Schüler fragen Wissenschaftler: Regiert Geld die Welt?

Auftaktveranstaltung Reihe "Nachgefragt!"

Wer sollte mehr verdienen? Die Menschen, die das Weserstadion gebaut haben oder die Fußballer, die darin spielen? Was bedeutet Reichtum? Sind Bitcoins die Zahlungswährung der Zukunft? Diese und andere Fragen rund ums Thema Geld diskutierten Lehramtsstudierende und Wissenschaftler mit Schülern der Oberschule Am Barkhof. Anlass war die neue Veranstaltungsreihe „Nachgefragt“ der Universität Bremen.
Organisiert wird sie von der Lehrerbildung der Universität im Rahmen des Projekts „Schnittstellen gestalten“. „Unser Ziel ist es, Schule und Ausbildung, Theorie und Praxis und damit verschiedene Lebenswelten enger miteinander zu verbinden“, sagt die Leiterin des Projekts und Wissenschaftliche Direktorin des Uni-Zentrums für Lehrerbildung (ZfL), Professorin Sabine Doff.
 
Geschredderte Banknoten zur Begrüßung

Ein ungewöhnliches Geschenk gab es direkt zu Beginn der Auftaktveranstaltung mit dem Titel „Geld regiert die Welt! Warum eigentlich?“, die nahe der Universität im BITZ – Bremer Innovations- und Technologiezentrum  stattfand. Eine Vertreterin der Deutschen Bundesbank, Julia von Borstel, brachte nicht nur Informationsmaterial für die drei Schulklassen aus dem 8. Jahrgang mit - sondern auch tütenweise geschredderte Banknoten. „In jeder Tüte befinden sich etwa 2.000 Euro“, sagte sie. Wer jedoch die Hoffnung habe, die kleinen, bunten Papierschnipsel wieder zusammenzusetzen, den müsse sie enttäuschen: „Keine Chance, das ist unmöglich.“ „Warum vernichtet die Bundesbank Geldscheine?“, wollten die Schülerinnen und Schüler wissen. Julia von Bostel: „Es gibt immer wieder welche, die kaputt gehen oder defekt sind.“

Podiumsdiskussion mit Experten

Die Vertreterin der Bundesbank war zusammen mit den beiden Uni-Professoren André Heinemann (Wirtschaftswissenschaft) und Andreas Klee (Politikwissenschaft) Gast bei der Diskussionsrunde, die Projektkoordinatorin Dr. Marion Wulf moderierte. Dabei stellten die Studierenden und Schüler den Podiumsgästen zum Beispiel die Frage, warum der Reichtum auf der Welt so ungleich verteilt sei, und diskutierten sie intensiv mit ihnen. „Ich finde es gut, dass man durch diese Veranstaltung mehr über das Thema Geld erfährt“, sagte die 13-jährige Lorena, die sich mit viel Interesse an der Diskussion beteiligte. „Es ist toll, dass wir darüber auch mal mit Experten aus Universität und Wirtschaft sprechen können“, ergänzte ihr Mitschüler Ben begeistert.

Workshops mit Studierenden

Vor der Podiumsdiskussion hatten Lehramtsstudierende aus der Fachdidaktik Politik mit den 13- und 14-jährigen Schülerinnen und Schülern in kleinen Workshops gearbeitet.  Themen wie „Was bedeutet für dich Reichtum?“ oder „Was sind die Zahlungswährungen der Zukunft?“ griffen Fragen auf, die junge Menschen bewegen. „Wir haben uns im Wintersemester im Rahmen eines Seminars auf diese Veranstaltung vorbereitet“, erzählt Student Julian Timmermann. Dabei habe er viel darüber gelernt, wie man eine Unterrichtsstunde konzipiert und das Thema Geld didaktisch aufbereiten kann. Toll sei es, das Erarbeitete nun mit den Schülerinnen und Schülern umzusetzen.

Wissenschaftler besuchten Schüler vorab

Um diese auf die Veranstaltung an der Universität vorzubereiten, besuchten Professor Andreas Klee und Lektor Hendrik Schröder vom Zentrum für die Didaktiken der Sozialwissenschaften sie im Vorfeld. „Wir haben mit den jungen Menschen über die Geschichte des Geldes gesprochen und seine große Bedeutung kritisch hinterfragt“, so Schröder.

Lehrer begeistert von Zusammenarbeit

Bei den beteiligten Lehrerinnen und Lehrern kommt das Uni-Projekt  gut an: „Unsere Schülerinnen und Schüler haben sehr interessiert mitgemacht. Es es war beeindruckend, wie die Wissenschaftler und Studierenden mit ihnen gearbeitet haben “, sagt die Lehrerin Christine Storz anerkennend.
Die Veranstaltungsreihe „Nachgefragt“ wird im Sommersemester fortgesetzt. Geplant ist das Thema „Die Bedeutung des Bildungstrends des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) für Bremen“.

Autorin: Meike Mossig, Universität Bremen