Lehrerbildung: Projekt stärkt Netzwerk zwischen Uni, LIS und Schulen

Foto 1: © Senatorische Behörde, Bremen
Unterrichtssituationen zum forschenden Lernen in Schulen sind ein wichtiges Forschungsthema des neuen Projekts.
Foto 2: © Petra Ehlers
Die Bildsequenz zeigt eine Videoanalyse zu Gesten im Unterrichtsgespräch im Rahmen einer Masterarbeit.

Duale Promotion für angehende Lehrerinnen und Lehrer

Damit Lehrerinnen und Lehrer im Land Bremen eine gute Aus- und Weiterbildung erhalten, arbeiten Universität, Landesinstitut für Schule (LIS) und bremische Schulen in einem großen Netzwerk zusammen. An der Uni Bremen gibt es jetzt ein neues Projekt, das diese Kooperationen stärkt und weiter ausbaut. Der Fokus liegt zunächst auf dem forschenden Lernen.

Das Projekt mit dem Titel „FIT Forschungswerkstatt integriert“ ist Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“, für welches das Zentrum für Lehrerbildung der Uni Bremen knapp 2,7 Millionen Euro beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingeworben hat. Bundesweit soll damit die Lehrerbildung an deutschen Hochschulen verbessert werden.

Vielzahl an Kooperationen

„Wir haben an unserer Universität seit vielen Jahren eine Vielzahl an Kooperationen in den einzelnen Fachwissenschaften und Fachdidaktiken, die mit dem LIS und den bremischen Schulen gut zusammen arbeiten“, sagt Professor Andreas Klee. Der Politikwissenschaftler leitet das Projekt gemeinsam mit der Professorin für Kunstpädagogik und Ästhetische Bildung Maria Peters.

Forschendes Lernen steht im Fokus

Im Rahmen des dreijährigen Projekts geht es nun darum, die Kooperationen zu sichten, weiter zu entwickeln und zu institutionalisieren. Exemplarisch soll dies am Beispiel der Fächer Biologie, Politik und Englisch geschehen. Für jedes Fach hat sich hierfür ein dreiköpfiges Team aus Universität, LIS und Schule gebildet. „Dabei legen wir zunächst den Fokus auf das forschende Lernen“, so Klee. „Wir schauen, in wieweit dieser Aspekt in den drei Fächern in den unterschiedlichen Ausbildungsphasen der Lehrerbildung vorkommt: im Studium, im anschließenden Referendariat und in der Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Zudem entwickeln die Projektbeteiligten neue Ideen für die Praxis. „An unserer Universität ist das forschende Lernen ein wichtiger Bestandteil im Studium“, so Maria Peters. Ziel sei es nun, in dem Netzwerk von Universität, LIS und Schulen ein gemeinsames Verständnis von forschendem Lernen zu schaffen und für die Schulpraxis weiter zu entwickeln.

Online-Kursangebot entsteht

Begleitend dazu bauen Peters und ihr Team ein praxisbezogenes Online-Kursangebot mit dem Titel „Research in Education“ auf. Als Web-Angebot der Universität Bremen soll es Studierenden, Lehrenden, Referendaren sowie Lehrerinnen und Lehrern im Rahmen der Lehreraus- und -weiterbildung zur Verfügung stehen. „Neben einer Einführung in den Vorgang des empirischen Forschens in Schule und Bildung wollen wir Methoden zur multimedialen Datenerhebung und Datenauswertung in Bild, Ton, Text und Video bereitstellen“, erläutert Peters. Ergänzt durch online verfügbare Kommunikations- und Präsentationsräume werde dadurch die Präsenzlehre im Seminar sinnvoll ergänzt. Die Entwicklung, Anwendung und Evaluation der Onlinekurse findet in Kooperation mit dem Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) statt.

Über das „Zukunftskonzept "Schnittstellen gestalten“

Das Projekt  „FIT Forschungswerkstatt integriert“ ist eines von mehreren Vorhaben, die zurzeit im Rahmen des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ umgesetzt werden. Ziel des Bremer Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ ist eine engere Verzahnung der Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und Erziehungswissenschaften sowie von Theorie und Praxis. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen zu reflektierten Praktikern ausgebildet werden. Insgesamt gibt es vier Teilprojekte.

Autorin: Meike Mossig