch. In diesem Rahmen findet jährlich forschendes Lernen im sozialwissenschaftlichen Projektunterricht statt.

Bremer Stadtforscher – Schülerprojekt zur kommunalen Partizipation

Im Stadtforscher-Projekt sollen Schülerinnen und Schüler nach dem Prinzip des forschend-entdeckenden Lernens über die konkrete Auseinandersetzung mit stadtbezogenen Themen erste Erfahrungen eigener Recherche sammeln. Dabei lernen sie Methoden der Sozial- und Geisteswissenschaften kennen. Ihre Forschungsthemen wählen die Jugendlichen selbst. Sie entscheiden, mit welchen Personen, Institutionen und Projekten sie zur Recherche und Realisierung ihres Forschungsvorhabens kooperieren. Die Projektarbeit beginnt mit dem zweiten Schulhalbjahr und endet vor den Sommerferien. Speziell ausgebildete Lehramtsstudierende begleiten die Schülerinnen und Schüler als Projekttutoren. Unterstützt wird das Projekt „Bremer Stadtforscher“  unter anderem von der Sparkasse Bremen.

Das Projekt „Bremer Stadtforscher“ findet seit 2010 einmal im Jahr statt. Die Idee dafür stammt vom Zentrum für die Didaktiken der Sozialwissenschaften der Universität Bremen. Hier haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fächer Politik, Geographie und Geschichte zusammengetan, um dem sozialwissenschaftlichen Unterricht neue Impulse zu geben. Dabei kooperieren sie eng mit den Partnerschulen und Lehrkräften.

Die beteiligten Partnerschulen:

•    Wilhelm-Olbers-Schule
•    Kippenberg Gymnasium
•    Oberschule Findorff
•    Cato Bontjes van Beek Gymnasium
•    Oberschule am Leibnizplatz
•    Altes Gmynasium  

Bremer Leben – Schülerprojekt zur Erforschung von Arbeitsbiografien

Ausgehend von einer sich stetig wandelnden Arbeitswelt und dem damit verbundenen Postulat des lebenslanges Lernens, wurde ein Konzept zur beruflichen Orientierung für die gymnasiale Oberstufe entwickelt, das die beiden Komponenten miteinander verbindet. In Kooperation mit Universität, Schulen und Unternehmen erforschen Schüler*innen und Studierende mit der Methode der (Auto)Biographieforschung gemeinsam die Arbeitswelt. Durch die Verbindung von berufssoziologischer, politikwissenschaftlicher und -didaktischer Perspektive analysieren, reflektieren und bilanzieren die Forscher*innenteams im Rahmen des Projekts nicht nur die von ihnen selbst erhobenen Erwerbsbiographien, sondern setzen diese auch zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in Arbeit und Beruf in Beziehung. Dadurch erhalten die Projektbeteiligten nicht nur einen interpretativen und verständnisintensiven Einblick in die mehrdimensionale soziale und politische Realität, sondern lernen zugleich auch, diese Realität kompetent zu beurteilen. Sie werden in die Lage versetzt, ihre eigenen Ressourcen zu reflektieren und diese im Sinne einer politischen und berufsbiographischen Urteilskompetenz in ihr politisches und berufliches Selbstbild zu integrieren. Oberstes Ziel des Projektes ist es also, einen Beitrag zur persönlichen Standortbestimmung der teilnehmenden Schüler*innen zu leisten und einen ersten beruflichen Orientierungsprozess anzustoßen.