Varieties of English in Foreign Language Teacher Education


Ausgangslage und Problemaufriss

Das Englische als Lingua Franca verfügt über eine enorme Variationsbreite und äußert sich, mehr als andere Sprachen, in einer Vielzahl nationaler und regionaler Erscheinungsformen. So existieren zum Beispiel neben den großen Referenzvarietäten des britischen und amerikanischen Englisch zahlreiche nationale Standardvarietäten, die sich im Zuge der postkolonialen Emanzipation früherer britischer Kolonialgebiete in Nordamerika, Asien und Afrika herausgebildet haben. Aktuell orientiert sich der traditionelle Englischunterricht nahezu ausschließlich an den beiden großen Referenzvarietäten, während andere nationale Standardvarietäten, regionale Varietäten sowie die „Postcolonial Englishes“ dagegen kaum Berücksichtigung finden – obwohl das Behandeln dieser seit langem von Bildungsstandards und Bildungsplänen gefordert wird. Ebenso existieren nur wenige praxisnahe Unterrichtsmaterialien und Lehrbücher für den Sekundarschulbereich, die diese Variationsvielfalt sinnvoll aufgreifen. Es stellt sich daher die Frage, wie diese Thematik im Englischunterricht behandelt werden kann und darüber hinaus, wie angehende Englischlehrkräfte darauf in der universitären Ausbildung vorbereitet werden können.

Umsetzung

Um die oben beschriebene Ausgangslage aufzugreifen, soll ein Lehrkonzept für die universitäre Lehrer*innenausbildung entwickelt werden, das sprachwissenschaftliche und fremdsprachendidaktische Elemente miteinander verzahnt. Hierfür soll ein innovatives Seminar im fachwissenschaftlichen Mastermodul für Lehramtsstudierende konzipiert werden, das in Kooperation von Lehrenden aus der Sprachwissenschaft und Fremdsprachendidaktik unterrichtet wird. Aus der Sprachwissenschaft werden zentrale Forschungsergebnisse zu den verschiedenen Varietäten des Englischen zusammengetragen, die für die Ausbildung von Englischlehrkräften relevant sind. Zusammen mit der Fremdsprachendidaktik Englisch sollen existierende Lehrmaterialien zu „Varieties of English“ evaluiert und auf ihre Nutzbarkeit untersucht werden. Dabei werden in Zusammenarbeit mit Studierenden auch neuartige Unterrichtsmaterialien zur Thematik erstellt und in der Praxis erprobt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen schließlich so aufgearbeitet werden, dass die Lehramtsausbildung im Fach Englisch um die sprachlichen und soziokulturellen Besonderheiten der verschiedenen Englischvarietäten ergänzt wird und Lehrkräfte dazu befähigt werden, diese Thematik wissenschaftlich fundiert und fachdidaktisch durchdacht zu unterrichten.

Ziele für Studierende

  • Stärkung der Identifikation mit dem Studienfach, indem sich Studierende intensiv mit ihrer eigenen Sprachlernbiographie auseinandersetzen und ihre eigene Varietät des Englischen reflektieren
  • Entwicklung eines Bewusstseins dafür, dass neben den beiden großen Referenzvarietäten weitere wichtige nationale und regionale Varietäten existieren, die spezifische Merkmale aufweisen
  • Studierende können zwischen varietätsspezifischem Sprachgebrauch und Fehlern unterscheiden, um dies vor allem bei der Leistungsmessung der Schüler*innen zu berücksichtigen
  • Studierende können existierende Lehr- und Lernmaterialien auf ihre Eignung für den Unterricht bewerten und eigene Materialien zum Thema kompetenzorientiert und in Bezug auf das Curriculum erstellen

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