Mit e-Portfolio die Lehrerbildung besser vernetzen

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Mit e-Portfolio die Lehrerbildung besser vernetzen

Studierende müssen zur Reflexion ihrer Praxisphasen in den Schulen Reflektionsberichte – Portfolios – erstellen. Das neue e-Portfolio soll diese Prozesse optimieren.

Das Lehramtsstudium an Universitäten ist vielfältig: Studierende werden nicht nur in ihren Fächern ausgebildet, sondern auch in den jeweiligen Fachdidaktiken und Erziehungswissenschaften. Hinzu kommen Praxisphasen an Schulen. Doch die Bereiche sind meist zu wenig vernetzt. Studierende können häufig keine inhaltlichen Bezüge herstellen. Ein neues Projekt an der Uni Bremen soll das ändern.

Beispiel Praxisphasen: Im Vergleich zu anderen Universitäten in Deutschland weist das Lehramtsstudium an der Universität Bremen einen hohen Praxisanteil auf. So beginnen die Studierenden im Bachelor mit einem Orientierungspraktikum im Studiengang Erziehungswissenschaften sowie mit praxisorientierten Elementen in ihren gewählten Studienfächern. Im Master folgt ein mehrmonatiges Praxissemester an einer Schule, das von den Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken betreut wird.

Projekt der Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken

„Bisher erstellen die Studierenden zur Reflexion der Praxisphasen für jede einzelne Fachdisziplin ein separates Portfolio“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Anne Levin. Sie bedauert, dass Reflexionen und Rückmeldungen aus den Praktika zu wenig aufeinander aufbauen und kaum interdisziplinär in den gesamten Studienverlauf mit einbezogen werden. Professorin Levin und ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken haben deshalb das Projekt „e-Portfolio“ gestartet, um dies zu ändern. Ziel ist es, dass Studierende zukünftig an nur einem digitalen Reflexionsportfolio während ihres gesamten Studiums arbeiten.

Technische Umsetzung durch ZMML

Bis zum Jahr 2019 wird das Projekt-Team entsprechende Aufgabenformate entwickeln. Die technische Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) der Uni Bremen. „Der Vorteil der digitalen Verfügbarkeit des e-Portfolios ist zudem, dass Studierende, Mentorinnen und Mentoren sowie Dozentinnen und Dozenten flexible Möglichkeiten haben, an den Entwicklungsprozessen teilzuhaben und sich darüber auszutauschen“, sagt Levin, die das Projekt leitet. Mit der e-Portfolioarbeit sollen die Studierenden eine Grundhaltung als "reflektierte Praktiker" aufbauen und einüben.

Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“

Das Projekt „e-Portfolio“ ist Teil des Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“. Dafür hat das Zentrum für Lehrerbildung der Uni Bremen knapp 2,7 Millionen Euro beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderinitiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ eingeworben. Bundesweit soll damit die Lehrerbildung an deutschen Hochschulen verbessert werden.

Die Ziele des Zukunftskonzepts

Ziel des Bremer Zukunftskonzepts „Schnittstellen gestalten“ ist eine engere Verzahnung der Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und Erziehungswissenschaften. Gleiches gilt für Theorie und Praxis. Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer sollen zu reflektierten Praktikern ausgebildet werden. Insgesamt gibt es vier Teilprojekte.

Autorin: Meike Mossig